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Auf dem Flughafen in Melbourne entdecke ich ein Schild, auf dem mein Name in großen Lettern steht. Ich fühle mich sogleich willkommen am anderen Ende der Welt – in Australien. Müde vom langen Flug aus Deutschland, bin ich erleichtert, dass ich den Abholservice der La Trobe University gebucht habe. Vor mir liegen ein Study Abroad Aufenthalt in Australien und ich kann es kaum fassen, nach langer Vorbereitung endlich angekommen zu sein.

Rückblickend lässt sich über meinen Studienaufenthalt an der La Trobe University auf jeden Fall eines festhalten: eine großartige Erfahrung, die ich unter keinen Umständen missen möchte!

Das Einleben auf dem Bundoora Campus der La Trobe University wurde mir durch die Orientation Week, welche vom International Office organisiert wurde, erheblich erleichtert. Zum einen gab es die Gelegenheit andere internationale Studierende kennen zu lernen, zum anderen wurde jeder Neuankömmling mit dem Campus und der Stadt Melbourne durch diverse Schnitzeljagden vertraut gemacht. Ausflüge ins Healesville Sanctuary (dieser nur 1 Stunde von Melbourne entfernte Tierpark beherbergt mehr als 200 australische Tierarten) und nach Phillip Island (in diesem Naturpark konnten alle bestaunen, wie kleine Pinguine vom Fischen im Meer über den Strand in die Sanddünen zurückkehrten) gaben einen Vorgeschmack auf die wunderschöne Umgebung Melbournes. Die unterschiedlichen Student Clubs der Universität stellten sich im Laufe der Orientierungswoche ebenfalls vor, so dass meine Freizeitgestaltung mit Beginn der Vorlesungen bereits geregelt war. Von diversen Sportclubs über einen Theater- und Musikclub bis zu vielen weiteren Vereinen war für jeden Geschmack etwas dabei. Ich entschloss mich, dem Fechtclub sowie dem Mountaineering Club beizutreten. Besonders der letztere bot mit seinen Kletter-, Höhlen- und Wanderausflügen sehr viel Abwechslung. Der Beitritt in den Mountaineering Club war eine wunderbare Gelegenheit, Einheimische zu treffen und auf kostengünstige Weise die beeindruckenden Nationalparks der näheren Umgebung kennen zu lernen. Meist wurden Fahrgemeinschaften organisiert und gezeltet. Eine große Willkommensparty mit Buffet und der Verlosung von Reisegutscheinen rundete die Orientierungswoche ab. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte jeder schon eine Menge Leute kennen gelernt, so dass keiner allein feierte. Mein persönliches Highlight war der Gewinn eines Wochenendtrips in den beliebten Kakadu National Park in der Nähe Darwins. Diesen löste ich während meiner Rundreise durch Australien in der Sommerpause ein und war erneut begeistert von der Schönheit des roten Kontinents.

Nicht nur die Orientierungswoche, sondern auch der stets freundliche und hilfsbereite Service der Mitarbeiter des International Office sorgten vom ersten Tag an für ein uneingeschränktes Wohlfühlen an der Universität. Besonders beeindruckte mich die Tatsache, dass ich beim ersten Betreten des Büros sogleich erkannt und mit Namen begrüßt wurde. Bei der Bewerbung für das Study Abroad Programm hatte ich nämlich ein Foto mitschicken müssen, welches zur Wiedererkennung führte und mir somit einen herzlichen Empfang bescherte. Dasselbe Erlebnis hatte ich im Büro des Studentenwohnheims. Auch hier empfing das Personal jeden Studierenden äußerst aufmerksam.

Meine Bewerbung für einen Platz im Wohnheim auf dem Campus war erfolgreich gewesen und mir wurde ein Zimmer im Menzies College zugewiesen. Ich hatte lange überlegt, welche der verschiedenen Wohnoptionen (Wohngemeinschaft, Gastfamilie, Einzelapartment, Wohnheim) wohl die beste sei und mich am Ende für das Wohnheim entschieden, da es direkt auf dem Campus liegt. Der Campus ist mit allen Einrichtungen ausgestattet, die ein Student im alltäglichen Leben benötigt. Neben der Bibliothek und den Hörsälen gibt es Banken, eine Post, eine Apotheke, einen Buchladen sowie verschiedene Cafés und Restaurants. Somit konnte ich vom Wohnheim zu Fuß alle Hörsäle, Seminarräume, den Computerraum des Wohnheims und die Bibliothek erreichen. Da ich zum Zeitpunkt meines Study Abroad Aufenthalts noch keinen Labtop besaß, war ich auf die Computerräume der Universität angewiesen. Praktisch ist, dass das Wohnheim einen extra Computerraum besitzt, der nur für Wohnheimsbewohner bestimmt ist. Somit war ich nicht nur auf die Computer beschränkt, die allen Studierenden der La Trobe zur Verfügung stehen und hatte immer sofort einen Arbeitsplatz. Da ich, wie alle anderen Wohnheimsbewohner, einen Schlüssel zum Computerraum besaß, konnte ich meine Essays zu jeder Tag und Nachtzeit schreiben. Viele Studierende hatten schon damals einen eigenen Labtop dabei und konnten auf ihrem Zimmer arbeiten. Diese sind alle mit Internetzugang ausgestattet. Weitere Vorzüge des Wohnheims sind verschiedene für Wohnheimsbewohner kostenlose und kostengünstige Freizeitangebote. Ich nahm beispielsweise an einem Yogakurs teil. Außerdem gibt es einen Fitnessraum, ein Billardzimmer, Wohnheimpartys und Ausflüge. Langeweile oder Heimweh kam somit definitiv nicht auf.

Wer gerne und viel in der City ist, sollte sich allerdings überlegen, eine Wohnmöglichkeit zwischen Stadt und Campus zu suchen. Von Bundoora braucht man in der Regel 40 Minuten mit dem Bus oder der Tram in die Stadt. Ich überbrückte meine Zeit mit Lesen und störte mich in der Regel nicht an der Distanz. Wer unter der Woche gern in der Stadt feiern möchte, muss ebenfalls bedenken, dass die letzte Tram gegen Mitternacht zurück zum Campus fährt. Am Wochenende fährt ein Nightrider Bus, der das Feiern in der Stadt unkompliziert und günstig macht.

Das Studieren an der La Trobe war angenehm, da die Universität sehr serviceorientiert ist. Die Räumlichkeiten sind modern, die Bibliothek hat auch an Sonntagen geöffnet und für ausländische Studierende gibt es den Language and Academic Skills (ESL) Support Service. Mit den Beratern des ESL Service kann jeder internationaler Student beispielsweise seine Essays besprechen. Ich selbst nutzte diesen Service und konnte meine Essays somit sprachlich verbessern. Aber auch die kleinen Kurse, die ich von meiner Heimatuniversität nicht kenne, erleichterten das Studium. In diesen hatte jeder Studierende die Gelegenheit zu Wort zu kommen und sich dadurch aktiv zu beteiligen. Die Dozenten meiner gewählten Kurse waren freundlich, engagiert und geduldig, wenn es um sprachlich bedingte Verständnisschwierigkeiten ging. Ungewohnt war zunächst der hohe Arbeitsaufwand, der für die einzelnen Kurse betrieben werden musste. Während ich an meiner Heimatuniversität pro Semester zwischen 6 und 10 Veranstaltungen belegte, war ich an der La Trobe mit meinen 3 Kursen (3 Kurse musste ich mindestens, 4 Kurse konnte ich maximal pro Semester belegen) voll ausgelastet. Allerdings stellte ich fest, dass ich aus den belegten Kursen an der La Trobe sehr viel mehr lernte und behielt. Im Gegensatz zu deutschen Kursen setzte ich mich intensiver mit dem Stoff auseinander. Ich fand demnach großen Gefallen an der australischen Lehrweise.

Sowohl akademisch als auch persönlich konnte ich in meinem Jahr in Australien sehr viel lernen und „mit nach Hause nehmen“. Aus diesem Grund kann ich jedem Studierenden eine Studienerfahrung Down Under sehr empfehlen!

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