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Erfahrungsbericht Queensland University Of Technology
Februar – Juli 2009


Einleitung

Dieser Erfahrungsbericht schildert meine Eindrücke und Erlebnisse, die ich während meines Auslandssemesters an der QUT und in Australien im Zeitraum Februar – Juli 2009 gesammelt habe. Dabei möchte ich versuchen, aktuellen Bewerbern bzw. zukünftigen QUT-Studenten nützliche Informationen zu vermitteln, um damit die Planung in einigen Punkten erleichtern zu können.

Vorbereitungen

Alle Vorbereitungen bezüglich der Bewerbung werden bereits ausführlich auf der RH-Website erklärt. Hier sind einige der Dinge, die das Ranke-Heinemann-Institut nicht für euch erledigt:
- Studentenvisum beantragen: Kostet ganze 400 AUD, kann aber recht zügig über die Homepage der australischen Botschaft beantragt werden. Bei mir war das elektronische Visum innerhalb eines halben Tages in meinem E-Mail-Postfach. Das ist aber auch alles, was man bekommt.
- Anerkennungen für die zu belegenden Kurse: Vergesst nicht, euch Anerkennungen an der Heimatuni für die Kurse zu holen, die ihr im Ausland belegt. Bei meiner Uni muss man dies z.B. im Voraus erledigen.
- Bankkonto: Bei der Deutschen Bank oder bei der DKB eröffnen, um Geld kostenlos in Australien abheben zu können. Die Deutsche Bank hat eine Kooperation mit den australischen Westpac-Banken, bei der DKB kann man mit der Kreditkarte überall kostenlos Geld abheben
- Kreditkarte beantragen: Habe ich im Gegensatz zu Deutschland sehr oft in Australien benötigt. Egal, ob Buchung eines Inlandfluges, eines Hostelzimmers oder des Shuttle-Busses vom Flughafen in die Stadt. Wenn man über das Internet bucht, wird überall die Kreditkarte verlangt.
- Reisepass: Euer Pass sollte am Besten noch gültig sein, wenn ihr nach Australien reist. Also rechtzeitig aktualisieren.
- Flug: Meinen Flug hatte ich über STA Travel 2 Monate im Voraus bei der Fluggesellschaft Korean Air gebucht, da diese den günstigsten Flug (1080 EUR) zur Verfügung hatten. Der Vorteil war, dass ich bei Korean Air beim Rückflug 30kg Check-In plus 12kg Handgepäck beantragen konnte, was mir einige Euros erspart hat. Ansonsten kann man z.B. auch noch ein Around The World Ticket in Erwägung ziehen, wenn man bereit ist, ca. 400 Euro draufzuzahlen.
- Internationaler Führerschein: Optional. Ich persönlich habe nie einen internationalen Führerschein gebraucht, wenn ich ein Auto gemietet habe.

Wohnen

Ich habe, wie die meisten Studenten, meine Wohnung vor Ort gesucht, um böse Überraschungen zu vermeiden. Dabei bietet die QUT den Accomodation Service an, der euch bei der Wohnungssuche zur Seite steht und euch zu einigen Wohnungen sogar hinfährt. Ansonsten könnt ihr euch schon mal auf www.realestate.com.au anschauen, was der Wohnungsmarkt in Brisbane zu bieten hat. Besondere Vorsicht ist dabei vor der Agency „Street Property Sales“ geboten, die während meines Aufenthalts schon bei etlichen Studenten versucht hat, zusätzlich Geld zu machen, indem sie ungerechtfertigte Rechnungen erstellt (z.B. für exzessiven Stromverbrauch) oder die Kaution einbehält.
Für mein Zimmer habe ich 150 AUD pro Woche gezahlt, was definitiv im unteren Bereich rangiert, wenn man in Stadtnähe wohnen möchte. Wenn man weniger als 150 AUD zahlen möchte, muss man zwangsläufig etwas außerhalb wohnen, d.h. etwa 20-30 min mit dem Bus von der Stadt entfernt. Lasst euch nicht bei der Wohnungssuche stressen und von Property Managern irgendwas andrehen. Nach meiner Erfahrung hat jeder eine akzeptable Wohnung gefunden, egal, wann er oder sie angekommen ist.
Hier noch Tipps für die Wohngegenden:
Hierbei möchte ich erwähnen, dass meine Kurse nur am Gardens Point Campus stattfanden.
Aber generell sind die angrenzenden Gegenden an der Südseite des Flusses ziemlich beliebt unter Studenten.

West End: Lebhaftes Viertel mit alternativem Flair. Viele Bars mit Live-Music und kleine Geschäfte. Beliebt unter Studenten und generell empfehlenswert zum Wohnen. Bietet zahlreiche Möglichkeiten zum Essen und Trinken und einen großen Supermarkt. Jedoch gibt es hier auch Bruchbuden, vor denen man sich in Acht nehmen sollte.

Highgate Hill: Der nördliche Teil ist empfehlenswert, da zentral zur Stadt und zur Uni. Jedoch auch hier gibt es einige Bruchbuden. Der Stadtteil an sich bietet nichts Besonderes.

Kangaroo Point/East Brisbane: Relativ beliebt unter Studenten. Hier gibt es einige schöne Wohnungen, vom Preis her ab etwa 170 AUD/Woche. Je nach Lage auch noch ziemlich zentral zur City und zur Uni. Als öffentliches Verkehrsmittel kann man hier neben Bus noch den CityCat benutzen, einen öffentlichen Katamaran, der sich auf dem Brisbane River fortbewegt.

City: Für jene, die sich’s leisten können, sicherlich empfehlenswert. Als günstigere Variante gibt es in der Stadt auch einige Zimmer, die man sich mit anderen teilt. Das sind dann oft Anlagen mit Pool, Fitnessraum und anderen Extras. Für das geteilte Zimmer zahlt man aber dann immerhin noch ca. 160 AUD/Woche.

Kelvin Grove: Generell für Leute zu empfehlen, die Kurse am Kelvin Grove Campus belegen. Da aber auch ein kostenloser Shuttle-Bus vom Kelvin Grove zum Gardens Point Campus fährt, sollte man diese Gegend auch als GP-Student in Betracht ziehen.

Fortitude Valley: Tagsüber viele Möglichkeiten zum Essen und Trinken mit Chinatown mittendrin. Nachts entwickelt sich das Fortitude Valley zum totalen Partyviertel mit einem Club angereiht an den nächsten und lauter aufgedrehten Leuten. Je nach Präferenz eine weitere Option bei der Wohnungssuche.

Lebenshaltung

Die Kosten für die Wohnung übertreffen wohl bei den meisten Studenten deren Kosten für die eigenen vier Wände in Deutschland. Auch was die Lebensmittelpreise in den Supermärkten angeht, übersteigen die Preise das, was man hier als Student von den Discountern gewohnt ist.
Jedoch kann man auf Märkten sehr günstig Obst und Gemüse kaufen und auch auswärts essen ist sehr viel günstiger als in Deutschland. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind genauso wie die Taxen und Mietwagen preiswerter als in Deutschland. Bei Alkohol, insbesondere Bier muss man jedoch tiefer in die Tasche greifen, mit einem Sixpack Bier für etwa 15 AUD.
Summa summarum schlage ich ein Budget von ca. 1500 AUD/Monat vor, wenn man plant, in Australien herumzureisen, da besonders die Reisen nochmal kräftig am Budget zehren.

Die Universität

Hier kann ich nur vom Gardens Point Campus berichten, da ich all meine Kurse dort belegt habe. Der GP Campus ist direkt in der Stadt gelegen, angrenzend an den Botanischen Garten.
Die Einrichtungen sind größtenteils sehr modern mit einer zentralen 24/7 Bibliothek, die sehr viele PCs zur Verfügung stellt, an denen man sowohl recherchieren als auch arbeiten und seine Assignments schreiben kann.
Die Universität ist sehr gut organisiert und stellt insbesondere für internationale Studenten viele Ansprechpartner zur Verfügung, die sehr freundlich sind und bei jeder Frage weiterhelfen. Zudem organisiert der International Student Service der QUT einige gemeinsame Aktivitäten zum Kennen lernen und Trips zu nahe gelegenen Attraktionen. Dieser organisatorische Aufwand ist natürlich gerechtfertigt, bedenkt man die 9000AUD, die man für ein Semester als Austauschstudent entrichtet.

Vorlesungen

Von den Kursen, die ich belegt habe, kann ich behaupten, dass das Niveau niedriger war als an meiner Heimatuni, was bedeutet, dass ich keine Verständnisprobleme hatte, die Kurse leicht zu bestehen waren, aber es trotzdem noch schwierig ist, sehr gute Noten zu erzielen und der Arbeitsaufwand während des Semesters nicht zu unterschätzen ist.
Im Folgenden werde ich eine kleine Zusammenfassung von meinen belegten Business-Kursen aufführen.
AMN445, Strategic Marketing Management: Postgraduate Kurs. Sehr hoher Lernaufwand für die Assignments während des Semesters und schwierig gute Noten in den Assignments zu erzielen. Jedoch hoher Praxisbezug mit realen Case Studies. Die Klausur war überraschenderweise sehr einfach. Dennoch nur zu empfehlen für Studenten, die sich auf Marketing spezialisieren oder sich sehr für Marketing interessieren.
AYB301, Audit And Assurance: Undergraduate Kurs, 3. Jahr. Mittelhoher Lernaufwand unterm Semester mit Fokus auf die Klausur am Ende, die relativ anspruchsvoll ist. Die Assignments unterm Semester sind gut zu bewältigen, man muss wöchentlich eine Liste von Fragen bearbeiten, die dann zufällig eingesammelt und benotet werden. Darüber hinaus gibt es eine Case Study, die zu bearbeiten ist.
BSB111: Undergraduate Kurs, 1. Jahr. Relativ einfacher Kurs mit mittlerem Lernaufwand. Sehr gut strukturiert und die Assignments sind sehr einfach. Jedoch sollte man auf jeden Fall gegen Ende dabei bleiben, da die Klausur etwas anspruchsvoller ist und man wenig Zeit hat. Vor allem als Austauschstudent könnte man hier auf einige Probleme stoßen, wenn man der juristischen Fachsprache noch nicht mächtig ist.

Brisbane und Umgebung

Da ich nicht direkt aus einer Großstadt komme, war Brisbane für mich ideal zum Leben und Studieren. Trotz seiner ca. 1,3 Mio. Einwohner fühlt sich Brisbane nicht an wie eine Millionenstadt. Hier geht es im Gegensatz zu Sydney oder Melbourne eher noch ruhiger zu, was aber nicht heißt, dass die Stadt eingeschlafen wirkt. Freizeitmöglichkeiten findet man in Brisbane und Umgebung genügend, tagsüber kann man an die Gold Coast oder Sunshine Coast, die ca. 1 oder 1,5 Std. von der Stadt entfernt sind und einige der besten Surfspots Australiens finden sich hier rund um Brisbane. Nachts ist im Fortitude Valley, dem Partyviertel Brisbanes immer was los, egal an welchem Wochentag man sich entschließt auszugehen. Aber auch in der City selbst findet man diverse Kneipen, Clubs und Ausgehmöglichkeiten.
Generell lässt sich sagen, dass nach Brisbane kommen sollte, wer ein Faible für Sonne, Strand und Meer hat, aber trotzdem noch in einer Stadt leben möchte, in der man etwas unternehmen kann.
Meine persönliche To-Do-Liste für Brisbane:
- Zum Streets Beach am South Bank gehen (künstlicher Strand)
- Mit dem City-Cat auf dem Fluss entlangfahren
- In die Down-Under Bar gehen
- Im Valley feiern
- Rugby-Spiel der Brisbane Broncos anschauen
- Beim Indian Kitchen in West End essen
- Das Casino anschauen (nicht umsonst wird Brisbane auch Brisvegas genannt)
- Auf dem Queen St Market eine Bratwurst mit Sauerkraut essen ;)

Sehenswerte Orte in der Umgebung:
- Surfers Paradise (sehr berühmt, aber nicht gerade der schönste Strand)
- Noosa (einer meiner beliebtesten Orte in Australien)
- Byron Bay (etwas weiter weg, aber lohnt sich auf alle Fälle)
- Fraser Island (ist zwar nicht in der unmittelbaren Umgebung, aber wohl mein Favorit in Australien)

Zusammenfassung

Wer kein totaler Großstadtmensch ist, wird sein Studium in Brisbane lieben. Man darf allerdings nicht erwarten, dass man sein Englisch hier perfektioniert, da doch sehr viele Deutsche in Brisbane studieren und arbeiten und auch die Internationals oftmals nicht das beste Englisch sprechen. Alles in allem war das Auslandssemester an der QUT eine sehr schöne Zeit und eine prägende Erfahrung, die ich nicht missen möchte.


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