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1. Über mich

Kurz zu meiner Person: Ich bin 24 Jahre alt, studiere an der FH Würzburg-Schweinfurt Diplom Ingenieurinformatik und war während meines Auslandssemesters im 6. von 8 Semestern.
Dies sollte mein erster, längerer Auslandsaufenthalt werden und dementsprechend gab es einiges für mich zu lernen und zum ersten Mal zu organisieren.

2. Vorbereitung

Meine Vorbereitung (die hauptsächlich erstmal aus Internetrecherche bestand) fing schon 1 ½ Jahre vor meinem richtigen Auslandsaufenthalt an. Aber wie immer, kommen doch unerwartete Planänderungen, unvorhergesehene Probleme und auch persönliche Entscheidungen während dieses Prozesses vor. So hatte ich zuerst geplant, an eine Partnerhochschule von meiner FH zu gehen, doch nach und nach stellte ich fest, dass keine so wirklich interessant für mich ist. Auch meine ersten Studienziele wie die USA oder Asien habe ich früher oder später dann gegen mein endgültiges Ziel Australien aufgegeben.

Dafür hatten mehrere Gründe gesprochen:

1. Vorlesungen sind alle in Englisch (meiner einzigen Fremdsprache)
2. Ich wollte weit weg und nicht nur 2-3 Stunde entfernt von daheim studieren (sprich nicht in Europa)
3. Ranke-Heinemann hatte nen Top-Service im Internet auf die Beine gestellt, der mir das Land und auch die Unis gut vorstellten und alle Fragen eines Studenten recht gut beantworteten
4. ES IST AUSTRALIEN

Also Flug über STA gebucht, dank DAAD-Sprachtest und Ranke-Heinemann keinen kostenpflichtigen Sprachtest benötigt, unglaublich hohe Studiengebühren (ist leider so, wenn es keine Partnerhochschule ist) bezahlt, Visum online beantragt (und bezahlt), DKB-Kreditkarte organisiert und Notenanerkennung an der Heimat-FH abgeklärt.


3. Wohnung

Tja so einiges ist ja schon an Vorbereitung abgegangen und natürlich macht man sich da auch Gedanken über eine passende Unterkunft. Doch je mehr ich recherchierte und mich informierte, wurde mir klar, dass ich wohl doch lieber vor Ort anstatt von der Ferne eine Wohnung suchen werde, da jeder in die Anzeige reinschreibt „Schönes Zimmer“ – Aber unter „schön“ versteht wohl jeder etwas anderes ☺

Deshalb hab ich mir für 2 Wochen ein Hostel in der Innenstadt gebucht (Base Hostel in Sydney) und dann bin ich von dort mithilfe von sydney.gumtree.com.au auf Wohnungssuche gegangen.
Nach 3 Besichtigungen hatte ich dann erstmal ein ungefähres Gespür, was so in Sydney auf dem Wohnungsmarkt abgeht. Kurz zusammengefasst: Große Unterschiede sowie klein und teuer. Also Ansprüche nach unten geschraubt und am Ende wurde es ein Zimmer in einem Shared House. Also Küche wird von allen benutzt und mein Bad hab ich mit meinen Nachbarn geteilt. 15 Minuten Fußweg zur University of Sydney und das ganze für AU$200 / WOCHE. Und das ist leider absoluter Durchschnitt. Plant das also mit ein!
Gewohnt habe ich zwischen Surry Hills und Redfern. Diese Gegend wird immer als gefährlich etc. betitelt aber ich kann euch sagen, dass ich dort NIE etwas negatives gesehen habe. (Sind wohl alte Ammenmärchen, die den dort lebenden Aborigines angehängt werden)

4. Uni / Studieren

Die Uni habe ich über die Website von Ranke-Heinemann gefunden. Da die Uni eine sehr ansprechende und gut informierende Website hat, war sie gleich für mich interessant. Vor allem der eigene Bereich für internationale Studenten macht gleich das Gefühl, dass man vor Ort auch gut betreut wird. Ein weiterer positiver Punkt, der für die Uni sprach, war der gute Ruf – so gehört sie der „Group of 8“ in Australien – ähnlich den TU9 in Deutschland an.
Mit über 50 000 Studenten bleibt bei der University of Sydney natürlich genug Zeit für Abwechslung und um neue Leute kennenzulernen. Ich war selber auf dem Hauptcampus relativ zentral in der Stadt und dort bekommt man immer was vom sehr aktiven Studenten- und Campusleben mit.
Mit über 200 Clubs ist die Sydney Uni eine der aktivsten Unis Australienweit. Diese werden über ein Mitgliedermodell der „Union“ gefördert und finanziert. Zur Teilnahme muss man Mitglied werden und ca. A$70 für ein Semester bezahlen. Im Gegenzug kann man bei so vielen Clubs und Societies Mitglied werden, wie man will. Jeder Club bekommt für jede Aktion (Grillen, Konzert, Kneipentour....) von der Union wieder einen Teil des Mitgliedsbetrages ausgezahlt und so gibt’s z.B. ein All-You-Can-Eat-BBQ für A$1. Nicht zu vergleichen mit meiner Heimathochschule in D!

Ich hatte die Mindestzahl an 3 Kursen an der Uni gewählt (18 Credit Points) und kann dass auch nur jedem empfehlen. Man hat einfach mehr Zeit sich auf die Kurse zu konzentrieren und natürlich auch um die Stadt und Leute besser kennenzulernen.

Meine Engineering-Kurse waren sehr anspruchsvoll (das liegt vielleicht auch daran, dass ich von einer FH komme und es Kurse aus dem 6. Semester waren) und ich musste dementsprechend viel Zeit für Vor- sowie Nachbereitung aufwenden. Allgemein ist das Bewertungs- und Testsystem sehr unterschiedlich zu meinem Diplomstudiengang, bei dem am Ende des Semesters 100% der Leistung in einer Prüfung abgefragt wird. Denn hier wird die Note aufgeteilt – so zählt teilweise die Anwesendheit zur Note, man muss Projekte machen, Berichte schreiben und eine Zwischenprüfung gibt es auch in allen Fächern. D.h. es wird eigentlich fast jede Woche irgendwo einen Leistungsnachweis geben, was doch teils sehr stressig ist.


5. Sydney

Tja was soll man zu dieser Stadt sagen? Jeder kennt sie wohl vom spektakulären Neujahresfeuerwerk an der Harbour Bridge und dem Sydney Opera House. Doch kennt ihr Sydney auch als eine der Kulturhauptstädte der Welt? Während meiner Zeit dort war fast jede Woche ein anderes Festival in der Stadt (Vivid-Light-Festival, Museum-Week, Short-Film-Festival, Movie-Week, Food-Festival) Und Dank der Multi-Kulti-Gesellschaft dort (Haupteinflüsse kommen aus Asien, Indien und natürlich Europa) wird dort so ziemlich jeder internationale Feiertag gefeiert (Chinesisches Neujahr, St. Patricks Day, Midsommer, 4th July, Queen’s Birthday)
Genau dieses Internationalität macht dann eben vielleicht auch den Unterschied zu anderen Städten, in denen man ein Auslandssemester machen kann. Ich habe Freunde aus allen Teilen der Welt kennengelernt und hatte die Möglichkeit Speißen und Restaurants aller Stilrichtungen ausprobieren zu können.
Gut, ich denke über das Weggehen in so einer Stadt muss ich auch nicht mehr viele Worte verlieren? Es gibt unzählige Studenten- und Backpackerclubs (Scary Canary, Sidebar, Scubar, The Gaff) aber auch richtige High-Class-Clubs (Club Ivy, Hugos). Preislich ist leider alles am oberen Ende angesiedelt aber dazu später mehr.


6. Reisen

Bekannt ist Australien sicher unter den Deutschen als Reiseland – auch wenn der drittgrößte Wirtschaftszweig des Landes inzwischen schon die Bildung ist. Dank Work&Travel-Visa findet man Landsmänner und –frauen wirklich überall.

Ich hatte Glück und konnte in den Osterferien einen Trip nach Neuseeland machen. Auch über das Wochenende lassen sich super Kurzreisen unternehmen. Great-Ocean-Road und Melbourne sind mit einem Billigflieger für unter A$100 zu erreichen. Oder auch die Hauptstadt Canberra ist für ein paar Tage sehr interessant. In der Mitte liegt dann natürlich noch der majestätische Uluru (oder früher Ayers Rock) – leider hat es für mich zeitlich nicht mehr ganz ins Outback gereicht, da ich eine Tour an der Ostküste inkl. Great-Barrier-Reef über 3 Wochen vorgezogen hatte. Freunde suchen&finden, Camper buchen und loslegen – so oder so ähnlich haben es die meißten Studenten am Ende des Semesters gemacht. Und was man so erlebt, gibt einem Recht. Dieses rießige Land bietet einfach alles. Im Süden fängt man an und bestaunt die schönen Weinanbaugebiete, weiter nördlich kommt man an den Zuckerrohrplantagen vorbei und in der Nähe von Cairns und in Queensland sieht man dann die Bananenplantagen und genießt das subtropische Klima. Für mich hieß es dann weiter auf die Fidschi-Inseln und die Seele baumeln lassen.

Ihr seht also – egal was ihr macht, ihr werdet unglaubliche Landschaften sehen und das Land lieben lernen!

7. Kosten

Ich hatte das Glück ein monatliches Stipendium für meinen Auslandsaufenthalt zu haben. Denn wie schon erwähnt, sind die Lebenshaltungskosten in Australien und vor allem in Sydney auf einem sehr hohen Niveau.
Wohnen A$200/Woche, Essen gehen A$15, Bier im Club A$7, Cocktail A$15, S-Bahn A$3,60 ...

Ihr seht, wer etwas genießen und Feiern will, sollte etwas mehr Geld einplanen. Dafür gibt es auch unendlich viele kostenlose Aktivitäten, wie die meisten von mir erwähnten Festivals.

Falls ihr jetzt auf den Geschmack gekommen seit, dann geht mal auf meinen Blog, den ich für meinen Auslandsaufenthalt erstellt habe (Mit über 500 Bildern usw.)
http://kilidownunder.wordpress.com

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