Auslandsstudium - Studium in Australien - Studieren in Australien - Institut Ranke-Heinemann - Auslandsstudium
Auslandsstudium Australien
Home | Startseite Australien | Suche | Tell a friend | Link zu uns | Mitgliedsbereich | Impressum | Kontakt |    
 Über uns
 Institutionen/Programme
 Bewerbung/Einschreibung
 Virtuelle Info Lounge
 Australien-Infos

1. Einleitung

Sich zu einem Auslandssemester durchzuringen ist keine leichte Entscheidung in zweierlei Hinsicht: Erstens muß man vom gewohnten Umfeld zuhause Abschied nehmen - das beinhaltet Familie, Freunde, Uni etc.. Und auch wenn sich so mancher (zu Recht) darauf freuen wird, im Ausland deutschen „Tugenden“ wie z.B. Perfektionismus oder ewiger Melancholie ein stückweit zu entfliehen, so vermißt man doch hin und wieder einmal sonst ganz „alltägliche“ Dinge. Zweitens ist es mit der Entscheidung allein nicht getan, im Gegenteil: Zwischen selbiger und vermeintlichem Studienbeginn im Ausland liegt in aller Regel eine lange und nervenaufreibende Zeit; einmal dort angekommen, trifft man jedoch niemanden, der diesen Schritt im Nachhinein bereut, sodaß man nur rundum dazu raten kann. Vielleicht bzw. hoffentlich hilft ja dieser Erfahrungsbericht ein bißchen in der einen oder anderen unklaren Frage weiter…


2. Vorbereitungsphase

Mit der erwähnten Entscheidung für ein Auslandssemester steht man vor der Qual der Wahl. Einige praktische Gesichtspunkte schränken die Vielfalt jedoch ein wenig ein – so war bei mir aufgrund mangelnder anderweitiger Sprachkenntnisse gleich klar, daß nur der englischsprachige Raum in Frage kommt. Desweiteren hatte ein früherer Aufenthalt in Australien mein Interesse für dieses Land geweckt, so daß ich mich über die Möglichkeit, dort für eine Weile zu studieren weiter informierte.

Nun stellt sich die Frage, wo und wie man sich bewirbt. Die Suche nach der passenden Universität ist sicherlich stark vom jeweiligen Fach bzw. Studienvorhaben abhängig. So habe ich mich nach ausgiebiger Internet-Recherche in zahlreichen Vorlesungsverzeichnissen und aufgrund der ansprechenden Studienorte zunächst für Newcastle und Brisbane entschieden. Dann ist es an sich sehr einfach, einen Studienplatz an einer australischen Hochschule zu bekommen, allerdings sind allein die Studiengebühren zumindest im Vergleich zu momentanen deutschen Verhältnissen mit 4000-4500€ relativ üppig. So stellt die Suche nach finanzieller Unterstützung für das Vorhaben einen großen Teil der Vorbereitungen dar.

Zunächst gibt es die Möglichkeit, sich beim Auslandsamt der jeweiligen Heimatuni um einen Austausch zu bewerben. Dies kam bei mir jedoch nicht in Frage, weil die FU Berlin (merkwürdigerweise) für Australien ausschließlich Jahresprogramme anbot, ich aber nur für ein Semester gehen wollte.

So bewarb ich mich stattdessen beim DAAD um ein Semesterstipendium. Der Bewerbungsschluß hierfür (ebenso wie für Austauschprogramme) ist in der Regel sehr früh, so daß man mindestens ein Jahr vor dem geplanten Reisetermin mit den Vorbereitungen beginnen sollte. Als ich jedoch schon fleißig dabei war, die umfangreichen Unterlagen zusammenzutragen, brachte die Entscheidung des DAAD, ab sofort keine „study abroad“-Aufenthalte in Australien mehr zu fördern, meine Pläne stark durcheinander. So hätte ich entweder auf das Stipendium und damit wahrscheinlich auch das Auslandssemester verzichten, oder mich stattdessen in einen kompletten australischen Abschluß eintragen lassen können. Letzteres stellte jedoch keine Alternative dar, da dies bedeutet hätte, daß die australische Universität mich zunächst in Kurse ihres Programms gesteckt hätte, die mir in Deutschland aufgrund der nur bedingten Deckung der Studienpläne nichts gebracht hätten. Schließlich folgte dann doch auf eine verunsicherte eMail meinerseits an den DAAD die unerwartete aber erfreuliche Mitteilung, ich könne mich ausnahmsweise für „study-abroad“ bewerben, um mir so meine passenden Kurse heraussuchen zu können.

Sehr hilfreich während dieser Phase war das Institut Ranke-Heinemann, vor allem durch die netten Ansprechpartner vor Ort im Büro in Berlin. Sie geben Informationen zu allen australischen Hochschulen und übernehmen dann die weitere Bewerbung an der jeweiligen Uni. Diese wollen in der Regel aber nur eine Notenaufstellung, den TOEFL-Test sowie ein kleines Formular haben. Ich habe mich zur Sicherheit bei beiden genannten Unis beworben und bin angenommen worden, das scheint i.A. kein größeres Problem darzustellen. Erst nach der Zusage vom DAAD im Oktober 2004 habe ich mich dann für Newcastle entschieden und meinen „offer letter“ dorthin zurückgesandt. Obwohl die endgültige Zusage dann ungewöhnlich lange bis Anfang Januar dauerte, stellte es kein Problem dar, ein Studentenvisum bis zur Abreise Mitte Februar zu bekommen (das war sogar schon nach einer Woche da).

Der Rest der Vorbereitungen besteht dann aus tausenden kleinen, praktischen Dingen wie z.B. seine Abwesenheit zuhause zu regeln oder zu überlegen, was in die 20kg Reisegepäck gehört und was nicht (eine Anfrage bei Qantas ergab bei mir, daß Übergepäck nur aus „humanitären Gründen“ (?) gewährt werde, was wohl nicht der Fall war). Da sich das Ende des deutschen Semesters bei mir sogar mit der Orientierungswoche in Australien überschnitt, war diese Zeit besonders stressig. So hatte ich beispielsweise am letzten Tag morgens in Berlin noch eine Klausur und mußte abends in Frankfurt im Flieger sitzen; gute und frühzeitige Planung hilft in der Phase jedoch ganz gut gegen Chaos…


3. Newcastle

Newcastle hat mich rundum positiv überrascht; aus Erfahrungs- und ähnlichen Berichten hatten sich meine Erwartungen auf eine Industrie- und Hafenstatt à la „Ruhrpott Australiens“ beschränkt. Die schwere Kohle- und Stahlindustrie ist zwar vorhanden, prägt aber keinesfalls das Stadtbild. Und das einzige, was man wirklich vom Hafen zu sehen bekommt, sind die unzähligen Containerschiffe, die man vom Strand aus sehen kann, wenn sie sich am Horizont aufreihen um auf ihr Einlaufen zu warten.

Insgesamt hat Newcastle 250.000 Einwohner, bzw. dreimal soviel wenn man die äußeren Bezirke mitzählt. Mit der Vorstellung einer deutschen Stadt mit dicht-besiedelter Innenstadt ist Newcastle jedoch nicht vergleichbar: Es gibt einen überschaubaren „central business district“ (CBD) mit einer kleinen Fußgängerzone, ansonsten reiht sich über eine riesige Fläche ein Einfamilienhaus an das andere. Das Leben spielt sich daher eher in den Stadtteilen ab. Aufgrund der dünnen Besiedelung sind natürlich die Entfernungen entsprechend groß. Busse verkehren zwar häufig, sind jedoch manchmal unzuverlässig und nehmen teilweise schrecklich umwegige Routen.

Erwähnenswert sind desweiteren die wunderschönen Strände. Da Australier von solchen sehr verwöhnt sind, sind diese – obgleich mitten in der Stadt – meist ziemlich einsam. Nur Surfer trifft man quasi immer an, was aber auch gleichzeitig bedeutet, daß der Wellengang ein „normales“ Baden fast nie erlaubt.


4. University of Newcastle

4.1. Allgemein

Die „University of Newcastle“ ist ca. eine halbe Stunde mit dem Bus bzw. ca. 20 Minuten mit Auto oder Zug von „downtown“ Newcastle entfernt. Sie liegt komplett in einer riesigen Parklandschaft, so daß man zumindest in den Sommermonaten den Eindruck hatte, irgendwo mitten im Regenwald zu studieren. Das Gelände ist gut gepflegt und kleine Wege verbinden alle Gebäude untereinander, wobei die Entfernungen teilweise recht groß sind. So geht man z.B. vom Wohnheim zum anderen Ende der Uni (wo sich zufälligerweise das Physikgebäude befand, zu dem ich desöfteren mußte…) eine gute viertel Stunde.

Insgesamt schafft diese Anlage meiner Meinung nach die perfekte Lernatmosphäre: In einer Freistunde sucht man sich einfach ein lauschiges Plätzchen auf einer der zahlreichen Rasenflächen oder nimmt beispielsweise den „Don Morris Walk“ zu einer angrenzenden, extra angelegten Teichlandschaft um dort in aller Ruhe seine Hausaufgaben zu machen oder zu lernen.

Desweiteren spielt sich dadurch, daß wirklich alle Fakultäten bzw. Einrichtungen, die etwas mit der Uni zu tun haben, auf einem Campus konzentriert sind, viel mehr Leben in der Uni ab. So gibt es neben einer eigenen Bank, einem Reisebüro und den üblichen Dingen wie Mensa, Bücherei, Buch- und Schreibwarenladen vor allem eine Vielzahl von Clubs für alle möglichen und unmöglichen Aktivitäten. Durch die gute finanzielle Situation gibt es auch (noch) eine ganze Reihe von zusätzlichen Services vor allem von der „Newcastle University Students Association“ (NUSA), wie z.B. ein kostenloses barbeque oder eine sehr günstige Obst- und Gemüsekiste jeweils wöchentlich. Nicht zuletzt bietet ein großer neuer Sportkomplex u.a. mit 50m-Schwimmbad alle erdenklichen sportlichen Aktivitäten an.


4.2. Wohnen

Im Vorfeld habe ich lange darüber nachgedacht, für welche der verschiedenen Möglichkeiten hinsichtlich Unterkunft in Newcastle ich mich entscheiden sollte. Schließlich war die Entscheidung im Nachhinein richtig, jedoch gibt es einige wichtige Unterschiede vor allem zwischen den Colleges, die man vorher nicht kennen kann. Um etwaige Enttäuschungen zu vermeiden, hier also ein paar Erläuterungen.

Zunächst stellt sich die grundsätzliche Frage, ob man on- oder offcampus wohnen möchte. Eine Unterkunft außerhalb der Uni hat sicherlich den Vorteil, daß man mehr Kontakt zu australischen Einheimischen bekommt: Die meisten teilen sich hier ein Haus mit drei bis vier anderen Studenten, so daß die Miete dann relativ erschwinglich sein soll. Auch die Verfügbarkeit solcher Wohnplätze ist wohl ganz gut – die Uni ist bei der Suche behilflich – und alle offcampus-Leute, die ich getroffen habe, hatten eigentlich keine größeren Probleme etwas schönes zu finden. Aber wenngleich diese Variante die individuellste darstellt, so würde ich vor allem bei einem Aufenthalt von nur einem Semester davon abraten, da man hier auf jeden Fall einen ungleich höheren organisatorischen Aufwand hat. So sollte man schon zwei Wochen vor dem ersten Uni-Termin anreisen.

Im Wohnheim kommt man dagegen einfach an, hat sofort Telefon- und Internetanschluß; bei der Abreise gibt man seinen Schlüssel wieder ab und das war’s. Zudem ist man aufgrunddessen, daß alle Häuser direkt auf dem Campus sind, nicht auf öffentliche Verkehrsmittel o.ä. angewiesen.

Hat man sich jedoch einmal für oncampus entschlossen, gibt es wie gesagt zwischen den vier „colleges“ einige feine Unterschiede:

Edwards Hall ist das Party-Haus. Hier sieht man vor allem gerade von der Schule gekommene Amerikaner, die ihre Zeit fernab von zuhause feucht-fröhlich und zuweilen ziemlich albern begehen. Wer also Gefallen an typisch amerikanischer highschool-Selbstinszenierung und in seiner Jugend etwas verpaßt hat, ist hier gut aufgehoben…

Im Evatt House kann man wohl auch ganz ordent-lich feiern, allerdings nach meiner Einschätzung nicht ganz so übertrieben wie in Edwards Hall. Der Zusammenhalt scheint hier ganz gut zu sein, es gibt Zehner-Wohneinheiten mit Gemeinschaftsbe-reich (Küche, Wohnzimmer, Bäder), sowie ein kleines Zimmer für jeden. Schwierig ist es wohl z.T., einen ruhigen Platz zum Lernen zu finden.

Vom International House habe ich eigentlich nur gutes gehört. Die Wohneinheiten sind ähnlich wie im Evatt, jedoch wird hier wohl verstärkt darauf geachtet, daß eine gute interkulturelle Mischung in jeder Gruppe entsteht. Insgesamt scheint dies eine ganz gute Alternative zu sein, wenn man zwar Kontakt möchte, aber nicht permanent Lust auf Parties etc. hat.

Das Barahineban ist das neueste unter den colleges und besteht im Gegensatz zu den anderen drei nur aus einem einzigen großen Gebäude. Die Zimmer sind alle für zwei Personen im Appartment-Stil angelegt, also mit Küchenzeile, Arbeits- und Eßbereich, zwei Einzel- oder einem Doppelbett sowie einem kleinen Bad mit großer Dusche. Es geht das Gerücht um, daß dieses Haus vor allem für die zurückgezogeneren Asiaten gebaut wurde, was durchaus zutreffen kann. Hier ist es durchaus schwieriger, mit Mitbewohnern in Kontakt zu kommen, weil die meisten daran kaum Interesse haben bzw. sich auf ihr Studium konzentrieren.

Die genaue Wahl des college hängt also entscheidend von den persönlichen Interessen bzw. Bedürfnissen ab. Ich habe mich für das Barahineban entschieden, was aber vor allem daran lag, daß ich mit meiner Freundin zusammen hier war und daher das Doppelzimmer ideal war. Ist das nicht der Fall, stelle ich mir das Zusammenleben mit jemand Fremden in nur einem Zimmer schon sehr schwierig vor.

Desweiteren wäre noch zu bemerken, daß Edwards Hall Vollverpflegung hat, während im International und Evatt House einige Abendessen inklusive sind; im Barahineban ist Selbstversorgung angesagt. Edwards Hall und IH haben beide einen Pool, der im Sommer geöffnet ist und inoffiziell auch von anderen Bewohnern genutzt werden kann.


4.3. Studium

4.3.1. Orientierungswoche

Endlich an der Uni angekommen und die neue Unterkunft bezogen, empfielt es sich auf jeden Fall, die Orientierungswoche wahrzunehmen. Diese teilt sich im wesentlichen in drei Teile auf:

Erstens werden einem allerhand praktische Informationen bzgl. des Studiums gegeben. Das reicht von einer Anleitung zur Online-Kursauswahl über die Erläuterung der Visa-Vorschriften bis hin zu Vorträgen über australische Kultur und Verhaltensweisen. Es werden auch viele Hinweise zu unterstützenden Angeboten wie z.B. zusätzlichen Sprach- oder Essay-Kursen oder persönlicher Beratung gegeben. Desweiteren gab es täglich Bibliotheks-, Campus-, „Computer Labs“- sowie Sport-Führungen.

Der zweite Teil war auf die einzelnen Fachbereiche zugeschnitten; hier konnte man sich vor allem über die einzelnen degree-Abschlüsse bzw. Studienordnungen informieren, was für Austauschstudenten dementsprechend größtenteils uninteressant ist.

Nicht zuletzt wurde drittens darauf geachtet, daß man sich im neuen Umfeld wohlfühlt bzw. Möglichkeiten bekommt, Kontakte zu knüpfen. Zu nennen wäre hier beispielsweise eine „Messe“, auf der sich alle Clubs präsentierten und um neue Mitglieder warben, Stadtrundfahrten, barbeque überall, zahlreiche Aktivitäten in den colleges sowie Tagesausflüge z.B. zum „dolphin watch“.

Auch wenn sich gegen Ende der Orientierungswoche einige Informationen wiederholten und einem langsam der Appetit auf die delikate Bratwurst à la Australia verging, so bietet diese Einführungsphase auf jeden Fall eine unverzichtbare Möglichkeit vor Beginn des Studiums mit dem neuen Umfeld vertraut zu machen.


4.3.2. Kurswahl

Zu Beginn des „richtigen“ Studiums geht es dann darum, sich mit seiner vorab getroffenen Kurswahl auseinanderzusetzen bzw. auszuloten, inwiefern die im Vorfeld daran geknüpften Erwartungen mit der Realität übereinstimmen.

Ich hatte ursprünglich geplant, zwei Kurse aus meinem Studiengang Physik zu absolvieren, die jeweils einer Vorlesung zuhause äquivalent sind, sowie zwei weitere aus einem frei wählbaren Nebenfach, in diesem Fall Mathematik. In Newcastle mußte ich dann jedoch feststellen, daß einer meiner Physikkurse überhaupt nicht und der andere nur über zwei Semester angeboten wurde. Einen alternativen, zu meinem Studienplan passenden Kurs schien es zu meiner großen Enttäuschung in diesem Fach zumindest im ersten Semester nicht zu geben. Der zuständige Professor am Fachbereich zeigte jedoch für mein Problem Verständnis und stellte daraufhin einen speziellen Kurs zusammen, der vom Inhalt her meinem geplanten Kurs „solid state and surface physics“ äquivalent ist, jedoch aus verschiedenen Teilen zusammengesetzt war: So hörte ich die erste Hälfte einer Einführungsvorlesung in die Physik von Halbleitern für Ingenieure, sowie zwei weitere kleinere Kurse für Postgraduierte über Oberflächenphysik. Obwohl diese Lösung mehr Arbeit als für einen regulären Kurs erforderte und ich mich somit auf drei statt vier Vorlesungen beschränken mußte, war ich froh über einen Kompromiss, der mir zumindest einen Physikschein einbringen sollte.

Auch die anderen beiden Mathematik-Kurse belegte ich nicht wie ursprünglich geplant, obwohl diese ganz regulär gehalten wurden. Nach meiner Vordiplomsprüfung war mein Interesse an der Mathematik einfach gesunken, sodaß ich mich stattdessen – nach Absprache mit meinem Prüfungsobmann in Deutschland – für zwei Informatikvorlesungen als Nebenfach entschied, was von der Universität her kein Problem darstellte.


4.3.3. Vorlesungsniveau und Studienumfeld

Das akademische Niveau der Vorlesungen die ich besucht habe, lag im allgemeinen unter dem an meinem Fachbereich in Deutschland. Das ist natürlich von Fach zu Fach sehr unterschiedlich und hängt damit zusammen, aus welchem Jahr man Kurse hört. Ein stückweit hängt das aber sicherlich mit der Schulbildung zusammen, auf denen die Hochschulbildung aufbaut, denn auch diese ist wohl deutlich praxisorientierter als bei uns. So kann man dort wohl mitunter Design-Kurse etc. belegen, bekommt dafür aber im Zweifelsfall von Geschichte überhaupt nichts mit, weshalb die Uni in diesem Fall beispielsweise ganz vorne ansetzt.

Auch die Form der Leistungsnachweise unterscheidet sich etwas vom deutschen Prozedere: Statt jede Woche einen Übungszettel einzureichen (wie es bei mir in Physik zuhause der Fall ist), werden sog. assignments aufgegeben. Meistens gibt es davon drei pro Semester, die etwas aufwendiger als o.g. Übungszettel sind; allerdings sind hierbei selten schwere Nüsse zu knacken. Ferner geht der Stoff, der in der Vorlesung durchgenommen wird, teilweise deutlich über das hinaus, was später von einem abverlangt wird. So wurden z.B. in meinem „Festkörper“-Teil der Physikvorlesung Theorien im Schnelldurchlauf durchgenommen, was aber anscheinend eher dazu gedacht war, diese einmal gesehen anstatt vollständig durchdrungen zu haben. Die beiden Postgraduierten-Kurse waren dagegen eher mit einer deutschen Vorlesung vergleichbar. Im allgemeinen gibt es hier natürlich genauso wie überall sehr gute Dozenten sowie jene, die den Stoff weder rüberbringen können noch wirklich verstanden haben…

Auffällig fand ich in allen Vorlesungen, daß die sonst gewohnte Struktur fehlte. In aller Regel werden PowerPoint-Seiten präsentiert, die dann auch über das Internet zur Verfügung gestellt werden und somit das Skript darstellen. Hier reiht sich jedoch eine Seite an die andere - eine Einteilung in Kapitel etc. wäre zur Übersichtlichkeit sowie der Trennung von wichtigen und unwichtigen Themen oft wünschenswert.

Generell ist das Umfeld sehr persönlich: selbst Professoren werden wie selbstverständlich mit Vornamen angesprochen und alle am Lehrbetrieb Beteiligten stehen stets für Fragen und bei Problemen aller Art zur Verfügung.

Von der Bibliothek hatte ich mir hinsichtlich der guten finanziellen Situation einer australischen Hochschule etwas mehr erwartet, obwohl mir dadurch kein Nachteil entstanden ist, da ich diese selten brauchte. Zumindest im Bereich Physik waren hier die Bücher jedoch relativ veraltet und nicht beson-ders zahlreich, was aber vielleicht auch an dem verhältnismäßig kleinen Fachbe-reich liegen kann. An sich kann man jedoch bei Vorlesungsbüchern nicht auf die Bibliothek bauen sondern muß sie sich kaufen, da die am meisten nachgefragten i.d.R. auf „short loan“ (wenige Stunden) begrenzt sind.

Von der Sprache her hatte ich wesentlich weniger Probleme, der Vorlesung zu folgen, als ich vorher gedacht hätte. Auch hört man sich in den etwas undeutlichen australischen Akzent schnell hinein. Lediglich in den Klausuren fand ich es teilweise ärgerlich, wenn man sich unter Zeitdruck nicht auf Anhieb so ausdrücken konnte, wie man es eigentlich gerne getan hätte.


5. Fazit

Australien ist ein wunderbares Land, dessen Besuch auf alle Fälle lohnt. Ein längerer Aufenthalt als Student gibt einem darüberhinaus die Möglichkeit, die offene australische Lebensweise eingehender kennenzulernen.

Wenn auch das Studium ein bißchen weniger anspruchsvoll als die Ausbildung in Deutschland sein mag, so wird dies ganz gut durch den Mehraufwand aufgrund der Fremdsprache aufgewogen.

Alles in allem hatte ich einen durchweg gelungenen und schönen Aufenthalt in Australien, Newcastle und an der Universität, sodaß ich wie gesagt nur jedem zu einem Auslandsaufenthalt im allgemein sowie zur Wahl von Newcastle im speziellen raten kann.


5. weitere Informationen

Langfristig plane ich diese und weitere Informationen wie z.B. eine Menge weiterer Fotos sowie hilfreiche Links auf meiner Homepage http://www.thomas-fruth.de zur Verfügung zu stellen, wozu ich aber wahrscheinlich nicht vor Ende 2005 kommen werde.

Gehe zu:
Studium in Neuseeland - Studieren in Neuseeland Neuseeland Studium in Australien - Studieren in Australien Australien

Gute Gründe für eine Studienplatzbewerbung über unser Sekretariat

Ranke-Heinemann TV

Besuchen Sie unser neues Videoportal!

AddThis Social Bookmark Button

Nächste Veranstaltungen:
Köln 2012-02-07
Hamburg 2012-02-21
Berlin 2012-04-26
Greifswald 2012-05-09
Potsdam 2012-05-16
...weitere Termine

Aktuelle Mitteilungen:
- Alzheimer-Impfstoff verlangsamt Krankheitsverlauf bei Mäusen
- Stressabbau durch Vitamin B
- Hoffnung für die Behandlung von Hirntumoren
...weitere Mitteilungen

Stellenangebote
Unsere aktuellen Ausschreibungen in unseren Informationszentren in Berlin und Essen ...weiter.

Alumni-Club Australien
Besuchen Sie unseren Alumni-Club: Australian Academic Alumni Association.

Forum Australien
Tauschen Sie sich in unserem Forum zum Studium in Australien mit anderen Studierenden aus ...weiter

Folgen Sie uns in den sozialen Netzwerken:
Facebook Twitter Xing StudiVZ

 

Gute Gründe für eine Studienplatzbewerbung über unser Sekretariat!


IRH Network: Studieren in Australien (AT) | Studieren in Neuseeland (AT) | Forschungsergebnisse aus Australien | Forschungsergebnisse aus Neuseeland | 4A Club
  © 2012 by Institut Ranke-Heinemann - Studium in Australien - Auslandsstudium