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Aotearoa- Das Land der langen weißen Wolke. Diese Wolke schien auch jahrelang meine Träume zu umnebeln. Um mein Fernweh nach diesem Fleckchen Erde auf der anderen Seite der Welt zu befriedigen, musste ich nicht viel mehr tun, als 5 Semester zu studieren und dann einen kleinen Papierkrieg mit dem Ranke Heinemann Institut zu starten. Von wegen Krieg: Es erwartete mich ein friedliches Land mit freundlichen und herzlichen Einwohnern, dessen landschaftliche Schönheit mir so lange „itchy feet“ bereitete - wie die Kiwis sagen würden. So nennen sich nämlich die Einwohner Neuseelands. Der Stolz, mit dem sie diesen Namen tragen, ist ganz typisch für die Eigenheit der Kiwis: Denn schließlich handelt es sich bei dem Kiwi nur um einen flügellosen, fetten Vogel, der beinahe ausgestorben wäre. Die Freundlichkeit der menschlichen Kiwis jedoch konnten auch die Millionen von Touristen, die sich jährlich an Neuseelands Sehenswürdigkeiten erfreuen, nicht ausrotten. Und so wurde ich gleich am Flughafen herzlich willkommen: „Hey you gonna study in Dunedin. That’s awesome. See ya, mate!“ Und diese Mentalität begleitete mich durch das Studium vom „Course Approval“ zu den „final exams“. Das Studium war zudem eine Bereicherung für meine fachlichen Kompetenzen:
Die Vorlesungen wurden mit einem Enthusiasmus vorgetragen, den ich in Deutschland manchmal vermisste und der so manchen Studenten in der hintersten Bank aus dem Schlaf wecken könnte. Verblüfft schaute ich mich um: Jeder war gespannt, wollte etwas Neues lernen. Was für eine angenehme Lernatmosphäre. Fall man trotz all diesen positiven Grundvoraussetzungen doch einmal etwas nicht mitgekommen ist, standen die Professoren immer zur Verfügung. Mit einer Tasse Tee, einem offenen Ohr und gutem Rat. So fühlte man sich geborgen, gut aufgehoben und unterstützt. Die final exams bereiteten einem weniger Sorgen. Außerdem gab es alle erdenklichen Einrichtungen, die einem als Studenten zur zugänglich waren: Da waren zum einen Computerräume, in denen man sich auf den neusten Stand brachte, Wochenendtrips plante oder dich durch das Schreiben von eMails das Heimweh milderte.
Für kreativen und sportlichen Ausgleich sorgten Clubs and Societies und Recreation Services. Da konnte man allerlei neue Dinge ausprobieren: Von Salsa und Yoga über Surfen zum Astronomie und Ski Club.
Dann war da die moderne Bibliothek, mit ihren bequemen Lernsesseln und riesigen Fensterwänden, deren Aussicht und Atmosphäre das Lernen zum Vergnügen machte. Wurde einem selbst die Central Library zu eng, dann war die kleine, aber beschauliche Innenstadt Dunedins gleich um die Ecke. Und selbst das Ende der Welt hat irgendwann gelernt, guten Kaffee zu brauen. Auch wenn einem das neuseeländische Brot und der Käse auch nach fünf Monaten noch Heimweh bereiteten konnten. Aber auch dafür hat die University of Otago gesorgt: Es gibt ein Team an der Hochschule, das extra für die Bedürfnisse, Ängste und Fragen der internationalen Studenten zur Verfügung steht. Für medizinische Fragen geht man einfach zum Student Health Center. Im Studienalltag konnte also nicht viel schief gehen, umso risikofreudiger war man dann am Wochenende:
Ich bin gleich in der ersten Woche den Tramping Club beigetreten und es erwarteten mich aufregende Trips in Neuseeland’s Wildnis. Dass man dabei auch mal nass wird und im Freien übernachten muss war selbstverständlich. Auf der anderen Seite wurde man mit einem Reichtum an Wildlife, Naturschönheiten, aber auch Geselligkeit belohnt.
Und so fand ich heraus, warum mich die lange weiße Wolke Neuseelands so lange umschwebte…
Für mich war der Aufenthalt in Neuseeland nicht nur eine fachliche sondern auch persönliche Bereicherung. Man wächst über sich hinaus, probiert einfach mal was Neues aus. Zu Hause tendiert man dazu, sich vom Alltag abstumpfen zu lassen und dann findet man auf einmal neue Dinge über sich heraus, lernt neue Leute aus den verschiedensten Ländern dieser Welt kennen und gewinnt ein ganz neues Selbstbewusstsein.

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