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SECHS GLÜCKLICHE MONATE IN NEUSEELAND
(Vier davon an der Universität Auckland)

Hinweis: Bitte beachtet, dass dies die “Nur-Text-Version” des Berichtes ist. Die pdf Version mit zusätzlichen Grafiken und Bildern findet Ihr unter folgendem Link.

Am kommenden Freitag werde ich nun endlich meinen letzten Essay an der Uni Auckland abgeben, deshalb habe ich nun endlich etwas Zeit finden können, meinen Erfahrungsbericht zu verfassen, um euch vielleicht in dem einen oder anderen Punkt bei der Reiseplanung oder vor Ort helfen zu können.

Mit der Planung für meinen Auslandsaufenthalt in Auckland, Neuseeland habe ich bereits 1 1/2 Jahre vor Abflug begonnen, wirklich konkret wurden meine Pläne ca. 10 Monate vor Abflug. Auch wenn es aus meiner Sicht wirklich sinnvoll ist, mit der Planung so früh wie möglich zu beginnen, denke ich, dass die Vorbereitungen auch in einem kürzeren Zeitrahmen zu schaffen sind. Sinnvolle Planung ist in diesem Falle das 'A' und 'O'.

Ich habe meinen Erfahrungsbericht in verschiedene Abschnitte gegliedert und beginne mit den Punkten die so früh wie möglich bedacht, geregelt oder erledigt werden sollten:

1) WAHL DER WUNSCH-UNI & BEWERBUNG
Ich persönlich hatte mich ursprünglich für die Victoria University of Wellington entschieden, da ich aber aufgrund der immens hohen Studiengebühren in Neuseeland auf eine Förderung durch das Bafögamt angewiesen bin, kam diese Uni für mich leider nicht infrage, da dort das Jahr in Trimester eingeteilt ist, und das Bafögamt erst ab einem Semester fördert. Wer jedoch vorhat, länger als ein Trimester in Wellington zu bleiben, hat sehr wohl Anspruch auf Förderung durch das Bafögamt.

Ich habe mich schließlich für die University of Auckland entschieden, weil es für mich zum Einen wichtig war zentral bzw. in einer Stadt zu wohnen, zum Anderen ist Auckland umrundet von Wasser. Man kann im Prinzip (unabhängig davon wo man wohnt, innerhalb von max. 15 Minuten zum Strand oder Hafen gelangen). Ausschlaggebend war für mich, dass die Universität Auckland zu den besten der Welt zählt.

Die ersten Schritte, bevor ich mich schließlich für eine Uni in Neuseeland entschieden habe, waren alles andere als einfach. Die Homepage sowie die Mitarbeiter des Instituts Ranke-Heinemann haben mir bei meiner Entscheidung wirklich geholfen. Ich finde es wichtig sich die Kurzportraits der einzelnen Unis in Ruhe an zu schauen, damit man am Ende die richtige Entscheidung trifft. Auch die Homepages der einzelnen Institute können einem oftmals bei der Entscheidungsfindung helfen. Viele Unis stellen auf ihrer Homepage einen Ansprechpartner für internationale bzw. interessierte Studenten vor. Man hat die Möglichkeit diesen Personen direkt eine E-mail zu schreiben, aus meiner Erfahrung werden diese E-mails schnell und gewissenhaft beantwortet. Scheut euch nicht, auf englisch zu schreiben bzw. 'naive' Fragen zu stellen - die Leute sind extra da, um euch zu helfen und in der Regel freuen sich die Unis über Studenten aus 'overseas', denn neben Geld bringt ihr auch neue Impulse oder Ideen an die Uni bzw. in die Kurse...Viele Unis bieten auch an, kleine Informationsbroschüren mit Informationsheften oder CD-Rom’s über ihr Institut zu verschicken. Dafür müsst ihr euch normalerweise nur registrieren und erhaltet die Infos dann versandfrei nach Hause geschickt werden. Eine weitere Möglichkeit, sich über mögliche Studienorte zu informieren, sind die so genannten Hochschulmessen. Datum und Ort der Messen werden regelmäßig auf der Homepage des Instituts Ranke-Heinemann veröffentlicht. Es lohnt sich wirklich ein oder sogar zweimal eine solche Messe zu besuchen, da Vertreter vieler neuseeländischen und australischen Unis vor Ort sind, und einen gerne mit Informationen versorgen.

Abschließend bleibt nur noch festzuhalten, dass es wichtig ist, sich von seinem Gefühl leiten zu lassen. Denn eine wirklich 'falsche' Entscheidung kann man meiner Meinung nach, in NZ wirklich nicht treffen.

Nachdem ihr euch jedoch für eine (oder mehrere) Uni/s entschieden habt, lohnt es sich die Bewerbungsunterlagen so schnell wie möglich zu beantragen bzw. auszudrucken und zusammenzustellen, um eine fristgerechte Bearbeitung zu gewährleisten. Um euer Visum beantragen zu können und um Fördermittel wie z.B. Bafög zu erhalten müsst ihr Bereits die Zusage einer Uni zu einem Studienplatz bekommen haben! Falls ihr euch entscheidet euch an mehreren Uni parallel zu bewerben oder eine Bewerbung sowohl im ‚undergraduate’- als auch im ‚postgraduate’-Bereich durchzuführen, helfen euch die Mitarbeiter vom Ranke-Heinemann-Institut dabei, d.h. ihr müsst alle Unterlagen nur in einfacher Form an das Institut senden, plus die jeweiligen spezifischen Bewerbungsunterlagen für die einzelnen Unis. Um die Vervielfältigung bzw. den Versand der Unterlagen kümmern sich die Mitarbeiter vom Ranke-Heinemann-Institut.

2) FINANZIELLER SUPPORT
Da die Gebühren der einzelnen Unis in Neuseeland meist deutlich teurer als in Deutschland sind, lohnt es sich rechtzeitig über mögliche Förderungen zu informieren. Wenn man vor hat, 'nur' ein halbes Jahr zu bleiben, hat man auch keine Möglichkeit einen Nebenjob anzunehmen, dies ist erst ab einem Aufenthalt von einem Jahr möglich.

BAFÖG:
Der Bafögantrag sollte so früh wie möglich gestellt werden, da die Bearbeitung des Antrags in der Regel mindestens sechs Monate dauert. Auch wenn ihr in Deutschland kein Bafög bekommt, lohnt es sich einen Antrag auf Vorentscheidung zu stellen, indem ihr erfahrt ob ihr generell Unterstützung im Ausland durch das Bafögamt erhalten könnt.Zuständig für die Förderung eines Auslandsaufenthaltes in Neuseeland ist das Bafögamt Frankfurt/Oder. Adresse der Homepage um generelle Informationen zu erhalten: http://www.studentenwerk-frankfurt.de. Auf der Homepage könnt ihr außerdem Merkblätter zum Thema Auslandsstudium herunterladen. Es lohnt sich wirklich, einen Antrag zu stellen, denn wer förderungsberechtigt ist, erhält neben einem monatlichen Förderungsbetrag (Zuschlag zu Miete, Nebenkosten, Lehrmaterial...) einen Reisekostenzuschlag bis zu 4600€ sowie einen Zuschlag zur Auslandskrankenversicherung. Das Bafögamt fördert einen Studienaufenthalt (in einigen Fällen auch Praktika) bis zu einem Jahr. Ihr müsst jedoch damit rechnen, dass ihr die Kosten für Flug und Studiengebühren erstmal aus eigener Tasche vorstrecken müsst, also macht euch rechtzeitig schlau, bei wem ihr auch das Geld leihen könnt. Nützlich ist es meiner Meinung nach, eine so genannte Abschlagszahlung beim Bafögamt zu beantragen, d.h. ihr bekommt mit der ersten Rate bereits die volle Summe für Flug und Studiengebühren überweisen, statt den Betrag auf die einzelnen Monate verteilt zu bekommen. Hierfür gibt es ein spezielles Formular, das ihr beim zuständigen Sachbearbeiter anfordern könnt.

STIPENDIEN:
Es gibt verschieden Quellen, die Stipendien verteilen. Auch hier gilt: Anträge so früh wie möglich stellen. Das Ranke-Heinemann-Institut vergibt neben einem Teil- (einmaligen
Förderungsbetrag von 800€) auch ein Vollstipendium (Übernahme der Studiengebühren für ein Semester).

Auch der DAAD (Deutsche Akademische Auslandsdienst) vergibt regelmäßig Stipendien. Die Bedingungen sind auf der Homepage www.daad.de nachzulesen.
In der Regel gilt jedoch, wer bereits Auslandsbafög erhält, hat keinen Anspruch auf die Förderung durch ein Stipendium.

BILDUNGSKREDIT:
Der Bildungskredit wird von der Kreditanstalt für Wideraufbau gewährt und ist speziell für Studenten zugänglich. Die Förderung wird in 3-24 Monatsraten ausbezahlt. Der Kredit wird unabhängig vom Bafög ausbezahlt. Jedoch würde ich eine Kreditaufnahme wirklich nur als Notlösung sehen, da der Betrag mit Zinsen (wenn auch nicht so hoch) zurückgezahlt werden muss.

Zu guter Letzt sei noch darauf hingewiesen, dass ihr aufgrund eines speziellen Abkommens zwischen Deutschland und Neuseeland außerdem die Möglichkeit habt, auch in Neuseeland im ‚postgraduate’-Bereich zu bewerben. Dies ist möglich, wenn ihr in Deutschland bereits ... – dann kommt ihr in den ‚Genuss’ nur die üblichen inländischen Studiengebühren zu bezahlen und diese sind deutlich geringer als die Gebühren für ausländische Studenten im 'undergraduate’-Bereich. Ich habe mich für einen Platz sowohl für einen Platz im ‚undergraduate’- als auch im ‚postgraduate’- Bereich beworben und wurde schließlich für Soziologie im ‚postgraduate’- Bereich angenommen. Zunächst schlotterten mir zwar die Knie, aber nach vier relativ erfolgreichen Monaten an der Uni Auckland, kann ich sagen, dass es sich gelohnt hat und ich denke, dass es für jeden mit ein bisschen Mut und Eigeninitiative möglich ist, das oder die Auslandssemester erfolgreich zu überstehen ;-)

3) SPRACHNACHWEIS
Die meisten Universitäten verlangen einen Sprachnachweis, entweder den TOEFL oder den IELTS. (www.toefl.org / www.britishcouncil.de/d/english/ielts.htm) Beide Sprachtests sind verhältnismäßig teuer (TOEFL: IELTS: ) Ich habe an meiner Uni einen Vorbereitungskurs für den IELTS belegt. Ich denke es ist sinnvoll, sich gründlich vorzubereiten, denn selbst wer wirklich gut englisch sprechen kann, ist vielleicht auf einige Tücken und Eigenarten die der Test mit sich bringen kann, nicht gefasst. Viele Bibliotheken (Universität oder auch öffentliche Leihstellen) stellen Vorbereitungsmaterial (CD’s, Kassetten, Bücher, CD-Rom’s, Lehrhefte...) zur Verfügung, auf dieses Angebot einzugehen, ist mehr als nur sinnvoll, denn die meisten der Vorbereitungsmaterialien sind verhältnismäßig teuer. Wer dennoch gerne ‚eigenes’ Material haben möchte, eine gute Alternative zum neuen Buch ist das Material secondhand zu kaufen, Internetplattformen wie www.ebay.de, www.amazon.de, www.abebooks.de oder direkt in Neuseeland www.trademe.co.nz bieten einiges an Vorbereitungsmaterial an. Einige Universitäten akzeptieren auch einen so genannten DAAD-Sprachnachweis der an einigen Unis in Deutschland abgelegt werden kann. Dazu solltet ihr auch aber unbedingt mit eurer Wunsch- sowie eurer Heimat-Uni auseinandersetzen. In einigen Internetforen aber auch an einigen Unis direkt hat man die Möglichkeit Sprachpartner online zu finden. An der Uni Bremen z.B. gab es die Möglichkeit sich vor Ort mit‚Tandempartnern’ zu treffen um Sprachkenntnisse auszutauschen, vielleicht gibt es diese Möglichkeit auch an eurer Uni?!

4) VISUM

Um das Visum beantragen zu können, müsst ihr einen Reisepass besitzen, der mindestens noch ... Monate über Rückflugdatum hinaus gültig ist. Den Reisepass solltet ihr so früh wie möglich beantragen, da es bis zu sechs Wochen dauern kann, bis ihr ihn abholen könnt. Im Notfall kann man auch einen vorläufigen Reisepass beantragen, der ist jedoch nur 12 Monate gültig.Es lohnt sich außerdem, schon zu Beginn der Vorbereitungen ca. 4-6 Passbilder machen zu lassen, denn die werdet ihr garantiert für die unterschiedlichsten Unterlagen gebrauchen können. Hier lohnt es sich den ‚Fachmann’ der Fotobox vorzuziehen, da die Kriterien für die Auswahl von Passfotos seit den neuen Richtlinien deutlich strenger geworden sind. Als ich meinen Reisepass beantragen wollt, wurden meine Fotos aus dem Automaten (der im Ortsamt stand) nicht akzeptiert, da meine Nase nicht genau in der Mitte des Bildes war. Also durfte ich noch mal losdüsen und ein neues Set von Fotos machen lassen, diesmal beim Optiker kostete mich auch ‚nur’ zwei Euro mehr, als beim Automaten.

5) FLUG
Ich habe meinen Flug traditionell im Reisebüro meines Vertrauens gebucht. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit den Flug im Internet zu buchen. Es gibt Internetseiten, die speziell Flüge für Studenten anbieten z.B. www.statravel.de - es lohnt sich in jedem Fall vor der Buchung gründlich zu recherchieren, da die Flugpreise stark differenzieren. Meiner Erfahrung nach, wurden meine Anfragen immer zügig beantwortet und auf meine speziellen Bedürfnisse wurde auch Rücksicht genommen.

Ich würde euch in jedem Fall empfehlen einen Stopover auf dem Hin- oder Rückflug (oder bei beidem) einzulegen. Nicht nur, dass der Flug weniger anstrengend ist, wenn man eine längere Pause zwischendurch hat, außerdem solltet ihr bedenken, dass man nicht so schnell wieder die Chance hat, so nah an bestimmte Länder heranzukommen. Ich habe auf meinem Hinflug einen Stopover für zwei Nächte in Singapur eingelegt und ich muss sagen, es hat sich wirklich gelohnt. Einige Airlines z.B. Singapore-Airlines bieten spezielle Stopover-Programme an, bei denen der Hotelaufenthalt neben weiteren Vergünstigungen inklusive ist. Meine Schwester ist auf ihrem Hinflug über Amerika (Los Angeles) geflogen und hat dort per pedes und im Backpacker die Stadt erkundet. Der Vorteil über die USA zu fliegen liegt besonders darin, dass ihr 2x 32kg mitnehmen dürft.Es gibt viele Möglichkeiten nach Neuseeland zu kommen, es lohnt sich wirklich sie war zu nehmen. Wichtig ist außerdem, dass ihr die Adresse eines ersten Anlaufpunktes habt (z.B. Hotel, Backpackers, Freunde...). Dies gilt auch für die Einreise nach Neuseeland, schon beim Ausfüllen der Visumsunterlagen werdet ihr nach einer Kontaktperson bzw. eurer ersten Anlaufstelle in Neuseeland gefragt!

Viele Unis bieten einen Abholservice vom Flughafen an. Dieses Angebot würde ich (wenn ihr noch keine Bekannten oder Verwandten vor Ort habt) dringend annehmen, da man nach dem langen Flug meistens total k.o. ist und sich freut, wenn man sich nicht noch um ein Taxi oder Bus kümmern muss.

Um den Flug so angenehm wie möglich zu gestalten, würde ich euch empfehlen, extra gemütliche Sachen anzuziehen (z.B. bloß kein enges Bündchen ;-) Außerdem Schuhe aus denen man leicht herausschlüpfen kann sowie ein Extrapaar warme Kuschelsocken. Praktisch ist es auch, wenn ihr eine kleine Flasche stilles Wasser im Handgepäck habt (! klären der neuen Flüssigkeitsmitnahmebestimmungen an Bord! ). Ich habe mir außerdem vorher ein Thermalspray aus der Apotheke besorgt, gibt es z.B. von Vichy, La Roche Posay oder Evian. Wenn die Haut währen des langen Fluges trocken wird, ist es super angenehm sich mit einem Thermal-Sprühnebel zu erfrischen. Sinnvoll ist es ein Paket Taschentücher, Kaugummis, MP3-Player o.ä., ein gutes Buch und evtl. eine Schlafbrille im Handgepäck zu verstauen. Bei den meisten Fluggesellschaften werdet ihr mit den meisten Dingen versorgt: Kopfhörer, Socken, Decke, genügend Trinken etc. Mein Freund ist ziemlich groß, er hatte jedoch die Möglichkeit bereits bei Flugbuchung den Wunsch zu äußern, am Notausgang zu sitzen, das hat ihm eine ‚enorme’ Beinfreiheit verschafft und dies kann ich jedem größeren Menschen nur empfehlen. Außerdem kann man bei Buchung direkt einen Essenswunsch äußern. Ich bin Vegetarierin und habe tatsächlich bei jeder Mahlzeit ein leckeres vegetarisches Menü serviert bekommen, wichtig ist nur Essenswünsche rechtzeitig zu äußern.

Bei einem Flug über Asien dürft ihr nur 20kg mitnehmen, was für einen Studienaufenthalt bis zu einem Jahr nicht wirklich viel ist, einige Airlines machen jedoch Ausnahmen und stocken das Gewicht um 10kg auf. Aus meiner Erfahrung heraus ist es das Beste, bei den Fluglinien direkt anzurufen, nachdem ihr eueren Flug gebucht habt und nach den 10kg+ zu fragen.

Ich habe lange überlegt, ob ich eine Reisetasche oder einen Wanderrucksack mitnehmen soll. Ich habe mich schlussendlich für die Reisetasche entschieden, da ich nicht vorhatte, besonders viel mit meinem gesamten Gepäck herumzureisen. Wichtig ist nur beim Kauf der Reisetasche darauf zu achten, dass sie robust verarbeitet ist und im besten Falle über Rollen verfügt, denn wenn ihr mal ein bisschen länger laufen müsst, seid ihr für die Rollen garantiert dankbar. Meine Schwester hat für ein Jahr work & travel’ in Neuseeland gemacht, nicht ohne Grund hat sie sich für die Rucksackvariante entschieden. Ich denke es kommt einfach darauf an, wie viel Zeit ihr zum Reisen einplant und in welchem Umfang. Rückblickend hätte ich mich evtl. doch besser für einen Rucksack entscheiden sollen, weil man damit doch einfach noch flexibler ist.

Wenn ihr erstmal in Neuseeland angekommen seid, bleibt mindestens bis zum Abend wach, egal wie müde ihr seid. Das ist der beste Weg den Jetlag so schnell wie möglich hinter sich zu lassen. Stellt am Besten schon zu Beginn des Fluges eure Uhr auf die neue Zeit vor Ort ein, damit ihr euch so früh wie möglich an den neuen Rhythmus gewöhnen könnt.

6) UNTERKUNFT
Eigentlich alle Universitäten bieten Unterkünfte für ausländische Studenten an. Wichtig ist nur, sich rechtzeitig zu bewerben. Die Wohnheime unterscheiden sich nach Preis und Lage aber auch danach, ob man mit Essen oder ohne bucht. Meiner Erfahrung nach sind die Studentenwohnheime meist deutlich teurer als z.B. ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft. Der Vorteil im Studentenwohnheim ist jedoch, dass man viele andere Studenten aus aller Welt um sich hat, denen es in den meisten Fällen nicht sonderlich anders geht als einem selbst.Ich habe mich jedoch für das Leben in einer WG entschieden. Man kann schon von Deutschland aus auf Seiten wie www.trademe.co.nz, www.flatfinder.co.nz oder auch www.nzflatmates.co.nz nach einer geeigneten Unterkunft suchen. Ich hatte nicht das Gefühl, dass es schwer ist hier eine Wohnung zu finden. Eine weitere Möglichkeit, wenn ihr bereits vor Ort seid ist der Wohnungsanzeigenteil in der größten neuseeländischen Tageszeitung ‚New Zealand Herald’. Ich finde es wichtig, dass die Wohnung zentral bzw. nah an der Uni liegt, damit man diese ohne größere Schwierigkeiten erreichen kann und auf kein Auto bzw. Autofahrer angewiesen ist.

7) DAS STUDIUM
Wenn ihr erstmal alle organisatorischen Schritte überlebt habt, beginnt nun der eigentliche Teil eures Aufenthaltes. Es macht wirklich Sinn, bereits einige Tage vor Beginn des Studiums in Neuseeland anzukommen, zum Einen um den Jetlag in Ruhe auszukurieren und zum Anderen um sich mit der neuen Umgebung vertraut zu machen. Nehmt unbedingt die Angebote der Orientierungswoche in Anspruch, denn hier habt ihr die Chance andere Gleichgesinnte zu treffen. Viele der ersten Kontakte können bis zum Schluss halten.Die meisten Unis haben so genannte International Offices, zu denen ihr jederzeit mit Fragen und Problemen gehen könnt. Wenn die Vorlesungen erstmal begonnen haben, macht es Sinn, so früh wie möglich gestellte Aufgaben (Essays, Referate...) zu bearbeiten, da die Erfahrung doch zeigt, dass man für Arbeiten auf einer anderen Sprache doch deutlich länger braucht als vielleicht gewohnt. Auch das Sichten und Recherchieren von Material nimmt mehr Zeit in Anspruch. Die Uni Auckland bietet regelmäßig Kurse wie eine Bibliotheks-Führung, Zeitmanagement-Workshops oder ähnliches an, die einem das Studentenleben wirklich erleichtern können. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Dozenten sehr zugänglich sind und gerne ihre Hilfe anbieten. Man hat oftmals die Möglichkeit zu persönlich vereinbarten Sprechstunden zu kommen, aber auch E-Mails wurden schnell und gewissenhaft beantwortet. Im Großen und Ganzen hat sich das Lernklima deutlich von dem in Deutschland bzw. von meiner Heimat-Uni unterschieden. In meinen Kursen waren wir maximal zehn Studenten plus ein bis zwei Dozenten – alle saßen um einen größeren Tisch herum und es gab viele anregende Diskussionen. Auch wenn man am Anfang vielleicht nicht einmal die Hälfte von dem versteht, was gesagt wird, lohnt es sich doch, am Ball zu bleiben und nachzufragen. Ich hatte das Gefühl, dass es mir von Woche zu Woche leichter fällt dem Unterricht zu folgen und spätestens nach meinem ersten Referat (vor dem es mir tagelang gegraust hat) habe ich mich getraut regelmäßig was zum Thema beizutragen. Mann muss sich nur erstmal überwinden, dann merkt man das alles nur halb so schlimm ist und Kommilitonen sowie Dozenten einen gerne unterstützen und an dem interessiert sind, was man zu sagen hat.

8) WHAT TO DO?!
Ich kann jedem der nach Neuseeland kommt nur empfehlen so viel wie möglich von diesem wunderschönen Land mitzunehmen. Einige Aktivitäten, die ich in punkto Auckland empfehlen kann:
- regelmäßige Besuche beim Strandabschnitt ‚Mission Bay’, es gibt eine Busverbindung dorthin und der Aufenthalt lohnt sich. Neben netten Buchten gibt es eine Menge Cafés, Restaurants und nette Geschäfte.
- einmal auf den Skytower fahren. Mit gültigem Studentenausweis kostet es ca. 20$, dafür erlebt ihr aber eine super Aussicht. Auf dem Skytower gibt es zwei Restaurants und eine Lounge. Wenn ihr vorhabt bei einem luxuriösen 360° Panorama zu dinieren, bucht auf jeden Fall vorher, den die Tische sind oftmals ausgebucht.
- einen Besuch im Auckland-Museum (traditionelle Kunstwerke und einen tiefen Einblick in die Geschichte des Landes)
- Ponsonby-Road: eine der hippesten Straßen Auckland’s mit jeder Menge Boutiquen, Cafés und Szene-Bars.
- Globe-Bar: so ‚strange’ wie sie auch sein mag, ein Besuch lohnt sich und zumindest ist hier an wirklich jedem Tag der Woche Party (www.globebar.co.nz)
- Innerhalb weniger Minuten kann man eine der zahlreichen Inseln z.B. Waiheke, Rangitoto... rund um Auckland mit Hilfe der Fähre erreichen – Top-Erlebnis (Fährpläne unter: www.fullers.co.nz)

Ansonsten kann ich nur empfehlen soviel wie möglich herumzufahren um z.B. den Hot Water Beach zu besuchen, oder das nette Surfer-Örtchen Raglan, Coromandel, die Nordspitze: Cape Reinga...Wann immer ihr am Straßenrand ein Hinweisschild mit entweder der Aufschrift ‚bushwalk’ oder ‚scenic lookout’ seht, haltet an und genießt die unendliche Vielfalt des Landes – ihr werdet es nicht bereuen. Wer sich öfter in einem der zahlreichen Backpackers niederlassen will, sollte sich überlegen eine BBH-Card zu kaufen. Sie kostet ca. 40$ und enthält neben einer Telefonkarte im Wert von 20$ die Möglichkeit in zahlreichen Backpackern einen Rabatt von einigen Dollars zu erhalten. In der Sommerzeit (ca. Ende November bis Anfang April) kann es sehr voll auf den Straßen und in den Häusern Neuseelands werden, deshalb lohnt sich auch hier, rechtzeitig ein Bett im gewünschten Backpacker zu reservieren.

9) SONSTIGES
Denkt auf jeden Fall daran, von allen euren Dokumenten (Pass, Studentenausweis, Flugticket, Führerschein... etc.) zwei Kopien anzufertigen. Ein Set verstaut ihr an einem anderen Ort als die Originaldokument in eurer Tasche, das zweite Set vertraut ihr jemandem zu Hause an (Eltern gute Freunde...).

Wer plant in Neuseeland mit dem Auto durch die Gegend zu reisen, sollte in jedem Fall rechtzeitig einen internationalen Führerschein beantragen. Der kostet in der Regel nicht viel, ist aber Voraussetzung, wenn ihr in Neuseeland ein Auto leihen wollt bzw. damit fahren wollt. Trotzdem würde ich erstmal einige Tage zu Fuß das Gelände erkunden, damit ihr euch an den Linksverkehr gewöhnen könnt. Tendenziell lohnt es sich ein Auto zu leihen oder zu kaufen, wenn ihr reisen wollt, da weder Bus- noch Zugsystem besonders gut ausgebaut sind und viele schöne Plätze nur mit dem Auto zu erreichen sind.

Falls ihr einen Handyvertrag in Deutschland habt, lohnt es sich nachzufragen, denn einige Mobilfunkanbieter bieten an, den Vertrag für einen gewissen Zeitraum stillzulegen um ihn nach eurer Rückkehr wieder aufzunehmen. So spart ihr zumindest die ansonsten anfallenden monatlichen Grundgebühren.In Neuseeland lohnt es sich gleich zu Beginn eine PrePaid-Sim-Karte von Vodafone (oder Telecom) zu kaufen. Die Karte kostet ca. 25$ und kann jederzeit per Internet oder im Geschäft aufgeladen werden.

Es lohnt sich in Deutschland ein Konto bei der Deutschen Bank ein Konto zu eröffnen. Dies ist in der Regel für Studenten kostenlos und mit der Girokarte könnt ihr an jedem Westpac- Bankautomaten in Neuseeland kostenlos Bargeld abheben. Einen Westpac- Automaten findet ihr fast an jeder Ecke. Die Mitarbeiter der Deutschen Bank drucken euch aber sonst bestimmt auch gerne eine Liste mit den Standorten der Automaten in eurem Zielort in Neuseeland aus.

Weiterhin würde ich auf jeden Fall eine Kreditkarte beantragen. Viele Dinge können nur mit der Kreditkarte erledigt werden und im Notfall könnt ihr immer noch auf eurer Karte zurückgreifen. Wem das etwas mulmig erscheint, ich habe mir einen Kreditrahmen von 1000€ einrichten lassen, damit das Ganze nicht in die falsche Richtung losgehen kann. Wichtig: Habt unbedingt eine Nummer unter der ihr die Karte sperren könnt bei euch.

Da die Steckdosen in Neuseeland anders ‚ticken’ müsst ihr euch in jedem Fall einen Adapter besorgen, dass könnt ihr schon in Deutschland erledigen oder aber auch vor Ort kaufen, habe für meinen ca. 10€ bezahlt.

Besorgt euch auf jeden Fall einen internationalen Studentenausweis von ISIC. Auf der Homepage www.isic.de erfahrt ihr, wo in eurer Nähe ihr den Ausweis beantragen könnt. Er kostet ca. 10€, wird weltweit anerkannt und kann euch ´ne Menge Vergünstigungen einbringen.

Um in Kontakt mit euren Liebsten daheim zu bleiben, sei euch gesagt, Internet-Cafés gibt es zahlreich und die Preise sind zumeist auch recht moderat (2-6$ pro Stunde). Außerdem lohnt es sich wirklich eine Telefonkarte, mit der man von einem normalen Telefon aus telefonieren kann, zu besorgen. Ich habe mir gleich zu Beginn eine Go-Talk-Karte besorgt, man kann sie immer wieder per Kreditkarte aufladen. Und für 20$ kann man ca. 600 Minuten nach Deutschland telefonieren – es lohnt sich!!! Lokale Telefongespräche sind (2006) kostenlos.

Und nun ganz zum Schluss, ein paar Dinge die ihr auf keinen Fall vergessen solltet:

- Sicherheitskopien eurer Dokumente
- Ladegeräte (für z.B. Handy)
- Kamera
- Kabel um Fotos von der Digicam auf den Computer zu ziehen
- Ein Foto von euren Liebsten
- Warme Socken (ich war erschreckt, wie kalt es hier war als ich angekommen bin [Ende Juni] – ich habe gebibbert!!!)
- Warmer Schlafsack (s.o. + die Häuser hier haben in der Regel keine Heizung, höchstens kleine ‚heater’ oder einen Kamin – die meisten Häuser sind aus Holz, d.h. schlecht gegen Kälte isoliert)
- Eine gute Regen- und Windjacke
- [ich habe einen größeren Schal aus Pashmina-Wolle mitgenommen, der hat mir in vielen Lebenslagen geholfen, als Rock, als Turban gegen die Sonne, als Decke, als Schal, als Windschutz... – ist eine Investition aber vielleicht noch ´ne Anregung für ein Abschiedsgeschenk ;-) ]
- MP3-Player o.ä.
- Flip Flop’s oder Badelatschen
- Feste Schuhe (hier gibt es massig tolle Wanderwege und Landschaften, die darauf warten, von euch erkundet zu werden)
- Ggf. Brille + Sonnenbrille
- Medikamente
- Adressbuch
- Handy
- Reiseführer wie z.B. Lonely Planet (hat mir viele gute Dienste erwiesen und schöne Plätze auf meinen Reisen aufgedeckt)

Das war er schon mein Erfahrungsbericht. Ich hoffe, ich konnte euch wenigstens in einigen Punkten hilfreich sein.

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