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Ein Semester an der University of Auckland – Erfahrungsbericht
Das wichtigste vorab: Meine sechs Monate in Neuseeland waren eine unvergessliche Erfahrung – ich kann nur jedem, der die Chance hat, zuraten, in dieses wunderschöne Land zu gehen. Hier nun mein Bericht mit ein paar hoffentlich nützlichen Infos: Vorbereitung Etwa eineinhalb Jahre vor dem geplanten Auslandssemester habe ich das Angebot genutzt, einen Beratungstermin beim Ranke-Heinemann Institut wahrzunehmen. Dies hat mir vor allem dabei geholfen, eine passende Universität zu finden und einen guten Zeitpunkt für das Semester in Neuseeland zu bestimmen. Da ich anschließend zunächst in Spanien war, konnte ich mit den konkreten Vorbereitungen und dem Bewerbungsprozess erst ein knappes halbes Jahr vor Studienbeginn anfangen. Im Endeffekt hat alles gut geklappt, ich würde jedoch jedem empfehlen, wenn möglich doch etwas mehr Zeit einzuplanen. Vor allem durch den TOEFL-Test, für den zunächst ein Termin gebucht werden muss und dessen Ergebnisse ziemlich lange auf sich warten lassen, hat sich in meinem Fall alles so lange hingezogen, dass ich erst knapp 4 Wochen vor Abflug ein Studienplatzangebot erhalten habe. Meinen Flug habe ich daher auch im Reisebüro gebucht – ist sicherlich nicht die billigste Alternative, aber ich konnte den Platz so zunächst reservieren und erst nach der Zusage fest buchen. Ich bin mit Thai Airways (Zwischenstopp in Bangkok) geflogen, die reine Flugzeit betrug um die 24 Stunden, insgesamt kam man auf mit dem Zwischenaufenthalt allerdings auf 30. Die Gewichtsgrenze für den Koffer liegt bei Thai bei 20kg - wer mehr Gepäck mitnehmen will, sollte über Amerika fliegen, da ist es soweit ich weiß möglich, 2 Gepäckstücke à 30 Kilo mitzunehmen. Die meisten Sorgen haben mir ansonsten noch das Visum gemacht – 4-6 Wochen Bearbeitungszeit waren in meinem Fall ja nicht mehr möglich. Wem es ähnlich ergeht, würde ich raten, entweder direkt bei der Botschaft in Berlin anzurufen und anfragen, ob eine kurzfristige Bearbeitung möglich ist (den Umschlag dann auch noch mal mit „dringend“ beschriften – hat bei mir prima geklappt, ich hatte das Visum nach einer Woche) oder als Tourist einreisen und alles weitere dann vor Ort in Neuseeland klären, das ist genauso gut möglich. Ankunft Ich habe mich von Deutschland aus nicht um eine Wohnung gekümmert, sondern im Internet ein Hostel rausgesucht und dort zunächst nur ein Zimmer für die ersten 3 Nächte reserviert. So bein ich in der Lantana Lodge in Parnell (www.lantanalodge.co.nz) gelandet, die nichts besonderes, aber völlig in Ordnung war. Am Ende meines Aufenthalts war ich noch mal ein paar Tage in einem anderen Hostel in der Innenstadt, dem Kiwi Hotel and Hostel (http://www.kiwihotel.co.nz/), das kann ich auch empfehlen. Im Allgemeinen sind die Hostels in Auckland aber sowieso alle sehr ähnlich und für einige Tage allemal ausreichend. Am Tag nach meiner Ankunft gab es in der Uni eine Einführungsveranstaltungen für diejenigen, die die Orientation Week verpasst haben. Da sich diese Woche mit Prüfungen an meiner Heimatuni überschnitten hatte, konnte ich leider nicht teilnehmen und so bekamen wir an diesem Tag noch einen kleinen Crash-Kurs. Die MitarbeiterInnen des International Office waren von Anfang an äußerst aufgeschlossen und hilfsbereit und haben uns an diesem Termin viele nützliche Infos zu Uni, Stadt, kulturellen Besonderheiten, Ausflügen usw. gegeben (dazu später mehr). Ansonsten war ich in den ersten drei Tagen vor allem mit der Wohnungssuche beschäftigt. Die wohl nützlichste Interseite für die Wohnungssuche ist www.trademe.co.nz, das neuseeländische Pendant zu Ebay, bei dem aber auch eine Rubrik „Flatmates“ zu finden ist. Weiterhin kann man noch in Tageszeitungen (z.B. New Zealand Herald) suchen oder nach Aushängen Ausschau halten. Die meisten Zimmer, die man findet, sind in WGs. Es gibt zwar auch kleine Appartements und Zimmer in Studentenwohnheimen zu mieten, ersteres ist aber meist sehr teuer, von letzterem haben mir viele Leute abgeraten, da die Zimmer, die über die Uni vermittelt werden, wohl weder schön noch günstig sind. Für ein schönes WG-Zimmer sollte man – natürlich abhängig vom Stadtteil – so etwa $180-220 pro Woche einplanen. Im direkten Stadtzentrum zu wohnen hat natürlich seine Vorteile, mir hätte es auf die Dauer aber glaube ich keine Spaß gemacht – die Zimmer sind dort schon um einiges heruntergekommener, teurer und Autolärm bleibt natürlich auch nicht aus. Schöne und günstig gelegende Wohngegenden sind z.B. Parnell, Kingsland, Mt Eden und Ponsonby. Meine Wohnung lag in Mt Albert, was etwas abseits war, aber mit dem Bus dann auch nur 20 min vom Stadtzentrum. Gewohnt habe ich zusammen mit zwei Kiwis, was natürlich sehr praktisch war, um die neuseeländische Kultur hautnah zu erleben. Die Uni Die University of Auckland liegt direkt im Stadtzentrum. Sie besteht aus einem bunten Mix aus hässlichen alten Gebäuden und hochmodernen Neubauten – ich nehme an, dass nach und nach alles renoviert wird. Die Ausstattung der Seminarräume ist im Allgemeinen sehr modern, die Bibliothek ist ziemlich groß und im Hauptgebäude stehen zwei große Computerräume zur Verfügung. Eine Mensa, wie man sie von hier gewöhnt ist, gibt es nicht, dafür aber einen Foodcourt mit unterschiedlichsten Ständen, bei denen man alles von Fish’n’Chips über Indisch bis Sushi bekommt. Außerdem ist im Hauptgebäude ein kleiner Supermarkt, eine Post, ein Buchladen, eine Apotheke und die Arztpraxis integriert – hier kann man sich, wenn man sich über die Uni krankenversichern lässt, im Krankheitsfall kostenlos behandeln lassen. Meine Seminare im Bereich Film, TV and Media Studies hatte ich natürlich schon bei der Bewerbung gewählt – es hat sich hinterher jedoch als hilfreich erwiesen, dass ich in der ersten Woche ein paar mehr Seminare probehalber besucht habe – so konnte ich hinterher noch wechseln. Grundsätzlich ist es auch möglich, Seminare aus verschiedenen Fakultäten zu wählen. Falls noch jemand Film, Tv and Media Studies studiert, kann ich Reality TV bei Amy sehr empfehlen! Die Seminare finden immer in relativ kleinen Gruppen mit maximal 20-25 Studenten statt. Auch wenn man in einem Semester nur vier Seminare („paper“) belegt, ist man auf jeden Fall gut beschäftigt, da neben den zwei Hausarbeiten pro Fach (eine muss nach der Mid-Term break, die andere zur letzten Vorlesungswoche abgegeben werden) meist noch kleinere Hausaufgaben und kurzfristige Präsentationen gemacht werden müssen. Außerdem gab es in meinem Fall in jedem Paper einen dicken Reader, aus denen jeweils Texte zur Vorbereitung auf die folgende Stunde gelesen werden mussten. Für die Freizeitgestaltung bietet die Uni ebenfalls zahlreiche Möglichkeiten. Es gibt ein Fitnessstudio, in dem Sportarten wie Basketball oder Squash gespielt werden können und eine unzählige Clubs und Initiativen. Zu Beginn des Semesters stellen sich die einzelnen Clubs auf dem Campus mit kleinen Ständen vor – hier kann man am besten schauen, was einen anspricht, oder direkt mit Studenten aus den Clubs sprechen. Außerdem wird vom International Office einiges angeboten. Einen Veranstaltungsplan bekommt man in der Orientation Week oder am Einführungstag. In dem Semester, als ich da war, gab es z.B. ein Picknick, einen Spieleabend, ein Winetasting, ein internationales Dinner, usw. Bei Ausflügen mit begrenzten Plätzen ist es immer ratsam, sich frühzeitig anzumelden! Empfehlenswert ist darüber hinaus noch, beim Host family dinner anzumelden – dabei wird man in kleine Gruppen eingeteilt (wir waren zu dritt) und dann einer neuseeländischen Familie zugewiesen, die Lust hat, ein paar internationale Studenten kennen zu lernen und dafür in ihre Wohnung zum Abendessen einlädt. Da man sonst meistens nur Studenten-WG zu sehen bekommt, war das eine super Gelegenheit, um mal echtes Kiwi-Familienleben mitzubekommen. Auckland Die Stadt Auckland hat 1,3 Millionen Einwohner und ist auf knapp 50 Vulkanen erbaut, von deren „Gipfel“ man häufig eine tolle Aussicht hat (besonders Mt Eden lohnt einen Aufstieg). Das Zentrum ist eigentlich typisch großstädtisch, der Rest der Stadt wirkt aber eher wie ein riesengroßer Vorort, jeder hat sein kleines Häuschen mit Garten und je Stadtteil ein eigenes kleines Zentrum. „Must Sees“ sind die Westcoast Strände (am bekanntesten ist wohl Piha – Voraussetzung ist jedoch, dass man sich ein Auto organisiert), der Skytower (am besten abends im Restaurant im Sky Tower essen gehen, unbedingt rechtzeitig einen Tisch reservieren!), der Hafen und das Museum of Auckland. Tagestouren mit der Fähre lohnen sich auf jeden Fall zu den Inseln Rangitoto und Waiheke Island. Zum feiern geht man abends vor allem zum Viaduct Harbour und nach Ponsonby. Unbedingt empfehlenswert ist außerdem noch ein Abend im Classic Comedy Club auf der Queen Street – den haben wir leider viel zu spät entdeckt und uns geärgert, dass wir nur einmal hin konnten. Der ÖVNP ist für eine Stadt mit 1,3 Mio Einwohnern eher dürftig – es gibt viel zu sehen und zu erleben, aber ohne Auto ist man schon oft eingeschränkt. Wir haben uns zum Ende des Semesters bei einem Autohändler ein Auto gekauft, da Neuseeland mit eigenem Auto einfach am besten zu bereisen ist. Verkauft haben wir es hinterher wieder in Auckland beim Backpackers’ Car Market (http://www.backpackerscarmarket.co.nz/), der eigentlich nur eine Tiefgarage ist, aber es Verkäufern ermöglicht, dort gegen Gebühr ihr Auto zum Verkauf anzubieten. Als Käufer zahlt man nichts an den Car Market und kann dort auch direkt eine Versicherung abschließen – allerdings sind die Preise oft überhöht, weshalb wir dort nichts gekauft haben. Der Rest von Neuseeland Auch wenn es sich in Auckland für ein Semester ganz gut leben lässt, fängt das „echte“ Neuseeland doch erst hinter den Bombay Hills an (bzw. in der anderen Richtung in Northland) – deshalb kann ich jedem nur raten, sich vor oder nach dem Semester noch genug Zeit zu nehmen, um das Land zu erkunden. Als Postgraduate hatte man in unserem Studiengang keine Klausuren, sondern lediglich Hausarbeiten, die wie schon erwähnt auch zu Vorlesungsende eingereicht werden mussten – was einiges an Stress zu Semesterende bedeutete, da mit dem letzten Vorlesungstag dann aber auch wirklich Ferien waren, hat man diesen Stress ganz gerne auf sich genommen. Als kleinere Ausflugziele zwischendurch bieten sich die Coromandel Halbinsel, die Waitomo Caves und die Gegend um Rotorua an (ev. noch Northland, doch da sollte man schon mindestens 4 Tage einplanen). Nach Semesterende haben wir das Land eigentlich von oben bis unten etwas über 2 Monate lang bereist – und man mag es kaum glauben, aber am Ende wurde die Zeit tatsächlich knapp. Ich kann empfehlen, sich eine gute Regenjacke und Wanderschuhe zu besorgen… ach ja, und vielleicht einen Lonely Planet (kostenlose Reiseführer kann man sich außerdem unter http://www.jasons.com/ bestellen oder beim AA besorgen). Must-Sees aufzulisten würde den Rahmen hier wohl sprengen, davon wird man aber vor Ort schnell genug erfahren. Wer möchte, kann natürlich auch einen Abstecher nach Australien machen, wir haben zum Beispiel für die Midterm-Break einen günstigen Flug bekommen, andere haben sich einen günstigen Flug zu den Fiji-Inseln besorgt. Zurück an der Heimatuni Ich konnte mir von meinen vier Seminaren nur zwei anrechnen lassen, was allerdings an der hiesigen Prüfungsordnung liegt. Inhaltlich gab es ansonsten keine Probleme, da man den zuständigen Dozenten einen genauen Seminarplan und, wenn gewünscht, auch die Hausarbeiten vorlegen kann (bei Klausuren ist es wahrscheinlich noch unkomplizierter). Fazit Koffer packen und los :-)! Nutzt die Chance, Neuseeland ist ein tolles Land, die Kiwis sind wahnsinnig nette Menschen und wenn es auch am Anfang immer etwas anstrengend und chaotisch ist, sich in einer komplett anderen Kultur zurechtzufinden, macht man so viele Erfahrungen und erlebt so viel in kurzer Zeit, dass man möglichen Anfangsfrust ganz schnell wieder vergisst!
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Gute Gründe für eine Studienplatzbewerbung über unser Sekretariat! | ||||||||||||||||||||||||||
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