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Erfahrungsbericht zum Studium in Neuseeland
1. Bewerbung für das erziehungswissenschaftliche Studium a) Bewerbungsmarathon für Pädagogen Zwar wird das Bewerbungsverfahren an den Hochschulen ausgiebig und ausreichend auf der Ranke-Heinemann-Homepage beschrieben, allerdings habe ich als Pädagoge die Erfahrung gemacht, dass aufgrund einer geringen Nachfrage seitens deutscher Studenten in diesem Fachgebiet NACH dem abgeschlossenen ersten Staatsexamen noch an eine neuseeländische Hochschule zu gehen, das Bewerbungsverfahren sehr viel komplizierter und weniger routiniert abläuft, als dies in anderen Bereichen der Fall ist. Meine Freundin hat sich gleichzeitig mit mir auf ein LLM (Jura) beworben, und es war sehr einfach die erforderlichen Bedingungen nachzuvollziehen und zu erfüllen. Einen Studienplatz an einer neuseeländischen Universität gibt es für Pädagogen dagegen im Prinzip (fast) nur, wenn die Bewerber bereits über einen nicht unerheblichen Anteil an Praxiserfahrungen verfügen. Hierin zeigt sich eindeutig der Nachteil des deutschen Studiensystems: Die wenigen Praktika erfüllen diesen Zweck niemals. In Neuseeland ist es dagegen so, dass die Ausbildung zuerst ein paar Jahre Mindeststudium umfasst, danach wird gearbeitet - also unterrichtet - und erst nach einigen Jahren Berufserfahrung kommt das Aufbaustudium. Mit diesem erzielt man einen Master o.ä., was einem die entsprechend besser bezahlten Jobs sichert. Das ist dann auch der Grund, weshalb es mit dem deutschen Staatsexamen schwierig ist, an den Unis in NZ genommen zu werden. Darüber hinaus wissen die Neuseeländer mit dem sogenannten Staatsexamen kaum etwas anzufangen wissen. Für einige Studiengänge ist es darüber hinaus auch noch notwendig, eine Prüfung des Examens durch die NZQA (New Zealand Qualification Authority) vornehmen zu lassen. Das bedeutet natürlich mehr Aufwand, mehr Zeit, und auch mehr Kosten. Daher empfiehlt es sich, die Bewerbungsunterlagen der Unis (je mehr, desto größer die Chancen) so früh wie möglich und genauestens zu lesen, und dann zu schauen, ob die Studiengänge, in die man überhaupt reinkommt, für einen selbst akzeptabel sind. Bei mir war das so. Ich kam in den Special Needs-Studiengang nicht rein (keine Praxis!), konnte mich dann aber in einen „Postgraduate Diploma in Education“-Studiengang einschreiben, wo ich Kurse belegen konnte, die mit meinen Fachrichtungen zu tun hatten, und zumindest teils informativ und ergiebig im Hinblick auf meine Ausbildung waren (eine weitere Zusage hatte ich nach vielem Hin und Her auch von Wellington erhalten - dort benötigt man für den Bachelor of Honors ebenfalls keine Praxiserfahrungen). Alles in allem habe ich die Erfahrung gemacht: Jede Uni hat eigene Regeln und Voraussetzungen, und diese zu durchschauen, ist alles andere als leicht. b) Studiengebühren Wenn man sich für das Studium entscheidet, dann spielen finanzielle Interessen eine wichtige Rolle. Auch im pädagogischen Bereich gilt hier wie bei allen anderen Studiengängen das Regierungsabkommen zwischen Deutschland und NZ, welches garantiert, dass deutsche Studenten mit einem abgeschlossenen Studium (in diesem Fall 1 Statatsexamen) zum Inländer-Tarif studieren dürfen, was fast ein Drittel der ansonsten anfallenden Gebühren bedeutet! Mich hat es inkl. Der Krankenversicherung 5,757 $NZ (= 3.037 €) gekostet. (Anmerkung Institut Ranke-Heinemann: dieses Regierungsabkommen wurde 2009 eingestellt. Deutsche zahlen nun die Gebühren für internationale Studierende und nicht mehr zum "Inländer-Tarif".) 2. Versicherung und Verträge a) Noch in Deutschland: Versicherungen und Verträge fristgerecht kündigen: Am besten ist es hier, wenn man sich rechtzeitig (3 Monate fristgerecht) eine Aufstellung macht, was man an Verträgen hat, sich informiert, welche davon kostenlos weiterlaufen (z.B. manche Handy-Verträge), und welche gekündigt werden sollten, um laufende Kosten zu vermeiden. Gilt z.B. auch fürs Konto. Die Krankenkasse zahlt man in NZ eh über die Uni, und die gilt auch für das ganze Jahr,welches man wahrscheinlich in NZ verweilt. Erst wenn man darüber hinaus noch reist, muss man andere Wege suchen, sich zu versichern. b) In Neuseeland b1) Krankenversicherung: In NZ sollte man bei einem der Versicherungsbüros, die auf dem Campus angesiedelt sind, in Erfahrung bringen, wie lange die Versicherung läuft, da unterschiedliche Laufzeiten für die verschiedenen Studiengänge/-abschlüße gelten. b2) Haftpflichtversicherung: Ist über die Uni (bzw. die Gebühren) abgedeckt, und sehr hilfreich. Von gestohlenen Fahrrädern über was auch immer, das beschädigt oder gestohlen werden könnte. b3) Autoversicherungen Könnte sogar auch über die Haftpflicht mit abgedeckt sein, haben wir allerdings erst am Ende unseres Aufenthaltes entdeckt. Wir waren über die STATE versichert, denn beim Linksverkehr in NZ kann man nie wissen. Der AA (ADACvariante in NZ) scheint bei den Versicherungen am teuersten zu sein, jedoch sind dort die meisten Leute versichert, da der AA den besten Namen hat. State und VTNZ bieten günstigere Varianten. Kostet für ein Jahr insgesamt so viel wie in Deutschland ein einziger Monat! 3. Flug Was beim Flug zu bedenken ist, ist sowohl die Flugzeit, als auch das Gepäck, welches man mitnehmen darf/möchte. Bei einem „around-the-world“-Ticket von Deutschland über USA auf dem Hinweg kann man 2 * 23 kg mitnehmen, direkt sind es 20 kg. Wenn man die 20 kg-Variante nimmt, wird man sich einige Sachen vor Ort kaufen müssen. Das „Warehouse“ bietet alles und auch ziemlich günstig, und die großen Warenhäuser und Outdoorausrüster machen auch oft genug einen Ausverkauf, so dass man sich eindecken kann. Über Studi-VZ kann man auch einige Studis kontaktieren, die noch in NZ sind, und ihren Haushalt auflösen. 4. Geld/ Konto Ich würde es jedem, der nach NZ geht empfehlen, sich ein Konto bei der Deutschen Bank einzurichten, da die DB eine Kooperation mit der neuseeländischen Westpac-Bank hat. Daher ist es möglich in NZ an allen Westpac-Geldautomaten kostenlos Geld abzuheben. Die DB-Mitarbeiter sind darüber hinaus sehr kooperativ und bieten einem faire Konditionen an (war jedenfalls bei uns so), so dass wir für unsere Karten letzten Endes keine Gebühren entrichten mussten (was aber auch altersabhängig ist .... ). Vor Ort bieten die unterschiedlichen Banken einem oft einige Dollar Prämie an, wenn man bei ihnen ein Konto einrichtet. Es lohnt sich also auf jeden Fall ein Konto vor Ort einzurichten. Dafür benötigt man lediglich ein Visum und eine IRD- Tax Nummer. 5. IRD- Tax Nummer Ist extrem leicht und umsonst bei der Post zu bekommen. Einfach mit dem Reisepass (inkl. Visum), der Mietadresse (sobald man eine hat) und dem Studi-Ausweis zur Post, Formular ausfüllen, fertig ..... 6. Visum Das Visum bekommt man immer, da Service und Hilsbereitschaft in NZ GROß geschrieben werden. Allerdings gibt es 3 Varianten: a) Von Deutschland aus beantragen: Wenn man die entsprechenden Unterlagen (siehe Link zur Botschaft auf der Ranke-Heinemann-Homepage, oder über die Internet-Seite der Botschaft direkt) im Voraus abschickt, braucht man sich vor Ort nicht in die langen Schlangen vor dem International Office anstellen. Dafür kostet es fast das doppelte. b) Vor Ort beantragen: Ist günstiger, dafür braucht man eine Meldeadresse (muss also schon ne Wohnung haben –Jugendherberge zählt nicht!), und muss einen ganz aktuellen (nicht älter als 7 Tage) Kontonachweis erbringen. Wenn man Online-Banking hat, erleichtert einem das die ganze Sache. c) Für mehr als 12 Monate: Habe ich nicht gemacht, von daher selbst informieren! Aber es wird ein medical check nötig, der teuer und langwierig ist, so dass es vielleicht Sinn macht, den schon vorher machen zu lassen..... 7. Wohnung In NZ (zumindest in Auckland, aber wohl überall sonst auch) werden Wohnungen gehandelt wie auf dem Basar! Man zahlt und zieht ein und aus im Wochentakt. Flexibilität wird also groß geschrieben. In Auckland sind die meisten Wohnungen im CBD (Central Business District) zu haben. Dies hat Vor- und Nachteile: Es ist direkt bei der Uni, aber es gibt überall Baustellen und Verkehr. Ruhigere, nicht allzu abgelegene und auch etwas günstigere Stadtteile sind dagegen Ponsonby, Herne Bay, Parnell, Remuera oder Mount Eden. Dort gibt es nette Cafes, freundliche und entspannte Menschen und man kann dort sehr gut leben. a) Studiwohnheime: Ist von den persönlichen Vorlieben abhängig! Würde ich jedoch von abraten. Sind viel teurer! und sehr viel kleiner! als normale Appartments oder WG-Zimmer, und die Verträge sind so angelegt, dass man nicht kündigen kann, wenn man merkt, dass man es sonst besser haben könnte. Einziger Vorteil ist vielleicht, dass man direkt ein „social life“ vor der Tür hat, da viele Studenten direkt nebenan wohnen, und ebenfalls nicht viele Leute sonst kennen. b) Private Appartments: Werden auf NZ-Flatmates (den Account gibt’s´ an den Uni-Computern umsonst!) und Trademe täglich neu inseriert. Das gute alte Schwarze Brett, das man aus deutschen Unis kennt, nutzt eigentlich kaum jemand, bzw. die Sachen veralten einfach zu schnell fuer diese „Technologie“. c) WG´s: Ebenfalls über Trademe und Flatmates. Gute und günstige Möglichkeit Kiwis kennenzulernen. 8. Auto a) Kaufen Es gibt direkt in der Nähe der Upper Queenstreet (Hauptstrasse) den Backpackers Carmarkt. Einen weiteren Markt gibt´s in Ellerlie. Da gibt´s je nach Jahreszeit günstige Autos und Vans zu kaufen. Die wichtigsten Tipps zum nicht-übers-ohr gehauen werden stehen im Lonely Planet, und man sollte sie ausgiebig studieren. Vielleicht noch soviel dazu: Immer fragen, wieviele Besitzer das Auto insgesamt in seinem Leben hatte, und wie viele davon Backpacker waren: Je weniger, desto besser! Vor der Abreise von Papi nochmal erklären lassen, wie man den Ölstand checkt, und wieviel Profil ein „sicherer“ Reifen haben sollte. Dann noch den Rost über der Windschutzscheibe checken, und zuschlagen.Es loht sich wirklich, in NZ ein Auto zu haben! b) Fahren i. Linksverkehr In Neuseeland gilt Linksverkehr, mit den umgekehrten Regeln. Einzig merkwürdig ist, das die Rechts-vor-Links-Regel trotzdem gilt. Aber auch das ist kein Problem. Man gewöhnt sich ziemlich schnell dran, und eigentlich fahren die Neuseeländer ziemlich rücksichtsvoll. ii. Führerschein In Neuseeland benötigt man den internationalen Führerschein. So steht es zumindest in allen offiziellen Dokumenten. Wir hatten ihn und daher kam es nie dazu, dass wir Automieten oder-fahren nur mit dem deutschen Führerschein versucht haben, es könnte aber auch ohne internationalen F. gehen. Leichter ist´s aber wahscheinlich mit diesem Dokument. Es dauert allerdings eine Weile bis man ihn hat, also rechtzeitig beantragen! 9. Kleidung Zwiebelprinzip ist angesagt. Es wird im Winter (Juni – August) teilweise verdammt kalt, vor allem nachts und in den Wohnungen wegen ganz schlechter Isolierung. Am Besten nicht die allerneuesten Lieblingssachen mitnehmen, denn neuseeländische Waschmaschinen sind meist ziemlich gnadenlos!
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Gute Gründe für eine Studienplatzbewerbung über unser Sekretariat! | ||||||||||||||||||||||||||
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