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Ein Auslandssemester an der University of Auckland, Neuseeland

Mein Name ist Christian Husemeyer und ich belege nach einem FH-Diplom den 4- semestrigen ISE-Master-Studiengang Computer Science and Communications Engineering an der Uni Duisburg. Vom 9.7.2004 bis 21.12.2004 absolvierte ich mein Auslandssemester an der University of Auckland, Neuseeland. Der folgende Bericht soll allen Interessierten helfen, sich
1. für Neuseeland als Studienland zu entscheiden und
2. sich dort möglichst schnell zurechtzufinden.
Ich möchte einen Einblick geben in die nötigen Vorbereitungen, das Leben und Studieren in Neuseeland und andere Besonderheiten oder Unterschiede zum Studium in Deutschland.

Die Grob-Gliederung besteht aus drei Teilen:
• Vorbereitungen und generelle Belange des Auslandssemesters
• Neuseeland und die Stadt Auckland
• Die Universität Auckland Vorbereitungen

Warum Neuseeland?
Zu Beginn der Vorbereitungsphase für mein Auslandssemester schwebte mir Australien als Ziel vor! Da meine Fakultät keine Partner-Uni dort hatte, begann ich, mich auf eigene Faust um einen Platz zu kümmern. Durch einen glücklichen Zufall erfuhr ich auf einer Informationsveranstaltung von einem Vertrag zwischen Deutschland und Neuseeland, der es deutschen Postgraduate Studenten erlaubt, für „domestic fees“ in Neuseeland zu studieren, also die gleichen Gebühren zu zahlen wie Neuseeländer. Dies entspricht je nach Uni nur einem Sechstel bis Drittel der australischen bzw. der normalen neuseeländischen Gebühren für Ausländer. Dies und ein Buch über Neuseeland machten mir meine Entscheidung leicht – ich habe sie nie bereut!

Informationssuche und Universitätswahl
Nachdem die Entscheidung für Neuseeland gefallen war, fanden sich im Internet schnell Verweise auf die Seiten vom Institut Ranke-Heinemann (www.ranke-heinemann.de) in Essen, welches kostenlose Informationen und Hilfe bei der Bewerbung an Universitäten in Australien und Neuseeland anbot. Zum 1.1.2004 hatte es die offizielle Deutschland-Vertretung aller acht neuseeländischen Universitäten übernommen und schickte mir Informationsmaterial über die Unis und das Bewerbungsverfahren. Um die Vorgaben des Duisburger Studienplans erfüllen zu können, durchsuchte ich online die Vorlesungsverzeichnisse aller Unis nach Veranstaltungen, die ich mir nach meiner Rückkehr anrechnen lassen könnte. Auckland hat die größte Informatik- Fakultät aller Unis in Neuseeland und nur hier fand ich vergleichbare Veranstaltungen, wie sie für das 3. Semester meines Studiengangs gefordert wurden.

Bewerbung
Bei der Bewerbung an der Uni Auckland half mir das Institut Ranke Heinemann und ihre detaillierte Checkliste und Beratung (http://www.ranke-heinemann.de/neuseeland/bewerbungs_infos.php?id=4 ). Durch die kostenlosen Übersetzungen und Beglaubigungen des Instituts wurde die Bewerbung für mich recht einfach und günstig, da ich neben all diesen Gebühren auch Portokosten (und dank Fax Wartezeit für Antworten) sparte. Wegen der langen Anfahrt recht teuer und zeitaufwendig war noch das Ablegen des TOEFL-Englisch-Tests (www.ets.org/toefl), bei dem die Uni für ein Postgraduate Studium einen Mindestwert von 233 Punkten (Computer based) verlangte. Die Universität antwortete mit einem “offer-letter“, bot mir also einen Studienplatz an. Ein conditional offer bedeutet die Annahme unter der Voraussetzung, dass bestimmte Bedingungen erfüllt werden (Bescheinigungen nachgereicht o.ä.), ein unconditional offer ist eine feste Zusage.

Visum
Um aus Deutschland ein Studentenvisum beantragen zu können, benötigt man einen offer letter, jede Menge andere Dokumente (die alle mit dem Reisepass (!) nach Berlin geschickt werden müssen) und 100 € Gebühr. Hier verweise ich aber für aktuelle Fragen an das Institut Ranke Heinemann, das mittlerweile genauere Informationen haben dürfte, ob eine Einreise mit kostenlosem Touristenvisum auch ohne Rückflugticket innerhalb von 3 Monaten möglich ist. Wenn ja, ist dies empfehlenswert, da das Umschreiben auf ein Studenten-Visum vor Ort in Neuseeland nur 70 NZ$ kostet! Aufwendige Untersuchungen (teilweise mit Brustkorb- Röntgen!) können erst bei Anträgen für Aufenthalte ab einem Jahr nötig werden.

Versicherung
Eine Versicherung ist seit einigen Jahren für alle ausländischen Studenten in Neuseeland vorgeschrieben. Sie beinhaltet eine Reise- und Krankenversicherung und kann auf Wunsch zusätzlich Laptops o.ä. einschließen. Die Universität zieht die Gebühren (225 $ für ein Semester, 599 $ für ein ganzes Jahr) direkt mit den Studiengebühren ein. Auf Grund sehr enger Vorgaben ist es relativ aussichtslos, mit schon vorhandenen deutschen Versicherungen an der Zahlung vorbeizukommen, da dies eine eingehende Prüfung der bestehenden Verträge erfordert (Übersetzung, Postverzögerungen...). Zur Qualität der Versicherung kann ich selbst nichts berichten, da ich sie zum Glück nie gebraucht habe. Eine Verlängerung zur Absicherung einer Neuseeland-Rundreise nach Semesterende war jedoch problemlos im Versicherungsbüro direkt an der Uni (Information Commons/ Medicalcenter) möglich.

Arbeiten und Reisen in Neuseeland
Mein Studentenvisum erlaubte mir keinerlei Arbeit in Neuseeland, was aber bei einem Aufenthalt von nur einem Semester nicht allzu schlimm war, da während des Semesters nicht viel Zeit für Nebenjobs bleibt und man nach dem Semester entweder noch möglichst viel vom Land sehen möchte oder evtl. schon abreisen muss. Freunde, die ein ganzes Jahr blieben, arbeiteten in den Weihnachtsferien hauptsächlich in der Landwirtschaft (Weinlese oder Obsternte - “fruit picking“) oder in der Gastronomie als Aushilfen. Ohne Arbeitserlaubnis und Geld, aber mit genug Zeit, ist auch das aus Australien übernommene „WWOOFing“ eine Alternative um “herumzukommen“, bei der man für kostenlose Unterkunft und Essen auf Farmen, in Backpackern o.ä. arbeitet. Als englisch-sprachigen Reiseführer kann ich vor allem den Rough Guide aber auch den Lonely Planet empfehlen (er ist allerdings viel verbreiteter und kann deshalb kaum „Geheimtips“ bieten). Die mir bekannten deutschen Führer enthalten wesentlich weniger Details. Die Monate November (Nordinsel, siehe Foto unten: Cathedral Cove auf der Coromandel Halbinsel, Südwestlich von Auckland, Anfang Oktober 2004) und Februar/März sind die besten Reisezeiten für Neuseeland (Dezember und Januar sind die Haupt-Tourismus-Monate und allgemeine Ferienzeit, wo Übernachtungsmöglichkeiten knapp werden können und spontane Reiseplanungen erschweren), so dass sich eine Rundreise vor oder nach dem Semester anbietet. Eine wirklich sehr gute und dabei günstige Fluglinie nach Australien/Neuseeland ist Emirates (immer über Dubai, oft wahlweise mit kostenlosem Zwischenstop dort für 1-3 Tage). Teilweise gibt es von Anbietern wie STA-Travel Around-the-World- Tickets mit 10 Stops in beliebigen Ländern schon ab 1200 Euro. Allerdings würde ich einen längeren Aufenthalt in Neuseeland einer hektischen Rundreise mit kurzen Stops in 8 anderen Ländern immer vorziehen! Ich bin nach dem Semester noch für einige Wochen durch Neuseeland gereist und habe auch endlich die wunderschöne Südinsel besucht. Eine Beschreibung würde diesen Bericht sicherlich sprengen, ich kann nur jedem empfehlen, so viel Zeit (und Geld ;-) wie möglich für eine Rundreise einzuplanen!!! Schöne und nahe gelegene Ziele sind sonst noch Inselstaaten wie Tonga und Fiji. Dort gibt es „Inselhopping“-Angebote mit täglich wechselnden Backpacker-Übernachtugen auf einsamen, winzig kleinen Inseln. Ich selber hatte dazu leider keine Zeit, da ich den Midsemesterbreak lieber für eine Tour über die Nordinsel genutzt habe, von der ich vorher nur die Umgebung von Auckland kennen gelernt hatte.

Finanzierung
Trotz Zahlung der Inlandsgebühren fielen in meinem Fall (3 Kurse) ca. 1000 € Gebühren an (normalerweise pauschal 8880NZ$ (~ 5000€) für ein “Semester abroad“!). Die Gebühren werden auf Grund der belegten Kurse berechnet, und ich kann nur raten, die Rechnungen und Bescheinigungen gut aufzuheben und zu prüfen, da sie häufig Fehler enthalten (alle mir bekannten Fälle waren zu Ungunsten der Studenten) und erst nach einigen persönlichen Nachfragen korrekt verrechnet wurden (Scheck per Post). Ich unterstelle hier keine direkte Absicht, aber die Universität ist ein auf Gewinn ausgerichtetes Unternehmen und einige Details können da schon einmal bei der Kommunikation zwischen Auslandsamt, Finanzen und anderen Abteilungen verloren gehen. Für den Flug muss man mit ca. 1000 € rechnen; günstige Angebote findet man z.B. bei www.skyways.de.

Auf die Lebenshaltungskosten in Neuseeland gehe ich später noch genauer ein, sie sind aber insgesamt ungefähr mit denen in Deutschland vergleichbar. Leider kann ich an dieser Stelle keine Auskunft zu Auslands-Bafög oder Stipendien geben, da meine Planungen zu kurzfristig waren, um mich noch zu bewerben. Auslands-Bafög hat meines Wissens nach weniger strenge Kriterien als im Inland, so dass alle in Deutschland Bezugsberechtigten eine Zusage erwarten können und auch einige hier nicht Berechtigte. Stipendien benötigen auch viel Vorlauf, Glück und Geduld. Eine Übersicht über Stiftungen bietet der DAAD (www.daad.de oder www.stiftungsindex.de)

Neuseeland – Aotearoa (Land der langen weißen Wolke)
Bevor ich auf Auckland und die Uni eingehe hier zunächst einige Fakten über Neuseeland: Neuseeland liegt ca. 20000 km von Deutschland entfernt auf der anderen Seite der Erde und hat eine Fläche von knapp 270000 km², was ca. 10% mehr als das ehemalige Westdeutschland ist. Die ca. 4,2 Millionen Einwohner verteilen sich ungleichmäßig auf die beiden Hauptinseln, weil die beiden größten Städte (Auckland, ca. 1,3 Mio und die Hauptstadt Wellington, ca. 400 000 Einw.) beide auf der Nordinsel liegen, obwohl die Südinsel deutlich größer ist. Im Bild rechts: Blick vom NorthHead über den Hafen auf die Innenstadt von Auckland mit dem zentralen Skytower. Die Erstbesiedlung durch Menschen liegt erst ca. 1000 Jahre zurück und geschah durch Polynesische Seefahrer, aus deren Nachfahren sich die Ureinwohner Maori bildeten. Erst 1769 nahm James Cook Neuseeland für die Queen in Besitz, die noch heute offizielles Staatsoberhaupt ist. Regiert wird Neuseeland jedoch durch die Premierministerin Helen Clark aus der Labour Partei (Sozialdemokraten). Nach einer Krise und dem Zusammenbruch einer sozialistischen Regierung in den 80er Jahren geht es Neuseeland heute wirtschaftlich gut und politische Diskussionen sind im Vergleich zu Deutschland oft erfrischend „unwichtig“ (Änderung der Fahne, Nationalhymne, Rauchergesetze), werden aber mit großem Ernst über Jahre geführt. Wegen der oft gewaltsamen Aneignung von Land durch frühe Siedler und die Krone ist die Entschädigung der Maori immer noch ein nicht vollständig gelöstes politisches Problem. Insgesamt ist die Gesellschaft sehr multikulturell (Jeder fünfte Neuseeländer, in Auckland sogar jeder 3., wurde außerhalb Neuseelands geboren!), trotzdem sind Neuseeländer stolz auf ihr Land und nennen sich selbst gerne “Kiwis“ (die Früchte heißen Kiwifruit) nach ihrem flugunfähigen Wappenvogel. Der neuseeländische Akzent ist dem Australischen sehr ähnlich, meistens nicht allzu schwer zu verstehen und spiegelt die lockere, freundliche und relaxte Lebenseinstellung der Kiwis wider. Ein gutes Beispiel für diese freundliche Einstellung der Kiwis ist vielleicht meine Begegnung in der Hauptfiliale der National Bank of New Zealand. Ich wollte neben meinem Studentenkonto noch ein kleines Schließfach für Pass und Rückflugticket eröffnen und wurde nach kurzem Warten zu einer netten älteren Dame in den Tresorkeller geschickt. Neben den Formalien zur Schließfacheröffnung unterhielten wir uns ein wenig und sie erzählte, dass sie vor vielen Jahren mal in Frankfurt bei der Dresdner Bank gearbeitet hätte, wie schön es damals dort war usw.. Voller Stolz auf ihr Land meinte sie dann aber, Neuseeland wäre noch schöner “ You know, everybody is equal here“ und ich sollte doch am besten gar nicht mehr nach Deutschland zurückgehen. Auf meinen Einwand mit möglichen Visumproblemen sagte sie nur, es gäbe doch genug hübsche “Kiwi-Girls“ und ich sollte halt eins davon heiraten und dann immigrieren. Über die fröhliche und ganz selbstverständlich gemachte Aussage „hier ist jeder gleich“ - die den Unterschied zu Deutschland in Bezug auf Sozialneid und positiver Lebenseinstellung zeigt - habe ich später noch öfter nachgedacht, wenn ich auf einer Wanderung zufrieden in einer Hütte saß und mich mit Kiwis, Deutschen oder anderen Reisenden unterhielt: Neuseeland wäre wirklich das einzige Land, in das ich mir eine Emigration vorstellen könnte. OK, wieder zu den Fakten: Währung ist der New Zealand $, der etwas mehr als 0,5 € wert ist. Die wichtigsten Industrien sind Tourismus und Landwirtschaft (Schaf-, Rind-, Rotwildzucht, Kiwi- und anderer Obstanbau) Wegen seiner isolierten Lage achtet Neuseeland peinlich genau auf die mögliche Einschleppung fremder Pflanzen, Tiere und Krankheiten. Die Eltern eines Freundes hatten bei der Einreise zwei Äpfel in ihrem Rucksack vergessen und zahlten für jeden 100 $ Strafe, bevor sie vernichtet wurden! Auch Camping-Ausrüstung ist kritisch, besonders Wanderschuhe (die falls vorhanden unbedingt mitgebracht werden sollten! – ansonsten extrem günstig im Warehouse zu bekommen!) und Zelte werden gerne unter die Lupe genommen und sollten vor Abflug sehr gründlich gereinigt und am besten direkt auf dem Flug getragen werden (die Schuhe, nicht das Zelt ;-) Das Klima in Neuseeland wird für den Norden oft noch als subtropisch beschrieben. Der Sommer ist auch sehr schön, im Winter wird es jedoch auch deutlich unter 10 Grad und auf der Südinsel gibt es regelmäßig Frost, was in Auckland eher die Ausnahme ist. Allerdings ist Auckland wegen seiner Lage zwischen zwei Ozeanen berühmt für seine vielen kurzen Schauer, so dass man wirklich nie ohne einen Regenschirm aus dem Haus gehen (und sich bloß nicht auf die Wettervorhersage verlassen) sollte! Die Zeitverschiebung zu Deutschland beträgt im neuseeländischen Winter zu Semesteranfang (Juli) +10 Stunden. Ab November kommen die Sommerzeit und deutsche Winterzeit hinzu, so dass der Zeitvorsprung genau 12 Stunden beträgt. Nationalsport ist Rugby und die Nationalmannschaft „All Blacks“ eine der besten weltweit. Die Natur in Neuseeland ist einmalig, da sich nach der Trennung vom Urkontinent vor 70 Mio. Jahren völlig eigene Tier- und Pflanzenarten entwickelt haben (Laufvögel, Baumfarne..). An vielen Stellen im ganzen Land ist aktiver oder erloschener Vulkanismus zu beobachten. Probleme bereiteten mir oft die Maori-Ortsnamen, die ich mir meist nur mit Eselsbrücken merken konnte.

Auckland
Auckland liegt in der Nordhälfte der Nordinsel an ihrer schmalsten Stelle, so dass es sowohl am Pazifischen Ozean als auch an der Tasman-See liegt. Als einzige echte Großstadt hat es den wichtigsten internationalen Flughafen des Landes und nimmt die meisten Zuwanderer auf. Als Flächenstadt besitzt es zwar kaum Hochhäuser, ist aber trotzdem nicht unbedingt schön zu nennen (ich würde es Duisburg aber vorziehen ;-). Größtes Problem ist die Verkehrssituation. Der ÖPNV besteht ausschließlich aus Bussen, was zur Rushhour natürlich weniger zuverlässig funktioniert als (U-) Bahnen und die Luft recht stark belastet. Eine Freundin aus Berlin hatte tatsächlich deutlich stärkere Asthma-Probleme als zu Hause. Schöne Seiten sind die vielen Parks inklusive erloschener Vulkankegel, wie z.B. Mount Eden mit tollen Ausblicken, und die Lage an gleich zwei Meeren, was einen Bestand von etwa 60 000 Segelbooten rechtfertigt. Aucklands großer Vorteil ist seine günstige Lage, die Tages- oder Wochenend-Ausflüge an die Strände im Norden ebenso erlaubt wie zur landschaftlich schönen Coromandel Halbinsel, den Tongariro- und Taranaki Nationalparks mit 2700 m hohen Bergen (Im Sommer toll zum Wandern, im Winter beliebte Skigebiete!) und zu Touristenzielen wie dem vulkanisch aktiven Rotorua, dem am größten See gelegenen Taupo oder Waitomo mit seinen weltberühmten, von Glühwürmchen bewohnten Höhlensystemen. Aber auch in direkter Nachbarschaft gibt es lohnende Ziele wie den Strand in Mission Bay, die Waitakere Ranges und kleine vorgelagerte Inseln (Waiheke, Tiritiri Matangi (Vogelreservat), Rangitoto, Great Barrier...) die wirklich alle einen Besuch lohnen! Das Stadtzentrum von Auckland (Central Business District, CBD) liegt rund um die Einkaufsstraße Queenstreet, in deren Nähe liegen so gut wie alle Hochhäuser Aucklands, das Wahrzeichen Skytower und der Hafen. Daran lagern sich die anderen Ortsteile und Vororte an, die bis zur ca. 15km entfernten anderen Küste reichen. Eine aus deutscher Sicht ungewohnte Regelung verbietet den öffentlichen Alkoholkonsum innerhalb des CBD.

Ankunft
Um Probleme nach einem langen Flug zu vermeiden, empfiehlt es sich, eine Bleibe für die ersten Nächte vorgebucht zu haben (Backpacker oder Uni-Accommodation). Nach der Ankunft am Flughafen Auckland ist der “Airbus“ (6-22 Uhr) der günstigste Weg in die Stadt. Er hält auch an der Universität direkt vor einer kleinen Kirche; von dort sind es nur noch 30 m quer durch einen kleinen Park hinunter zum älteren aber überschaubaren und günstigen Downtown Backpackers. Aber auch jeder andere Backpacker ist mit dem Airbus erreichbar. Nach Aussagen einiger Freunde scheint es keinen rundum guten und schönen Backpacker in Auckland zu geben – ganz im Gegensatz zu fast allen anderen Städten die ich in Neuseeland besucht habe. Die Uni bietet auch einen Empfangs-Service, den ich jedoch nicht in Anspruch genommen habe und daher nicht bewerten kann. Bei Flügen mit 20 kg Gepäcklimit kann man Pakete bis 20 kg aus Deutschland per Post für ca. 80 € schicken. Postlagernde Pakete sind ebenfalls recht günstig möglich (“Poste restante“, http://www.nzpost.co.nz). Die Laufzeit kann (ohne teure Express-Option) zwischen einer und vier Wochen schwanken.

Wohnen
Als Student hat man sich zunächst einmal zwischen der Möglichkeit eines Studentenwohnheims, einer Wohnung bzw. WG (“flatting“) oder einer Gastfamilie zu entscheiden. Ich habe für 117 $ pro Woche plus Strom und Wasser in einer WG mit zwei 7 norwegischen Studentinnen im Vorort Kingsland gewohnt. Ich halte flatting auch im Nachhinein für die beste Lösung und es ist oft auch eine gute Gelegenheit, Kiwis kennen zu lernen, die man im Wohnheim (s.u.) kaum trifft. Das Wohnungsangebot insgesamt ist ausreichend, allerdings wird es direkt vor Semesterbeginn etwas schwieriger, eine günstige Bleibe zu finden. Ich würde deshalb empfehlen, schon eine gute Woche vor Beginn der Orientation Week, also 2 Wochen vor Semesteranfang, anzureisen, was einem mehr Zeit und Auswahl bei der Wohnungssuche gibt und Gelegenheit, Auckland schon einmal ein bisschen kennen zu lernen. Nach der Ankunft kann man ein paar Tage gut in einem der Backpacker Aucklands übernachten - ich war wie erwähnt in dem kleinen und recht alten aber sehr günstig und nahe der Uni gelegenen Downtown Backpackers (www.backpackers.co.nz) für 18$ pro Nacht (bei mitgebrachtem Schlafsack). Meine Wohnungssuche fand hauptsächlich im Internet statt, da die Aushänge im Accommodation Office der Uni recht spärlich waren. Die wichtigste Tageszeitung ist der New Zealand Herald (www.nzherald.co.nz). Eine kostenlose Seite wo man auch selbst Anzeigen aufgeben kann ist www.flatfinder.co.nz. www.nzflatmates.co.nz kostet Gebühren, wenn man die Kontaktdaten zu einer Wohnung abrufen möchte. Der lokale Radiosender 95bfm veröffentlicht online an einigen Tagen der Woche morgens ebenfalls kostenlos private Anzeigen. Auf Grund der großen Ausdehnung von Auckland sollte man bei der Wohnungssuche als erstes auf die Ortsteile achten, da z.B. eine Wohnung in Ellerslie oder Northshore eine mehr als halbstündige Busfahrt plus ungewisser Wartezeit bedeutet. Der von der Uni mit der Einladung automatisch verschickte Student Accommodation Guide enthält eine Übersichtskarte von Auckland mit den wichtigsten Ortsteilen. Die Preise für WGZimmer liegen im Allgemeinen zwischen 100 und 150$ pro Woche, natürlich mit Ausreißern nach oben und (selten) unten. Da die Uni sehr zentral liegt, sind Mieten in direkter Uni-Nähe gleich aus zwei Gründen recht teuer. Kingsland bot für mich den Vorteil, dass es noch am Rand der ersten Zone für Busfahrkarten lag und eine einfache Fahrt so nur 1$ kostete. Laufen dauerte ca. 40 Minuten, was am Wochenende eine Alternative nach den Nachtbussen bot. Am beliebtesten unter den Stadtteilen rund um die Uni sind unter Studenten Parnell (Nähe Uni/Innenstadt, Kneipenviertel, jedoch oft recht teuer), Grafton (Uni-Nähe (bes. medizinische Fakultät)), Grey Lynn (ebenfalls noch relativ nahe an der Uni) und Ponsonby (In-Viertel mit vielen Geschäften und Cafes). Der Accommodation Guide der Uni enthält außerdem eine Liste aller Wohnheime (Halls of Residence). Problem: Für weniger als ein Jahr vermietet praktisch nur der Railway Campus. Ein umgebauter alter Bahnhof mit Betten für ca. 400 Stundenten in kleinen WGs oder Studios. Er hat den großen Vorteil, dass man innerhalb weniger Stunden dutzende andere neu Eingezogene aus aller Welt (komischerweise kaum Asiaten) kennen lernt und den Rest des Semesters praktisch jeden Tag zwischen verschiedenen Parties oder Kneipentouren wählen kann und wirklich nie alleine sein muss. Außerdem liegt der Railway Campus nur 10 Gehminuten von der Uni und 2 vom nächsten Foodtown entfernt. Für mich sprachen aber mehrere Gründe gegen den Railway: Zunächst der exorbitante Preis von 180$ pro Woche für ein WG-Zimmer sowie die aufwendige und sehr frühzeitige Anmeldung mit Unterschrift des ehemaligen Schulrektors (!!) zur Bescheinigung sozialer Kompetenz. Außerdem sind die Railway-Verträge langfristig. Man kann also nicht nur für einen Monat einziehen und sich dann etwas Neues suchen (Ausnahme: Vor Semesterbeginn!). Nachdem ich im Verlauf des Semesters mehrere Bewohner kennen gelernt hatte kamen noch die Gründe hinzu, dass man 1. einfach zu schnell abgelenkt wird durch ständig offene Türen, Geburtstage, Kochabende oder Kneipenbummel und kaum dazu kommt, die umfangreichen Hausarbeiten zu machen (man lässt sich ja schließlich auch gerne ablenken...) und 2. die Verwaltung zu sehr auf 18jährige Studienanfänger abgestimmt ist. Es gibt regelmäßige „Inspektionen“ der Zimmer, Küchen und Toiletten mit Mahnungen zur Reinigung, die bei Nichteinhaltung durch eine zu bezahlende Putzfrau erfolgen und zum Rausschmiss führen können. Die Möglichkeit der Unterbringung in Gastfamilien kann ich nicht gut einschätzen. Alle Freunde die so wohnten waren sehr zufrieden, allerdings hat man natürlich nur sehr bedingte Auswahlmöglichkeiten und wohnt oft etwas außerhalb. Die Kosten betragen ebenfalls ca. 180$ wöchentlich, beinhalten aber alle Kosten incl. Essen und möbliertem Zimmer. Ein Freund hatte eine relativ günstige Unterkunft in einer Pension in Grafton, für mich sprachen jedoch die meist älteren Bewohner und das sehr unpersönliche Flair dagegen. Was mich anfangs überraschte, war die relative Kälte in den Wohnhäusern. Das zweite Semester beginnt mitten im Winter (Juli), und obwohl Auckland recht hoch im (vergleichsweise wärmeren) Norden von Neuseeland liegt, war es oft unter zehn Grad kalt. Wegen der vorherrschenden Holzbauweise mit minimaler bzw. ohne jede Isolation plus Einfachverglasung in Wohnhäusern kann es vor allem nachts wirklich kalt werden, wenn man nicht Unmengen Strom mit den weit verbreiteten kleinen Elektroheizern verschwenden will. Es empfehlen sich also ein paar wärmere Kleidungsstücke und Hausschuhe oder dicke Socken; mir leistete auch mein Schlafsack zusätzlich zur günstig erstandenen (Sommer-) Decke gute Dienste.

Geld
Die Lebenshaltungskosten für einen Studenten sind im Großen und Ganzen ungefähr vergleichbar mit denen in Deutschland. Deutlich billiger sind Benzin (50%!) und Gebrauchtwagen, was beides vermutlich nicht sonderlich ins Gewicht fällt (s. Verkehr). Auch Aktivitäten wie Kinogänge sind günstiger, jedoch sind einzelne Lebensmittel (z.B. Milch) deutlich teurer als bei deutschen Discountern. Zusätzliche einmalige Kostenfaktoren für mich waren Einrichtungsgegenstände (Matratze, Stuhl, Bettwäsche usw., natürlich abhängig von der Wohnsituation) und Ausflüge am Wochenende und im zweiwöchigen Midsemester-Break. Wohnheimpreis-verwöhnt war auch die Miete für mich teurer als in Deutschland, was man durch die pro Woche angegebenen Preise vielleicht zunächst übersehen kann. Da Auslandsüberweisungen teuer sind, empfiehlt es sich, rechtzeitig vor der Abreise ein kostenloses Studenten-Konto bei der Deutschen Bank zu eröffnen. Sie ist die einzige mir bekannte deutsche Bank, von der man in Neuseeland kostenlos Bargeld an den Automaten („ATM“) aller Westpac-Filialen abholen kann. Alle anderen deutschen EC-Karten funktionieren ebenfalls, kosten aber pro Abbuchung ca. 5€ Gebühren! Die Eröffnung eines Studentenkontos, um das abgeholte Bargeld einzahlen zu können (z.B. bei der National Bank of New Zealand mit Filiale an der Uni) ist ebenfalls kostenlos und ermöglicht Dinge wie automatische wöchentliche Überweisungen der Miete und die Nutzung von Eftpos (mit unserer EC-Karte mit PIN vergleichbar, gebührenfrei und fast überall angeboten). Das Mieten eines kleinen Schließfachs für Reisepass, Rückflugticket usw. kostet nur wenige $ wenn erwünscht. Kreditkarten werden zwar fast überall akzeptiert, ich halte sie aber wegen der anfallenden (Auslands-) Gebühren und der ebenfalls bargeldlosen Eftpos-Möglichkeiten für nicht erforderlich bzw. sinnvoll.

Einkaufen
In Auckland gibt es keine mit Deutschland vergleichbaren kleineren Supermärkte, sondern fast ausschließlich große Ketten wie Foodtown oder PAK’n’SAVE, die teilweise 24/7 geöffnet haben! Foodtown ist sehr verbreitet und ich würde ihn mit Rewe vergleichen. Die Läden sind allerdings riesig! Nach Beantragen der kostenlosen One-Card gibt es jede Woche eine Reihe sehr günstiger Angebote. PAK’n’SAVE ist mit Aldi vergleichbar. Hochregale mit Paletten und „New Zealands lowest Foodprizes“. Allerdings gibt es nicht so viele Filialen wie von Foodtown, so dass man ohne Auto evtl. außer Reichweite ist bzw. längere Umwege mit dem Bus in Kauf nehmen muss. Auf Grund ihrer Größe liegen aber auch die einzelnen Foodtowns auch nicht allzu nah beieinander. Ich bin nach der Uni meist mit dem kostenlosen City Circuit Bus zur Queenstreet gefahren und von da zu Fuß zum Foodtown an der Quay Street gelaufen, bevor ich den Bus nach Hause genommen habe. Nach einiger Zeit lernt man aber sicher jemanden mit Auto kennen, so dass sich gemeinsame Einkaufsfahrten einrichten lassen. Natürlich gibt es auch kleine „Tante-Emma-Läden“ und Kioske, die auch oft lange geöffnet sind. Sie heißen Dairy und sind generell sehr teuer. Billigheimer mit Kultfaktor ist das Warehouse („Where everyone makes a bargain“). Eine große Niederlassung liegt direkt am Hafen-Ende der Queenstreet und sollte die erste Adresse bei Kleinigkeiten für die Wohnungseinrichtung sein, wenn sie nicht länger als ein Semester halten müssen. Meine Wanderschuhe kaufte ich dort für 59$ und war über ein Jahr lang sehr zufrieden! Ansonsten bietet sich bei Outdoor-Einkäufen der Spring-Sale bei “Kathmandu“ an. Es gibt allein in Auckland mehrere Filialen und mit 50% Rabatt sind viele gute Artikel wirklich erschwinglich, Einkaufs-Tipps oder günstige gebrauchte Ausrüstung geben sonst gerne auch die Clubs (s.u., z.B. Tramping, Climbing, Kayaking...). Für Gebraucht- Gegenstände evtl. auch nützlich: www.trademe.co.nz, das neuseeländische Ebay. Noch ein Wort zum Alkohol: Viele Läden stellen sich mit dem Verkauf sehr an, so dass man häufig seinen Ausweis vorzeigen muss (Führerschein wird teilweise nicht akzeptiert). Foodtown hat z.B. nur Bier und Wein, deshalb gibt es immer noch viele Liquor Shops. Gesetzliches Mindestalter für Alkoholabgabe ist 18 Jahre. Man kann auch einen extra- Ausweis (18plus Card) beantragen, um seine Volljährigkeit beweisen zu können, dies kostet jedoch eine einmalige Gebühr. Das Schild “licensed“ an einem Cafe oder Restaurant bedeutet, dass es berechtigt ist Alkohol auszuschenken; BYO steht für bring your own, man kann also eigenen Wein mitbringen und zahlt manchmal eine geringe „Entkorkungs-Gebühr“.

Verkehr
Neuseeland hat den englischen Linksverkehr. Wie schon erwähnt hat Auckland ein Verkehrsproblem. Autos sind günstig (800-1000 $ für einen alten aber fahrtüchtigen Japaner, ab 2000 $ für einen alten Van) und Benzin und Diesel kosten nur etwa die Hälfte der deutschen Preise! Allerdings ist Parken an der Uni sehr teuer und oft trotzdem voll. Für Einkäufe und Ausflüge kann ein Auto natürlich trotzdem sinnvoll sein. Bei Aufenthalten von mindestens einem Jahr kann sich evtl. auch der Erwerb eines neuseeländischen Führerscheins lohnen, der deutliche Einsparungen bei der Versicherung bringen soll. Eine Versicherung ist zwar nicht vorgeschrieben, aber meiner Meinung nach insbesondere wegen der anfänglichen Umstellung auf den Linksverkehr unverzichtbar. Fahrräder sind eine nicht optimale Alternative, da Auckland recht hügelig ist, die Busfahrer nicht besonders rücksichtsvoll agieren und der Verkehr insgesamt recht gefährlich ist. Deshalb gilt für Radfahrer seit einigen Jahren die generelle Helmpflicht. Der Busverkehr ist etwas gewöhnungsbedürftig aber brauchbar. Die Busse sind alt, halten an den Haltestellen nur auf Knopfdruck (bzw. zum Einsteigen auf Handzeichen!) und die Stops werden nicht angesagt. Auf der Fahrt zu einem unbekannten Ziel benötigt man also entweder eine gute Karte oder fragt den Fahrer. Unter www.rideline.co.nz gibt es eine Routenplanung, die nicht an die des VRR heranreicht, insgesamt aber recht brauchbar ist und zumindest Anhaltspunkte über die nutzbaren Linien gibt (sowie eine Entfernungs- und Zeit-Angabe zu Fuß!). An der Uni gibt es ein Büro der städtischen Busfirma Stagecoach, wo man als Student leicht vergünstigte wiederaufladbare Mehrfach-Karten kaufen kann und kostenlose Fahrpläne für hunderte Buslinien ausliegen. Die Busfahrpläne sind jedoch recht ungenau, stellen für die meisten Haltestellen ausdrücklich nur Orientierungszeiten dar und bieten keine Hilfe, wenn man nicht weiß, welche Linie zum gewünschten Ziel fährt, weshalb man am Anfang etwas Eingewöhnungszeit einplanen sollte. Ab ca. 80 $ gibt es auch Monatsfahrkarten, was sich ab einer Entfernung von Stage 2 bei täglichen Fahrten zur Uni lohnen dürfte. Neben Stagecoach gibt es noch die kleinere private Busgesellschaft Howick & Eastern, den Link-Bus, der einen Kreis um die Stadt fährt und pauschal 1,40 $ kostet, den erwähnten kostenlosen City Circuit werktags von 8 bis 18 Uhr und den Niterider, dessen verschiedene Linien freitags und Samstags nachts zwischen 12 und 3 Uhr, für 4 $ von der Queenstreet in die Vororte fahren. Ein interessantes Erlebnis nach einer feucht-fröhlichen Nacht kann auch eine Taxifahrt sein, da es in Neuseeland erlaubt ist, Radarwarner zu installieren, was einige Taxifahrer zu einem Kamikaze-artigen Fahrstil ermuntert...

Telefon und Internet
Von Privat-Telefonen sind Ortsgespräche kostenlos, Modem-Flatrates gibt es deshalb schon ab 12 $/Monat, Gespräche von Telefonzellen sind aber immer recht teuer. Ich habe mir daher für 25 $ eine Prepaid-SIM von Vodafone gekauft, die ich in meinem deutschen GSM-Handy benutzen konnte. Die netzinternen Gesprächskosten und Gespräche innerhalb Neuseelands sind erstaunlich günstig, SMS (weltweit) kosten nur 0,2 $ und sind gerade bei der Wohnungssuche sehr hilfreich, da ein Gespräch deutlich mehr kostet und für eine kurze Anfrage in einer WG nicht notwendig ist. Es gibt ein zweites Mobilfunk-Netz von der ehemals staatlichen Telecom, das ist (war?) jedoch analog und dementsprechend nicht kompatibel zu GSM-Telefonen. Da Vodafone Gespräche durch China zu routen scheint, ist die Sprachqualität von und nach Europa häufig unerträglich! Es bietet sich daher an, eine der vielen verschiedenen prepaid- Telefonkarten zu kaufen, mit denen man über eine kostenlose Einwahlnummer für 0,03 bis 0,2 $ vom Handy oder Festnetz nach Deutschland (und natürlich überall anders hin) telefonieren kann. Recht günstig sind hier die GOtalk-Karten, die es für 10, 20 und 50 $ in allen Dairys und Kiosken gibt, die Preise ändern sich aber natürlich. Breitband-Internet ist in Neuseeland generell eigentlich teuer und oft nicht zu bekommen. Die Ausnahme bildet Auckland, dessen über 200m hoher Skytower relativ günstige Funkstrecken ermöglicht. Es gibt verschiedene Anbieter, von denen es bis zu 2 Mbit symmetrische Anbindungen gibt, die mit 10 GB Volumenbegrenzung ab ca. 120$ erhältlich sind. Problematisch können hier Mindestvertragslaufzeiten sein. Das Internet an der Uni ist unverschämt teuer. Tagsüber fallen pro MB über den Zwangsproxy pauschal 0,1$ an, nachts (20-8 Uhr) immer noch 0,04 $! Das Uni-interne Netz und Mailsystem sind kostenlos, jedoch scheinen deutsche Anbieter wie GMX Mails mit neuseeländischer Absenderadresse automatisch als Spam zu behandeln! Außerdem bietet das Mailsystem nur IMAP-Postfächer an und kein POP3. Es gibt ein relativ gut ausgebautes Wireless LAN für Notebooks auf dem Campus, wo die gleichen Gebühren anfallen, durch Portsperren jedoch ebenfalls kein SMTPZugriff auf externe Mailserver wie GMX o.ä. möglich ist.

Generelle Tipps und Kleinigkeiten
Hier noch eine Sammlung der Sachen, die man vielleicht sonst beim Packen vergisst: Mir hat eine deutsche Mehrfachsteckdose gute Dienste geleistet! Das Stromnetz bietet wie in Deutschland 240V, man benötigt jedoch wegen der (etwas eigenartigen) Steckdosenform einen Adapter. Will man gleichzeitig einen Laptop und sein Handyladegerät oder andere mitgebrachte Elektrogeräte betreiben benötigt man sonst schnell mehrere Adapter, die in NZ ca. 20$ kosten. Für die technisch Interessierten: Zum kostensparenden Abruf der Mails von Anbietern wie GMX und Web.de bieten sich (falls man keinen Laptop mitbringt) Programme wie Thunderbird portable oder Pegasus an, um die man sich schon vor der Abreise kümmern kann. Diese können ohne Installation (also auch von einem Netzlaufwerk oder USB-Stick) aufgerufen werden und ohne Werbeeinblendungen und anderen Schnickschnack Mails zumindest abrufen. Allein die Werbung und Webinterface können sonst leicht jedes Mal ein MB Übertragungsvolumen kosten. Eine Weiterleitung der Mails an den kostenlos erreichbaren Uni-Mailaccount ist ungünstig, da die Mails nur über IMAP zugänglich sind, also nicht lokal gespeichert werden und nach dem Ende des Auslandssemesters nicht mehr abrufbar sind. Weil ich keine Link-Liste zusammengefasst habe hier noch der für Hausarbeiten wichtigste Link zu einem online-Wörterbuch: http://dict.leo.org. Wie auch bei Webmail kann man durch Ausblenden der Werbung oder Deaktivieren von Bildern im Browser Gebühren sparen. Um nicht extra eine Überschrift Alkohol einfügen zu müssen an dieser Stelle meine persönliche Bierempfehlung: Speight’s Gold Medal Ale, das am ehesten vielleicht mit Potts Landbier zu vergleichen ist. Es kommt von der Südinsel (Dunedin, Brauereiführung sehr empfehlenswert) und ist seinen etwas höheren Preis absolut wert. Beim Thema Kneipen denke ich als Nichtraucher immer noch gerne an die gute Luft zurück – seit Dezember 2004 gilt ein generelles Rauchverbot in Kneipen und öffentlichen Gebäuden. Die Raucher wird das (neben den hohen Tabakkosten) vielleicht zunächst stören, meiner Erfahrung nach tut es der Stimmung jedoch keinerlei Abbruch und wurde überall sehr schnell akzeptiert.

The University of Auckland
Die Uni Auckland ist die größte Uni Neuseelands mit der größten und angesehensten Computer Science Fakultät. Der große City-Campus liegt wenige Gehminuten durch den Albert Park vom Stadtzentrum entfernt, der relativ neue Tamaki-Campus liegt östlich der Stadt „im Grünen“ und ist mit einem kostenlosen Shuttle-Bus zu erreichen. Hier finden viele Undergraduate-Lehrveranstaltungen der Science Faculty statt. Der nahe gelegene Grafton Campus wird hauptsächlich von der medizinischen Fakultät genutzt. Meine Vorlesungen fanden ausschließlich am City Campus statt. Wie gesagt kostet das Studium in Neuseeland grundsätzlich Gebühren und die hohen Gebühren für ausländische Studenten haben insbesondere durch den riesigen Zustrom asiatischer Kommilitonen die Universitäten zu Neuseelands zweitwichtigsten Devisenbringern gemacht!! Dementsprechend verstehen sich die Unis als Dienstleister für Studenten und bemühen sich, möglichst günstige Studienvoraussetzungen zu schaffen. In direkter Konkurrenz zu Australien ist das Studium momentan noch etwas günstiger, jedoch steigen die Gebühren jedes Jahr ohne offensichtlichen Grund und trotz AStA („AUSA“)-Protesten um ca. 4%. Dafür wird aber auch Einiges geboten!
- Eine effiziente und durchdachte Organisation!!
- Schon zur Bewerbung erhält man einen online-Account, über den man jederzeit den Stand seiner Bewerbung einsehen und Mitarbeiter kontaktieren kann. Weiterhin kann man darüber seine Kurse wählen, Stunden- und Klausur-Pläne einsehen (mit Kollisionsanzeige), später seine Noten abrufen, seine Adressdaten ändern, Bescheinigungen beantragen... - Es gibt ein Uni-weit einheitliches Lernsystem, das nach dem Login die von mir belegten Kurse anzeigt. Professoren laden dort Skripte, Hausarbeits-Aufgaben und – Ergebnisse sowie Mitteilungen hoch, es gibt ein Kurs-internes Forum, Chat usw.
- Egal an welchem Uni-Rechner man sich mit seinem Account anmeldet, man hat immer Zugriff auf seine Netzlaufwerke und dort gespeicherte Daten. Kosten für Internet, Drucke und Kopien werden von getrennten Konten abgezogen, auf die man automatisch am Servicepoint oder am Schalter Geld einzahlen kann. Guthaben lässt sich zwischen den drei Konten online verschieben. Je nach belegten Kursen bekommt man ein gewisses Freikontingent für Druck oder Internet, was sich dann nicht verschieben lässt.
- Das erst knapp zwei Jahre „alte“ Kate Edger Information Commons (benannt nach der ersten Frau, die hier ihren Abschluss erhielt) bildet das Zentrum des City Campus, ist bis Mitternacht geöffnet und enthält mehr als 500 PC-Arbeitsplätze, Stillarbeitsräume, Service- Büro bei Problemen mit Netzwerk-Account o.ä., Gruppenarbeitsbereich, Post, Bank, Friseur, Supermarkt (teuer), Arztpraxis, ein schönes Cafe und das International Office, in dem sich ausländische Studenten treffen können, Fragen stellen und Informationen bekommen.
- Das Recreation Centre bietet eine große Turnhalle, Kraftraum, Squashcourts und ein Angebot an Kursen von Aerobic bis Massage. Mitgliedschaften können für ein Semester oder Jahr erworben werden oder man kauft ein Tagesticket oder eine Zehnerkarte.
- Für ausländische Studenten gibt es einen wöchentlich vom International Office herausgegebenen email-newsletter mit Freizeit-Angeboten und anderen Neuigkeiten (internationale Filmwoche, Teestunde mit Uni-Clubs, Einführung in „Kiwi-Sportarten“ oder Maori-Kultur incl. Haka-Kriegstanz, Reiseangebote, Segelkurse...)
- für 10 $ Semestergebühr kann man freiwillige zusätzliche Kurse in Englisch, Textgestaltung oder Studiumsorganisation belegen.
- Postgraduate-Studenten erhalten in fast allen Fakultäten Magnetkarten, die rund um die Uhr Zutritt zu Labors mit PCs und Arbeitsplätzen ermöglichen
- Ebenfalls für Postgraduate-Studenten gibt es Fach-Bibliothekare der verschiedenen Fakultäten, die man bei Fragen zur Literatursuche kontaktieren kann
- Schließlich ist die Strata-Lounge für Postgraduates gedacht (wird allerdings nicht kontrolliert), die im obersten Geschoss des Kate Edger-Buildings liegt und eine schöne Terrasse bietet sowie innen eine angenehme Atmosphäre und Wireless-LAN für kühlere Tage
- Die große zentrale Bücherei bietet noch einmal viele stille Lern- und PC-Arbeitsplätze sowie ein umfangreiches Online-Angebot mit Recherche-Möglichkeiten in vielen wissenschaftlichen Datenbanken und einer umfassenden Datenbank für alte Klausuren aller angebotenen Vorlesungen.
- Die einzelnen Fachbereiche bieten weitere Services wie Semesterweise mietbare Schließfächer (auch beim AUSA), regelmäßige Postgrad-Frühstücksrunden, Vorträge usw.

Anstatt einer Mensa gibt es auf dem Campus (genauer: im “Quad“, einem zentral gelegenen, quadratischen Innenhof) eine Cafeteria, die neben Sandwiches auch wechselnde Tagesgerichte ab 4,50$ sowie immer Fish’n’Chips und Sushi anbietet. Zusätzlich gibt es jedoch direkt nebenan auch Restaurants eines Inders, Türken, Chinesen und Japaners, die teilweise günstige Combos mit Getränk oder für mehrere Personen anbieten. Viele Kiwis essen allerdings mittags nur ein Sandwich o.ä. und kochen abends. Am letzten Vorlesungstag des Semesters findet für AUSA-Mitglieder im Quad eine Party mit live-Musik und reichlich Dosenbier statt. Die AUSA-Mitgliedschaft ist kostenlos und kann auch bei Problemen mit der Uni oder mit Professoren Vorteile und Hilfe bieten. Eine Erwähnung wert ist auch die Uni-Kneipe Shadows, ebenfalls direkt am Quad, meist gut besucht (meist recht junges Publikum trotz Kontrollen) und relativ günstig. Eine Woche vor Vorlesungsbeginn startet die International Orientation Week, in der diverse Veranstaltungen ausländischen Studenten die Uni, die Stadt und Wichtiges über Neuseeland nahe bringen. Dies umfasst neben Führungen und Informationen über die ersten Schritte, Kiwi-Slang und die aktuelle politische Lage auch eine kostenlose Einführungsparty in einem großen Club in der Innenstadt, einen ebenfalls freien Besuch des National-Museums und zum Abschluss eine Tagesfahrt zur vorgelagerten Vulkaninsel Rangitoto Island. In dieser Zeit fällt es leicht, erste Kontakte zu anderen internationalen Studenten zu knüpfen. Die Deutschen stellen hier einen relativ großen Anteil, ungefähr vergleichbar mit den Norwegern. Außerdem gibt es noch viele Amerikaner. Die Asiaten stellen eigentlich die größte Gruppe – besonders in Computer Science, nehmen aber an Aktivitäten oft nicht teil bzw. bleiben sehr unter sich und „fallen nicht auf“. Nach der Orientation week bieten die ehrenamtlichen „Uni-Guides“ nach Anmeldung noch weitere Treffen und Führungen in kleinen Gruppen an. Bei Interesse an sportlichen Aktivitäten findet sich immer ein passender Club an der Uni. Alle Clubs unterstehen dem AUSA (Auckland University Student Association – neuseeländischer AStA) und werden teilweise auch von ihm gesponsert. Es gibt ca. 200 Clubs, die von Interessenclubs von Studierenden bestimmter Länder oder Sprachen über Bibelgruppen bis zu allen erdenklichen Sportarten und Hobbies ein breites Spektrum abdecken. Die Mitgliedschaft ist meist sehr günstig und bietet eine gute Möglichkeit, Leute kennen zu lernen und günstig Aktivitäten an den Wochenenden zu organisieren wie z.B. Wandern (heißt hier trampen und ist in der tollen Landschaft sehr empfehlenswert!!! Der Semesterbeitrag im Trampingclub ist 10$), Tauchen, Kanu fahren, sämtliche Ballsportarten, Kampfsport, Grillen (Es gibt neben einem Meat-Club auch noch einen Drinking-Club!) ) oder auch Schnick Schnack Schnuck- Turniere (!). Die Clubs organisieren in den Ferien auch oft längere Trips. Völlig unabhängig und mit einem jährlich von allen Studenten gewählten Editor agiert das kostenlose und traditionsreiche wöchentliche Studenten-Magazin Craccum, dessen Artikel so wohl in keiner Deutschen Zeitung erscheinen dürften. Neben dem Editor der Studentenzeitschrift wird auch so etwas wie ein Studentenparlament gewählt. Der Wahlkampf wird über Wochen geführt und besteht hauptsächlich aus Unmengen Flugblättern und Plakaten und in der heißen Phase aus persönlichen Gesprächen der Bewerber mit möglichst vielen potentiellen Wählern. Bei vielen Bewerbern vermutete ich als Hauptgrund für ihr Interesse den Wert eines öffentlichen Postens für den Lebenslauf (“CV“). Negativ fiel mir zunächst die ungewohnte “Kommerzialisierung“ des Studiums auf. Ist man mit einer Klausurnote nicht einverstanden, kostet die Überprüfung des Ergebnisses durch den Prüfer pauschal 50$, die Beaufsichtigung einer von der Heimatuni gestellten Klausur 120 $! Mein Problem lag hier allerdings nicht nur in der hohen Gebühr, sondern in der Zeitverschiebung. Ich hatte geplant, vier Klausuren des zweiten Semesters aus Duisburg in Auckland zu schreiben, da der neuseeländische Semesterbeginn schon vor dem Duisburger Klausur-Zeitraum lag. Im Endeffekt schrieb ich nur eine. Einen anderen Kurs konnte ich direkt in Auckland belegen und bei den zwei anderen Klausuren hatte ein Professor Bedenken bzgl. Betrugsmöglichkeiten, da das Prüfungsamt in Auckland kein zeitgleiches Schreiben ermöglichen konnte. Bei sehr langfristiger Planung gemeinsam mit dem Prüfungsamt wäre hier vielleicht eine Lösung möglich, allerdings sollte man auch die arbeitsintensiven ersten Wochen des Semesters in Auckland nicht unterschätzen. Mir fällt gerade auf, dass ich anscheinend doch einige Nachteile aufliste. Deshalb möchte ich nocheinmal betonen, dass ich das neuseeländische System dem deutschen für klar überlegen halte (insbesondere mit Blick auf die zukünftige Entwicklung) und mich an der Uni immer sehr wohl gefühlt habe.

Das Studium
Mein Aufenthalt fiel in das Wintersemester (Semester 2) von Mitte Juli bis Mitte November (incl. gut 2 Wochen Klausurzeitraum am Ende) mit 2 Wochen Mid-Semester Break. Über Weihnachten sind dann die großen Sommerferien, bevor Ende Februar das Sommersemester startet, dessen Klausuren gegen Ende Juni vorbei sind. Ein Vollzeitstudium besteht aus drei bis vier Kursen pro Semester und wirkt insgesamt mehr “verschult“ als an einer deutschen Uni, was wohl auch daran liegt, dass die Kiwis durchschnittlich schon deutlich jünger an die Uni gehen als in Deutschland. Nach der online- Einschreibung (Enrolment) kann man bis zum Ende der zweiten Semester-Woche die Kurse noch kostenlos wechseln oder streichen. Bei Nicht-Bestehen muss ein Kurs komplett noch einmal belegt und bezahlt werden. Um die “deutsche Vergünstigung“ zu erhalten, müssen alle belegten Kurse auf Postgraduate-Level ( Kategorie 6 oder 7) liegen. Dies machte es mir leider unmöglich, nicht-technische Wahlfächer wie Maori-Kultur o.ä. zu belegen, da man ohne entsprechenden Hintergrund keine Zulassung von den Fakultäten für diese Kurse erhält. Es ist vielleicht nicht für jeden Leser interessant, ich berichte hier aber dennoch einmal über die von mir besuchten Kurse. Ich habe die Veranstaltungen Advanced Computer Architecture bei dem Amerikaner James Goodman, Communication Networks bei dem Kiwi Nevil Brownlee und dem Deutschen Ulrich Speidel und Information Security Applications bei Lech Janczewski, einem eingebürgerten Polen, belegt. Professoren werden übrigens mit dem Vornamen angeredet! Trotz der geringen Anzahl von Kursen war das Semester wirklich arbeitsintensiv. Wie in Deutschland stand am Ende jedes Kurses eine Klausur. Zusätzlich gab es jedoch während des gesamten Semesters Hausarbeiten (Assignments) und Projekte, deren Noten in die Endnote eingingen. Comp. Architecture beinhaltete ein praktisches Projekt, eine längere Ausarbeitung über ein aktuelles Thema (wahlweise ein Gruppen-Projekt) und einen Test zur Semester- Mitte. Communication Networks stellte drei Assignments zu den Vorlesungsthemen. Für Security war jede Woche ein kleineres Assignment von 2 - 5 Seiten zu schreiben sowie ein Gruppenprojekt mit abschließender automatisch ablaufender Präsentation und ein individuelles Projekt mit Bericht und Präsentation. Das Problem von mir und vielen anderen Deutschen war, dass wir nicht an so viele und terminlich eng zusammenliegende Ausarbeitungen und Projekte gewohnt waren und uns im Nachhinein betrachtet zu viel Arbeit mit jedem Einzelnen gemacht haben. Viele Kiwis begannen je nach Umfang erst zwei oder drei Tage vor Abgabetermin, ernsthaft für ein Projekt oder ein Assignment zu arbeiten, während wir Deutschen uns um zuviel „Perfektion“ bemühten (allerdings natürlich auch länger für die englische Formulierung benötigten). Gegen Semester-Ende war es dabei völlig normal, dass das Computer-Labor nachts bis zum letzten Bus rappelvoll und danach bis zum Morgen immer noch gut gefüllt war! Insgesamt lässt sich sagen, dass alle Fächer dadurch deutlich praktischer und weniger Theorie-lastig waren als in Deutschland. In Security hielten ein auf Computer- und Online- Recht spezialisierter Richter und der Gründer einer Computer-Forensik-Firma als Gastdozenten jeweils eine sehr interessante Vorlesung. Besonders angenehm fand ich die praktischen Bezüge auch bei Advanced Computer Architecture, wo wir konkrete Themengebiete wie Parallel- und Supercomputer behandelten, indem wir wegweisende (teilweise auch recht alte) Artikel zum jeweiligen Gebiet lasen, deren wichtige Denkanstöße und Folgeentwicklungen behandelten, in welchen Architekturen diese Technologien wie eingesetzt wurden und was die Auswirkungen auf den aktuellen Stand der Technik sowie Neuentwicklungen sind. Für mich war dieses Semester das erste Mal, dass ich wissenschaftliche Artikel in Datenbanken der ACM, IEEE o.ä. gesucht habe. Gleichzeitig brachte ein Programmier-Projekt direkte Einblicke in die praktischen Auswirkungen der Architektur wie Befehlssatz-Entwicklung, Cache- und Speicher-Organisation usw. auf die Programmentwicklung. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass alle Fächer immer den Blick auf praktische Implementierungen oder Beispiele boten und deutlich weniger abstrakte Mathematik als aus Duisburg gewohnt. Für mich sehr angenehm und interessant, jedoch bei der Kurswahl ein ziemliches Problem, das die Suche nach ähnlichen Vorlesungen wie den im Lehrplan für das dritte Semester vorgesehenen sehr erschwerte! Sollte sich auf den ersten Blick nichts Passendes finden, können Nachfragen bei der Fakultät noch Erfolg versprechen, da z.B. Advanced Computer Architecture im Online-Angebot als „special topic in computer science 703“ geführt wurde und ich erst auf Nachfrage das aktuelle „topic“ dieses Semesters erfuhr. Die Kursgröße im Postgraduate Bereich liegt normalerweise zwischen 10 und 20 Teilnehmern, so dass es sich gerade am Anfang anbietet, den Professor bei Unklarheiten in der Fragestellung eines Assignments oder anderen Problemen direkt zu fragen. Termine oder offizielle Sprechzeiten benötigt man dazu in aller Regel nicht und die Professoren sind sehr hilfsbereit. Meine Kurse bestanden alle aus 3 Zeitstunden Vorlesung pro Woche, wobei Security im Block und die anderen beiden Fächer in jeweils drei Einzelveranstaltungen über die Woche verteilt gehalten wurden. Andere angebotene Vorlesungen enthielten auch Labor-Arbeit oder Übungen. Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass es in direkter Nachbarschaft zu der Uni auch noch die AUT (Auckland University of Technology) gibt. Sie ist sehr viel kleiner als die Uni und zum Lehrangebot kann ich leider nichts sagen.

Fazit
Dieser Satz steht wohl am Ende fast jedes Auslandssemester-Berichts, aber ich kann wirklich jedem nur empfehlen, ein Semester in Auckland bzw. Neuseeland generell zu studieren! Ich wäre gerne noch ein zweites geblieben! Die Leute sind nett und offen, die Uni gut, die Kurse interessant und das Land selbst ist einfach unglaublich schön!! Zusätzlich wird man sicherer in Englisch, lernt viele neue interessante Leute aus aller Welt kennen und macht eine Erfahrung fürs Leben. Bei Fragen stehe ich gerne zur Verfügung, meine Emailadresse und Telefonnummer sind über das Institut Ranke-Heinemann bzw. das Forum auf der Webseite zu erfahren.

Dieser Bericht steht auch als PDF Datei zur Verfügung.

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