Der Overland-Trail in Tasmanien: Eine Begegnung mit der Natur

Die Landschaft, durch die Tasmaniens berühmter Wanderweg, der Overland-Trail, führt, ist 10.000 Jahre alt. Damals wurde sie in die Form gebracht, in welcher sie heute noch Bestand hat. Allerdings ist der Wanderweg alles andere als vergessen und verstaubt: Wallabies, Tasmanische Teufel und Wombats säumen den Weg. Und jetzt bald, in der Hochsaison, auch wieder jede Menge Wanderer…

Magazin Natur Tasmanien

Landschaft in Tasmanien

Das Semester ist zu Ende und jetzt wäre die Zeit für ein passendes Abenteuer? Nach all der Lernerei, den langen Stunden in der Bibliothek und den verschiedenen Essays und Hausarbeiten steht Ihnen der Sinn nach etwas Natur? Dann haben wir genau das Richtige für Sie: Wie wäre es mit dem Overland Trail in Tasmanien? 

Dieser 65km lange Wanderweg erstreckt sich von Cradle Mountain nach Lake St. Clair. Er zählt laut National Geographic zu den schönsten Wanderwegen weltweit (https://www.nationalgeographic.com/adventure/lists/hiking-backpacking/worlds-best-hikes-dream-trails/).

Im November beginnt dort auch schon wieder die Hochsaison. Von Oktober bis Mai ist die Wanderrichtung nur von Cradle Mountain nach Lake St. Clair möglich und es muss zuvor eine entsprechende Erlaubnis erworben werden. In diesem Zeitraum dürfen pro Tag höchstens 60 Wanderer auf diesem Weg losziehen. Gleichzeitig sind diese Monate auch die beste Reisezeit, um diese Route zu bestreiten: Die Chancen auf gutes Wetter sind dann am höchsten und die Tage sind länger. 

Allerdings kann es auf dem Overland Trail selbst im Hochsommer zu Schneefall kommen. Eine entsprechende Ausstattung ist deshalb essentiell. Jeder Besucher sollte mit sehr guter Regenkleidung, gutem Zelt und vor allem einem warmen Schlafsack versorgt sein. In der Geschichte des Pfades ist es bereits aufgrund schwieriger und unvorhersehbarer, widriger klimatischer Bedingungen zu Todesfällen gekommen. 

Der Wanderweg führt durch die unterschiedlichsten Landschaften: Die tasmanische Wildnis in diesen Gefilden gehört zum Weltnaturerbe. Wanderer können felsige Berge, Seen, Moore, Wasserfälle und dichte Regenwälder erleben. Auf dem Wanderweg gibt es verschiedene Hütten, die zwar keinen Strom oder fließendes Wasser haben, dafür aber mit Schlafplätzen und Öfen ausgestattet sind. Die meisten Wanderer benötigen etwa fünf oder sechs Tage, um den Weg zu bewältigen. 

Wie lange man konkret braucht, ist von vielen Faktoren abhängig. Zum einen kann das Wetter immer mal wieder für einen Strich durch die Rechnung sorgen. Zum anderen gibt es verschiedene Sidetracks, die für eine Verzögerung sorgen können. So können etwa verschiedene Berggipfel erklommen werden. Und vielleicht legt der ein oder andere auch einfach einen Pausentag zwischendurch ein, um sich von der langen Wanderung zu erholen und die Natur zu genießen. 

Der Rekord des Wanderwegs liegt bei 7 Stunden und 25 Minuten, dies geschah jedoch während eines Wettkampfes, dem Cradle Mountain Run. Dieser ist nur etwas für die ganz Hartgesottenen: 82 km geht es dabei durch die tasmanische Landschaft. 2019 findet er zum 39. Mal statt. Für das Trainieren haben Sie noch ausreichend Zeit, erst am 2. Februar ist es soweit. 

Auch wenn der Sommer zu der besten Reisezeit für den Overland Trail gehört, haben trotzdem alle Jahreszeiten ihren ganz eigenen Charme. Im Herbst verfärben sich die Buchen und dieses farbenfrohe Schauspiel ist auf jeden Fall sehr sehenswert. Und auch bei Schnee hat der Trail eine ganz besondere Atmosphäre. Im Winter sollte man sich nur auf besonders nasse Füße einstellen, da der Pfad oft matschig ist und es zudem zu viel Regen kommen kann. Diese können in den Hütten jedoch wieder aufgewärmt werden, da eine Heizung in Form von Öfen stets vorhanden ist. 

Aber jetzt steht in Tasmanien der Sommer bevor. Auf dem Wanderweg sind übrigens die verschiedensten Menschen anzutreffen: Ältere Wanderer genauso wie Familien, Alleinreisende oder ganze Schulklassen. Wem der beschwerliche Weg mit Zelt und riesigem Rucksack zu unbequem ist, der hat sogar die Möglichkeit, sich im Rahmen einer geführten Tour das Gepäck tragen zu lassen und in besser ausgestatteten Hütten zu übernachten. Oft gehört auch noch ein Glas Wein am Abend und ein Drei-Gänge-Menü mit zum Programm. Es gibt sehr verschiedene Arten, wie man diesen Wanderweg angehen kann. Auf jeden Fall kann man jedoch spannende Begegnungen mit den unterschiedlichsten Leuten haben, ganz in der üppigen Natur Tasmaniens versinken und vielleicht auch ein bisschen zu sich selbst finden.