University of Sydney: Zusammenhang zwischen Farbe eines Hundes und seiner Lebensdauer gefunden

Australische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Fellfarbe eines Hundes auf seine Lebenserwartung und auf Gesundheitsprobleme schließen lassen. Demnach haben schokoladenfarbene Labradore eine geringere Lebenserwartung als andersfarbige.

 

Ein schokoladenfarbener Labrador

Ein schokoladenfarbener Labrador

Eine neue Studie, die von der University of Sydney durchgeführt wurde, hat ergeben, dass die Lebenserwartung von schokoladenfarbenen Labradoren deutlich unter der ihrer schwarzen und hellen Gegenstücke liegt.

Die Studie, welche mehr als 33.000 Labradore jeder Farbrichtung in Großbritannien untersucht hat, zeigt, dass es bei schokoladenfarbenen Labradoren zu mehr Vorfällen von Ohr-Infektionen und Hautkrankheiten kommt. Die Ergebnisse wurden im Journal Canine Genetics and Epidemiology publiziert.

Die britische Studie, die Teil der University’s VetCompass-Programme ist, bei der elektronische Daten der vierbeinigen Patienten ausgewertet und analysiert werden, wurde in Australien nachgebildet. Dort gehören Labradore zu der beliebtesten Hunderasse.

In Großbritannien beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung von nicht-schokoladenfarbenen Labradoren 12.1 Jahre. Das sind mehr als 10 Prozent mehr als bei den schokoladenfarbenen Labradoren. Ohrinfektionen (Otitis externa) kamen bei den schokoladenfarbenen Labradoren doppelt so häufig vor. Ebenso besitzen sie eine vierfach höhere Wahrscheinlichkeit, an einer Hautkrankheit (Pyotraumatische Dermatitis) zu leiden.

Der Leiter der Studie, Professor Paul McGreevy von der Faculty of Science der University of Sydney, führt aus, dass der Zusammenhang von Fellfarbe und Krankheiten für die Forscher eine Überraschung darstellte. Er erläutert, dass die Erkenntnisse der Studie in Großbritannien möglicherweise nicht auf die australischen Labradore anwendbar seien, es aber eine Untersuchung wert sei.

“Der Zusammenhang von Fellfarbe und Krankheiten kann eine unbeabsichtigte Folge von dem Züchten gewisser Pigmentierungen sein”, erklärt Professor McGreevy, “Weil die braune Farbe bei den Hunde rezessiv ist, muss das Gen für diese Färbung in beiden Eltern vorhanden sein. Nur so entsteht ein schokoladenfarbener Welpe. Züchter, die diese Färbung anstreben, können nun dazu tendieren, nur Labradore, die dieses Gen in sich tragen, zu verwenden. Das kann darin resultieren, dass ein reduzierter Gen-Pool entsteht, in welchem wiederum eine erhöhte Anzahl von Genen, die für die Ohr- und Hautinfektionen verantwortlich sind, vorhanden ist.”

Wenn man die Gesamtpopulation der Labradore betrachtet, sind Übergewicht, Ohrinfektionen und Entzündungen der Gelenke die am häufigsten vorkommenden Gesundheitsprobleme.

“Wir haben aufgezeigt, dass 8,8 Prozent der Labradore in Großbritannien übergewichtig oder fettleibig sind. Das ist eine der höchsten Prozentzahlen unter allen Hunderassen, die im VetCompass vermerkt sind”, sagt Professor McGreevy.

Die Verbreitung von Übergewicht war dabei unter den Rüden, die kastriert worden sind, am höchsten.

Die Studie über die Labrador Retriever in Großbritannien wurde in Zusammenarbeit mit Kollegen vom Londoner Royal Veterinary College (RVC) durchgeführt. An dieser Stelle wurde das VetCompass-Programm 2007 als eine Kollaboration mit der University of Sydney gegründet. VetCompass Australia arbeitet jetzt als ein Konsortium, welches alle veterinary schools Australiens umfasst und vom Australian Research Council unterstützt wird.