Vor allem: Habt Spaß!

Julian Lehnert | Journalismusstudent


Wo
The University of Queensland

Zeitraum
2016 - 2019

Was
Journalismus und Kommunikationswissenschaft

Studienprogramm
Bachelor

Förderung
IRH Förderprogramm

20.02.2018

Bachelorstudium an der University of Queensland

Natur in Australien

Hallo! Mein Name ist Julian und ich studiere Journalismus und Kommunikationswissenschaft an der University of Queensland in Brisbane. Ich möchte euch hier ein bisschen von meinen Erfahrungen down under berichten, mit der Hoffnung, dass ihr einen genauso guten Eindruck von diesem ganz besonderen Land bekommt wie ich.

Meine bisherige Zeit in Australien, sowohl während des Uni-Semesters als auch in meiner Freizeit, ist eine der besten Erfahrungen die ich bisher machen durfte.

Dank der multikulturell empfänglichen Australier braucht man sich als Deutscher vor nichts zu fürchten und wird mit offenen Armen begrüßt – denn egal wo man hinzugehen scheint, der Fakt, dass man aus dem Ausland kommt, erzeugt bei den meisten Bewunderung und bald schon erzählt man seinem Gegenüber vom Leben 'across the pond' – also über dem Teich (dem Meer) hinweg. Diese Einstellung macht es einem auch sehr einfach, Arbeit zu finden, sollte dies nötig sein: solange man ein Studentenvisum besitzt, welches man als Universitätsstudent zum Beginn des Studiums ohnehin benötigt, kann man sich für jegliche Arbeit bewerben – in der vor allem in Großstädten wie Brisbane sehr ausgeprägten Fast-Food-Szene, in der man als Bilingualer sehr gute Chancen hat, oder aber auch in anderen Bereichen bietet sich stets ein Arbeitsplatz an. Als kleiner Tipp: nehmt diese Gelegenheit wahr, solltet ihr die Zeit dafür haben, denn auf einem Lebenslauf sieht Arbeit in einem anderssprachigen Land immer sehr gut aus und wird den einen oder anderen Arbeitgeber zum Staunen bringen!

Wo wir auch bei Tipps sind, möchte ich euch gerne an dem Wissen teilhaben lassen, das ich mir in meiner Zeit in Australien aneignen konnte:

  1. Habt keine Angst, Leute anzusprechen und nach etwas zu fragen, solltet ihr mal nicht weiterwissen. Die Australier sind mit die nettesten Leute, die ich je getroffen habe und helfen euch mit Sicherheit weiter.

  2. Seht und erlebt so viel wie ihr könnt. Ich halte mich zur Zeit im Raum Brisbane auf und da Queensland einer der größten und einwohnerreichsten Staaten im Land ist gibt es immer etwas zu unternehmen – sei es das Erforschen von einem der unzähligen Wanderwege (ich empfehle die Gegend um Binna Burra, man kann sich dort den ganzen Tag aufhalten und sogar campen), das Sonnenbaden an der Gold oder Sunshine Coast, das Besuchen der zahlreichen Museen oder das Shoppen in den riesigen Malls von Brisbane oder der Gold Coast – Australien bietet euch eine unerschöpfbare Quelle an Unterhaltung; nutzt dies, solange ihr könnt!

  3. Macht Freunde! Ob Australier oder nicht, mir fällt es hier sehr einfach, neue Bekanntschaften zu machen; da die 'mate' (Kumpel)-Mentalität den allermeisten von Grund auf beigebracht wird, ist es unglaublich leicht, mit Leuten ins Gespräch zu kommen. Selbst wenn ihr kein perfektes Englisch sprecht, werdet ihr meist gut verstanden, habt also keine Angst. Ihr solltet euch zum im-Kontakt-Bleiben vielleicht sogar eine australische SIM-Karte kaufen, um billiger SMS zu versenden.

  4. Vor allem: Habt Spaß!

    Gerade den letzten Punkt betone ich, denn der Sinn an einem Auslandssemester oder -aufenthalt ist es hauptsächlich, Spaß zu haben und gute Erfahrungen zu machen, was in Australien sehr einfach ist. Das gute Klima scheint einen besonderen Einfluss auf die Leute zu haben, denn sie sind fast dauerhaft guter Laune – und das wird auf euch in kürzester Zeit abfärben (aber vergesst nie eure Sonnencreme!). Dies spiegelt sich auch in dem Arbeitsbereich wieder: Kollegen bei der Arbeit sind oft nett und hilfsbereit und, zumindest in meiner Erfahrung, nie verlegen, euch etwas zu erklären.

    Solltet ihr wirklich nach Arbeit suchen müssen, poliert am besten euren Lebenslauf und passt ihn an das australische Format an – dieses unterscheidet sich leicht vom deutschen, lest darüber im Netz nach. Ebenfalls von vielen potenziellen Arbeitgebern verlangt ist ein cover letter oder Motivationsschreiben, in dem ihr euren Tatendrang und eure Arbeitsbereitschaft beweisen könnt. Solltet ihr zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden, seht natürlich der Situation bezüglich angepasst gekleidet aus und legt eine gute Einstellung an den Tag, denn wie vorher gesagt ist das Arbeitsklima oft genau so, und solch ein Verhalten wird von euch in den meisten Branchen verlangt, vor allem wenn ihr es mit Kunden zu tun haben werdet. Seid dennoch höflich, denn trotz der 'easy going'-Einstellung der Australier können diese sehr seriös sein und ihr solltet dies nicht vergessen.

    Solltet ihr euch also gut verhalten und vorbereitet in ein Vorstellungsgespräch gehen, sollte euch der Job so gut wie sicher sein!

    Passt jedoch auf, dass wenn ihr zur gleichen Zeit studiert, die Arbeit nicht Herr über euren Alltag wird, denn das Studium sollte nie zu kurz kommen, gerade wenn ihr im Ausland studiert, da ihr solch eine Gelegenheit nicht alle Tage bekommt und euch deshalb extra anstrengen solltet.

    Von der Arbeit kommt man logischerweise auf Geld: in Australien gilt der australische Dollar ($AUD) als Währung. Seid aber nicht geschockt, wenn ihr im Supermarkt auf einmal $4 für eine Tüte Chips bezahlen müsst – der Wechselkurs von $AUD zu Euro ist nicht 1:1, so dass ihr für einen Euro etwas mehr als einen Dollar bekommt und sich der Preis im Supermarkt so etwas ausgleicht. Solltet ihr während eures Australienaufenthaltes Auto fahren, wird euch mit diesem Wissen vor allem der Benzinpreis Freude bereiten, denn dieser ist nach der Umrechnung um einiges billiger als in Europa (und vergesst nicht, dass in Australien dank der einstigen Verbindung zu Großbritannien auf der linken Seite gefahren wird!). Wundert euch außerdem nicht, wieso es beim australischen Dollar keine 1- und 2-Cent-Münzen gibt, denn diese wurden wegen Überflüssigkeit und Nichtgebrauch vor einiger Zeit aus der Auflage gestrichen. Aus diesem Grund wird bei Bargeldbezahlung immer auf den nächsten 5-er-Betrag aufgerundet, sprich eine Flasche Wasser für $1,99 kostet in bar runde $2. Bezahlt man jedoch mit Karte, bleibt es bei den unaufgerundeten Beträgen, was leicht verwirrend sein kann.

    Kommen wir nun zum wahrscheinlichen Hauptgrund eures zukünftigen Australienaufenthaltes: dem Studium an einer Universität oder sonstigen Bildungseinrichtung.

    Solltet ihr euch ebenfalls im Raum Brisbane aufhalten und noch nicht sicher sein, welche Universität ihr besuchen wollt, hier einige Fakten:

    • Es gibt in Brisbane selbst zahlreiche Einrichtungen zum Studieren, und da alle einen anderen Schwerpunkt haben gibt es per se keine optimale oder beste Universität – sucht also nach der, die euren gewünschten Themenbereich am besten unterstützt und abdeckt; hier können euch die dafür zuständigen Leute bei Ranke-Heinemann helfen.

    • Die meisten Universitäten unterscheiden sich nicht im Preis der Studiengebühren voneinander, habt also keine Angst, euch alle verschiedenen Hochschulen anzusehen (Ausnahme hier sind Privat-Unis wie Bond University, die meist etwas teurer sind).

    • Es kommt vor allem darauf an, dass ihr euch beim Studium wohl fühlt und Spaß habt – deswegen achtet bei der Wahl eurer Universität auch auf außerschulische Angebote, die Umgebung und vielleicht sogar auch auf die Wohnungslage, falls ihr nicht in einem College unterkommt.

    Solltet ihr einen Wissenschaftsfokus haben und auf eine etablierte und in der Arbeitswelt respektierte Einrichtung wert legen die ihren Studenten auch neben dem Studium sehr viel bieten kann, kann ich euch die University of Queensland nur empfehlen – mein Semester dort hat mir sehr viel Spaß gemacht. Dennoch haben alle Universitäten einen Schwerpunkt, der sie relevant macht – so hat die University of the Sunshine Coast zum Beispiel einen Fokus auf Marinbiologie, die es dort studierenden ermöglicht, dieses Feld mit mehr Expertise zu erforschen, als es andere Einrichtungen ermöglichen; findet also die für euch perfekte Uni.

    Der Einschreibungsprozess an einer Universität in Australien ist für euch recht einfach gestaltet: da das Ranke-Heinemann-Institut euch bei eurer Bewerbung und bei dem Ausfüllen der Unterlagen behilflich sein kann, wird euch dieser Schritt erheblich erleichtert, was viel Stress und Kopfweh nach dem Abitur verhindert. Eure Abschlussnoten werden dem australischen System angepasst und so wird festgestellt, ob ihr in eurem Wunschkurs angenommen werdet. Aus meiner eigenen Erfahrung ist diese Umrechnung sehr großzügig und ihr werdet mit einem guten Durchschnitt in viele Kurse aufgenommen. Sollte es dennoch nicht ausreichen, könnt ihr, falls ihr einen Aufenthalt über mehrere Semester plant, immer einen Brückenkurs abschließen, der euch dann schlussendlich in euren gewünschten Kurs bringt; redet dafür mit Universitätspersonal vor Ort oder per E-Mail.

    Ihr benötigt außerdem als Ausländer einen englischen Sprachnachweis in Form eines bestandenen IELTS, TOEFL oder Cambridge-Tests auf einem gewissen Niveau, welches ihr auf der Website der entsprechenden Universität nachlesen könnt.

    Abschließend möchte ich sagen dass diese Zeit, die ich bis jetzt in Australien verbringen durfte, es auf jeden Fall wert war und ich es euch wärmstens empfehlen kann, wenn ihr ein Interesse an anderen Kulturen oder der englischen Sprache habt. Anbei könnt ihr euch einige Bilder meines Wohnortes Kooralbyn, der Stadt Brisbane, der University of Queensland und der umliegenden Natur ansehen. Ich hoffe, dass sie euch gefallen und vielleicht sogar die Reiselust wecken.

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