Das Semester in Australien war eine wirklich tolle Erfahrung

Nina Schmähling | Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt


Wo
Victoria University

Zeitraum
2016

Was
Wirtschaftswissenschaften

Studienprogramm
Auslandssemester

Förderung
IRH Förderprogramm

31.07.2016

Auslandssemester an der Victoria University

Vor der Abreise:

Bereits mit Beginn meines Studiums hatte ich mich dazu entschieden, ein Semester im Ausland – vorzugsweise in einem englischsprachigen Land – zu absolvieren. Nach gründlichen Recherchen fiel meine Wahl schlussendlich auf Australien, da mir die Kombination, nach meinem absolvierten Auslandssemester noch etwas reisen zu gehen, sehr interessant erschien. Jetzt musste ich nur noch entscheiden, in welcher Stadt ich das Auslandsemester absolvieren soll. Da ich die Studiengebühren selbst finanzieren musste - leider hatte ich keine Möglichkeit auf Zuschüsse seitens der Fachhochschule bzw. des Bafögamtes, musste eine für mich finanzierbare Uni her und da zufälligerweise ein Bekannter von mir die Victoria University in Melbourne besucht hatte und aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus kam, fiel meine Wahl auf diese Uni. Nachdem ich entschieden hatte, mein Auslandssemester in Melbourne zu absolvieren, begann meine Onlinerecherche. Während dieser bin ich auf die Internetseite des Institutes Ranke-Heinemann gestoßen. Nach einem kurzen Schriftwechsel wurde mir mitgeteilt, welche Daten ich einreichen müsse. Da es nicht wirklich viele waren, war dieser Teil der Bewerbung schnell erledigt. 

Der für mich jedoch schwierigere Teil der Bewerbung war die Wahl der Kurse. Ein Großteil der angebotenen Kurse war leider nicht mit denen meiner Heimatuni kombinierbar. Als ich drei recht gut passende Kurse gefunden hatte und mit meiner Bewerbung eingereicht hatte, wurde mir auch schon wieder mitgeteilt, dass einer dieser Kurse in diesem Semester nicht angeboten wird (darauf wird man bei Bewerbungsbeginn auch hingewiesen) und meine ganze Kurswahl war dahin, also noch mal alles von Neuem mit der Heimatuni abklären, das war schon recht mühlselig, lag aber wahrscheinlich einfach auch an meiner Heimatuni.

Anfang Dezember bekam ich dann meine Zusage der Victoria University, nun ging es daran mein Visum zu beantragen und Flüge zu buchen. Die Beantragung des Visums sollte eigentlich relativ zügig vonstatten gehen, ich habe oft gelesen, dass Leute es schon ein bis zwei Tage nach Beantragung erhalten haben. Bei mir war das leider nicht der Fall. Ich habe mich für das Work und Holiday Visum entschieden, da ich nach meinem Studium gerne noch reisen wollte und schon wusste, dass ich nicht noch einmal als Backpacker nach Australien zurück kommen werde. Das Work und Holiday Visum hat ca. 440 AUD gekostet, wohingegen das Studentenvisum ca. 540 AUD gekostet hat, weshalb ich mich alleine schon aus Kostengründen für das Work und Holiday Visum entschieden habe. (Informationen zu beiden Visa Arten findet man unter folgenden Webseiten: https://www.border.gov.au/Trav/Visa-1/417-; https://www.border.gov.au/Trav/Visa-1/500-).

Beim Thema Flüge habe ich mich für ein Openreturn Ticket entschieden, das heisst ich habe für Hin- und Rückflug bezahlt, kann mein Rückflugdatum und den Rückflug-Flughafen (von den fünf größten Städten Australiens) flexibel bis zwei Wochen vor Ablug wählen. Jetzt fehlte nur noch eine Unterkunft für einen erfolgreichen Start in Melbourne. In den ersten fünf Tage habe ich mich für eine Unterkunft über Airbnb entschieden, um in dieser Zeit vor Ort nach Wohnungen zu suchen. Noch zu Hause in Deutschland habe ich mit einigen Vermietern Kontakt aufgenommen und durchweg alle haben mir, ganz nach australischer Manier, geantwortet, dass ich mich doch erst melden solle, wenn ich in Melbourne gelandet bin und mir nur keinen Stress machen soll. Gesagt Getan. Nach der Ankunft in Melbourne habe ich dann telefonischen Kontakt zu allen vorher kontaktierten Vermietern aufgenommen, um Besichtigungstermine zu vereinbaren. Dies hat auch super schnell funktioniert, ich hatte die ersten drei Tage jede Menge Besichtigungstermine und habe mich dann recht schnell für eine Wohnung ganz in Uninähe entschieden. (Alle Wohnungen habe ich übrigens über die Uni-eigene Housingdatabase gefunden: https://vu.studystays.com.au/). Vor meiner Abreise habe ich auch noch den Uni-eigenen Flughafenabholservice - der komplett kostenlos ist – sowie den von der Uni angebotenen Great Ocean Road Trip gebucht.

Ankunft in Australien:

Am Flughafen in Australien angekommen, wurde ich auch schon von einer netten Studentin des Flughafenabholservices in Empfang genommen. Dort habe ich dann auch ein kleines Büchlein mit vielen interessanten Tips über Melbourne bekommen; in diesem war auch eine Handykarte von Vodafone enthalten, die ich auch gleich in Betrieb genommen habe (das Netz von Vodafone war in der Stadt Melbourne an sich wirklich sehr gut, sobald man aber abseits der grossen Stadt war, wurde das Netz doch recht schlecht, deshalb würde ich empfehlen auf das Netz von Optus umzusteigen). Der Abholservice hat mich auch bis vor die Haustüre meines gebuchten Airbnb Apartments gebracht. Ich kann wirklich jedem empfehlen diesen Service zu buchen, man kann sich am Flughafen natürlich auch ein Taxi bestellen, das wird aber wahrscheinlich recht teuer sein, da der Flughafen doch etwas ausserhalb ist.

Die ersten Tage in Australien, habe ich, wie schon im vorherigen Absatz erwähnt, mit Wohnungsbesichtigungen verbracht. Nachdem ich endlich eine Wohung in Uninaehe (Campus Footscraypark) gefunden hatte war natürlich Stadterkunden angesagt. Zuerst habe ich mir jedoch den Campus und den anschliessenden Park näher angeschaut. Der Campus am Footscray Park ist wirklich sehr groß und auch sehr schön, am schönsten finde ich, dass man vom Campus aus einen direkten Blick auf den Fluss im anschließenden Park hat. Da ich direkt in Uninähe gewohnt habe, habe ich den Park auch regelmässig als Joggingstrecke benutzt, da man dort einen fantastischen Blick auf die Stadt hat.

Nachdem ich den Campus und den angrenzenden Park etwas näher erkundet hatte, stand die Stadt Melbourne und die Umgebung auf dem Plan. Als eines der ersten Highlights von Melbourne habe ich mir das Eureka Skydeck angesehen, von dort hat man einen fantastischen Blick über die ganze Stadt, Mein Tip: Kurz vor der Dämmerung auf den Turm gehen, um auch noch einen Blick auf Melbourne bei Nacht zu erhaschen.     Das faszinierende an Melbourne – meiner Meinung nach – ist, dass man in einer Großstadt ist und doch innerhalb von nur wenigen Minuten mit der Tram an diverse Strände gelangen kann, wie z.B. den Brighton Beach (bekannt für seine kleinen, bunten Häuschen), den Williamstownbeach und den St. Kildabeach. Es ist daher kein Wunder, dass Melbourne mehrere Male zur “Most liveable city” gekürt wurde.

Am Wochenende bevor das Semester begann, fand der von der Uni organisierte Great Ocean Road Trip statt, welcher wirklich super organisiert war und perfekt um Anschluss zu den übrigen Austauschstudenten zu finden. Die Leute die ich dort kennen gelernt habe, waren auf jeden Fall die Leute, mit denen ich einen Großteil meiner Zeit in Melbourne verbracht habe. Ich kann also jedem ans Herz legen, diesen Trip zu buchen. 

Leben in Melbourne / Unileben:

Zu Beginn der Uni, war ich doch recht erschrocken, wie schlecht man den australischen Akzent tatsächlich versteht, aber auch in diesem Falle kann man sagen: Übung macht den Meister. Nach einiger Zeit hatte ich kaum noch Probleme Australier – und vor allem meine Professoren – zu verstehen. Außerdem war es fast schon ein kleiner „Kulturschock“ für mich, dass die Professoren nur mit Vornamen angeredet werden möchten, das wäre in Deutschland so ziemlich unvorstellbar. Des Weiteren war es für mich recht ungewohnt, dass man während des Semesters in jedem Fach drei bis vier „Assignments“ abgeben musste, das konnten Essays, Group Reports, eine Auswahl an Fragen, Präsentationen oder ein Midsemester Test sein. Da hatte man während des Semesters schon einiges zu tun, aber es war wirklich alles machbar und die Professoren haben bei Fragen gerne weitergeholfen. Da ich in der ersten Jahreshälfte in Melbourne studiert habe, gab es auch eine einwöchige Ferienwoche. In dieser bin ich nach Tasmanien geflogen, was ich wirklich jedem, der Natur und Wandern mag, absolut empfehlen kann.

Es wurden aber auch einige Aktivitäten von der Uni aus organisiert, wie z.B. der Besuch eines AFL-Spiels (Australien Football League) oder ein Trip in den Wilsonspromotory Nationalpark. Zum Abschluss des Semesters haben dann nochmal einige der International Students einen Trip in den Grampions Nationalpark organisiert. Der Wilsonspromotory sowie der Grampions Nationalpark sind beide nur etwa zwei Stunden von Melbourne entfernt und beide definitiv einen Besuch wert.

Fazit:

Das Semester in Australien war eine wirklich tolle Erfahrung, ich würde jedem Studenten, der die Möglichkeit dazu hat raten, diese auch wahr zu nehmen.

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