Eine super Zeit

Daniel Staudt | Masterstudent


Wo
Monash University

Zeitraum
2015

Was
Information Technology (IT)

Studienprogramm
Auslandssemester

Förderung
IRH Förderprogramm

31.12.2015

Nehmt euch Zeit zum Reisen

Wie alles begann

Die Idee für ein Auslandssemester hatte ich schon länger im Kopf. Allerdings dachte ich dabei eher an Schweden oder Norwegen und nicht an das andere Ende der Welt. Als ich dann von Freunden und anderen Studenten von Australien erzählt bekommen habe, habe ich mich recht schnell dazu entschieden dort mein Auslandssemester zu absolvieren. Die Bewerbung war eine sehr nervige, langwierige Prozedur. Ich habe nicht nur all die Bewerbungsunterlagen für Ranke-Heinemann benötigt, zudem startete das Semester in Melbourne früher als mein Semester in meiner Fachhochschule endete. Mit der Hilfe der Professoren haben wir aber zum Glück andere Lösungen zum Abschließen der Module gefunden (größtenteils waren es Projekte die ich früher beenden konnte). Ich würde empfehlen, dass auf jeden Fall im vorhinein zu klären.

Abreise / Ankunft

Nachdem alles Organisatorische geklärt war und es endlich in Richtung Flughafen ging war ich erst einmal unsicher ob es wirklich eine gute Entscheidung war solange von Freunden und Familie getrennt zu sein und ob ich mich nicht sehr einsam fühlen würde. Als ich dann aber den Abschied im Flughafen hinter mir hatte und im Flieger saß, hat es sich aber richtig gut angefühlt, einfach mal alle Probleme von Deutschland hinter sich zu lassen und ich habe angefangen mich rießig darauf zu freuen.

In Melbourne hat dann ein Fahrer auf mich gewartet, der allen Studenten der Monash University erst einmal einen 50-Dollar-Vodafone-Gutschein geschenkt hat, was natürlich extrem unerwartet und hilfreich war. Anschließend hat er uns zu unserer Unterkunft gefahren.

Unterkunft

Mit der Unterkunft war ich recht spät dran und so habe ich zusammen mit einem Freund, der mich auf meiner Reise begleitet hat, erst einmal zwei Wochen in einem Hostel in St. Kilda – der Partyzone von Melbourne – gewohnt. Das Hostel war so ziemlich der schlechteste Wohnort an dem ich bis jetzt gelebt habe, im Rückblick war es aber recht lustig wenn man jetzt davon erzählen kann :D. Vor Ort habe ich mir dann eine Ein-Zimmer-Wohnung gesucht, da die Unterkunft außerhalb des Campus günstiger ist als direkt auf dem Campus zu wohnen. Bezahlt habe ich 190 AUD pro Woche, was ungefähr 550€ pro Monat entspricht. Leider hat mittendrin der Eigentümer gewechselt, sodass ich am Ende Probleme hatte, meine Kaution zurück zu bekommen. Mit der Off-Campus-Hilfe der Universität konnte ich dann aber zum Glück den größten Teil der Kaution retten. Die Hilfe von Monash in diesem Zusammenhang hab ich sehr genossen, vor allem da sie auch noch komplett kostenfrei war. Das ist leider eines der wenigen Risikos die man nie ganz ausschließen kann, wenn man Off-Campus wohnt. Wenn ich zurückblicke würde ich in Zukunft das Wohnen auf dem Campus bevorzugen. Zum Einen lebten dort die meisten Freunde die ich während meines Aufenthaltes kennenlernen durfte. Zum Anderen haben die einzelnen „Halls“ auch jede Woche spezielle Events und des öfteren auch kostenloses Essen.

Orientation-Week

Die Orientation-Week war aktuell zwei Wochen. Die erste Woche war nur für internationale Studenten wie mich und die zweite für alle Studenten allgemein. Während dieser Zeit gab es eine Menge hilfreiche Infos bezüglich Wohungssuche, Freizeitgestaltung, uvm. Zudem gab es viele Kennenlern-Spiele die dabei halfen mit anderen ins Gespräch zu kommen. Die Spiele waren recht cool, sodass man schnell einige Kontakte knüpfen konnte. Generell habe ich in den ersten zwei Wochen einige Freundschaften schließen können die bis jetzt zum Ende durchgehalten haben. Viele Studenten hier kommen aus Asien, u.a. auch sehr viele aus Malaysien, da die Monash University dort weitere Standorte hat und die Studenten zwischen diesen wechseln können.

Studium

Das Studium an sich war nicht schwerer als in Deutschland. Allerdings entstehen die Noten hier allerdings ein bisschen anders. Die Klausur am Ende des Semesters hat in meinen Modulen nur 30-50% gezählt, die anderen 50-70% werden mit Hilfe von Assignments erreicht. Die Assignments sind Aufgaben oder Projekte die zu Hause erledigt werden können und sind z.T. extrem zeitaufwendig. Im Allgemeinen mag ich diese Vorgehensweise extrem, da man sozusagen „gezwungen“ wird am Stoff dran zu bleiben und somit zur Klausurphase weniger lernen muss. Die Aufgaben beziehen sich also auf den Stoff den man zu der Zeit im Unterricht durchnimmt. Die reine Vorlesungszeit ist extrem wenig. Ich habe drei Module belegt und musste nur dienstags und mittwochs zur Universität kommen. Es waren zwei Stunden Vorlesungen und zwei Stunden Tutorials pro Woche und Modul. Die meiste Arbeit erledigt man also zu Hause. Die Universität bietet aber auch eine Menge Platz an um auch dort zu arbeiten. Für Postgraduate-Studenten (Master) gibt es sogar eigene Räume zu denen man 24 Stunden, 7 Tage die Woche Zugriff hat. Generell stand hier in Australien aber nicht mein Studium im Vordergrund, sondern eher andere Menschen und Kulturen, deshalb halte ich diesen Abschnitt relativ kurz.

Freizeit

Für Freizeit und Spaß gibt es hier in Melbourne unendlich viele Möglichkeiten – vorausgesetzt man bringt das nötige Kleingeld mit. Auf dem Campus gibt es die Möglichkeit für Standard-Sportarten wie Fußball, Tennis, Basketball, ... aber auch für Sportarten wie Dodgeball, Cricket oder Australisches Football (AFL). Schade fande ich, dass alles auf dem Campus extrem teuer ist, auch wenn man nur mal zwei Stunden Tennis spielen will. Wenn man die Höhe der Studiengebühren bedenkt hätte ich erwartet, dass es billiger sein würde.

Eine tolle Möglichkeit die Freizeit etwas kostengünstiger zu gestalten sind die Mitgliedschaften in einer der vielen Clubs der Monash University. Ich selbst war Mitglied im Outdoor-Club sowie im Monash-Board-Rider – Club (MBR). Mit dem Outdoor-Club habe ich viele coole Wochenenden verbracht, so waren wir u.a. Kajaking, Mountain-Biking, Bouldern, Rafting und Hiking. Mit MBR war ich in erster Linie Surfen, es ist aber auch möglich mit ihnen Snow- oder Skateboarden zu gehen / zu lernen. Generell kann ich beide Clubs nur wärmstens empfehlen. Monash bietet soviele Clubs an, mehr als ich hier aufzählen kann und es sind bestimmt Clubs für jeden dabei. Die Mitgliedschaft der Clubs kostet einmalig meist zwischen 10€ und 20€ und dann zahlt man für jedes Event. Die Kosten halten sich aber stark in Grenzen, da damit kein Gewinn gemacht wird, sondern nur die Kosten für Campingplätze oder Ausrüstung gedeckt werden.

Die großartigste sportliche Erfahrung hab ich allerdings außerhalb von Monash University gemacht und zwar am Strand von St. Kilda (mit öffentlichem Transport ca. 1 ½ Stunden entfernt). Dort hab ich das Kite-Surfing erlernt, was mir so gut gefallen hat, dass ich zwei Tage danach die ganze Ausrüstung dafür gekauft habe. Es ist ein atemberaubendes Gefühl die Kraft des Kites zu spüren und übers Wasser zu gleiten. Leider ist es für mich nicht nur die coolste, sondern auch teuerste Sportart die ich hier erleben durfte und kann es somit nur denen empfehlen, die genügend Geld zur Verfügung haben.

Reisen

Wer hier nach Australien kommt sollte auf jeden Fall noch ein bischen Zeit zum Reisen einplanen. Ich selbst hatte das Glück, dass das Semester Mitte November endete und in Deutschland erst im April wieder beginnt – also jede Menge Zeit zum Reisen.

Ende November ging es dann mit zwei Freunden für ca. 3 Wochen nach Neu Seeland. Gestartet sind wir auf der Süd-Insel in Queenstown, zurück ging es dann von der Nord-Insel in Auckland. Während dieser Zeit habe ich eine Menge atemberaubender Dinge gesehen. Angefangen mit riesigen Bergen und kristallklaren Seen, über Vulkane, Geysire und dem Regenwald. Speziell auf der Süd-Insel gibt es Natur soweit das Auge reicht. Die Straßen sind extrem leer und es kann schonmal vorkommen, dass man bis zur nächsten „Stadt“ über 100 km fahren muss. Auf der Nord-Insel waren wir dann Bungee jumpen im Gravity-Canyon und natürlich am Filmset von Der Herr der Ringe / Hobbit.

Anschließend ging es nochmal zurück nach Melbourne. Anfang Januar kommt mich mein Bruder aus Deutschland besuchen und wir werden dann die Ostküste von Australien erkunden. Wir starten in Sydney bis wir schließlich Ende Januar Cairns und das Great Barrer Reef erreichen werden. Anschließend geht es dann mit meiner Freundin nach Malaysien und danach treffe ich einen Freund in Thailand... liegt ja sozusagen auf dem Weg nach Hause. Schade, dass ich davon noch nicht mehr erzählen kann.

Sonstiges

Essen und Trinken

Das Essen und Trinken in Australien ist ziemlich teuer (wie fast alles hier). Ziemlich cool ist, dass man in fast allen Restaurants kostenlos Wasser bekommt und auch an öffentlichen Plätzen wie an der Universität oder am Strand von St. Kilda hat man immer wieder Wasserstationen, an denen man kostenlos seine Flasche nachfüllen kann. Selbst in Diskotheken war das Wasser immer frei.

Bezüglich Alkohol ist das hier in Australien so eine Sache... Der Alkohol ist mindestestens zwei mal so teuer wie in Deutschland und zudem ist es an den meisten Plätzen verboten Alkohol in der Öffentlichkeit zu trinken (selbst an Neujahr). In den Halls an der Monash University war es erlaubt zu trinken, allerdings sind Trink-Spiele untersagt. Ich habe während meiner Zeit hier extrem wenig Alkohol getrunken, vermisst habe ich ihn aber auch nicht.

Geld abheben

Um hier Geld abzuheben hatte ich ein Konto bei der Deutschen Bank eröffnet. Die Deutsche Bank hat hier in Australien eine Partnerbank namens Westpac, bei der man kostenlos Geld abheben kann. Ich kam bis zum Ende sehr gut mit dieser Lösung zu Recht. Die Miete konnte immer bar oder über die australische Post bezahlt werden, sodass Überweisungen nicht nötig waren.

Mit Ranke-Heinemann lief generell alles ohne Probleme. Das schöne ist, dass sie sich um die ganzen Kleinigkeiten kümmern und sich sogar um das Study Transcript gekümmert haben. Ich habe von Freunden anderer Länder gehört, dass sie es selbst beantragen und auch noch ca 20€ dafür zahlen müssen.

Fazit

Alles in allem kann ich ein Auslandssemester an der Monash University nur empfehlen. Klar, es war sehr nervig für mich mit den hohen Studiengebühren hier in Australien, aber wir sind auch ziemlich verwöhnt mit Deutschland. Wenn man darüber hinwegschauen kann wird man hier eine super Zeit erleben. Diejenigen, die mehr über meine Zeit hier wissen wollen und vielleicht ein Paar Tipps und/oder Bilder möchten, können sich gerne an mich wenden. Meine E-Mail – Adresse ist: d.staudt[at]fh-bingen.de

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