Mindestens einen Freund aus jedem Kontinent dieser Erde gewonnen

Aleksandar Arsov | Student der Uni Bremen


Wo
Southern Cross University

Zeitraum
2017 - 2018

Was
Wirtschaftsingenieurwesen

Studienprogramm
Auslandssemester

Förderung
IRH Förderprogramm

10.02.2018

Ich würde jedem empfehlen sich zu trauen!

Mein Auslandssemester begann im Oktober 2017, ich habe jedoch die Hochschulmesse „Studium und Praktikum im Ausland“ an der Universität Bremen bereits im Jahr 2016 besucht. Seitdem hat die Vorbereitung für mein Auslandssemester begonnen. Ich habe mich bei mehreren Instituten und Organisationen informiert, die Studenten bei der Planung, Bewerbung und Durchführung ihres Auslandssemesters unterstützen. Nach einer langen Recherche während der Messe und danach habe ich mich für das Ranke Heinemann Institut entschieden.

Das Förderprogramm dieses Instituts, welches eine exzellente Beratung und Betreuung durch kompetenten Sachberaterinnen bietet, sowie die übersichtliche und aussagekräftige Internetseite des Instituts überzeugten mich und waren für meine Entscheidung von große Bedeutung. Die Down Under Region für mein Auslandssemester stand bereits seit Beginn meines Bachelorstudiums fest. Ich wollte schon immer die andere Ende der Welt sehen und zwar nicht nur besuchen sondern auch eine gewisse Zeit dort verbringen. Bei der Auswahl des Landes und der Universität hat mir die Internetseite des Ranke Heinemann Instituts geholfen. Wichtige Auswahlkriterien für mich waren die Studiengebühren sowie der Rankingplatz der Gastuniversität auf der weltweiten Rankingliste.

 

 

Ganz wichtig war auch, dass die angebotenen Kurse zu meinem Curriculum der Universität Bremen passen bzw. von dem zuständigen Professor für Auslandsaufenthalte, nach erfolgreicher Absolvierung anerkannt werden. In diesem Zusammenhang musste ich ein sogenanntes „Learning Agreement“ (LA) erstellen, in welchem dokumentiert wird welche Kurse aus dem Auslandsemester in welcher Höhe bzw. mit wie vielen Credit Points (CPs) für das aktuelle Studium in Deutschland angerechnet werden. Des Weiteren sollten diese Kurse im Trimester 3, d.h. von Oktober bis Februar stattfinden, damit ich die Klausurphase an der Universität Bremen nicht verpasse. Das LA sollte auch möglichst früh, d.h. 9-12 Monate im Voraus erstellt werden, da das LA bei allen anderen Anträgen, wie z.B. für das Auslands BAföG sowie für das DAAD Stipendium (PROMOS) gefordert wird. Am Anfang handelt es sich um ein provisorisches LA, denn zu dem Zeitpunkt der Erstellung, d.h. ein Jahr vor den jeweiligen Trimester Beginn stehen die Kurse, die tatsächlich unterrichtet werden nicht zu 100% fest, man kann sich jedoch an den Kursen vom vorherigen Jahr orientieren und diese erstmal in dem LA eintragen, mit der Hoffnung, dass diese auch angeboten werden. Das LA darf im Nachhinein, kurz vor dem geplanten Trimester, geändert bzw. aktualisiert werden, falls einige Kurse doch nicht angeboten werden.

Bei der Vorbereitung eines Auslandssemesters sollten möglichst alle Bewerbungsfristen eingehalten werden, ansonsten kann der/die Studierende sowohl eine finanzielle Unterstützung, welche ihm/ihr zusteht nicht erhalten als auch in einen zeitlichen Verzug geraten bis hin zu Verschiebung des Auslandssemester auf ein anderen Zeitpunkt bzw. in das nächste Semester. Im folgenden Abschnitt werden die wichtigsten Fristen in eine chronologischer Reihenfolge aufgezählt, damit die Vorbereitung erfolgreich und stressfrei abläuft. 

Auslands BAföG

Für Australien ist das BAföG Amt in Marburg zuständig, da dort viele Anträge eingehen kann es bis zu sechs Monate dauern, bis der Antrag bearbeitet wird. Deswegen sollte bereits am Anfang der Vorbereitung (d.h. ca. 12 Monate vor dem geplanten Beginn des Auslandssemesters) ein Antrag auf Vorabentscheid eingereicht werden. Für diesen Antrag sind noch nicht die Immatrikulationsbescheinigung der Auslandsuniversität sowie weitere Dokumente, die man erst nach der Bewerbung bzw. Zusage erhält, erforderlich. Es müssen nur die Formblätter für die Eltern und Geschwister, die man auch beim Inlands BAföG Amt normalerweise abgeben muss sowie das Zusatzblatt für Ausbildung im Ausland (Formblatt 6) eingereicht werden. Eine Rücksprache mit dem zuständigen BAföG Bearbeiter ist empfehlenswert. Dieser Vorabentscheid ist nach der Erstellung für die nächsten 12 Monate gültig und beschleunigt enorm die weitere Bearbeitung, denn anschließend müssen die einzelnen Dokumente nachgereicht werden und die finanzielle Unterstützung wird vor dem Beginn des Auslandssemesters erhalten und nicht wie in manchen Fällen währenddessen oder sogar erst nach dem Beenden. Neben der monatlichen Förderung übernimmt das Auslands BAföG 4.600€ der Studiengebühren sowie jeweils 500€ für den Hin- und Rückflug.

DAAD Stipendienprogramm (PROMOS)

Dieses Stipendienprogramm fördert 4 Monate und die monatliche Förderung ist abhängig von dem jeweiligen Land, in welchem das Auslandssemester durchgeführt wird. In mein Fall für Australien betrug es 300 € pro Monat. Es gibt zwei Bewerbungsfristen im Jahr. Die Bewerbungsfrist für Auslandssemester, die in dem Zeitraum von Januar bis Ende Juni stattfinden ist der 31. Oktober des vorherigen Jahres. Die Bewerbungsfrist für Auslandssemester, die in dem Zeitraum von Juli bis Dezember stattfinden, wie es bei mir der Fall war, ist der 1. März. Obwohl mein Auslandssemester bis Februar 2018 ging, förderte mich dieses Stipendienprogramm nur bis Dezember 2017, d.h. PROMOS fördert nur innerhalb der 6 Monate für welche man sich beworben hat und ist unabhängig davon wann das Auslandssemester endet. In diesem Zusammenhang, sollte bei der Auswahl des Landes bzw. der Gastuniversität darauf geachtet werden, dass das Auslandssemester entweder zwischen Januar und Juni oder zwischen Juli und Dezember liegt, um die vollständige Förderung von PROMOS zu erhalten. 

Bewerbung an der Gastuniversität

Sobald die Kurse für das gewünschte Semester online sind, sollte die Bewerbung eingereicht werden. Dies ist meistens drei Monate bevor das Semester beginnt der Fall. Ich habe meine Bewerbung mit Hilfe des Instituts Ranke Heinemann durchgeführt, indem ich wie bereits erwähnt die kompetente Beratung und Betreuung durch das Förderprogramm der IRH genoss und zusätzlich mir die Möglichkeit für weitere finanzielle Unterstützung sicherte. Ich habe mich zwar nicht für das Voll-Stipendium, welches durch den IRH vergeben wird beworben, da ich bestimmte Voraussetzung bzw. Fristen (s. IRH Internetseite) nicht erfüllen bzw. einhalten könnte. Jedoch durch die Abgabe des Erfahrungsberichtes nach dem erfolgreichen Beenden des Auslandssemesters steht jedem Student, welcher die Bewerbung durch IRH durchgeführt hat eine Studienbeihilfe zu, welche eine Rückerstattung von 5% der Studiengebühren gewährt. Dabei es ist wichtig die Abgabefristen zu beachten, die zwei Mal im Jahr sind. Bei Trimestern muss innerhalb des ersten Monats des Auslandssemesters an das Förderzentrum des IRH eine E-Mail geschickt werden um einen Abgabetermin zu vereinbaren, ansonsten verfällt der Anspruch auf die oben erwähnte Studienbeihilfe. Des Weiteren wird der beste Erfahrungsbericht ausgewählt und mit einer Prämie von 1000€ belohnt. Die notwendigen Unterlagen für die Bewerbung, sind entweder der Internetseite der IRH zu entnehmen oder können telefonisch bei den Sachbearbeiterinnen, nachgefragt werden. Die weitere Verfolgung der Bewerbung und die Kommunikation mit der Gastuniversität verlaufen durch die jeweilige Sachbearbeiterin. Nachdem die Zusage der Gastuniversität eingegangen ist, müssen zeitnah die Studiengebühren überwiesen werden. Nach erfolgreichem Eingang der Studiengebühren auf dem Bankkonto der Gastuniversität erhält man die Immatrikulation (Confirmation of Enrolment) für die gewünschten Kurse.

Visum & Flug

Nach der erfolgreichen Immatrikulierung, sollte so schnell wie möglich das Visum beantragt werden. Die Bearbeitungsdauer des Visumsantrags ist von der Staatsangehörigkeit der Antragsstellers sowie der Beantwortung des online Fragebogens, abhängig. Ich habe 24 Stunden nach der Antragsstellung die Bestätigungsemail bekommen. In diesem Zusammenhang ist die Krankenversicherung zu erwähnen, für die Erteilung des Visums reicht die studentische Krankenversicherung der BUPA, welches die SCU empfiehlt. Diese Versicherung deckt jedoch lediglich normale ärztliche Kontrollen und Untersuchungen ab. Weitere Untersuchungen oder Behandlungen sowie der Besuch eines Zahnarztes werden nicht übernommen. Dies war bei mir der Fall weshalb ich meine Nachfolger/innen warnen möchte. Entweder wird die Krankenversicherung bei der BUPA von Anfang an erweitert oder es soll eine andere Versicherung gewählt werden, welche auch zahnärztliche Behandlungen und Untersuchungen übernimmt. Im Gegensatz zu Deutschland, wo eine Wurzelbehandlung in den meisten Fällen von der Krankenkasse übernommen wird, muss in Australien 1.600 AUD gezahlt werden.

Sobald die Bestätigungsemail für das Visum da ist, sollte das Hinflug Ticket gekauft werden. Ich habe mein Hinflug Ticket über „Skyscanner“ gekauft, was ich weiterempfehlen kann. Ich bin ab Düsseldorf nach Gold Coast für 440 € geflogen, musste jedoch zweimal umsteigen, in Abu Dhabi und Hong Kong. In Hong Kong hatte ich ca. 11 Stunden Umsteigezeit, die ich für eine Sightseeing Tour genutzt habe, was ich jedem empfehlen kann. Die S-Bahn fährt in einem 20 minutigen Intervall von Hong Kong Flughafen zur Innenstadt und ein Tagesticket kostet ca. 14  €.

Während der Vorbereitung meines Auslandssemesters habe ich eine einmonatige Sprachreise in Malta absolviert. Durch den Business English Unterricht (5 Unterrichtsstunden pro Tag) hat sich mein Vokabular verbessert sowie die schriftliche Kommunikation, welche für mein Auslandssemester von großer Bedeutung war. Denn die Kommunikation mit den Dozenten verlief überwiegend per Email. Die einmonatige Sprachreise bei der English Learning Academy (ELA) in Sliema, Malta hat mich inklusive Flug und Unterkunft um die 1.500 € gekostet und hat ein großen Teil dazu beigetragen mein Auslandssemester erfolgreich zu absolvieren. Aus diesem Grund würde ich jedem eine Sprachreise oder ein intensiven Sprachkurs vor der Abreise empfehlen, um die eigenen Englisch Kenntnissen zu verbessern.

Ankunft und Unterkunft

Der Gold Coast Flughafen liegt in dem südlich gelegenen Vorort Coolangatta, wo ebenfalls der Southern Cross University Campus liegt. Ich konnte bereits vom Flieger meine Gastuniversität sehen. Es war meine erste Reise außerhalb von Europa und ich kämpfte tatsächlich ca. eine Woche lang mit dem sogenannten „Jetlag“. Deswegen würde ich jedem empfehlen mindestens eine Woche vor dem Semesterbeginn bzw. Orientierungswoche anzureisen. Der Flughafen sowie der SCU liegen an der Grenze zwischen zwei Bundesstaaten und zwar Queensland (QLD) und New South Wales (NSW). Diese Grenze verläuft durch die Mitte des Vororts Coolangatta. Die Zeitzonen in QLD und NSW sind unterschiedlich, NSW ist während der australische Sommerzeit eine Stunde im Voraus, d.h. Geschäfte und öffentliches Verkehrsmittel, welche sich in den selben Stadtteil befinden bzw. fahren, operieren nach unterschiedlichen Zeitzonen, was leicht verwirrend sein kann. Dies hat geführt, dass ich am ersten Tag vor einer geschlossenen Supermarkt Tür stand. Meine Unterkunft lag in NSW aber meine Uhr war jedoch nach der Uhrzeit von Gold Coast Flughafen, der wiederum in QLD liegt, eingestellt. Der öffentlichen Verkehrsmittel in QLD haben den Namen Translink (so wie BSAG in Bremen) und diesbezüglich es empfiehlt sich die „Go Card“ zu kaufen (am Flughafen oder in jedem „SevenEleven“ Laden erhältlich). Nach anschließender Registrierung auf der Translink Seite als Student bekommt man eine Ermäßigung und kann günstig mit öffentlichen Verkehrsmitteln in der Gold Coast sowie in andere Städte von QLD, wie z.B. Brisbane, reisen. Die Verpflegungskosten sind etwas höher als in Deutschland, jedoch abhängig in welchem Supermarkt eingekauft wird. Die Supermarkt Kette ALDI ist unter anderem am günstigsten, jedoch nicht so weit verbreitet wie in Deutschland. Im Gegensatz zu Deutschland haben in Australien sowohl Supermärkte als auch Shoppingcenter an Sonntagen auf. Trotz der hektischen und etwas stressige Anfangsphase, habe ich ein paar Tage nach meiner Ankunft den Weg zu den wunderschönen Rainbow Strand in Coolangatta gefunden (s. Bild 1). Hier habe ich den größten Teil meiner Freizeit verbracht.

Meine Unterkunft habe ich bereits aus Deutschland gebucht über die Plattform „Airbnb“. Ich habe in dem Vorort Banora Point bei einer Aborigine Familie ein ca. 10 m² großes Zimmer mit einem Bett, Kleiderschrank und Schreibtisch gehabt. Der Fokus meines Auslandssemesters war unter anderem auch Kontakt zu Einheimischen zu knüpfen und deren Kultur so gut wie möglich kennen zu lernen. Diese Unterkunft hat sich dafür sehr gut angeboten. Ein weiterer Vorteil dieser Unterkunft war die wöchentliche Miete, die 120 AUD betrug und somit weit unter dem durchschnittlichen Mietpreis pro Woche in der Region lag. Die Entfernung zu dem Campus war der einzige Nachteil an dieser Unterkunft, der Weg in eine Richtung betrug ca. 50 Minuten mit öffentlichen Verkehrsmittel und ca. 30 Minuten mit dem Fahrrad. Ich hatte Glück gehabt und direkt an meinem zweiten Tag in Australien ein Fahrrad geschenkt bekommen. Auf Dauer war dies jedoch anstrengt, denn das Wetter an der Gold Coast war zu diesem Zeitpunkt (australischer Frühling Anfang November) ziemlich wechselhaft und die Region ist uneben im Gegensatz zu Bremen. Ich bin trotzdem in der Unterkunft geblieben mit den Gedanken mir ein Auto zu kaufen, da ich nach meinem Studium sowieso geplant habe für ein paar Monate zu reisen und Australien zu erkunden. Meine Autosuche hat meine Gastfamilie mitbekommen und mir deren Ersatzauto angeboten für eine gewisse Zeit bzw. bis zum Ende meines Auslandssemesters zu nutzen. Dies war eine riesen Unterstützung für mich und mein Leben in Australien, denn neben der erleichterte Anreise zum Campus, erleichterte der Besitz eines Autos auch meine Einkäufe und erhöhte meine Flexibilität. Dies untermauerte meine Entscheidung bis zum Ende meines Semesters bei der Familie zu bleiben.

SCU Campusleben

Die SCU, mit Hauptsitz in Lismore, hat mehrere Niederlassungen in Australien, unter anderem in Sydney, Melbourne, Coffs Harbour sowie in der Gold Coast, wo ich mein Auslandssemester absolviert habe. Der Campus in der Gold Coast ist ziemlich neu und dementsprechend auch klein verglichen zu dem Campus in Lismore oder der an meiner Heimatuniversität in Bremen. Dafür ist die Lage dieses Campus traumhaft und der Ausblick aus dem zehnten Stockwerk der Gebäude B wird lebenslang in meine Erinnerungen bleiben.Die Orientierungswoche wurde genutzt, um den Campus kennen zu lernen, uns wurden die wichtigsten Räume bzw. Anlaufstationen gezeigt. Während der Orientierungswoche wurden uns das für die Auslandsstudenten zuständige Team sowie die Funktionen der online Plattform „MySCU“, ähnlich wie StudIP, vorgestellt. Die Bibliothek sowie alle anderen Räumlichkeiten an dem Campus sind sehr modern (s. Bild 3) und besser ausgestattet als ich es von meiner Heimatuniversität in Bremen gewohnt war. Jedoch war die Bibliothek im dritten Trimester (Oktober-Februar) nur bis 18:00 Uhr geöffnet. Dafür waren die anderen Räumlichkeiten des Campus 24 Stunden sieben Tage der Woche geöffnet. 

Der Campus verfügt über keine richtige Mensa, sondern einem Shop, in welchem eine warme Mahlzeit sowie andere Verpflegungsprodukte gekauft werden können, jedoch nicht zu den günstigen Preisen, die die Mensa der Universität Bremen anbietet. Des Weiteren gibt es mehrere Gemeinschaftsküchen mit Kühlschrank, Toaster und Mikrowelle, in welchen sich jeder Essen selber mitbringen und zubereiten bzw. aufwärmen kann. Der Campus verfügt über einen großen Parkplatz, der im Gegensatz zu den an der Universität Bremen für die Studenten der SCU kostenlos ist. Die SCU bietet seinen Studenten professionelle Unterstützung bei der Wohnungssuche, bei der Erstellung von Lebensläufen sowie der Bewerbung für einen Arbeitsplatz. An der SCU existiert ebenfalls ein Team, welches die Studenten bei dem Schreiben ihrer Hausarbeiten (wissenschaftliches Schreiben sowie Zitierung) unterstützt. Jeder Student hat das Recht einmal in der Woche einen halbstündigen Termin mit einem Mitarbeiter dieses Teams zu vereinbaren. Des Weiteren wurden auch viele Freizeitaktivitäten sowie Wochenendreisen seitens der Universität während des Semesters angeboten.

Kurse und Prüfungsleistungen

Bei einem Auslandssemester in Australien besteht die Möglichkeit drei oder vier Kurse zu belegen. Ich habe drei Kurse belegt, was ich auch jedem empfehlen würde, denn nicht nur die Sprache erhöht die Arbeitsstunden bei Erbringung der Prüfungsleistungen sondern auch die Menge der Prüfungsleistungen pro Kurs sowie die Unterrichtsweise sind unterschiedlich im Vergleich zu Deutschland. Hinzu kommt, dass ein Semester in Australien inklusive der Prüfungsphase nur 3,5 Monate lang ist. An der SCU waren die Kurse, die ich belegt habe vom Inhalt her nicht so komplex wie die Masterkurse der Universität Bremen, dafür war aber die Quantität der Prüfungsleistungen pro Kurs viel größer als in Bremen. An der Universität Bremen kommt es selten vor, dass zum Bestehen eines Faches eine Hausarbeit bzw. Gruppenarbeit und zusätzlich eine schriftliche Prüfungsleistung, vorausgesetzt wird. Wenn so etwas vorkommt, dann ist nur eine Hausarbeit bzw. Gruppenarbeit gefordert. An der SCU hatte ich zwei Kurse, in welchen ich zwei Hausarbeiten schreiben musste und anschließend in der Prüfungsphase eine Klausur hatte. In dem dritten Kurs, musste ich keine Klausur schreiben, hatte aber dafür drei Hausarbeiten und ein Online Quiz. Jede Prüfungsleistung wurde unterschiedlich gewichtet (z.B. das Online Quiz hatte nur 10%, die Hausarbeit 45% usw.), die Endnote ergab sich von den erreichten Prozenten in den jeweiligen Prüfungsleistungen.

Es ist wichtig die geplanten Kurse, wie bereits erwähnt in Vorfeld durch das Learning Agreement (LA) mit dem zuständigen Professor für Auslandsaufenthalte an der Heimatuniversität abzusprechen. Das LA ist die Grundlage für die spätere Anrechnung der absolvierten Auslandskurse an der Heimatuniversität. Das LA wird von dem zuständigen Professor für Auslandsaufenthalte nur akzeptiert, wenn die ausgewählten Auslandskurse einen ähnlichen Inhalt wie Kurse aus dem Fachbereich des jeweiligen Studiengangs an der Heimatuniversität haben. Die absolvierten Auslandskurse werden nicht mit der exakt gleichen Anzahl an CPs, die für ein Studium in Australien vorgesehen ist, in Deutschland angerechnet. Diesbezüglich hat jede australische Universität auf ihrer Internetseite eine Umrechnungstabelle für die Konvertierung der CPs. In meinem Fall wurden 10 CPs der SCU in 6 ECTS in Deutschland umgerechnet, wodurch mir bei Belegung von drei Kursen insgesamt 18 ECTS angerechnet wurden.

Arbeiten

Wenn man vor hat parallel oder nach dem Studium in Australien zu arbeiten, sollte ein australisches Bankkonto eröffnet werden. Ich habe mich für die ANZ Bank entschieden, welche ich empfehlen kann. Der Reisepass, der Studentenausweis sowie die Steueridentifikationsnummer aus Deutschland werden für die Eröffnung benötigt. Des Weiteren wird die „Tax File Number (TFN)“ für die Aufnahme eines Arbeitsverhältnisses benötigt, die ganz einfach online beantragt werden kann, die Bearbeitungszeit dauert jedoch ca. zwei Wochen. Eine Beschäftigung in dem Gastronomie Bereich oder ein Bereich, der mit Alkohol handelt, setzt eine erfolgreiche Teilnahme an einem „Responsible Service of Alcohol“ (RSA) Kurs voraus. Dieser Kurs wurde auch von der SCU am Anfang des Semesters zu vergünstigten Preisen angeboten, hierbei ist jedoch zu erwähnen, dass der RSA Nachweis von QLD für einen Job im Gastronomiebereich in NSW nicht akzeptiert wird. Der RSA Kurs in NSW dauert länger und ist teurer als der RSA Kurs in QLD. Dies war bei mir der Fall, als ich ein Job in ein Bottleshop, fünf Minuten Fußweg von mein Haus entfernt, gefunden habe. Ich hatte bereits den RSA Nachweis von QLD, da der Laden in NSW lag, wurde der Nachweis nicht akzeptiert und ich musste diesen nochmal machen, die Kosten wurden glücklicherweise von mein Arbeitgeber übernommen. Diesen Job mit 10-12 Stunden pro Woche habe ich parallel zu den Vorlesungszeiten ausgeführt und mein Aufgabenbereich beinhaltete Lagertätigkeiten sowie Verkäufertätigkeiten. Weitere Arbeitsmöglichkeiten in der Gold Coast bieten die zahlreiche Gastronomie Geschäfte, sowie „UBER EATS“, wo man Essen und Getränke mit dem Fahrrad oder Auto ausliefern muss. Die SCU vergibt ebenfalls Studentenjobs, die sehr gut bezahlt werden, jedoch deren Anzahl ist sehr gering und es werden meistens Studenten beschäftigt, die mehrere Semester oder ihren ganzen Studium an der SCU durchführen. Während der Vorlesungszeiten darf mit dem Studentenvisum 20 Stunden pro Woche gearbeitet werden, anschließend bzw. während der Semesterferien kann Vollzeit gearbeitet werden. Meine Klausuren Phase ging bis zum 10 Februar und mein Studentenvisum endet ein Monat später. Glücklicherweise habe ich direkt am nächsten Tag nach meiner letzten Prüfung ein Vollzeit Job in ein Lager in Brisbane gefunden, wo ich dann nach paar Tage auch umgezogen bin und ein Monat lang gearbeitet habe. Durch die Einnahmen konnte ich mir das zweimonatige Reisen durch Australien finanzieren.

 

Reisen & Must-See

Aufgrund der hohen Auslastung während meines Semesters in Australien und meine im Vorfeld definierten Ziele bezüglich der Endnoten meiner Auslandskurse, hatte ich nicht so viel Kapazität zum Reisen. Dafür bin ich aber öfters zu den nahliegenden Stränden zum Schwimmen oder Surfen gegangen. In den Weihnachtsferien habe ich den berühmten Byron Bay besucht und anschließend die „Minyon Falls“, welche halbe Stunde davon entfernt sind sowie den Springbrook National Park und seine wunderschönen Wasserfälle besichtigt. 

Das sind die Orte, die bei jedem, der sich in der Region von Gold Coast aufhält auf der Must-See Liste stehen sollten. Ich habe am Ende alle Kurse mit sehr gute Endnoten abgeschlossen, dafür aber von dem Land nicht so viel gesehen, wie manche andere Kommilitonen/-innen. Deswegen aber habe ich mir vorgenommen nach mein Semester und meiner Arbeit in Brisbane mir ein Auto zu kaufen und so viel wie möglich von Australien zu sehen. Ich wollte schon immer Western Australia (WA) und Perth besuchen und deswegen bin ich von Brisbane nach Perth geflogen. Dort habe ich mir ein Auto gekauft, würde ich auch jedem Auslandsstudenten bzw. Backpacker empfehlen sich ein Auto mit WA Kennzeichnen zu kaufen, wenn er/sie die Möglichkeit bzw. die Wahl hat. Der Grund dafür ist, dass jeder Bundestaat in Australien hat seine eigenen Gesetze. In den meisten Bundesstaaten (QLD, NSW, Victoria) braucht man nachdem Kauf eines Autos ein „Road Worthy Certificate“ (ähnlich wie in Deutschland der TÜV) und dieses Dokument wird in WA für die Zulassung nicht benötigt. Dazu kommt das der Umschreibungsvorgang sowohl wesentlich einfacher als auch günstiger als in andere australische Bundesstäten ist. Ein Fahrzeug mit WA kann nach der Reise auch in einem anderen Bundesstaat verkauft werden und wenn der Käufer einen ausländischen Reisepass besitzt (Auslandsstudent oder Backpacker) kann er/sie den Umschreibungsprozess auch online bzw. per Post durchführen und ebenfalls von den Vorteilen der WA Verkehrsordnung profitieren. Ich bin mit dem Auto von Perth bis nach Airlie Beach gereist. Meine Route ist in einem der Bilder detailliert dargestellt. Die Top 10 Must-See, die sich aus meiner zweimonatigen Reise durch Australien ergaben, können aus der unteren Tabelle entnommen werden.

 

Top 10 Must-See

Aktivitäten

1.

Hamelin Bay

 
  • Delphine, Haie, Rochen und andere Wassertiere können vom Strand aus beobachtet werden
 

2.

Cape Leeuwin

 
  • Am weitesten westlich liegender Leuchtturm auf dem Kontinent 
 

3.

Bremer Bay

 
  • Trägt den Namen meiner Stadt in Deutschland (laut einheimischen, ist es zu den Namen gekommen, weil der Kapitän, der die Bucht entdeckt hat, hieß Bremen)
  • besitzt wunderschöne himmelblaue Strände
  • Daneben liegt ein Nationalpark, wo in den Morgen- und Abendstunden zahlreiche freilaufenden Kängurus beobachtet werden können 
 

4.

Coober Pedy

 
  • Minenstadt mitten in der australischen Wüste
  • Bekannt für den Opal und die unterirdischen Unterkünfte, wo früher die Minenarbeiter gelebt haben
  • Weist ein Mars ähnlichen Unterboden auf
  • Känguru Waisenhaus (Kängurus die ihre Eltern durch Autounfall oder ähnliches verloren haben, werden aufgezogen und dürfen für kleines Spendengeld, zum bestimmten Uhrzeiten am Tag für eine halbe Stunde gefüttert werden (s. Bild 9))
 

5.

Adelaide

 
  • Hochqualitatives Wein und zahlreiche Weinbergen
 

6.

Melbourne

 
  • Twelve Apostels 
  • In St. Kilda können Abends Pinguins beobachtet werden
 

7.

Sydney

 
  • Nationalpark Blue Mountains
  • Bondi Beach
  • Sydney Opera House
  • Macquarie's chair
 

8.

Byron Bay

 
  • Östlichster Punkt Australiens, würde dort das Beobachten eines Sonnenaufgangs sehr empfehlen
  • Perfekte Wellen zum Surfen
 

9.

Noosa Heads

 
  • Wunderschöne Strände, wo auch im australischen Winter gebadet werden kann
  • In Noosa Nationalpark können Koalas auf dem Bäumen gesichtet werden
 

10.

Whitsunday Island

 
  • Einer der schönsten 10 Strände der Welt 
  • Schwimmen mit kleinen Rochen und Baby Haie

Fazit 

Ein Auslandssemester kostet mehr Geld und Zeit als ein normales Semester an der Heimatuniversität, insbesondere wenn die ausgewählte Gastuniversität, keine Partneruni der Heimatuniversität ist. In diesem Fall wird von eine Durchführung als Free-Mover gesprochen, die Art wie ich mein Auslandssemester durchgeführt habe. Das Management der Finanzierung, die Auswahl der Kurse sowie die Bewerbung an der Gastuniversität, die Beantragung des Visums und die spätere Anrechnung der Studienleistungen nach erfolgreicher Absolvierung sollen die Meilensteine bei der Durchführung eines Auslandssemester als Free-Mover sein. Das Institut Ranke Heinemann hat mich sehr unterstützt, insbesondere bei der Vorbereitung. Wie es aus mein Bericht sowie Bildern zu entnehmen ist, trotz einige Schwierigkeiten am Anfang, habe ich alles gut und dazu noch erfolgreich überstanden und habe an Erfahrung dazu gewonnen. Ich würde jedem empfehlen sich zu trauen und ein Auslandssemester zu absolvieren. Neben den Vorteilen, die für den späteren Berufsleben von Bedeutung sind, wie z.B. die Verbesserung der englischen oder der Sprache des jeweiligen Land und die Erweiterung des wissenschaftlichen Horizonts, denn von Land zu Land wird unterschiedlich unterrichtet (es werden andere Fallbeispiele vorgestellt etc.), werden auch Lebenserfahrungen gewonnen die einem lebenslang von Vorteil sein können. Dazu gehört die Erweiterung bzw. Verstärkung der Selbstständigkeit, denn am Anfang des Semesters ist der Student komplett auf sich alleine gestellt (keine Freunde, Familie oder Bekannte, die beim Tragen von Möbel o.ä. helfen können). Des Weiteren hat sich während meines Auslandssemesters mein Zeit Management sowie meine Kommunikation mit Menschen, die mir nicht so nah sind, verbessert. Das aller wichtigste für mich, was mir mein Auslandssemester gebracht hat, sind die sozialen Kontakte, die ich in Deutschland nie kennengelernt hätte. Durch mein Auslandssemester habe ich mindestens ein Freund aus jedem Kontinent dieser Erde dazu gewonnen.

 

 

Mehr Eindrücke?

Lesen Sie auch unsere anderen Erfahrungsberichte.