Australien sollte es werden!

Ludwig Englbrecht | Student der Wirtschaftsinformatik


Was
Business Process Modelling; Enterprise Data Mining; Electronic Commerce Site Development; Enterprise Software Architecture

Studienprogramm
Auslandssemerster

Förderung
IRH Förderprogramm

31.12.2013

All diese einzigartigen und unvergesslich schönen Erfahrungen haben jeglichen Aufwand der Planung und Vorbereitung entschädigt.

Campingtour auf Fraser Island mit eigenem Jeep

1. IMPRESSIONEN 

Australien sollte es werden! – Der Entschluss, mein Auslandssemester auf der Südhalbkugel zu absolvieren war schnell gefasst. Ein berauschendes Gefühl von Euphorie und Abenteuerlust ging einher mit einer mühseligen und schweißtreibenden Planungsphase. Nach der Stipendiumbewerbung und der Kursauswahl war es dann schließlich so weit. Ich hatte die Zusage von der Queensland University of Technology. Kurze Zeit später waren die Flugtickets gebucht und die letzten Lichter der Abschiedsparty erloschen. Nach einem langen Flug an das andere Ende der Welt wurde es spannend. Im Nu war ich an der Universität eingeschrieben und ich hatte eine passende Wohnung gefunden. Ich wurde herzlichst mit „G'day Mate“, „Relax!“ und „No Worries!“ begrüßt und schloss schnelle neue Freundschaften. Nach den ersten relativ entspannten Wochen an der neuen Universität war es Zeit, dies mit einem ausgiebigen Springbreak in Cairns mit einer Dosis Adrenalin beim Fallschirmspringen zu feiern. 

Im Laufe des Auslandssemesters in Australien konnte ich sehr interessante interkulturelle Bekanntschaften machen. Ich lernte Freunde aus der ganzen Welt kennen. Zusammen konnten wir die einzigartige Naturvielfalt und ein breites Freizeitangebot genießen. Neben Surfen, Tauchen, Segeln und Fallschirmspringen konnten wir auch eine nervenkitzelnde Begegnung mit wilden Dingos und Quallen erleben. Ebenso konnte ich die Kultur der Aborigines genauer kennenlernen. 

All diese einzigartigen und unvergesslich schönen Erfahrungen haben jeglichen Aufwand der Planung und Vorbereitung entschädigt. Neben den Erlebnissen hat die gesamte Zeit, weit weg von Zuhause, zu meiner persönlichen Weiterentwicklung beigetragen. Ich lernte mit ungewohnten Situationen umzugehen und konnte zudem mich selbst besser kennenlernen.

2. DAS WICHTIGSTE AUF EINEN BLICK 

NameName:
Email:
Ludwig Englbrecht
Ludwig.Englbrecht@gmx.de

Studium

Heimat-Hochschule:
Fachrichtung:
Semester:
Universität Regensburg
Wirtschaftsinformatik (B.Sc.)
5
AufenthaltZielland:
Zielort:
Universität:
Dauer:
Grund des Aufenthalts:
Australien
Brisbane
Queensland University of Technology
07.2013- 01.2014
Auslandssemester
Kosten in €Visum:
Auslandskrankenversicherung:
Hin- und Rückreise:
Studiengebühren:
Miete/ Monat:
Essen/ Monat:
400€
210€
1.400€
6.850€ (wurde zurückerstattet)
600€
300€
Auslandskontakt

Institution:

Straße:
Postleitzahl und Ort:
Web-Adresse:
Email-Adresse:
Telefon:

Studienstiftung Institut Ranke-Heinemann
Türkenstraße 70 (1. OG)
80799 München
www.ranke-heinemann.de
muenchen(at)ranke-heinemann.de
089 - 80954030
nützliche Links

1. Institut Ranke-Heinemann
2. Queensland University of Technology

3. QUT Accomodation Services
4. Studentenvisum
5. Krankenversicherung
6. Study-Abroad QUT
7. STA-Travel Reisebüro
8. Studentenheim Urbanest
9. Auswärtiges Amt Australien

http://www.ranke-heinemann.de
http://www.qut.edu.au/international

http://studystays.com.au
http://www.immi.gov.au/Services/Pages/student-visa-online-applications.aspx
http://www.medibank.com.au/oshc
http://www.studyabroad.qut.edu.au
http://www.statravel.de
http://urbanest.com.au
www.auswaertiges-amt.de

3. PLANUNG 

Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass einem Auslandssemester eine gute und intensive Planungs- und Vorbereitungsphase vorangeht. Ich habe ca. sechs Monate vor Beginn meines Auslandssemesters mit der Planung angefangen. Der zeitlich aufwendigste Teil war die Auswahl einer geeigneten Universität im Ausland und die Abklärung der Einbringung der im Ausland absolvierten Kurse. 

Mit meiner Recherche habe ich beim zuständigen Akademischen Auslandsamt meiner Heimatuniversität begonnen. Hier konnte ich Erfahrungsberichte anderer Studenten einsehen und mir einen ersten Einblick in das bevorstehende Auslandssemester verschaffen. Da meine Universität nur eine sehr dedizierte Auswahl an Partneruniversitäten Übersee hat, habe ich das direkte Gespräch mit meiner Vertrauensdozentin und Fachvertretung im Bereich der Wirtschaftsinformatik gesucht. Daraufhin konnte ich die fachliche und akademische Reputation der angebotenen Partneruniversitäten besser einschätzen und fokussierte mich zunehmend auf die QUT, welche jedoch keine Partnerschaft mit meiner Universität hat.

Durch Erfahrungsberichte innerhalb des Stipendiatennetzwerkes der Stiftung der Deutschen Wirtschaft wurde ich auf das Institut Ranke-Heinemann aufmerksam und nutzte die Möglichkeit, an einem öffentlichen Event des Institut Ranke-Heinemann an der LMU in München mit der präferierten Auslandsuniversität QUT persönlich in Kontakt zu treten. An dieser Messe waren Mitarbeiter des International Office von australischen und neuseeländischen Universitäten vertreten. Hier konnte ich mich mit verschiedenen Universitäten austauschen und bereits aufgetretene Fragen klären. 

Da die QUT einen sehr guten Ruf, sowohl in der praktischen, als auch in der akademischen Welt genießt, beschloss ich, mein Auslandssemester an der Universität zu absolvieren. Wie bereits erwähnt, besteht leider zwischen der QUT und meiner Heimatuniversität keine Partnerschaft, deshalb musste ich die komplette Organisation meines Auslandssemesters selbst in die Hand nehmen.

Diese kleine Herausforderung schreckte mich jedoch nicht ab. Hierfür studierte ich zunächst das Portfolio an angebotenen Kursen der ausländischen Universität und überprüfte eine mögliche Äquivalenz zu Kursen meines heimischen Studienganges. Weiterhin lies ich die ausgesuchten Kurse vorab per E-Mail von einem Fachvertreter der Wirtschaftsinformatik an der Universität Regensburg bestätigen. Dieser ratsame Schritt erleichtert die spätere Anerkennung der im Ausland erbrachten Leistungen. Für den Bewerbungsprozess setzte ich mich mit dem Institut Ranke-Heinemann in Verbindung. Dieses unterstützt Bewerber an australischen und neuseeländischen Universitäten und vergibt zudem Stipendien.

Für meine Bewerbung reichte meine gute Englischnote aus dem Abitur aus und ein gesonderter Sprachtest war in meinem Fall nicht nötig, um die sprachlichen Voraussetzungen der Auslandsuniversität zu erfüllen. 

Der komplette Bewerbungsprozess wurde durch das Institut übernommen. Diese haben u.a. meine Zeugnisse beglaubigt und übersetzt. Dies hat meine Bewerbung massiv vereinfacht und schließlich zu einem positiven Resultat geführt. Ich kann diese Form der Bewerbung für Eigenbewerbungen nur weiter empfehlen, da man dadurch sehr viel Zeit sparen kann und das Institut einen sehr guten und direkten Draht zur australischen Universität hat. Dadurch konnte ich vorab unproblematisch abklären lassen, ob ich für einen gewünschten Kurs zugelassen werden kann. 

Zunächst musste ich für die Studiengebühren an der QUT in Höhe von 9.450 AUD (ca. 6.850 EUR) selbst aufkommen, da zu dem Zeitpunkt der Bewerbung die Bewerbungsfrist für das DAAD Stipendium schon überschritten war und meine Bewerbung um ein Stipendium über das Institut Ranke-Heinemann nicht erfolgreich war. Jedoch war mein Bewerbung um ein Stipendium und der Antrag auf die Auslandsförderung von der Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw) erfolgreich und glücklicherweise wurden die Studiengebühren am Ende des Jahres von der sdw übernommen. Jedoch musste ich bis zu diesem Zeitpunkt die Studiengebühren selbst bezahlen und damit rechnen, dass eine Übernahme durch die sdw nicht garantiert ist. 

Eine wesentliche Herausforderung bei der Planung und Umsetzung des Auslandssemesters an der QUT war die zeitliche Überschneidung der Semester. Das Semester an der QUT hatte bereits Mitte Juli begonnen und dadurch konnte ich nicht alle geplanten Klausuren für das Sommersemester an meiner Heimatuniversität ablegen. Diese ungünstige Thematik habe ich sofort nach bekannt werden mit den jeweiligen Professoren besprochen und individuelle Vereinbarungen getroffen. Somit konnte ich nach meiner Rückkehr in den verpassten Kursen die Wiederholungsklausuren als Erstschreiber mitschreiben. Aus diesem Sachverhalt ergebend, konnte ich jedoch leider kein Urlaubssemester beantragen. Denn während eines Urlaubssemesters können nur Klausuren im Wiederholungsversuch abgelegt werden und somit ist diese Möglichkeit für mich nicht in Betracht gekommen.

Ein besonderes Bestreben bestand darin, den Auslandsaufenthalt so studienintegriert wie möglich zu gestalten, um meine Studienzeit nicht unnötig zu verlängern. Hierfür habe ich Kurse gewählt, die mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit anerkannt werden. Zusätzlich werde ich nach meiner Rückkehr ein Teil der regulären Kurse meiner Heimatuniversität mitschreiben. Hierfür musste ich im Ausland die Kursinhalte und Übungen dieser Kurse mir selbst, mittels aufgezeichneten Vorlesungen, aneignen. Für einen Kurs war bedauerlicherweise eine Präsenz an der Heimatuniversität unabdingbar, daher muss dieser Kurs anderweitig nachgeholt werden. 

Ebenso habe ich mich ausführlich über die Universität, das Land und die Stadt informiert. Für die konkreten Schritte, der im Vorfeld zu erledigenden Tätigkeiten, habe ich auf das Internetangebot der QUT (www.qut.edu.au ) zurückgegriffen. 

4. VORBEREITUNG 

Nach einer fundierten Planung, welche die Auswahl einer passenden Universität und passender Kurse, sowie die formelle Bewerbung beinhalten, kann man sich nach einer erfolgreichen Zusage der Auslandsuniversität um die notwendigen Vorbereitungen kümmern. 

Hierzu gehört unter anderem die Wohnungssuche, die Anmeldung für die Kurse und Übungen an der Auslandsuniversität, sowie die Buchung des Abholservice vom Flughafen. Hierfür wendet man sich am besten direkt an das international Office der QUT. Schnelle und kompetente Hilfe ist hierbei garantiert. 

Die Organisation an den australischen Universitäten ist allgemein sehr gut geplant und routiniert. Zu Beginn des Semesters werden Orientierungs- und Kennenlernwochen für die Studenten angeboten. 

Folgende Punkte sollte man jedoch im Voraus selbst organisieren: 

Studiengebühren 

Zunächst muss man nach der Zusage für einen Studienplatz an einer australischen Universität ein sogenanntes „Acceptance Payment“ von ca. 5.000 AUD (ca. 3.600 EUR) leisten um eine endgültige Zusage zu erhalten. Dies erfolgt über ein eigens dafür eingerichtetes Online-Portal, wobei die Vorgehensweise leichtverständlich durch per Email übermittelten Anleitungen erklärt wird. 

Kursanmeldung 

Kurze Zeit nach der endgültigen Zusage erhält man die Information, dass man sich für die beworbenen Kurse anmelden kann. Die geschieht ebenfalls über das Online-Portal der Universität (QUT Virtual). Diese Kursanmeldung ist jedoch nur vorläuft. Man hat die Möglichkeit, bis zu zwei Wochen nach Semesterbeginn die Kurse wechseln. In meinem Fall wurde ein Kurs, für den ich mich beworben habe wider Erwarten nicht angeboten. Für diesen Kurs musste ich dann binnen kürzester Zeit einen Ersatz finden. Dafür musste ich noch einmal meine Notenübersicht meiner Heimatuniversität vorzeigen, um die fachliche Qualifikation für den Kurs zu erhalten. Erst nach dieser Anerkennung konnte ich mich für den neu gewählten Kurs im System anmelden.

Man kann sich maximal für vier Kurse anmelden. Eine minimale Anzahl von drei belegten Kursen ist Voraussetzung, um als Vollzeitstudent ein entsprechendes Visum zu erhalten. Nach der Kursanmeldung kann man sich für die entsprechenden Übungen zu den jeweiligen Kursen registrieren. 

Visum 

Wie bereits erwähnt, muss man für mindestens drei Kurse eingeschrieben sein um als Vollzeitstudent zu gelten und ein Studentenvisum zu erhalten. Die Universität übersendet nach endgültiger Annahme eine sogenannte „Confirmation of Enrolment“ per E-Mail mit einem Confirmation of Enrolment Code. Die Beantragung des Visums kann dann mit Hilfe dieses Codes über das Internet auf der Seite des Department of Immigration and Citizenship abgewickelt werden ( www.immi.gov.au/e_visa/students.htm

Die Kosten für ein Study-Abroad Visa belaufen sich auf ca. 550 AUD (ca. 400 EUR). 

Eine ärztliche/radiologische Untersuchung durch einen Vertragsarzt der australischen Botschaft wird vor der Erteilung des Visums für deutsche und schweizerische Staatsbürger in der Regel nicht verlangt.

Ausnahmen sind beispielsweise eine geplante Tätigkeit im Gesundheitsbereich oder ein länger als drei Monate währender Aufenthalt in einem so genannten Medium oder Higher Risk Country innerhalb der letzten fünf Jahre. Die genauen Bestimmungen, unter welchen Bedingungen eine ärztliche/radiologische Untersuchung erwartet wird, lassen sich im Formblatt 1163i des Department of Immigration and Citizenship nachlesen. 

Die Erteilung des Studentenvisums verzögert sich entsprechend, bis die medizinische Untersuchung vorliegt. Auslandskrankenversicherung 

Um ein Visum für Australien zu erhalten, ist es zwingend notwendig eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen. Hierfür bietet die Universität direkt ein Versicherungsangebot einer australischen Krankenkasse an, was eine empfehlenswerte und bequeme Alternative für eine Auslandskrankenversicherung darstellt. Die Gebühr von ca. 290 AUD (ca. 210 EUR) muss direkt mit der Acceptance-Payment an die Universität überwiesen werden. Alternativ kann man sich jedoch auch selbst um eine entsprechende Auslandskrankenversicherung für den Studienaufenthalt kümmern. 

Wohnungssuche 

Ich habe mir bereits von Deutschland aus einen groben Überblick über den Wohnungsmarkt in Brisbane verschafft. Es gibt zwei Studentenheime Urbanest (http://urbanest.com.au/) und UniLodge in Brisbane und auf Gumtree (http://www.gumtree.com.au/) werden kurz vor Semesterbeginn viele studentengerechte Zimmer angeboten. Der Accommodation Service der QUT bietet zudem ein breites Repertoire an Wohnungsannoncen von ausgewählten Maklern an. Jedoch habe ich mich erst vor Ort in Brisbane aktiv um eine Wohnung gekümmert. 

Kreditkarte 

Sofern man noch keine Kreditkarte besitzt, ist es spätestens ab der Überweisung der Studiengebühren ratsam über die Anschaffung einer geeigneten Kreditkarte nachzudenken. Die Transaktionskosten für eine internationale Überweisung sind meist höher als die Kosten für einen Auslandseinsatz der Kreditkarte. Ich habe mich für die Kreditkarte der Deutsche Kreditbank AG entschieden. Die Beantragung ist kostenlos und damit kann man in Australien an jedem beliebigen Geldautomat gebührenfrei Bargeld abheben und später auf das australische Bankkonto einzahlen. Das in Australien abgehobene Geld wurde zu einem taggenauen und akzeptablen Währungskurs von dem DKB Kreditkartenkonto abgebucht.

5. SITUATION VOR ORT 

Nach meiner Ankunft habe ich den kostenlosen Abholservice der QUT in Anspruch genommen und lies mich vorerst in einem Hostel unterbringen. Die erste Woche verbrachte ich überwiegend mit der Wohnungssuche. Nach meinen vorangegangenen Recherchen kontaktierte ich den Accommodation Service der QUT. Daraufhin begab ich mich auf mehrere Besichtigungstouren, die vom QUT Accommodation Service organisiert wurden und verschaffte mir dadurch ein eigenes Bild der angebotenen Wohnungen. 

Leider waren diese Wohnungsbesichtigungen nicht erfolgreich, denn die Lage der Wohnungen war ungünstig und etwas zu weit außerhalb von Brisbane gelegen, außerdem war das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht angemessen. 

Letztendlich fiel meine Entscheidung auf ein Zimmer in einem Studentenheim Urbanest (http://urbanest.com.au/). Mit diesem Studentenheim hat die QUT ein spezielles Abkommen und ich konnte ein Zimmer mit eigenem Bad zu einem Vorzugspreis von 204 AUD (ca. 150 EUR) in der Woche erhalten. Dieses Studentenwohnheim befindet sich in South Brisbane und die Universität ist in nur 10 Minuten zu Fuß erreichbar. Um den Vertrag abzuschließen, muss eine Kaution in Höhe von vier Wochenmieten 800 AUD (ca. 580 EUR) hinterlegt werden. Die Mietpreise für Studentenwohnungen in Brisbane variieren zwischen 190 AUD und 250 AUD.

Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass man bei der Wohnungssuche unbedingt mit großer Achtsamkeit und Vorsicht vorgehen sollte. Es ist ein unabdingbares Muss, die Wohnungen vorher zu besichtigen und den Vertrag nicht zu schnell abzuschließen. Außerdem sollte man auf keinen Fall vor einer Besichtigung eine Kaution (auch Bond genannt) überweisen. 

In der zweiten Woche fand die Orientierungswoche statt, hierbei gibt es verschiedene Pflichtseminare, in denen man die wichtigsten Informationen zu Brisbane, Sicherheit und den öffentlichen Verkehrsmitteln erhält. All diese Informationen kann man auch auf der Internetseite der QUT nachlesen, jedoch ist dies eine erste Möglichkeit, Kontakt zu andern Studenten zu knüpfen. Man lernt zudem noch den International Student Service kennen, welcher verschiedene aufregende und interessante Trips organisiert, die über das Semester verteilt stattfinden.
Das International Office bietet außerdem zu Beginn des Semesters ein Kennenlernwochenende auf Stradbroke Island an. Um an diesen Event teilnehmen zu können, musste man sich schnell registrieren, da die Plätze auf 100 Studenten begrenzt sind und diese allgemein sehr beliebt sind. Während diesem Wochenende hat man die Möglichkeit erste Surflernstunden zu nehmen. Zudem lernt man sehr leicht und in lockerer Atmosphäre andere internationale Studenten kennen. Allgemein war es eine gute Entscheidung, einen Großteil der Einführungsangebote und der Events des Internation Student Service wahrzunehmen. Dadurch konnte ich schnell Kontakte zu anderen Studenten knüpfen und mich auch interdisziplinär austauschen. Außerdem waren die angeboten Trips sehr preisgünstig und ich konnte zeitnah nach meiner Ankunft, für Australien typische und für mich unvergessliche, Aktivitäten ausüben. Wie z.B. Surfen oder Erinnerungsfotos mit einem Koala und einem Känguru schießen. 

Ein weiteres überwältigendes Erlebnis war eine Walbeobachtung auf Hervey Bay.

Nach Semesterbeginn kann man sich innerhalb von zwei Wochen für bestimmte Kurse an- oder abmelden. Dies erfolgt relativ unproblematisch über das Study Abroad Office. Bei manchen Kursen ist die Zustimmung der Fakultät notwendig. Hierfür reicht es, wenn man anhand einer Notenübersicht seiner Heimatuniversität die fachlichen Voraussetzungen für den gewünschten Kurs erfüllt. Wie bereits erwähnt, musste ich nach meiner Ankunft unglücklicherweise feststellten, dass der Kurs INB330 Information Management nicht wie geplant stattfindet. Hierfür habe ich jedoch ohne Probleme einen Ersatzkurs gefunden. 

Letztendlich habe ich folgende vier Kurse in meinem Auslandssemester belegt: 

  • INB320 Business Process Modelling
  • INB342 Enterprise Data Mining 
  • INB313 Electronic Commerce Site Development 
  • INB374 Enterprise Software Architecture

In jedem Kurs hatte ich neben einer Abschlussprüfung zwei Assignments, welche in Gruppenarbeit bewerkstelligt werden mussten. Verglichen mit meiner Heimatuniversität war das Arbeitspensum für diese Gruppenarbeiten wesentlich höher. Jedoch konnte man sich inhaltlich auf die gegebene Aufgabenstellung vertiefen. Da mein neu aufgebauter Freundeskreis überwiegend aus Masterstudenten bestand, entschloss ich mich z.B. in dem Kurs „Business Process Modelling“ mich als Bachelorstudent der Mastergruppe anzuschließen und die etwas anspruchsvolleren Aufgabenstellungen zu beantworten. 

Gerade durch diese Gruppenarbeiten habe ich sehr wertvolle interkulturelle Erfahrungen gesammelt, da die Gruppen aus einem bunten Mix internationaler Studenten zusammengesetzt waren. Ich konnte u.a. die unterschiedlichen Einstellungen zur Arbeitsteilung und Motivation der verschiedenen Kulturen beobachten und versuchen, angemessen damit umzugehen.

Man sollte beachten, dass viele internationale und auch australische Studenten ggf. einen Kurs nur mit meinem „passed“ bestehen möchten. Da für sie die Note keine wesentliche Rolle spielt, sind auch ihr Engagement und die erbrachten Leistungen für die Gruppenarbeiten bemerkenswert gering. 

Nachdem man einen Studentenausweis von der QUT erhalten hat, ist es sehr zu empfehlen, sich eine Go-Card zum Vorzugspreis für Studenten zu kaufen. Dies ist eine Prepaid-Karte, womit man das gesamte Bus- und Zugverkehrsnetz in Queensland benutzen kann. Die Fahrten mit einer Go-Card für Studenten sind relativ preiswert. 

6. SITUATION NACH DER RÜCKKEHR 

Die Anrechnung meiner an der QUT erbrachten Leistungen steht noch aus. Anfang Dezember wurden die Noten meiner Kurse auf der e-Learning Plattform der QUT bekanntgegeben. Nach dem Erhalt des offiziellen Notenblattes kann ich an meiner Heimatuniversität die Anerkennung der Kurse beantragen. Meine Universität hat für jedes Land eine Umrechnungstabelle, anhand dieser wird meine einzubringende Note festgestellt. Ich plane, den Kurs Business Process Modelling als äquivalenten Ersatz zu Unternehmensmodellierung einzubringen. Die restlichen Kurse lasse ich nach Möglichkeit im freien Wahlmodul anerkennen. 

Ich kann ein Auslandssemester in Australien und speziell an der Queensland University of Technology in Brisbane nur wärmstens empfehlen. Die Erfahrung, sich in ungewissen Situationen und fremder Umgebung zurechtzufinden war äußerst spannend und bereichernd. Zudem konnte ich meine Sprachkenntnisse in Wort und Schrift massiv verbessern. Gerade das akademische Vokabular konnte ich durch zahlreiche Assignments weiter ausbauen.

Durch meinen Auslandsaufenthalt konnte ich Australien als ein sehr beeindruckendes Land kennenlernen. Zudem bietet es als aufstrebendes Land eine hervorragende Grundlage für einen möglichen späteren beruflichen Einsatz im internationalen Kontext. Man erkennt zudem auch schnell, welche Unterscheide es zum eigenen Heimatland gibt und welche Verbesserungen man ggf. noch einführen könnte. Ich konnte auch die Menschen als sehr entspannt wahrnehmen. 

Die kulturellen und sowohl auch naturbedingten Einflüsse haben massiv zu meiner persönlichen Weiterentwicklung und zur Steigerung meiner Kreativität beigetragen.

Mehr Eindrücke?

Lesen Sie auch unsere anderen Erfahrungsberichte.