In diesem Sinne: Cheers!

Elena Müller | Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt


Was
Betriebswirtschaftslehre

Studienprogramm
Auslandssemester

Förderung
IRH Förderprogramm

30.04.2016

Auslandssemester an der ICMS

Die ersten 4 Monate meines Aufenthaltes freute ich mich ständig auf die Rückkehr nach Deutschland, doch als es nach zwei weiteren Monaten dann so weit war, wollte ich nicht mehr heim. Ich habe Freunde gefunden, die über meine Zeit an der ICMS zur Familie wurden, Wahnsinns Momente mit ihnen erlebt und kann es immer noch nicht fassen dass ich jetzt wieder am anderen Ende der Welt lebe. 


Vor einem Jahr hatte ich noch keine Ahnung was mich dort drüben erwartet. Durch mein primäres Ziel - mein Englisch zu verbessern - habe ich mich entschlossen nach Australien zu gehen und ein Auslandssemester am International College of Management in Manly zu machen.

Nachdem ich die ersten drei Monate gereist bin, tolle Einblicke in die verschiedenen Seiten Australiens gewinnen konnte, in ihre aufgeschlossene Kultur und natürlich auch in das Leben eines Backpackers, kam ich am 20.Mai in Sydney an und war nach 18 verschiedenen Hostels und dem Leben aus dem Koffer doch sehr froh mein Einzelzimmer am College zu beziehen. Dabei hatte ich das gar nicht gebucht, sondern bekam ein Upgrade von einem Doppelzimmer auf ein Einzelzimmer mit Meerblick - Früh bewerben lohnt sich! :).

Bewerbung

Eine große Hilfe hierbei war das Ranke-Heinemann Institut, welches mich problemlos durch den gesamten Bewerbungsprozess führte und währenddessen die Kommunikation mit der ICMS vollständig übernahm. Durch den übersichtlichen Internetauftritt wusste ich genau, welche Dokumente ich wie einzureichen hatte und die freundlichen Mitarbeiter am Telefon blieben trotz mehrmaliger Überweisungsprobleme geduldig und halfen mir wo immer es Fragen gab. Auf Unstimmigkeiten wurde ich umgehend hingewiesen, wodurch ich Fehler in der Bewerbung ausschließen konnte. Auch der E-Mail Kontakt funktionierte einwandfrei und man bekam schnell Rückmeldungen seitens des Instituts. Darüber hinaus leistet die angebotene Studienbeihilfe einen großen Beitrag zur Finanzierung dieses Auslandsemesters. Eine Bewerbung mithilfe des Ranke-Heinemann Instituts kann ich also nur empfehlen! 

Wohnen

Mein Zimmer lag im Moran House, wohlbekannt durch den Film „The Great Gatsby“, im 2. Stock über den Klassenräumen. Wie jedes Zimmer dort ist es ausgestattet mit einem recht gemütlichen Bett, einem Schrank, Schreibtisch, Stuhl, Regal, Spiegel und einer Pinnwand, vollkommen ausreichend meiner Meinung nach. Gemeinsame Badezimmer mit genügend Toiletten und Duschen und auch ein Bügelbrett gab es auf jedem Flur. Die laut Beschreibung der ICMS angebotene "Küche" bestand aus einem Kühlschrank, einem Spülbecken, Toaster und einer Mikrowelle, den Meisterkoch konnte man dort also nicht raushängen lassen.

Aber das Essen war ja auch inklusive. Dreimal täglich, außer Wochenends, da gab es Brunch und Abendessen. Die Qualität ist, wie man es bei Studentenmensas erwartet, okay, aber jetzt auch nicht gleichzusetzen mit dem Lieblingsrestaurant. Mehr Abwechslung gerade beim Mittag- und Abendessen wäre super gewesen, da man Hühnchen und Kartoffeln einfach irgendwann nicht mehr sehen kann, wenn man es 4mal die Woche vorgesetzt bekommt. Das Frühstück dagegen (vor allem das Warme, welches es 4x die Woche gab) konnte mich echt begeistern und stand einem Frühstücksbuffet in Hotels um Nichts nach.

Kontakte zu knüpfen war von der erste Minute an problemlos, denn alle - ob bereits Studierende, zukünftige Studenten, Dozenten oder das Personal - waren super freundlich und standen einem mit Rat und Tat zur Seite, was auch immer für eine Frage oder Problem man hatte. Ob Amerikaner, Schweden, Spanier, Asiaten, Deutsche oder Australier, jeder wurde behandelt als wäre man schon ewig befreundet. Gab es Verständnisprobleme (und oh ja, die gab es anfangs oft, vor allem beim amerikanischen Slang) wurde sofort Rücksicht genommen und langsamer gesprochen, etwas anders ausgedrückt oder wenn alles nichts half, Zeichensprache hergenommen. Meine internationalen Freunde ließen nichts unversucht, um das Englisch von mir und anderen deutschen Kollegen zu unterstützen und zu verbessern. Dank ihnen rede und schreibe ich nun fließend und das ohne vokabelpaukend in der Schule gesessen zu haben.

Zurück zur ICMS:

Die O-Week (Orientierungswoche) hielt allen Erwartungen stand, sie war sehr gut organisiert und enthielt sowohl Sightseeing Touren, Infos zum Angebot an der ICMS als auch Abendprogramm wie zum Beispiel eine Tour nach Sydney zum Vivid Festival (Festival der Farben und Lichter - Kann ich nur empfehlen!) oder die Welcome Cocktail Party am College. Nach dieser ersten Woche und dem offiziellen Einführungstag fühlte ich mich sehr gut informiert, aufgenommen und war bereit für das beginnende Semester.

Aus Deutschland bin ich gewohnt, über das Semester Vorlesungen zu besuchen (oder auch nicht), in Hörsälen mit 100 Kommilitonen zu sitzen und dem meist mäßig spannenden Monolog  zuzuhören, um am Ende dann sechs Prüfungen in einer Woche zu schreiben, über Wissen das man sich die Wochen davor irgendwie reingepaukt hatte.

An der ICMS stattdessen bestand strenge Anwesenheitspflicht (80%) und wir waren nie mehr als 30 Studenten in einem Zimmer, was den Professoren ermöglichte, auf jeden von uns individuell einzugehen und aktiv in die Vorlesung einzubinden. Generell hatte man immer erst eine Vorlesung, in der neuer Stoff besprochen wurde und anschließend eine Übung, in der er angewandt wurde oder an Assignments gearbeitet werden konnte.

Prüfungstechnisch gab es Abschlussprüfungen (Wertung 40-50%), und zusätzlich dazu 1-3 Assignments pro Fach, die mindestens 50% der Gesamtnote ausmachten und während des Semesters absolviert werden mussten.

Mir persönlich hat das Schreiben/Präsentieren von Assignments mehr für mein langfristiges Wissen gebracht als es das Lernen für Klausuren je konnte, denn man musste sich intensiv und oft über einen längeren Zeitraum mit einem Thema befassen, ob allein oder in der Gruppe, für Präsentationen oder Business Reports. Darüber hinaus mochte ich auch den Dresscode – Business Attire – der mein Selbstbewusstsein bei Referaten steigerte, mich professioneller erscheinen (und auch fühlen) ließ und es mir nun auch leichter macht, mich auf der Arbeit entsprechend anzuziehen und mich dabei wohl zu fühlen.

Freizeit

Trotz Belegen von vier Fächern, 10 Assignments und 2 Klausuren blieb mir genug Freizeit, um das schöne Sydney zu besuchen und am Surfcamp von RipCurl teilzunehmen, das ich jedem von euch empfehlen kann! Viele machten auch Kurzreisen über das Wochenende, um Australien auch in dieser begrenzten Zeit so gut wie möglich kennen zu lernen.

Die Partybegeisterten kamen definitiv nicht zu kurz - zahlreiche Studentenpartys wurden organisiert, ob als Icebreaker am Semesterstart, Fundraising oder Motto Partys oder die immer dienstags stattfindende Studentennacht in der collegeeigenen Bar Courts College Club (CCC).

War einem das nicht genug, hatte auch Manly einige gute Bars und Clubs zu bieten wie die Shark Bar oder das Brkyln und die Hochmotivierten (also wir) nahmen sogar die halbstündige Fährenfahrt ins CBD von Sydney auf sich, um in den bekannten Ivy Club zu gehen.

Wenn man genug gefeiert hatte, konnte man sich beim ‚Hot Chocolate and Pancake‘ Abend so richtig vollhauen, bei den allwöchentlichen Bingoabenden im New Brighton Hotel Meattrays und Getränkegutscheine abstauben, bei Filmabenden im CCC mit Popcorn und Softdrinks entspannen, oder dort eine Runde Billard oder Tischtennis spielen. Zum Sonnen, Surfen, Schnorcheln oder einfach nur Eis essen ging es den Berg hinunter zum Manly Beach oder dem kleinen Shelly Beach, was dank tollen Temperaturen trotz Winterzeit  (18-25°C) oft auf der Tagesordnung stand.

Auch sportlich zu sein wurde den Studenten leicht gemacht, sei es durch den jederzeit zugänglichen Sportplatz und Fitnessbereich als auch durch verschiedene Kurse wie Zumba, Yoga, Boot Camp, Fußball oder Tennis, die mehrmals wöchentlich angeboten wurden und großen Zuspruch fanden. Zusätzlich dazu gab es tolle Wege zum Joggen und Wandern, Fitnessstudios in Manly und natürlich das Meer zum Schwimmen, angrenzend an einen tollen Strand mit Beachvolleyballfeldern und genug Platz zum Frisbee spielen.

Aber all das, ob Lernen oder das Genießen der Freizeit, wäre nichts gewesen ohne diese wahnsinnig tollen Leute die ich dort kennenlernen durfte. Wir wurden enge Freunde, wie eine Ersatzfamilie für den jeweilig anderen, da so ziemlich jeder sehr weit weg von seiner richtigen Familie war. Tag und Nacht waren wir zusammen, beim Frühstück, in der Uni, in der Bar am Abend und sogar beim Zähneputzen - so etwas verbindet wie keine andere normale Studienfreundschaft in Deutschland.

Das Traurige und Schöne zugleich ist nun, dass sie über die ganze Welt verteilt wohnen, ob in den USA, in England, Spanien, Australien, Neuseeland oder in Schweden, doch genau diese Umstände geben mir noch mehr Anreiz noch mehr von der Welt zu entdecken, nach New York oder Texas zu fliegen und jederzeit zu wissen, dass man herzlichst aufgenommen wird.

Dieses Land und all die wundervollen Persönlichkeiten, die ich kennenlernen durfte sind mir so sehr ans Herz gewachsen so dass ich ohne zu übertreiben sagen kann: Das letzte halbe Jahr war die bisher beste Zeit meines Lebens, die ich niemals vergessen werde.

Ich hoffe sehr dass euch euer Auslandsemester genauso viel geben wird wie es mir geben konnte und dass ihr eine unglaubliche Zeit mit unglaublichen Leuten erlebt.

In diesem Sinne:

Cheers!

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