Ein durchweg positives Fazit

Antonia Doeker | FH Aachen


Wo
James Cook University

Zeitraum
2015

Was
Wirtschaftswissenschaften

Studienprogramm
Auslandssemester

Förderung
IRH Förderprogramm

31.12.2015

Tolle Menschen, eindrucksvolle Erfahrungen und persönliche Weiterentwicklung

James Cook University

Hallo, mein Name ist Antonia und ich bin 23 Jahre alt. Daheim in Deutschland studiere ich Industrie- und Handelsmanagement und befinde mich aktuell im 6. Semester. Für dieses Semester sieht der Regelstudienplan meiner Heimatuniversität ein Auslandssemester für alle Studierenden vor, von dem ich euch heute hiermit ausführlich berichten möchte.

Alles begann bereits ein gutes Jahr vorher, als ich im Laufe des 4. Semesters langsam mit den ersten Recherchen für mein Semester fern der Heimat begann. Von Beginn an hatte ich dabei den Wunsch, in Australien oder Neuseeland zu studieren, da ich diese Länder persönlich sehr interessant und reizvoll fand. Zeitgleich fand an meiner Heimatuniversität auch eine Informationsveranstaltung vom Institut Ranke-Heinemann statt, an der ich gemeinsam mit einigen Kommilitoninnen teilnahm. Im Anschluss daran vereinbarte ich also einen Termin für ein persönliches und unverbindliches Beratungsgespräch, um meine Planungen weiter voran zu treiben. Hier stellte ich meiner Beraterin, welche auch im weiteren Verlauf für mich zuständig war, meine Wünsche und Ideen vor. Diese wurden daraufhin auch direkt von ihr bei den mir vorgeschlagenen Gastuniversitäten berücksichtigt. Nun hatte ich die Qual der Wahl, doch nach relativ kurzer Zeit entschied ich mich dann für die James Cook University (JCU) in Townsville, Queensland in Australien.

Townsville hat knapp 190.000 Einwohner und liegt im Nord-Osten Australiens direkt am Great Barrier Reef. Auch wenn Townsville im Vergleich zum knapp 300 km nördlich liegendem Cairns meist weniger bekannt ist, so ist es für australische Verhältnisse doch eine recht große Stadt. Es besuchen ca. 11.500 Studenten die hier befindliche James Cook University, wovon etwa 1.500 internationale Studenten sind. Neben dem Bereich „Business & IT“ werden hier auch Studiengänge zum Beispiel in den Bereichen Meeresbiologie, Psychologie und Medizin im Bachelor und Master angeboten.

Nachdem ich mich also für eine Gastuniversität entschieden hatte, musste ich mich hier zunächst einmal um einen Studienplatz bewerben. Mit der Hilfe des Institutes Ranke-Heinemann füllte ich die erforderlichen Formulare aus, in denen ich neben meinen persönlichen Angaben vor allem die von mir in Australien beabsichtigten Studienfächer und meine vorhandenen Sprachkenntnisse angeben musste. Bereits nach kurzer Zeit erhielt ich daraufhin eine positive Rückmeldung der James Cook University. Die Freude war groß und das Abenteuer Down Under konnte beginnen…

Schnell stellte ich jedoch fest, dass es noch viele Dinge vor Antritt meiner Reise zu klären und organisieren gab. Es stellten sich mir viele Fragen, die es zu beantworten galt:

  • Was für eine Krankenversicherung muss ich extra abschließen?

  • Wie, wann und wo kann und muss ich mein Visum beantragen?

  • Wie sieht das mit der Unterkunft aus?

  • Wo kann ich günstige Flüge buchen und wann sollte ich dies am besten tun?

  • und, und, und…

Gemeinsam mit meiner Beraterin des Institutes Ranke-Heinemann konnten diese Fragen jedoch immer wieder schnell und unkompliziert aus dem Weg geräumt werden. Dabei stellte sich zum Beispiel heraus, dass die Krankenversicherung automatisch in den zu zahlenden Semestergebühren enthalten sind. Auch das Visum stellte, anders als erwartet, kein großes Hindernis dar. Dies konnte schnell und problemlos online beantragt werden. Sogar für die Organisation des Hin- und Rückfluges stand der Service des Institutes Ranke-Heinemann zur Verfügung. Über Statravel konnte ein unverbindliches Preisangebot eingeholt werden.

Die letzten Monate vor meinem Abflug gingen dann ganz schnell vorbei. Die Taschen wurden gepackt, letzte Vorbereitungen abgeschlossen und schon saß ich im Flugzeug.

Zuerst nach Melbourne. Zu meiner Überraschung war es hier in Südaustralien Anfang Juli gar nicht so warm wie erwartet. Das Thermometer zeigte ca. 10°C an, da zu diesem Zeitpunkt Winter in Australien war. Dies war zwar eigentlich nichts ungewöhnliches, schließlich befand ich mich am anderen Ende der Welt. Dennoch unterschied sich diese Tatsache zunächst von meinen vorherigen Vorstellungen, die vor allem von Sonne, Strand und warmen Temperaturen dominiert wurden. Nach einigen Tagen Sightseeing ging es dann weiter nach Townsville. Endlich.

Beim Verlassen des Flughafens in Townsville gab es bereits den ersten Grund zur Freude. Die Temperaturen hier entsprachen – trotz Winter – viel mehr meinen Erwartungen und so machte ich mich zunächst auf Wohnungssuche. Auch wenn ich im Vorfeld diesbezüglich etwas gespalten war, hatte ich mich dazu entschieden, nicht bereits von Deutschland aus etwas zu mieten, sondern dies erst vor Ort zu erledigen, um mir selbst ein Bild von den Wohnungen und WG’s machen zu können. Sehr schnell stellte ich jedoch fest, dass meine Sorgen umsonst gewesen waren. Dabei unterscheidet man in Australien in „Off-Campus“- und „On-Campus“-Unterkünfte. Letzteres kann man mit gewöhnlichen Studentenwohnheimen in Deutschland vergleichen, da man direkt auf dem Campus wohnt und somit kurze Wege zur Uni hat. Die Konzentration kann dabei vollkommen aufs Studium gerichtet werden, denn sogar eine Kantine steht eigens für die On-Campus-Studenten zur Verfügung. Preislich stellt dies aber die teurere Variante gegenüber dem Leben außerhalb des Uni-Campus dar. Aus diesem Grund entschied ich mich zur „Off-Campus“-Wohnungssuche.

Über die Internetplattform easy-roommate.com und die JCU-Internetseite gab es zahlreiche Mietangebote, die die Suche einfach gestalteten. Wenige Telefonate und E-Mails später standen die ersten Besichtigungstermine fest und entschied mich schließlich für ein Zimmer in einer 4er-WG in nicht allzu weiter Entfernung zur Uni. Hier, im Stadtteil Aitkenvale, wohnte ich also ab sofort mit 3 weiteren internationalen Studentinnen und Studenten aus Deutschland, Spanien und Tunesien zusammen unter einem Dach. Im Gegensatz zu dem aus Deutschland gewohnten System, bei dem man monatlich seine Miete überweist, ist in Australien das System der Wochenmiete weit verbreitet. Anfangs erscheint es einem noch etwas komisch, doch schon nach kurzer Zeit hatte ich mich daran gewöhnt, meine Miete wöchentlich in bar an den Vermieter zu entrichten.

Nachdem das Thema Wohnungssuche somit auch erfolgreich abgeschlossen war, freute ich mich auf den Beginn des Auslandssemesters, der in der darauffolgenden Woche auch endlich erfolgte. Das Semester begann mit der so genannten „Orientation week“, bei der es sich um eine Einführungswoche handelte, die speziell für die internationalen Studenten ausgerichtet war, um die Studienabläufe, den Campus und andere internationale Studenten des Semesters näher kennen zu lernen. Jeden Tag der Woche gab es ein anderes Programm, welches wir zum Teil in kleinen Gruppen mit einem Mentor aus den höheren Semestern durchliefen. Dieser beantwortete jederzeit unsere Fragen und zeigte uns auch die wichtigsten Dinge auf dem Campus. Ferner stand uns dieser im weiteren Verlauf des Semesters zur Verfügung. Darüber hinaus wurden in den folgenden Wochen Ausflüge in und um Townsville seitens der JCU angeboten. Dazu gehörte zum Beispiel ein Besuch zum Billabong Sanctuary, wo man zahlreiche heimische Tiere bestaunen und teils sogar halten durfte (vgl. 3). Ein weiteres Beispiel war ein Ausflug zum Reef HQ Great Barrier Reef Meeresaquarium in Townsville. Auch bei diesen Veranstaltungen konnte man wieder mit anderen Studenten in Kontakt treten und sich so ein soziales Netzwerk aufbauen. Das wurde von der Uni ganz besonders unterstützt. Als bestes Beispiel hierfür kann auch das internationale Café genannt werden, welches während des gesamten Semesters wöchentlich auf dem Campus stattfand. Dabei traten unterschiedliche Musiker und Bands auf, deren Auftritte man sich kostenlos gemeinsam mit seinen Kommilitoninnen und Kommilitonen bei Tee und Kaffee anschauen konnte.

Eine weitere praktische Dienstleistung, die von der Universität angeboten wurde, war der Uni-interne Fahrradverkauf. Hierfür gab es auf dem Campus eigens eine Art Fahrradschuppen, bei dem alte und gebrauchte Fahrräder wieder fahrtüchtig gemacht wurden und für kleines Geld erworben werden konnten. Im Laufe des Semesters konnten Platten dort geflickt und am Ende des Semesters die Fahrräder dort wieder zurückgegeben werden. Durch diesen Service war man während des Semesters auch unabhängig von den öffentlichen Nahverkehrsmitteln in der Stadt stets mobil.

Kommen wir nun noch ein wenig zur Uni und den Vorlesungen an sich. Zuerst zur Fächerauswahl: Wenn man auf der James Cook University Seite im Internet nach den angebotenen Fächern schaut, muss man sich erst einmal orientieren. Dafür ist es wichtig herauszufinden, welche Fächer im geplanten Semester angeboten werden. Mit einem Klick auf das jeweilige Fach, werden weiterführende Infos zum Fachinhalt, den Dozenten und auch zu den Prüfungsarten angezeigt. Bei meiner Heimatuniversität durfte ich fast jedes Fach, welches zu meinem Studium passt, belegen. Um sicher zu stellen, dass am Ende des Semesters die Credits aus dem Auslandssemester auch Zuhause anerkannt werden, habe ich mich sicherheitshalber an die Studienberatung meiner Heimatuniversität gewandt. Nach Zusendung der Vorauswahl meiner Fächer und deren Beschreibungen, erhielt ich eine schriftliche Bestätigung.

Die Prüfungsweise bzw. die Notenbildung besteht - anders als in Deutschland - aus mehreren kleinen Tests, Hausarbeiten oder Präsentationen bzw. auch einer Kombination dieser. In den von mir gewählten Fächern hatte ich im Verlauf des Semesters kleine Präsentationen, Hausarbeiten in Gruppen, aber auch ein Portfolio im individuellen zu erstellen. Außerdem wurden immer wieder kleine Tests geschrieben und zum Ende des Semesters Abschlussprüfungen absolviert. Diese bestanden zum Teil aus Multiple Choice-Fragen, aber auch aus Aufgaben, die mit Freitext zu beantworten waren. Die Unterrichtsmethodik an der Uni unterschied sich ebenfalls zu der von mir aus Deutschland gewohnten. So bestand zum Beispiel in einem Fach der Unterricht aus einer Kombination aus Vorlesung und Workshop. Dabei wurden Theorie und Praxis miteinander verknüpft. Diese Lehrmethodik ermöglichte eine Vertiefung des Lernstoffes an kleinen Beispielen. Die Vorlesungen fanden mit rund 100 Studierenden statt, während die Workshops in kleineren Gruppen mit ca. 20 Studenten durchgeführt wurden. Andere Fächer wiederum bestanden ausschließlich aus Vorlesungen, wie man es auch aus Deutschland kennt.

Zum Abschluss meines Auslandssemesters lässt sich nun ein durchweg positives Fazit ziehen. 6 Monate in Down Under haben mich viele tolle Menschen kennenlernen, eindrucksvolle Erfahrungen sammeln und letztendlich meine Persönlichkeit weiterentwickeln lassen.

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