Meine gesammelten Erfahrungen sind unbezahlbar
Känguruh füttern

Sarah Scholz | DHBW Heidenheim


Wo
James Cook University

Zeitraum
2015

Was
Wirtschaftsingenieurwesen

Studienprogramm
Auslandssemester

Förderung
IRH Förderprogramm

31.12.2015

Auslandssemester an der James Cook University

Küste

Dieser Bericht beinhaltet meine gesammelten Erfahrungen während meines Auslandssemesters in 'down under'. Vorab, mein Name ist Sarah Scholz, ich bin 23 Jahre und studiere Wirtschaftsingenieurwesen an der DHBW Heidenheim. Das Auslandssemester (2. Semester 2015) an der James Cook University in Cairns war das 5. Semester aus dem Bachelorstudium. 

Vor der Abreise  

Begonnen hat alles mit der Suche nach einer passenden Universität in Australien. So viel sei gesagt, das Angebot für ein Auslandssemester in Australien ist nicht gerade klein. Über die Homepage von Ranke-Heinemann habe ich mich ausführlich über die unterschiedlichen Universitäten und ihre Bedingungen (Semesterzeiten, Studiengebühren, weitere Angebote für Studierende usw.) informiert. Da ich plante, das zweite Semester im Jahr (Juni - November) nach Australien zu gehen, konnte ich meine Auswahl auf die Universitäten in tropische Regionen beschränken. Juni ist quasi tiefster Winter in Cairns, dennoch schwanken die Temperaturen konstant zwischen 25-27 Grad, was ich persönlich super empfand. 

Bewerbungsprozess 

Nachdem mich die Kombination aus tropischen Regenwald, Great Barrier Reef, Anschluss zum grünen Outback (tablelands) sowie die guten Beurteilungen über die James Cook Universität in Cairns überzeugt hatten, begann der Bewerbungsprozess. Dieser gestaltete sich deutlich einfacher und schneller als ich erwartete. Bewerbungsformular ausfüllen, mit der heimischen Hochschule ein Learning agreement vereinbaren (für die Anrechnung der belegten Kurse im Ausland), Visum beantragen und fertig. Meine Unterlagen leitete das Ranke-Heinemann Institut direkt an die Universität weiter. Auftretenden Fragen zum Bewerbungsformular oder Visumprozess wurden mir umgehend durch die Organisation beantwortet. Nachdem die JCU meine Bewerbung akzeptierte, erhielt ich einen 'offer letter', diesen bestätigt man ganz einfach mit der Zahlung der Studiengebühren. Neben den Studiengebühren musste ich direkt den Betrag (um die 350$) für die OSHC mitüberweisen. Nach der Überweisung der Studiengebühren erhält man den 'letter of enrollement' der für die Beantragung des Visums erforderlich ist.  

Zur Absicherung, um wirklich in Australien studieren zu können, bewarb ich mich an einer weiteren australischen Universität. Von dieser erhielt ich auch einen 'offer letter'. Die Mitarbeiter von dem Ranke-Heinemann Institut informierten die Uni das ich mich für die JCU in Cairns entschieden habe. Damit war das Ganze erledigt.  

Mein Tipp: Wenn du dir noch unsicher bist, wo du studieren möchtest oder ob du tatsächlich an deiner Wunschuni angenommen wirst, bewerbe dich an einer weiteren Universität. Kosten fallen hierbei noch keine an, lediglich ein bisschen mehr Aufwand für das Ausfüllen eines weiteren Anmeldeformulars.   

Krankenversicherung 

OSHC - Overseas Students Health Cover. Dies ist eine Krankenversicherung für Austauschstudenten die in Australien studieren. Es besteht die Möglichkeit zur regulären Grundversicherung ein/mehrere Upgrades dazu zukaufen (Zahnzusatzversicherung etc.). Ich habe keine dieser Upgrades gebucht. Dennoch war ich mit der Versicherung sehr zufrieden. Aufgrund eines kleinen Fahrradunfalls musste ich diese In Anspruch nehmen, was allerdings völlig problemlos verlief. 

Visum 

Für das Semester an der JCU beantragte ich ein Studentenvisum. Dieses wird online beantragt (halbe bis volle Stunde Bearbeitungszeit) und ist in der Regel in kürzester Zeit beantwortet. Die Bestätigung meines Visums erhielt ich bereits drei Stunden nach der Beantragung. Neben dem Recht sich während des Studiums in Australien aufzuhalten, erhielt ich auch die Erlaubnis mich nach Ende des Studiums für vier weitere Wochen in Australien aufzuhalten. Außerdem erlaubt das Visum auch in Australien zu arbeiten. Weiter Informationen zum Arbeiten folgen im Text. Nachdem ich mein Visum erhielt, buchte ich meinen Flug nach Cairns und sicherte mir online ein Zimmer in einer Gastfamilie.  

Notenanrechnung  

Bevor ich mein Semester begann, erstellte ich mit meiner Heimathochschule in Deutschland ein Learning Agreement, um sicher zu gehen, dass mir die australischen Kurse alle angerechnet werden. Die Anzahl der angerechneten ECTS Punkte variieren stark von Uni zu Uni. Ich weiß von anderen deutschen Austauschstudenten der JCU das manche 3 ECTS und manche 6 ECTS pro Modul erhalten. Für vier Module in Australien (Vollzeit Semester) habe ich zwanzig ECTS Punkte erhalten. Das heißt 5 ECTS pro Modul. Normalerweise belegt man an der DHBW 25 ECTS pro Semester, daher muss ich im kommenden Semester ein zusätzliches Modul in Deutschland belegen.  

Zwei der vereinbarten Fächer haben sich vor Ort nochmal geändert. Dies stellte allerdings kein Problem dar, denn die Anzahl der ECTS Punkte blieb die Selbe.  

Mein Tipp: Sollte sich an deinen Kursen nochmal etwas ändern, hole dir in jedem Fall eine schriftliche Zustimmung deiner Heimatuniversität ein. Somit kannst du sicher gehen, dass dir am Ende auch wirklich alle belegten Kurse anerkannt werden.  

In Australien

Meine Reise startete eine Woche vor dem Beginn der Orientierungswoche. Meine Flugverbindung führte über Singapur nach Brisbane und anschließend nach Cairns. Bereits vor der Landung war ich begeistert von der Sicht auf Teile des Great Barrier Reefs sowie die angrenzenden Strände. Am Flughafen angekommen fuhr ich mit einen Busshuttle in das Stadtzentrum von Cairns. Der Busshuttle wird von der JCU für die neuen Studenten organisiert. Lediglich eine Email mit meinen Flugdaten reichte, um mir einen kostenlosen Platz zu reservieren. Ich würde jedem empfehlen diese Leistung der JCU Fall in Anspruch zu nehmen, da der Busshuttle sonst relativ teuer ist (ca. 15€).  

Mein Tipp: Singapur Aufenthalt. Wer einen längeren Aufenthalt als fünf Stunden an dem Flughafen in Singapur hat, kann an einer kostenlosen Stadtrundfahrt teilnehmen. Für kürzere Aufenthalte kann das Einkaufszentrum, das Kino, der Schmetterlingsgarten und der Pool am Flughafen genutzt werden.  

Unterkunft 

Über Flatmates buchte ich bereits von Deutschland aus ein Zimmer in einer Gastfamilie. In meiner neuen Unterkunft angekommen lebte ich mich erstmal die ersten Tage ein und erkundete die Stadt, sowie meinen Weg zur Uni. Das Haus in der Gastfamilie lag in Trinity Beach. Generell ist es eine sehr schöne Lage, wenn man an der JCU studiert. Nur 5 km Weg zur Uni und einen wunderschönen Strand bekommt man dort geboten. Relativ schnell stellte ich jedoch fest, dass ein Zusammenleben mit einem vier und einem sechsjährigen Kind nichts für mich ist. Morgens um sechs Uhr startete das Geschrei und auch Privatsphäre nahmen die Kinder nicht gerade ernst. Daher entschied ich relativ schnell mich nach einer neuen „entspannteren“ Unterkunft umzusehen.  

Es gibt eine Studentlodge direkt neben der JCU. Diese ist allerdings im Verhältnis zu privaten WG-Zimmern relativ teuer. Des Weiteren lebt man dort hauptsächlich mit internationalen Studenten zusammen und bekommt daher nicht wirklich den 'Australian was of life' mit. Daher entschied ich mich für ein WG Zimmer in Smithfield mit zwei Australiern.  

Wo genau man hinzieht sollte man von seinen persönlichen Präferenzen abhängig machen. Wer gerne in der Stadt ist, sollte sich ein Zimmer direkt in Cairns sichern, muss allerdings 30 Minuten oder mehr (pro Strecke) Busfahren. Wem ein Strand direkt vor der Haustür wichtig ist, kann beispielsweise nach Trinity oder Kewarra Beach ziehen. Die Mitte bietet Smithfield, wo auch der JCU Campus liegt. Von hier aus fahren in 10-15 Minuten Takt Busse in die Stadt, an den Strand und die Universität ist zu Fuß oder Rad schnell erreichbar.     

Die Mietpreise variieren durchschnittlich zwischen 130-180 AUD$ pro Woche. Die Zahlung der Miete erfolgt nicht wie in Deutschland monatlich, sondern wird bei den meisten privaten Vermietern Bar in ein bis zwei Wochen-Rhythmen beglichen. 

Mein Tipp: Bucht euch für die ersten Tage ein Zimmer in einem Hostel und schaut euch vor Ort Zimmer an. Es ist super easy ein Zimmer zu bekommen. Eine gute Homepage mit vielen Angeboten ist flatmates.com.au

James Cook Campus in Cairns 

Die Lage des Campus ist einfach nur beeindruckend. Direkt an das Gelände grenzt der Regenwald an. Bänke zwischen tropischen Bäumen gibt es genügend auf dem Campus, an denen man inmitten der Natur seine Pausen genießen kann. Wer aufpasst sieht dort auch einheimische Tiere, wie z.B. Leguane oder typisch australische Vögel.  

Die Ausstattung der Universität möchte ich persönlich als gut beurteilen. Jede Fakultät verfügt über ihr eigenes Gebäude/ihre eigenen Gebäude mit den individuellen benötigten Materialien. Eine große Bücherei ermöglicht es, in Ruhe auf dem Campus zu lernen. Es gibt eine Vielzahl von Computern und Schreibtischen, an denen man ungestört arbeiten kann. Außerdem kann man Seminarräume buchen, beispielsweise für Gruppenarbeiten. Die Ausstattung der Vorlesungsräume ist auch gut. Die meisten Räume verfügen über ein bis zwei Beamer, sowie Whiteboards, die von den Dozenten auch aktiv genutzt werden.  

Essmöglichkeiten auf dem Campus bestehen auch. Es gibt verschiedene kleine Shops in denen man warmes und kaltes Essen kaufen kann. Allerdings sind die Preise im Verhältnis zu deutschen Kantinen sehr teuer. In dem Bücherei Gebäude gibt es eine kleine Küche mit Kühlschränken und einer Mikrowelle, sodass man auch sein eigenes Essen mitbringen, kühl verstauen oder warm machen kann.

Sportangebot in Cairns 

Es gibt verschiedene Möglichkeiten um seine Freizeit sportlich zu gestalten. Die Universität bietet Yoga und Qui-Gong Kurse, sowie ein Bootcamp (7$ pro Einheit) an. Außerdem verfügt die Universität über einen Sportplatz, auf dem verschiedene Clubs ihre Aktivitäten anbieten (Bsp. Rugby und Frisbee). 

Ich persönlich war allerdings etwas enttäuscht von dem Sportangebot der JCU. Es wurde mit einem Fitnessstudio, sowie vielen Sportmöglichkeiten geworben. Das Fitnessstudio war jedoch lediglich ein kleiner Container (Größe eines Gartenhauses) mit ein paar Hanteln und das tatsächliche Sportangebot in Form von Kursen begrenzt sich auf Yoga, Chi-Gong sowie das Bootcamp. Ich persönlich empfand das Bootcamp als ein sehr gutes Workout, allerdings sind 7$ pro Einheit relativ teuer. Wenn man den Kurs dreimal wöchentlich besucht, sind das immerhin 21$ pro Woche. Für Jemand dem Sport sehr wichtig ist, würde ich daher empfehlen in einem der naheliegenden Fitnessstudios zu trainieren. Die Preise beginnen bei 15$ die Woche und die Studios stehen teilweise 24 Stunden, 7 Tage die Woche zur Verfügung.  

Meine Freunde die an anderen Australischen Universitäten studierten, hatten ein bei weitem größeres und vor allem kostenfreies Sportangebot. 

Transport in Cairns 

Die öffentlichen Verkehrsmittel sind mit vorzeigen des Studentenausweises sehr günstig. Dennoch ist es sinnvoll, sich ein Fahrrad zu kaufen, wenn man nicht zu weit weg wohnt von der JCU. Dieses bekommt man günstig gebraucht über Gumtree oder in den Fahrradclub der JCU. Neu gibt es günstige Modelle in kMart (z.B. im Smithfield Shopping Center). Meistens bekommt man das, was man gezahlt hat wieder raus, wenn man sein Fahrrad am Ende des Semesters verkauft. Für weitere Strecken kann der Greyhound Bus genutzt werden oder natürlich das Flugzeug. Es gibt öfters richtig günstige Flüge von Cairns.

Mein Tipp: Kauft ein Fahrrad, dadurch seid ihr flexibler, es ist günstiger und ihr bleibt noch fit. 

JCU Campus in Townsville  

Für eine Gruppenarbeit musste für eine Woche nach Townsville fahren und konnte so auch den JCU Campus in Townsville kennenlernen. Dieser Campus ist um einiges größer und verfügt (besonders in der Bücherei) über eine modernere Ausstattung als in Cairns. Das Angebot wie z.B. Essen, Sport und Freizeit sind dementsprechend auch größer. Es gibt beispielsweise eine eigene Eisdiele und eine Sushibar auf dem Universitätsgelände. Außerdem gibt es eine kleine Bankfiliale, ein Buchgeschäft (Co-op den gibt es auch auf den Cairns Campus) und einen Friseursalon. Das Sportangebot besteht außerdem aus einer Vielzahl von Kursen und einem modernen und großen Fitnessstudio. 

Die Lage ist, wie auch in Cairns, etwas außerhalb vom Stadtzentrum, aber dennoch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. Der Flughafen in Townsville ist mittlerweile auch ein internationaler Flughafen, daher bekommt man auch von hier günstige Angebote zum Reisen in und außerhalb Australiens. Zur Umgebung kann man sagen, dass es nicht so grün und tropisch ist wie in Cairns. Es war sehr trocken und braun, aber dafür begegnete ich ab und an einem Känguru, welche ganz ungehemmt auf dem Gelände herumlaufen. Das akademische Angebot in Townsville ist aufgrund der Größe der Universität auch umfangreicher wie in Cairns. Besonders wer Ingenieurwesen studiert wird wahrscheinlich nur in Townsville studieren können, da der Standort in Cairns lediglich die Grundkurse im Ingenieurwesen für das erste Semester abdeckt. 

Auswahl Standort der JCU 

Welchen Standort der James Cook Universität man letztendlich wählt, sollte man von dem Kursangebot, sowie seinen eigenen Vorlieben abhängig machen. Wem es sehr wichtig ist an einer großen Uni mit vielen Freizeitmöglichkeiten zu studieren, dem würde ich Townsville empfehlen. Wer allerdings auch mit einer kleineren Uni zufrieden ist und mehr die Umgebung genießen möchte (wandern, Mountain biken, tauchen) dem würde ich ganz klar empfehlen sein Auslandssemester am Standort in Cairns zu absolvieren.  

Orientierungswoche 

Für internationale Studierende gibt es zu Beginn des Semesters eine Orientierungswoche, hier die O-Week genannt. Während dieser bekam ich hilfreiche Tipps für das Studium, sowie eine Erläuterung, wie ich auf meine Kursunterlagen zugreifen kann, wie man die Zeitpläne einsieht und Vieles mehr. Außerdem wurden die Zusatzangebote der JCU erklärt. Es gibt eine Vielzahl verschiedener, einmal wöchentlich stattfindenden Angebote, z.B. English speaking, English academic writing, mathematics, essay writing, exam preparation und Weiteres, an denen man kostenlos teilnehmen kann. Neben den Informationsverantsaltungen fanden auch Führungen auf dem JCU Campus, sowie in Cairns statt. Es wurde ausführlich erklärt, wer die Ansprechpartner sind und an wen man sich wenden kann, wenn Probleme oder Fragen auftreten. Neben den allgemeinen Ansprechpartnern gibt es auch ein Kariere Center und einen Gesundsheitsservice. Eine Busrundfahrt durch Cairns, ein Ausflug in den Botanischen Garten sowie nach Green Island wurden von der JCU organisiert und durchgeführt. 

Mein Tipp: Nehmt an der O-Week teil! Man bekommt hilfreiche Informationen, aber noch viel wichtiger, man lernt die anderen internationalen und neuen Studierenden kennen. 

Cairns 

Die Stadt Cairns ist im Vergleich zu den Großstädten wie Melbourne, Sydney und Perth wirklich winzig. Es gibt nur wenig Hochhäuser und einmal im Stadtzentrum angekommen, kann man problemlos alles Weitere zu Fuß erreichen. Die Stadt bietet ein großes Shopping Center, sowie viele kleine Shops zum einkaufen. Restaurants und Bars, um etwas zu essen oder trinken, gibt es auch genügend. Zum Feiern gehen gibt es ein paar Optionen, allerdings sind die meistens eher in Form von Pubs/Bars.  

Mein Tipp: Für ein gutes Essen gibt es viele verschiedene Möglichkeiten direkt an der Esplanade entlang, sowie am Hafen. 

An der Esplanade ist auch die bekannte (künstliche) Lagune gelegen. Quasi ein öffentliches Schwimmbad, welches nicht aus Beton sondern aus Sand und Salzwasser besteht und den Strand ersetzen soll. Hier lässt sich auch im Winter ein schöner Tag in der Sonne verbringen. Zusätzlich zum entspannen am Wasser kann man auch an den öffentlichen Sportveranstaltungen wie Zumba, Wassergymnastik etc. an der Lagune teilnehmen. Die Nutzung der Einrichtungen und des Kursangebotes ist kostenfrei.  

Wer für einige Zeit in Cairns oder woanders in Australien lebt wird schnell feststellen, dass die Sonnenstrahlung um einiges stärker ist, als in Europa. Auch wenn es draußen bewölkt war, habe ich mir trotz Sonnencreme manchmal einen Sonnenbrand eingefangen. Die Sonnencreme mit 50+ sollte man daher wirklich immer verwenden, wenn man sich draußen aufhält. 

Mein Tipp: Es gibt einige günstige Marken in australischen Drogerien die relativ preiswerte Sonnencremes mit einen hohen Lichtschutzfaktor anbieten. Daher empfehle ich, keine Sonnencreme aus Deutschland mitzubringen, sondern diese vor Ort zu kaufen. 

Reisen 

Neben den Freizeitaktivitäten direkt in Cairns, gab es eine weitere Vielzahl an Ausflügen in die Umgebung von Cairns. Die Universität schickte zu Beginn des Monats eine Liste mit verschiedenen Wochenend-Trips raus. Diese waren in der Regel Busreisen und starteten direkt vom JCU Campus. Wer weiter weg möchte, kann den nahegelegenen Flughafen in Cairns nutzen. Dieser liegt zwischen Smithfield (JCU) und Cairns und kann in kürzester Zeit erreicht werden. Neben Reisen in Australien bieten sich auch Südostasien und Neuseeland an. Wer öfter mal die Preise checkt, kann Hin- und Rückflug von Cairns nach Bali (Direktflug) bereits für umgerechnet 150€ bekommen.   

Mein Tipp: Die beste App um günstige Flugtickets abzustauben ist Kayak. 

 

Meine Top-10 Aktivitäten für Cairns und Umgebung  

1) Cape Tribulation  

Wahnsinns Strand mit angrenzendem Regenwald. Man kann hier einfach nur die Landschaft genießen oder eine Flusstour machen, um Krokodile zu sehen oder aber einen Regenwald-Walk. Wir haben den Mount Sarrow bestiegen. Insgesamt benötigten wir 5 Stunden für den Auf- und Abstieg inklusive einer Pause. Diese Tour würde ich Jedem empfehlen, da man auf der Spitze des Berges eine atemberaubende Aussicht hat. Die Tour ist in jedem Fall eine kleine sportliche Herausforderung. Festes Schuhwerk und etwas Durchhaltevermögen sind daher eine Grundvoraussetzung. Um nach Cape Tribulation zu kommen gibt es organisierte Busreisen, welche direkt von Cairns Zentrum oder der JCU starten. Wir haben mit 10 Studenten zwei Mietwagen gemietet und sind selber hingefahren. Dies war kostengünstiger und wir waren wesentlich flexibler. 

2) Tablelands  

Das grüne Outback besticht mit weitläufigen Landschaften und typisch australischen Rinderfarmen. Wer Schokolade und Milchprodukte wie Käse und Joghurt mag, kann direkt an den Farmen anhalten und einkaufen, da einige einen eigenen Hofladen haben. Außerdem gibt es verschiedene Seen wie Lage Eacham, Barrine und Tinaroo in denen man schwimmen kann. Wer Glück hat, begegnet dort einem Schnabeltier, Possum, Baumkänguru oder einem Cassowary. Des Weiteren gibt es den 'Waterfall Circuit', der einen zu verschiedenen Wasserfällen führt. Ein besonders schöner ist beispielsweise der Millaa Millaa Wasserfall. 

3) Pyramide Mountain  

'Pyramide Mountain' ist ein Berg, der aussieht wie eine Pyramide. Der Aufstieg zu Fuß dauerte ungefähr 2 Stunden und ermöglichte auf der einen Seite ein Ausblick über Cairns und das Meer und auf der anderen Seite auf die Tablelands. Öffentliche Verkehrsmittel fahren nicht direkt zum Pyramide Mountain daher ist es nötig, ein eignes Auto zu mieten. Die Fahrt dauert ca. 30 Minuten von Cairns.  

4) Rustys Market 

'Rusty's market' ist ein Obst- und Gemüsemarkt im Stadtzentrum von Cairns. Hier kann man gutes und günstiges Essen aus der Region kaufen. Rusty's Market findet wöchentlich von Freitag bis Sonntag statt. Ich würde Jedem empfehlen, diesen Markt mindestens einmal zu besuchen und die ganzen verschiedenen Früchte und Gemüsesorten zu probieren. Es gab viele tropische und exotische Früchte, von denen ich in meinem ganzen Leben noch nie etwas gehört habe. Eine tolle kulinarische Erfahrung! 

5) Cairns Beaches  

Die schönen Strände von Cairns sind etwas außerhalb der Stadt (nördlich) und ganz in der Nähe des JCU Campus. Palm Cove, Clinton, Kewarra und Trinity Beach überzeugen mit sauberen Stränden, feinem, weißem Sand und Palmen. Um nicht von einer der gefährlichsten Quallen berührt oder von einem Krokodil gefressen zu werden gibt es Netzte, die bestimmte Badebereiche vor diesen Tieren schützen. Des Weiteren gibt es BBQ Einrichtungen direkt am Strand, die für jeden kostenfrei zugänglich sind. Dort haben wir uns häufig am Abend zum Essen getroffen.  

6) Green Island 

Eine tolle, kleine Insel in der Nähe von Cairns. Man kann hier super Schnorcheln, eine Glasboot Tour machen oder einen Krokodilpark besichtigen. Die JCU bot uns einen Ausflug nach Green Island während der O-Week für knapp hundert australische Dollar an. An diesem Event sollte man auf jeden Fall teilnehmen. Super Erlebnis! 

7) Mount Whitfield 

Neben dem botanischen liegt der 'Mount Whitfield'. Dieser verfügt über zwei verschiedene Wanderrouten, dem Red Arrow (kleine Tour) und dem Blue Arrow (große Tour). Diese Wanderung ist eine nette abwechselnd vom Unialltag und ermöglich eine schöne Sicht über die Stadt Cairns. Wir haben für den Blue durchschnittlich 2,5 Stunden gebraucht. Dieser ist auch für untrainierte Leute einfach zu laufen, dennoch sollte man während der Tour ein festes Schuhwerk tragen.  

8) Port Douglas 

Ungefähr eine Stunde mit dem Auto von Cairns entfernt (nördlich) liegt Port Douglas. Eine kleine, aber bezaubernde Stadt mit einem tollem Strand und vielen kleinen Geschäften zum einkaufen. Neben der Stadt sollte man auch den Weg nach Port Douglas genießen. Auf diesem gibt es einige tolle Aussichtspunkte. 

9) Cairns Esplanade  

Einfach mal die Stadt genießen. Etwas Zeit nehmen und über die Esplande am Abend lang laufen ist eine schöne Sache. Die Bäume sind mit Lichtern geschmückt und Künstler zeigen ihre Kunststücke.

10) Botanischer Garten 

Tropisch und Einzigartig. Der botanische Garten von Cairns ist beeindruckend und ein absolutes Muss für Jeden der in Cairns studiert. Ab und an werden auch Veranstaltungen, wie Open Air Kino im botanischen Garten organisiert. Wer daran teilnehmen möchte sollte allerdings früh genug da sein, da der Andrang oft groß ist. 

Studium an der JCU 

Die Studienfächer wählt man bereits während des Bewerbungsprozesses. Allerdings kann sich da noch etwas ändern. Mir persönlich hat eine der Vorlesungen absolut gar nicht zugesprochen, daher habe ich zu einem anderen ähnlichen Kurs gewechselt. Das Wechseln von Modulen ist zu Beginn des Semester überhaupt kann Problem und kann ganz einfach online gemacht werden. Wer Hilfe benötigt, wendet sich einfach an das Infocenter. Die meisten meiner Vorlesungen wurden aufgenommen, sodass ich sie mir online ansehen konnte. Dennoch sollte man öfter an den Vorlesungen teilnehmen, da besonders bei kleinen Gruppen auffällt, ob man da ist oder nicht. 

Die Module beinhalten meistens 1,5-2 Stunden pro Woche Vorlesung zuzüglich 1-2 Stunden Tutorial. In manchen Modulen spielt die Teilnahme an den Tutorials eine wichtige Rolle in der Endbenotung, daher sollte man hier teilnehmen. Außerdem empfand ich persönlich die Tutorials als sehr sinnvoll, da hier die theoretischen Inhalte aus der Vorlesung praktisch angewendet wurden und man sich damit gut auf das Examen vorbereiten konnte. 

Zeitmanagement  

Nachdem ich meinen Stundenplan zusammengestellt hatte, kam erstmal Freude auf. Jeden Freitag frei und von Montag bis Donnerstag hatte ich durchschnittlich 3 Stunden täglich. Verglichen zu meinen Semesterplänen an der DHBW ein Klacks, dachte ich mir. Schnell stellte ich jedoch fest, dass das Studium in Australien auf extrem viel zusätzliches Selbststudium ausgelegt ist. Während meines Semesters belegte ich vier Module, die sich aus insgesamt 19 verschiedene Assignments in Form von Präsentationen, Essays, Reports, Midexam und Finalexam zusammenstellten. Der Großteil meiner Assignments war in dem zweiten Teil des Semesters (nach der Semesterpause), daher war diese verglichen zum ersten Teil des Semesters relativ stressig. Hätte ich vorher besser gewusst den Arbeitsaufwand einzuschätzen, hätte ich früher angefangen an den Assignments zu Arbeiten. 

Mein Tipp: Beginne mit deinen Assignments (Vor allem Essays, Reports und Präsentationen) so früh wie nur möglich.  

Die Semesterpause ist, laut australischen Studenten und Dozenten, dafür gedacht die Assignments zu bearbeiten/beginnen. Die internationalen Studierenden hingegen nutzten diese Zeit zum Reisen. Ich flog mit einer weiteren Studentin für zwei Wochen nach Bali. Wer diese Woche zum Reisen nutzt, anstatt in der Uni zu sein, sollte entweder die online lecture sehen oder jemand Anderen nach den Unterlagen fragen, da man sonst Tipps für die Examen verpassen könnte. Generell würde ich jedem empfehlen, so viel wie möglich zu unternehmen und zu reisen. Wer mal eine Woche nicht da ist, fällt deswegen auch nicht durch. Allerdings kann man auch viele Dinge an einem Wochenende sehen und dann die Zeit nach dem Semester für eine ausgiebige Rundreise nutzen. 

Mein Tipp: Wenn du in der freien Woche reist und länger als eine Woche Reisen möchtest, versuche die Woche vor anstatt nach der Semesterpause dran zuhängen, da die Studienzeit in der zweiten Halbzeit, in der Regel, wesentlich mehr Assignments umfasst. 

Fachbücher 

Die meisten Dozenten weisen auf ein bestimmtes Buch hin, das man laut Ihnen auf jeden Fall braucht, um das Modul zu bestehen. Die Bücher können gebraucht (Facebook Gruppe) von anderen Studierenden oder aber gebraucht oder neu im Buchgeschäft der Universität gekauft werden. Die meisten Bücher kosten zwischen 80-120$. Ich persönlich habe für alle meiner vier Module das empfohlene Buch gekauft und nicht eines davon war extrem hilfreich. Ich habe zwar die empfohlenen Texte gelesen, allerdings deckten die meisten Vorlesungsmaterialen den prüfungsrelevanten Stoff komplett ab. Wer einen Essay schreiben muss, kann auch in der Bücherei nach geeigneten Büchern suchen oder auf googleschoolar schauen. Die Bücher können nach dem Semester im Buchgeschäft wieder zurückgegeben werden, allerdings zahlt das Geschäft extrem wenig. Sinnvoller ist es, die Bücher in der Facebook Gruppe zu inserieren und privat weiter zu verkaufen. Man sollte allerdings gut abwägen, ob man die Bücher wirklich kauft oder nicht. Ich persönlich würde nicht nochmal eines der Bücher kaufen. 

BX2051 - Managing People 

Das Modul beinhaltet die Grundlagen vom Personalmanagement. Berechnungen des Mitarbeiterbedarfs, wie schreibt man eine Stellenausschreibungen, nach welchen Verfahren entscheide ich mich für einen neuen Mitarbeiter etc. wurden während der Vorlesung thematisiert. Das Modul war für mich interessant und relativ einfach zu meistern. Die Dozentin war eine Engländerin und sprach perfektes, gutverständliches Englisch. Der Arbeitsaufwand, verglichen mit meinen anderen Modulen, war hier recht gering. Jedem, der in seinem Studium noch nichts zu diesem Thema behandelt hat, würde ich das Modul empfehlen. Jemand mit Vorkenntnissen hingegen, würde sich wahrscheinlich langweilen, da nur Grundlagen während des Moduls behandelt wurden. 

BX 3073 - Strategic Entrepreneurship  

Das Modul fand in Form von Workshops statt. Der theoretische Teil hielt sich in Grenzen. Viel mehr war das Modul darauf ausgelegt, eine eigene Geschäftsidee zu entwickeln und dafür Business Modelle anzufertigen. An einem Projekt arbeiteten durchschnittlich 3-4 Studenten. Neben dem entwickeln von Modellen und Business Plänen, fand am Ende eine Präsentation (Pitch) statt. Hier waren drei Unternehmer aus Cairns anwesend, welche am Ende Fragen zu dem Projekt stellten und ihre Beurteilung abgaben. Die Abschlusspräsentation mit Fragen stellte 30% der Endnote dar, 20% gab es für den Business Prospectus, 30% für das Portfolio (individuell) und 20% für das Midexam. Eine positive Sache war, dass es kein final Exam gab. Allerdings sind die praktischen Arbeiten nicht zu unterschätzen. Mein Portfolio, welches lediglich 30% meiner Endnoten ausmachte und individuell angefertigt werden musste, umfasste bereits 72 Seiten. Ich würde dieses Modul Jedem empfehlen, der gerne Dinge anwendet und nicht nur theoretisch auswendig lernt. 

BX3023 - Economic growth and sustainable development 

Dieses Modul fand in Form eines Blockmodes statt. Das heißt, nach dem eigentlichen Semester hatte ich weitere drei Wochen Intensivkurs in diesem Modul. Dieses stellte sich schnell als mein persönlicher Lieblingskurs heraus. Die Inhalte wurden sehr gut erläutert und es gab viele praktische Beispiele von verschiedenen Ländern.

Es wurden verschiedene Faktoren wie z.B. dem Durchschnittseinkommen pro Person untersucht, welche Unterschiede zwischen den Ländern verursachen können. Viele Dinge wurden in Form von Grafiken und Kurven erläutert. Viele Examfragen waren folgendermaßen aufgebaut: wenn A passiert, würde dies B beeinflussen und wenn Ja, wie? Das heißt, Leute denen es relativ einfach fällt wirtschaftliche Grafiken zu verstehen, wird der Kurs gefallen. Alle diejenigen die Probleme hatten, bekamen die Unterrichtsinhalte ein weiteres Mal erklärt. Der Professor selbst ist ursprünglich aus Holland, daher sprach er ein gut verständliches Englisch. Auch die Kursmaterialien sind recht einfach für nicht englische Muttersprachler zu verstehen, da hauptsächlich einfache Vokabeln verwendet werden. Diesen Kurs würde ich Jedem empfehlen. Die Inhalte sind interessant und der Professor bemühte sich wirklich sehr, jeden Studenten abzuholen. Auch die Form des Intensivkurses beurteile ich als positiv, da man sich nur auf ein Modul konzentrieren muss und nicht noch weitere Module nebenbei hat. 

EV2003 - Introduction in Environmental Economics  

Dieses Modul befasste sich, wie es der Name bereits verrät, mit den Grundlagen der Wirtschaft in Bezug auf die Umwelt. Es ging primär darum, verschiedene wirtschaftliche Instrumente kennen zu lernen mit denen man Umweltproblemen, wie z.B. der Erderwärmung, oder sauren Regen, entgegen wirken kann. Offiziell sollte man für diesen Kurs Grundkenntnisse in Umweltwissenschaften vorweisen, allerdings ist er auch ohne spezielle Vorkenntnisse recht einfach nachzuvollziehen. Lediglich manche Fachvokabeln musste ich aufarbeiten. Für manche dieser oben genannten Instrumente musste man ein wenig rechnen. Allerdings stellt die benötigte Mathematik für Leute aus einem Wirtschafts- oder Ingenieursstudiengang keine Probleme dar. Dieses Modul ist definitiv mit einem extrem hohen Arbeitsaufwand verbunden. Aus zwei Tests, einer zwanzigminütige Präsentation (alleine nicht in Gruppe), einem Essay, einem zwei stündiges final Exam sowie einer Beurteilung der Mitarbeit in den Tutorials setzte sich letztendlich die Gesamtnote zusammen. Mir persönlich hat der Kurs geholfen mehr über Umweltprobleme zu erfahren und neue Vokabeln zu lernen. Dennoch würde ich den Kurs nicht noch einmal belegen, da ich persönlich das Gefühl hatte, man lernt in diesen Kurs lediglich Dinge auswendig und schreibt sie am Ende hin. Wenn die eigene Meinung von der vorgegebenen abwich, war es für mich nur sehr schwer bis unmöglich, diese auch mit guten Argumenten zu belegen. Mit praktischer Anwendung hatte dieser Kurs, meiner Ansicht nach, nicht viel zu tun. 
 

Abschließend würde ich persönlich das Arbeitslevel an der Universität etwas geringer als in Deutschland einschätzen. Aufgrund der vielen Assignments empfand ich den Arbeitsaufwand jedoch relativ gleich, mit dem aus meinen vorherigen Semestern in Deutschland.  

Betreuung an der JCU 

Wie bereits im vorherigen Text beschrieben wurden die internationalen Studenten sehr gut betreut, da es für jede Angelegenheit einen geeigneten Ansprechpartner an der JCU gab. Dennoch möchte ich in diesem Bericht auch meine negativen Erfahrungen mit der Betreuung an der JCU schildern. In meinen Vertrag stand, dass mein Semester offiziell am 7. Dezember abgeschlossen ist. Es gab jedoch einen Hinweis, dass mein Finalexam vom Blockmode erst am 8. Dezember stattfindet. Daraufhin buchte ich meine anschließende Neuseelandrundreise für den 9. Dezember. Erst kurz vor dem Beginn des Blockmodes (Mitte November) wurde die detaillierte Kursbeschreibung veröffentlicht. Entsetzt stellte ich fest, dass die Daten im Vertrag (Enddatum) falsch waren. Das letzte Assingment bestand aus einer Gruppenarbeit, die aufbauend auf dem Kursmaterial, erst nach dem Blockmode (nach Finalexam) angefertigt werden konnte und bis zum 14. Dezember einzureichen war. Ich trat mit diversen Ansprechpartnern (erst Ansprechpartner für internationale Studierende der JCU, dann mit Ranke-Heinemann Institut und anschließend noch mit einer der leitenden Personen für die Internationale Abteilung der JCU) in Verbindung, da ich den Kurs stornieren wollte und die für den vierten Kurs bezahlten Studiengebühren zurückerstattet haben wollte. Hierbei möchte ich erwähnen, dass die Studenten aus Deutschland für ihr australisches Auslandssemester zwischen drei und vier Modulen wählen können und dementsprechend 1000-1500 AUD mehr oder weniger zahlen. Nach vielem Hin und Her, war die abschließende Antwort der JCU, dass ich an dem Kurs nicht teilnehmen muss aber definitiv keine Gebühren zurück erstattet bekomme. Auf die Tatsache, dass es ein offensichtlicher Fehler der JCU war mit meinen Vertrag, bekam ich die Antwort 'In Australien ist es nicht ungewöhnlich das weitere Assignments nach dem offiziellen Finalexam in einem Blockmode gefordert werden'. Also belegte ich den Kurs und stornierte meine gebuchte Neuseelandreise. Letztendlich war der Kurs wirklich super, aber dennoch hat mich die JCU in dieser Angelegenheit sehr enttäuscht, besonders weil ich letztendlich auch die Stornierungskosten meiner Neuseelandsreise tragen musste, nur weil ich mich auf den Vertrag mit der JCU verlassen habe. 

Mein Tipp: Diese Situation hätte ich nicht vermeiden können, da ich davon ausgegangen bin, dass man sich auf den Studienvertrag verlassen kann. Allerdings empfehle ich nun, wenn man vorhat einen Blockmode zu belegen, dass man sich direkt zu Beginn des Semesters mit dem zuständigen Professor in Verbindung setzt und ihn um eine Rückmeldung bittet bzgl. des Enddatums von geplanten Assignments.

Arbeiten 

Mit dem Studentenvisum können bis zu 20 Stunden die Woche während Studienzeiten und bis zu 40 Stunden die Woche in studienfreien Zeiten gearbeitet werden. Wer gerne arbeiten möchte, kann im Karriere Center der JCU Beratung für seine Bewerbung erhalten und in einer eigenen Datenbank nach passenden Jobmöglichkeiten suchen.  

Die Australier 

'Hi mate, how are you doing?' Dies ist einer der Sätze die ich während meines Auslandssemester öfters gehört habe. Mein Eindruck war, dass die Australier super freundlich, aufgeschlossen und hilfsbereit sind. Einer kurzer Plausch mit einer Verkäuferin oder einem Fremden im Bus sind keine Seltenheit. Um wirklich die Australier kennen zu lernen, bin ich bewusst in eine WG mit zwei Australiern gezogen. Dies hat mir geholfen den Akzent schnell zu verstehen. Auch in der Uni habe ich bewusst versucht Kontakt mit Australiern zu knüpfen. Gemeinsame Unternehmungen folgten. Außerdem wurde ich auch öfters von der Familie australischer Freunde zum Essen/BBQ eingeladen. Die Eltern waren immer sehr freundlich und interessiert, wie ich Australien verglichen zu Deutschland empfinde. Außerdem habe ich gute Reise und Geheimtipps für Australien sammeln können. Ich persönlich habe den Eindruck gewonnen, dass die Australier ihre Freizeit mehr wertschätzen und um einiges entspannter sind als die (meisten) Deutschen die ich kenne. Leute mit Anzug und Flipflops in der Bankfiliale oder auch barfuß laufende Leute im Einkaufszentrum waren nichts Außergewöhnliches. In Australien leben die Leute definitiv nicht zum Arbeiten, sondern sie arbeiten um zu Leben.  

Fazit 

Mir hat der das Auslandssemester in Australien dabei geholfen leichter auf fremde Menschen zuzugehen, mein Englisch und Zeitmanagement zu verbessern, neue Freundschaften zu schließen, neue Plätze und Länder zu erkunden und natürlich viele Dinge etwas gelassener zu sehen, ganz nach dem Motto 'No worries'. Meine gesammelten Erfahrungen sind unbezahlbar und ich kann jedem empfehlen nach Australien zu gehen. Wer zum studieren hingeht, sollte sich definitiv über die James-Cook Universität informieren, da sie wirklich viele genannte Dinge bietet (besonders die Lage und Umgebung) die nur wenige andere Universitäten in Australien anbieten können. 


  

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