Ich habe mich sehr wohl und willkommen gefühlt

Sandra Sander | Ostfalia Hochschule


Wo
Murdoch University

Zeitraum
2016

Was
Wirtschaftswissenschaften

Studienprogramm
Auslandssemester

Förderung
IRH Förderprogramm

31.07.2016

Eine tolle Zeit in einem tollen Land, die ich nicht missen möchte

So ein Auslandssemester in Australien bedarf einiger Vorbereitungen und muss natürlich etwas früher geplant werden, als ein Semester innerhalb Europas. Deshalb möchte ich hier nochmal einen ganz groben Überblick über meine einzelnen Planungsschritte geben.

Ich persönlich habe mit den ersten Vorbereitungen meiner Bewerbungsunterlagen bereits im Juni 2015 begonnen, sprich ca. 7-8 Monate vorher. Es dauert eine Weile bis, man alle Unterlagen beisammen hat, die für die Bewerbung notwendig sind. Die Einreichung meiner vollständigen Bewerbung habe dann ich über des Ranke-Heinemann Institut durchgeführt. Dieses hat alle Unterlagen an meine Wunschuniversität weitergeleitet und  mir so den Bewerbungsprozess erleichtert. Ich erhielt ziemlich zeitnah mein Offer-Letter, sprich das Angebot über einen Studienplatz. Nachdem ich dieses angenommen habe und die Studiengebühren bezahlt waren, erhielt ich meine Confirmation of Enrolement, die Einschreibungsbestätigung der Murdoch University in Western Australia. Spätestens jetzt gab es kein Zurück mehr!

Also konnte ich mich nun um die Unterkunft sowie den Flug kümmern. Mir war ziemlich früh klar, dass ich mich für eine On-Campus Unterkunft im Murdoch University Village entscheiden werde um schnell Kontakt zu anderen Studenten zu bekommen. Daher habe ich keine Zeit verloren und meine Bewerbung für einen Platz in einer 5er WG online erledigt. Auch die Flugbuchung habe ich nach Recherchen auf verschiedenen Portalen online vorgenommen. Hierbei entschied ich mich für ein One-Way Ticket, da ich mich aufgrund noch offener Reisepläne nach Semsterende weder auf Rückflugdatum, -ort oder Airline festlegen wollte. Die Beantragung des Studenten-Visum erfolgte dann Anfang Januar 2016. Das Ganze war, nachdem man sich etwas damit beschäftigt hatte, überraschend unproblematisch und die Erteilung erfolgte online innerhalb von 20 Minuten. Somit hatte ich alles Wichtige erledigt und ein Auslandssemester in Australien konnte beginnen. 

Meine Zeit in Australien

Während meines Auslandssemsters an der Murdoch University in Perth habe ich im Murdoch University Village gewohnt. Mein Zimmer befand sich in einer 5er WG im Nordvillage und meine Mitbewohnerinnen kamen aus Singapore, Japan, Schwerden und Deutschland. Die Wohnungen im Nordteil sind neuer als der Südteil und die zudem auch etwas besser ausgestattet. Zudem befindet sich hier auch der Pool, der von allen Bewohnern genutzt werden kann. Zu Beginn des neuen Semesters gab es eine Einführungswoche, mit täglich wechselnden Aktivitäten. Während des Semsters wurden vom Studentenwohnheim verschiedene Aktivitäten angeboten. Zum einen beinhaltet dies kostenpflichte Ausflüge, an denen man teilnehmen kann, aber auch kostenlose Aktivitäten im Village selbst. Hierzu zählten zum Beispiel die „Pancake Fridays“ oder „Monday Variety Dinner“. Durch die Vielzahl der Aktivitäten und dem hohen Anteil von Austauschstudenten, hat man im Village schnell Anschluss gefunden und sich nie allein gefühlt. Ich habe die Zeit dort sehr genossen und war auch mit meinem Zimmer sowie meinen Mitbewohnern voll und ganz zufrieden.

Die Uni selbst ist nur 5-10 Minuten zu Fuß vom Village zu erreichen. Da das Unigelände sehr groß ist und jede Fakultät unterschiedliche Standorte hat, sind die Entfernungen für jeden Studenten verschieden.

Das Semester in Australien ist etwas anders aufgebaut, als in Deutschland. Es gibt drei Studybreaks, die jeweils eine Woche andauern. Zudem besteht die Semesternote der einzelnen Fächer nicht nur aus einer Klausurnote, sondern aus vielen Einzelnoten, die man bereits während des Semesters sammelt. Um ein Fach zu bestehen, muss in Summe 50/100 Punkten erreicht werden. Theoretisch ist es in den meisten Fächern möglich diese schon vor der eigentlichen Abschlussprüfung zu erreichen, praktisch ist dies aber eher etwas schwierig. Die einzelnen Prüfungen bestanden bei mir unter anderem aus Essays und Präsentationen und natürlich der Abschlussprüfung. Zugegeben, war das Semester deutlich mehr Arbeit, als ich es erwartet hatte. So musste ich auch den ein oder anderen sonnigen Tag an meinem Laptop verbringen um meine Essays rechtzeitig fertigzustellen. Zum Glück nutzt die Murdoch University für die Einreichung von Prüfungsaufgaben ein sehr gut funktionierendes online System. Hierbei müssen die fertiggestellten Dokumente bis zu einer festgesetzten Frist auf ein Portal hochgeladen werden. Sobald dies geschehen ist, gilt die Prüfungsaufgabe als eingereicht. Die Mitteilung der Noten erfolgt über genau das gleiche System. Mir persönlich hat dies sehr gut gefallen, da es nicht nur Papier sondern auch viel Zeit und Aufwand erspart.

Natürlich bestand nicht das gesamte Semster aus lernen und Essays schreiben. Während der Freizeit war ich mit Freunden des öfteren in Fremantle oder auch in Perth. Beides ist mit Bus und/ oder Zug in 30-40 Minuten erreichbar. Wir haben die Zeit unter anderem genutzt um die Sonne am Cottesloe Beach zu genießen, den Sunset Market in Fremantle zu besuchen oder ein Picknick im Kingspark zu organisieren. Weitere Anlaufpunkte waren zudem Pengui Island, die Sanddünen in Lancelin, die Pinnacles sowie Rottnest Island. Wenn keine Zeit für lange Fahrten war, ging es oft nach Fremantle. Der kleine Ort ist vom Student Village am einfachsten per Bus zu erreichen und hat einige schöne Restaurants und Bars. Während der Wochenenden gibt es zudem die Fremantle Markets, auf denen man verschiedenste Dinge finden kann. Besonders Sonntags kurz bevor der Markt schließt, kann man einige gute Obst-und Gemüse Schnäppchen machen.

Ein weiteres Highlight während meines Semsters war der Nord-West-Trip, welcher vom international Office der Murdoch Universität organisiert wurde. Hierbei ging es während des Studbreaks für zehn Tage in den Nordwestlichen Teil Australiens. Die Tour war wirklich einzigartig und ich kann sie jedem empfehlen. Nur einige Highlights waren der Karijini National Park und das Schnorcheln im Ningaloo Reef.

Im Vergleich zur Ostküste, ist es in Westaustralien dennoch um einiges ruhiger. Die Öffnungszeiten in Perth und Umgebung sind kürzer als in anderen Großstädten und generell schein alles etwas freier von Hektik. Mir persönlich war es hier manchmal etwas zu ruhig, aber das ist definitiv Ansichtssache. Vorteilhaft sind hingegen die wunderschönen Strände rund um Perth, wie zum Beispiel der Cottesloe Beach oder der Scarborough Beach. Zudem ist Perth nicht so Touristenüberfüllt wie andere große Städte, was ich als sehr positiv empfunden habe. Im Vergleich zur Ostküste ist hier gefühlt mehr von dem typischen Australien übergeblieben. In ganz Australien habe ich zudem die Erfahrung machen könne, dass alle Menschen sehr hilfsbereit und offen sind. Die Busfahrer begrüßen einen freundliche, im Einkaufsladen wird man gefragt wie der Tag bisher war und generell herrscht ein sehr freundlicher und persönlicher Umgangston. Dieser Eindruck hat sich im Laufe meiner Zeit in Australien immer wieder bestätigt und es hat sehr dazu beigetragen, dass ich mich sehr wohl und willkommen gefühlt habe.

Fazit

Insgesamt kann ich sagen, dass das Semester in Australien für mich ein einmaliges und unvergessliches Erlebnis war. Mein Ziel war es in erster Linie, mein Englisch aufzubessern und selbstbewusster in der Sprache zu werden. Das ist mir dank des gut strukturierten Semesterplans und der hilfreichen Unterstützung von Dozenten denke ich gut gelungen.

Wem Westaustralien nicht zu ruhig ist, dem kann ich auch die Murdoch University ohne Einschränkungen empfehlen. Mit der Organisation und dem Ablauf des Studiums war ich sehr zufrieden. Zudem sprechen die gute Ausstattung der Kursräume, die Nutzung von neuen Techniken und gut funktionierenden Online Portalen sowie die Hilfsbereitschaft der Dozenten für die Uni. Ich habe mich hier immer gut umsorgt gefühlt und besonderer Dank gilt Athira vom International Office der Murdoch University, die sich unglaublich gut um uns Austauschstudenten gekümmert hat. Sie hatte immer ein offenes Ohr, hat viele Events und Touren organisiert und war persönlicher Ansprechpartner für allerlei Fragen. Es war eine tolle Zeit in einem tollen Land, die ich nicht missen möchte.



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