Study Abroad am anderen Ende der Welt

Linda Kunst | Masterstudentin Jura „International Law and Business“ Ostfalia - Hochschule für angewandte Wissenschaften


Wo
Murdoch University

Zeitraum
2015

Was
Postgraduate Jura

Studienprogramm
Auslandssemester

Förderung
IRH Studienbeihilfe

15.12.2015

Auslandssemester an der Murdoch University in Perth

Aussicht vom Balkon

Als Masterstudentin im Studiengang „International Law and Business“ an der Ostfalia - Hochschule für angewandte Wissenschaften war es mir wichtig, Erfahrungen sowohl für das Studium als auch zur Erweiterung meines eigenen Horizonts zu sammeln und durfte schließlich von Juli bis November 2015 an der Partneruniversität Murdoch University in Perth, Western Australia, ein Auslandssemester im Rahmen des Study Abroad Programs absolvieren.

Bevor das aufregende und einzigartige Semester am anderen Ende der Welt jedoch beginnen konnte, hatte ich neben Einreichung eines Notenbogens, eines Motivationsschreibens sowie einer Auswahl gewünschter Kurse einen Englischtest, DAAD-Sprachzeugnis, (Deutscher Akademischer Austausch Dienst) an meiner Hochschule abzulegen. Anschließend habe ich meine vollständigen Bewerbungsunterlagen Anfang Februar an das Ranke-Heinemann-Institut übersandt, welche im Anschluss an die Murdoch University in Perth eingereicht wurden.

Als ich die Zusage Ende März erhielt, konnte ich weitere wichtige Vorbereitungen treffen, dazu gehörte u.a. die Beantragung des Auslands-BAföGs sowie eines Visums, die Buchung der Flüge und die Wohnungssuche. Ich entschied mich für ein Zimmer im Studentenwohnheim (Murdoch University Village) und konnte somit erste Kontakte mit vier Studentinnen aus unterschiedlichsten Ländern (Schweden, Simbabwe, Australien und Deutschland) knüpfen. Ein weiterer Vorteil war die direkte Lage zur Universität mit großer Grünanlage sowie zu meinem „zweiten Zuhause“, der Bibliothek. Wer aber etwas Geld sparen möchte, findet sicher in näherer Umgebung (z.B. Fremantle) eine günstigere Unterkunft.

Während der Orientierungswoche wurden viele Veranstaltungen vom „Village“ organisiert, um nicht nur schnell andere internationale Studenten kennenzulernen, sondern um auch Fragen rund um das Studium klären zu können, z.B. bestand die Möglichkeit, die zuvor bereits in Deutschland ausgewählten Kurse zu wechseln. Ich besuchte z.B. die Unit „Writing Academic English“ welche speziell für Studenten angeboten wurde, bei denen die Muttersprache nicht Englisch ist und verhalf, Hausarbeiten in anderen Fächern anzufertigen. In Fällen von Fragen oder Problemen während des Studiums war das „Student Centre“ eine weitere Anlaufmöglichkeit, um Unterstützung zu erhalten. Wöchentliche Veranstaltungen des Villages während des Semesters wie der „Pancake Friday“, Spielabende oder Sportveranstaltungen wie Yoga und Zumba ermöglichten den Studenten, Freundschaften zu knüpfen und den Unistress etwas zu vergessen.

Im Gegensatz zum Studium in Deutschland bestand die gesamte Prüfungsleistung aus mehreren Einzelprüfungen (Online-Quiz, Essay, Abgabe von Übungsblättern und Mitarbeit im wöchentlichen Tutorium), welche während der Vorlesungszeit zu absolvieren waren. Im November war schließlich die Zeit für die Final Exams. Da sich meine Vorlesungen lediglich auf zwei Tage verteilten bzw. auch die Möglichkeit bestand, die Vorlesungen online anzuhören, war genügend Zeit, Hausarbeiten anzufertigen, aber auch zwischendurch einen Tag am Strand zu verbringen.

Aber nicht nur Strände rund um Perth, sondern viele Ausflugsziele boten sich an, das schöne Australien näher kennenzulernen, dazu gehören Rottnest Island mit vielen niedlichen Quokkas, Penguin Island, Pinnacles oder auch Margaret River. Das Highlight war jedoch der von der Uni angebotene 10-tägige North-West-Trip, der während eines von drei sog. „Study Breaks“ stattfand. Dieser Road Trip war einmalig: zelten, die Milchstraße im Outback bewundern, Delphine füttern und mit Schildkröten und Mantarochen im Coral Bay schnorcheln. Diese breaks sind in der Regel zum Lernen gedacht, werden jedoch von den meisten Auslandsstudenten zum Reisen genutzt. Die anderen zwei verbrachte ich z.B. auf Bali bzw. in Melbourne.

Nach dem Ende des Studiums nutzte ich im Dezember noch die Gelegenheit, die Ostküste Australiens zu bereisen; schnorcheln im Great Barrier Reef, ein zweitägiger Segeltörn in den Whitsunday Islands oder auch ein paar Tage in Sydney durften dabei natürlich nicht fehlen. Australien bietet neben einer hohen Facette an Landschaften eine vielfältige Tierwelt sowie eine freundliche und offene Art der Australier. Die Lebenshaltungskosten sowie die Studiengebühren sind jedoch sehr hoch. Mit dem Studentenvisum besteht aber die Möglichkeit, nebenbei etwas dazu zu verdienen.

Von dem Studienaufenthalt in Perth erwartete ich, meine erlernten Kenntnisse der englischen Sprache zu verbessern und zu vertiefen. Dies ist mir auch gelungen, jedoch kamen viele Studenten aus Deutschland, was das Verbessern ab und zu erschwerte. Darüber hinaus sind die Australier ab und zu etwas schwierig zu verstehen, auch, da sie gern viele Abkürzungen verwenden. Neben den fachlichen Kenntnissen standen jedoch auch die australische Kultur, die Menschen und deren Lebensweise, das studentische Leben sowie die persönliche Weiterentwicklung im Vordergrund. Denn diese große Herausforderung, auf einem anderen Erdteil zu studieren, erweiterte nicht nur meinen persönlichen, sondern auch meinen beruflichen Horizont.

Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass mit diesem Auslandssemester für mich ein großer Traum in Erfüllung gegangen ist und ich die Chance nutzen konnte, dieses einzigartige Erlebnis nicht verpasst zu haben und kann daher nur jedem Studenten empfehlen, diesen Schritt zu gehen und eine gewisse Zeit in einem anderen Land zu verbringen.

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