Studying at the University of Newcastle? – Defo Mate!

Julia Lau | Universität Vechta


Wo
The University of Newcastle

Zeitraum
2015

Was
Anglistik

Studienprogramm
Auslandssemester

Förderung
IRH Förderprogramm

31.12.2015

Auslandssemester an der University of Newcastle

„Geh‘ unbedingt nochmal für ‘ne Weile ins Ausland!“, „Das Auslandssemester war die Zeit meines Lebens!“, „Im Ausland verändert man sich und lernt ja sooo viel über sich selbst!“  „Wenn nicht jetzt, wann dann?“… u.s.w.

Sprüche, wie diese kennt jeder. 

Jeder hat sie schon einmal gehört. Von Freunden oder Verwandten, die gerade wiedergekehrt sind von einem Abenteuer irgendwo auf der Welt oder die noch Jahre später in Erinnerungen schwelgen und von ihren Erlebnissen schwärmen. 

Auch ich habe das vor meinem Auslandssemester gehört und … war tierisch genervt!

Man hat das Gefühl, dass heute jeder irgendwie irgendwo herumreist – ob es nach dem Abi das gute alte ‚work-and-traveln‘ ist, das FSJ oder das Au-Pair-Jahr oder das Auslandssemester während des Studiums – die Fotos bei facebook & co springen einem jeden Tag entgegen, jeder findet gerade irgendwo ‚sich selbst‘ und hat ‚the best time of my life‘. 

Ätzend, oder? 

Mich hat das ziemlich unter Druck gesetzt: 

„Jeder geht ins Ausland. Es macht sich so gut im Lebenslauf. Es gehört einfach dazu. Ansonsten kannst du deine berufliche Karriere ja gleich vergessen.“ 

Gedanken wie diese schwirrten mir durch den Kopf und haben mir aber gleichzeitig die Lust zu einem Auslandsaufenthalt vermiest. 

Verstärkt wurde meine ablehnende Haltung durch eine weniger positive Auslandserfahrung als Au-Pair vor meinem Studienbeginn und dem Fakt, dass ich bereits im Master war, gerade ein richtig gutes Praktikum absolviert hatte, das mir so viel Spaß gemacht hat, dass ich das Studium so schnell wie möglich abschließen wollte und am liebsten direkt angefangen wäre zu arbeiten. Meine Gedanken drehten sich um Punkte wie: 

„Ins Ausland zu gehen passt einfach gerade nicht rein. Ich brauche das für mich nicht. Nur weil es alle machen, muss ich das noch lange nicht machen. Warum soll ich weit weg von zu Hause, wenn ich auch hier glücklich bin? Ich bin einfach kein Mensch dafür.“

So kann man sich in sich selbst täuschen! Aber dazu später mehr.

Lange Rede, kurzer Sinn - wie kommt es, dass jemand mit diesen Ansichten nun einen Bericht über ein Auslandssemester schreibt? 

Da ich Anglistik studiere, ist meinen Masterabschluss an die Bedingung geknüpft eine gewisse Zeit im englischsprachigen Ausland verbracht zu haben. Ich hatte zuvor schon ein Auslandspraktikum gemacht und musste nur noch sechs Wochen vorweisen. So suchte ich nach einem weiteren Praktikumsplatz ‘in der Nähe‘. England, Schottland oder Irland waren der Fokus - Orte wo man schnell hinkommt, nicht weit weg von zu Hause. Doch irgendwie ließ sich so schnell kein Platz finden (Schicksal…?!!) und ich stolperte auf der Internetseite meiner Uni über eine Auflistung von Partnerschaften weltweit. Ohne Hintergedanken klickte ich mich durch Internetseiten der Unis. Die University of Newcastle war die einzige Uni in Australien. Es waren zuerst einmal die Fotos, die mich faszinierten – von der Stadt und ihren zahlreichen Stränden und dem Busch Campus, aber dazu später mehr. 

Es waren also die Bilder (googelt Newcastle mal!), die in mir den Gedanken aufkommen ließen: Okay, wenn ich schon nochmal ins Ausland ‘muss‘, dann kann ich die Zeit ja auch an einem richtig schönen Ort verbringen – mit Palmen, Sonne, Sommer, Strand und Meer. 

Und so nahm das ganze seinen Lauf. 

DIE VORBEREITUNG

Als ich einer Kommilitonin und guten Freundin von meiner Idee erzählte (und die Bilder zeigte!), war sie sofort begeistert. Da ich mich alleine nicht überwinden konnte, fragte ich ob sie mitkommen würde. Sie sagte direkt zu. Gerade in der Vorbereitungsphase war es eine unheimliche Erleichterung zu zweit das gleiche Ziel zu verfolgen. Denn (ohne abschrecken zu wollen) es kam viel Papierkram, Recherche und Lauferei in der Uni auf uns zu. Der erste Schritt war ein Gespräch im International Office. Das war unglaublich hilfreich. Die Mitarbeiter waren begeistert von unserem Plan und haben uns sehr unterstützt. Man informierte darüber, welche Dinge wir zu organisieren hatten, in welcher Reihenfolge das am besten geschieht und welche Fristen wir einzuhalten haben. Um es auf den Punkt zu bringen hier eine kurze Auflistung:

  1. Für die Heimat Uni: 
  • Welche Kurse aus unserem Studienverlaufsplan könnten im Ausland belegt werden? (Will ich mir überhaupt welche anrechnen lassen? Wir entschieden uns dafür.)
  • Gibt es gleichwertige Kurse im Angebot an der University of Newcastle?
  • Kurse finden, Kursbeschreibungen heraussuchen und Einverständnis der verantwortlichen Dozenten einholen (unbedingt schriftlich! An unserer Uni gab es schon vorgefertigte Formulare dafür!)
  • Semestertermine koordinieren: Unser Semester in Deutschland war noch nicht ganz vorbei als die Orientierungswoche in Newcastle bereits begann mit Dozenten sprechen und Lösungen suchen
  • Abgabefristen, Prüfungstermine und Veranstaltungen bis zum Abflug
    • einige Arbeiten haben wir früher (vor Abgabetermin) abgegeben
    • für einige Abgabetermine haben wir Aufschub bis nach Rückkehr vom Auslandssemester bekommen 
    • die letzten anwesenheitspflichtigen Veranstaltungen im Semester, die wir verpassten, konnten wir durch kurze schriftliche Arbeiten ersetzen, die wir während des Auslandssemesters per Email einreichten 
  1. Für die University of Newcastle:

Hierbei wurden wir von der Ranke-Heinemann Stiftung wirklich gut unterstützt. (welche Dokumente brauchen wir? bis wann? woher?) Vielen Dank dafür!!!

  • Kursangebot überblicken (riesig!)
  • Einschreibeformulare ausfüllen
  • Sprachtest absolvieren (konnten wir an unserer Uni)
  • auf die Offer Letter warten
  • Studiengebühren überweisen
  • online das Visum beantragen
  • Unterkunft in Newcastle organisieren:

Wir haben uns über das ‘Student Living‘ der Uni auf ein Zimmer auf dem Campus im International House beworben und haben es auch bekommen. Für mich persönlich die beste Unterkunft überhaupt! Wirklich sehr zu empfehlen! (später mehr dazu)

 

  1. Finanzierung: 
  • Auslandsbafög beantragen (unbedingt probieren!!! Auch wenn man kein Inlandsbafög bekommt! Ich konnte damit rückwirkend  einen großen Teil der Studiengebühren finanzieren!)
  • Über Stipendien und Reisekostenzuschüsse informieren
  • Motivationsschreiben etc. anfertigen

 Wir haben uns über unser International Office auf das PROMOS-Stipendium vom DAAD beworben (900€) und einen Reisekostenzuschuss von unserer Uni beantragt 

 

  1. Sonstiges:
  • Aus dem WG Zimmer ausziehen bzw. untervermieten
  • Zusätze für die Auslandskrankenversicherung abschließen 
  • Impfungen 
  • Internationalen Führerschein beantragen
  • Flüge buchen
  • Hostel für die erste Nacht in Sydney buchen (das Sydney Central YHA ist sehr zu empfehlen! YHAs allgemein!)
  • Anreise nach Newcastle planen: Wir haben den Zug genommen: Sydney Central Station nach Hamilton Station ca. 2,5 Std. und $ 8, von Hamilton den Bus 100 zum Campus: ca. 30 min und ca. $ 3)

NEWCASTLE

Newcastle ist die zweitälteste Stadt Australiens und hat ca. 300.000 Einwohner. Die Stadt ist relativ weitläufig und hat viele unterschiedliche Stadtteile. In den äußeren Bereichen liegen Wohngegenden, Einkaufscentren und auch der Callaghan Uni Campus, in Hafennähe befindet sich das Stadtzentrum. Es gibt keine großen Hochhäuser wie man sie aus Großstädten wie Sydney, Melbourne oder Brisbane findet. Die Atmosphäre in Newcastle ist eine ganz besondere. Durch den Hafen und die Fabrikgebäude hat Newcastle einerseits einen industriellen Charakter. Genau das macht aber auch den Charme der Stadt aus. In den letzten Jahren haben sich immer mehr Künstler in leer stehenden Fabrikgebäuden angesiedelt und es gibt viele kleine Cafés, Boutiquen und Restaurants. Regelmäßig finden Künstlermärkte statt und in kleineren Bars spielen Bands aus der jungen unbekannteren Musikerszene. Gleichzeitig ist Newcastle von vielen Stränden umgeben und von einer entspannten zurückgelehnten Strand Atmosphäre  geprägt. Der Kleidungsstil ist oft leger, gerne in Badeshorts, mal Barfuß und/oder mit Surfbrett unter dem Arm. Zu den wichtigsten Stränden zählen Nobby’s Beach, an dem der berühmte Leuchtturm steht,sowie Newcastle Beach und Bar Beach, zwischen denen das ‚Bogey Hole‘ liegt, ein in den Fels gehauener Swimmingpool, in denen die Wellen aus dem Meer hinein rollen. 

 Mit dem Zug ist man innerhalb von 2,5 Stunden bequem und kostengünstig ($ 8) in Sydney. Newcastle hat auch einen Flughafen, meistens ist es jedoch günstiger nach/ bzw. ab Sydney zu fliegen. 

Must-Do’s:

  • Surf Stunden nehmen
  • Nobby’s Beach
  • Bogey Hole
  • mittwochs abends in ‚Custums‘ feiern 
  • in der Honeysuckle Area essen gehen
  • durch die Hunter Street und Darby Street schlendern 
  • shoppen im Shopping Centre in Charlestown, bowlen, Laser Tag spielen oder sich bei ‘Max Brenner‘ mit Eisbechern, Brownies und Milkshakes die ultimative Schokoladen Überdosis geben
  • mit dem Bus zum Blackbutt Reserve fahren und Kängurus, Koalas & Co sehen

DIE UNI

 Die University of Newcastle hat Standorte in mehreren Städten und sogar Ländern (Singapur). Der Haupt Campus befindet sich in Callaghan einem etwas außerhalb gelegenem Stadtteil von Newcastle, ca. 11 km von den Stränden und dem Stadtzentrum entfernt. Das mag zunächst negativ klingen, trägt aber meiner Meinung nach ungemein zu der tollen Atmosphäre auf dem Campus bei. Durch die Entfernung vom Stadtzentrum konzentriert sich das Uni Leben auf den Campus und verläuft sich nicht in der Stadt. Dennoch ist die Uni durch mehrere Buslinien sehr gut an das Stadtzentrum  angebunden. Das Unigelände ist im Grunde eine ganze Stadt für sich. Es gibt ein riesiges Fitnessstudio mit Schwimmbad und Kletterwand, mehrere Sportplätze, zwei überdachte Basketballplätze, zwei Kindergärten, ein Reisebüro, eine Apotheke, einen Buchladen, diverse Restaurants und Cafes, zwei Bars in denen regelmäßig Bands spielen und Partys stattfinden, zwei Bibliotheken, zwei Fahrrad ‘hubs‘, wo man Räder kaufen, leihen oder reparieren lassen kann und jede Menge Sitzgelegenheiten und Rasenflächen. Die gesamte Atmosphäre des Geländes ist von dem grünen dschungelähnlichen Buschgelände geprägt. Überall stehen Eukalyptus Bäume, Palmen und Büsche, es gibt einige Waldwege und Gewässer. Dementsprechend sieht man auch viele Tiere auf dem Unigelände wie zum Beispiel Opossums oder die unterschiedlichsten Vogelarten. Es gibt mehrere ‚Colleges‘ auf dem Campus mit insgesamt sage und schreibe 1800 Betten. Mit ihren unterschiedlichen Formen des Wohnens entsprechen sie den verschiedensten  Erwartungen und Ansprüchen der Studenten.  So kann man eines von vielen einzelnen Zimmern in den langen Fluren von ‘Teds‘ beziehen, in einer Art WG mit geteilter Küche und Bad wohnen wie unter anderem in den New Residences oder im International House oder auch sein eignes Apartment mit eigner Küche und Bad haben. Je nach College kann bzw. muss man ein Verpflegungspaket hinzu buchen das dann 5 oder 7-mal Abendessen beinhaltet, für einige Colleges teilweise auch Frühstück und Mittagessen. 

Das Kursangebot der University of Newcastle ist enorm vielfältig. Auf den ersten Blick hat mich die Auflistung erschlagen und die passenden Kurse zu finden bzw. sich zu entscheiden war keine leichte Aufgabe. Aber auch wenn man vor Semesterbeginn schon seine Kursauswahl getroffen hat, kann man diese in den ersten Wochen immer noch verändern. In der Orientierungswoche werden viele Einführungsveranstaltungen und Workshops angeboten, bei denen Mitarbeiter und erfahrene Studenten den Erstsemestern und International Studierenden nicht nur unterstützend bei der Kurswahl zur Seite stehen sondern auch Campus- und Bibliotheksführungen anbieten und Fragen aller Art beantworten. Die Orientierungswoche ist sehr gut organisiert und den Studenten wird auch hinsichtlich sozialer Aktivitäten viel geboten. So wurden Ausflüge in den Tierpark (siehe Koala Foto) und das Shoppingcenter angeboten, eine Schnitzeljagd durch die Stadt organisiert und zahlreiche Barbecues und Partys veranstaltet, bei denen man schnell viele neue Leute kennengelernt hat. Von den unterschiedlichsten Gruppen und Organisationen werden so viele Aktivitäten angeboten und über den gesamten Campus verteilt findet so viel statt, dass man gar nicht alles wahrnehmen kann und sich kaum entscheiden kann, woran man teilnehmen soll. Auch im weiteren Verlauf des Semesters werden die Studenten sehr gut betreut. Im International Office, in den Libraries oder den unterschiedlichsten Service Centern bemühen sich die Mitarbeiter sehr bei allen möglichen Fragen und Problemen weiterzuhelfen. Man fühlt sich wirklich gut aufgehoben. Das Freizeitangebot ist unschlagbar. Ob Vortrag oder Comedy Show, Konzert oder Party in der ‘Bar on the Hill’ oder die wöchentliche Movie Night unter freiem Himmel, irgendetwas findet immer statt. Wer sportlich motiviert ist, kann im Gemeinschaftsraum der New Residences an kostenlosen Yoga Stunden teilnehmen, sich im Fitnessstudio anmelden und an den zahlreichen Sportkursen teilnehmen oder sich einem der vielen Teams in unterschiedlichen Sportarten anschließen und just for fun gegen andere Teams antreten. Ich habe beispielsweise in einem Basketball Team und in einem Netball Team gespielt und dabei viele Leute kennengelernt. 

Must-Do’s:

  • einem Sport Team beitreten
  • Sunny die (ungiftige) Campus Schlage auf der Brücke zum Shortland Building treffen
  • nur in die Bibliothek zu gehen, um sich im Cafe ein Banana Bread zu kaufen und Freunde zu treffen
  • einen Kurs nur aus Interesse belegen

 COLLEGE LEBEN:

Auf dem Campus in Newcastle haben die unterschiedlichen Colleges ihre eigenen Philosophien und Traditionen. Ohne mich tiefgehender zu informieren habe ich mich für ein Zimmer im International House (IH) beworben und auch eins bekommen. Wie ich finde, war das das Beste, was mir passieren konnte! 

     Zwar ist diese Unterkunft mit $ 244 pro Woche nicht die günstigste Unterkunft auf dem Campus (die günstige ist $180/ Woche ohne Essen), dafür bekommt man aber auch montags bis freitags ein warmes Abendessen in der Dining Hall und wird Teil einer unglaublich sozialen und herzlichen Gemeinschaft. Das International House (IH) besteht aus 11 Wohnblöcken, in denen jeweils 5, 6 oder 10 Studenten in einer Art Wohngemeinschaft zusammen wohnen. Jeder hat sein eigenes Zimmer mit Bett, Einbauschrank und Schreibtisch und teilt sich Bad, Küche und das geräumige Wohnzimmer inklusive Sofas und Fernseher mit seinen Mitbewohnern. Zu der Anlage vom IH zählt ein eigener Swimmingpool, ein Gemeinschaftsraum mit Klavier, Billardtisch, Tischtennisplatte, Fernseher und Musikanlage, ein Study Room, in den man sich bei Bedarf zum Lernen zurückziehen kann sowie drei Barbecue Areas mit Picknick Tischen.  Insgesamt wohnen 221 Studenten (domestic und international) in einer Art Dorf zusammen, das von einem einzigartigen Gemeinschaftsgefühl geprägt ist. Man hilft sich gegenseitig, veranstaltet gemeinsame Partys und Mottowochen, pflegt Traditionen vom IH und feuert seine Sport Teams an, die gegen andere Colleges spielen (Go IH!!!). Das Zusammenleben ist sehr gut organisiert. Es gibt eine Art Vorstand, gewählt aus Studenten, die schon länger im IH wohnen und unterschiedliche Positionen einnehmen. Es gibt beispielsweise Social Officer, die Feiern und gemeinsamen Aktivitäten organisieren oder Sports Officer, die Teams aufstellen, Trainings ansetzen und Teilnahme an Turnieren organisieren. In jedem Block wohnt ein studentischer Mentor, der die Bewohner zum Semesterbeginn begrüßt, ihnen beim Eingewöhnen hilft und  alles zeigt. Während des Semesters hat meine Mentorin regelmäßige Blocktreffen organisiert, bei denen wir  Fragen und Probleme besprochen haben, sie uns über anstehende Feiern und Aktivitäten von IH informiert hat oder wir einfach nur zusammen gekocht haben. Auf diese Weise sind meine Mitbewohner und ich schnell zu einer Art Familie zusammengewachsen. Innerhalb kürzester Zeit ist IH zu meinem neuen zu Hause geworden. Ich habe mich wohl gefühlt, habe viele enge Freundschaften geschlossen und es hat sich ein gemeinsamer Alltag entwickelt. Es war immer jemand da, um zusammen zum Sport  zu gehen, spontan in die Stadt oder zum Strand zu fahren oder einfach nur zum Quatschen und gemeinsam im Wohnzimmer vor dem Fernseher zu sitzen. 

Während der zweiwöchigen Semesterbreak haben vier Freunde und ich uns ein Auto gemietet und sind die Ostküste bis nach Cairns hochgefahren. Das war ein richtig guter Roadtrip, wir haben wunderschöne Orte Australiens gesehen und eine Menge Spaß zusammen gehabt. Doch am liebsten denke ich an den Tag zurück, an dem wir wieder zurück nach Newcastle gekommen sind. Ich habe mich so gefreut alle wiederzusehen! Jeder hat von seinen Erlebnissen und Abenteuern erzählt - es war wie zurück nach Hause zu kommen! 

Ende November sind meine Eltern nach Newcastle gekommen und ich konnte ihnen die Stadt und den Campus zeigen und ihnen viele meiner Freunde vorstellen. Das würde ich immer wieder so machen. Zwar war es komisch meine Eltern in meiner australischen Welt in Empfang zu nehmen und ich erlebte definitiv ein Aufeinanderprallen zwei verschiedener Welten doch im Endeffekt war das genau richtig. Der Besuch meiner Eltern hat diese beiden Welten für mich verbunden und sie können jetzt nachvollziehen wovon und vor allem von wem ich spreche wenn ich von meinen Erlebnissen erzähle. (Ich weiß, ich schwärme euch gerade von meinen Erlebnissen vor und schwelge jetzt schon in Erinnerungen. Was ist nur aus mir geworden…)

Von Newcastle aus ging es für meine Eltern und mich zuerst nach Sydney und nach Melbourne, dann nach Cairns zum Great Barrier Reef, dann zu den Whitsunday Islands und schließlich zum Ayers Rock.! Wir haben viele unbeschreiblich schöne Orte gesehen und interessante Menschen kennengelernt. werden. Eine unglaubliche Reise!

Doch mich vor der Reise mit meinen Eltern in Newcastle  zu verabschieden, war herzzerreißend! Nie hätte ich erwartet, dass ich in so kurzer Zeit so enge Freundschaften aufbauen würde. Klar haben wir Adressen ausgetauscht und uns versprochen, dass wir uns bald wiedersehen – nur ist das jetzt nicht mehr ganz so einfach, wenn sich alle Leute wieder auf der ganzen Welt verteilen. Aber: So habe ich eine Menge neuer Reise Ziele für die Zukunft, da Sofas in Australien, der USA, Frankreich, Schweden, Hongkong und Shanghai bereit stehen und auf einen Besuch warten! 

Richtig gelesen! Ich ziehe für mich in Betracht, dass ich weitere Riesen antreten werde! Wie gesagt. So kann man sich in sich selbst täuschen! Ich spiele sogar mit dem Gedanken ein weiteres Auslandssemester zu machen … sobald das nötige Kleingeld zusammengespart ist.

Das Semester hat mich und meine Ansichten ganz schön umgekrempelt.

Must-Do’s:

  • im International House wohnen!
  • viel Zeit mit seinen Mitbewohnern verbringen
  • gemeinsame Kochabende und dabei andere Kulturen und Traditionen kennenlernen
  • sich von den Australiern veräppeln lassen und an die Existenz von ‘Dropbears‘ glauben
  • ‚Vegemite‘ probieren
  • Sich den Slang des Aussie English aneignen, mate!
  • an den Partys und Aktivitäten von IH teilnehmen
  • sich bei Motto Partys so richtig ins Zeug schmeißen (sonst seht ihr neben den verrückten Australiern alt aus)
  • die Uni mal an 2. Stelle stellen 
  • nachts heimlich im Pool baden
  • zusammen reisen 
  • einfach Spaß haben! 

In meiner Schwärmerei bin ich kurz davor die zitierten Sprüche von oben selbst zu verwenden! Aber ich versuche mich zu beherrschen. 

Mein nüchternes FAZIT:

… 

Es tut mir echt leid!

Das Semester war ganz einfach eine der besten Zeiten meines Lebens! 

Und es hat mich verändert! Das wird beim Vergleichen vom Anfang und Ende dieses Berichtes glaube ich sehr deutlich. 

Ich würde es immer wieder machen. Vor allem im Hinblick auf die vielen unterschiedlichen Menschen, die man kennenlernt, die Freundschaften, die man schließt. Man lernt dabei so viel über andere Länder, Kulturen und Traditionen und wenn man Reflektiert und vergleicht lernt man auf diese Weise auch seine eigene Kultur besser kennen. Man merkt, was sie mit anderen lulturen gemeinsam hat aber auch was sie eigentlich von anderen Kulturen unterscheidet, was sie einzigartig macht.

Auch die University of Newcastle kann ich nur empfehlen. Es ist eine wirklich gut ausgestattete und akademisch sehr gut aufgestellte Uni. (Googelt mal nach den Rankings!) Und der schöne Campus ist einzigartig. 

Da  können Sydney, Melbourne & Co, wo sich das Campusleben in der Weite der Großstadt verliert, nicht mithalten!

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