Erst Studieren, dann Reisen!

Isabella Helbig | Studentin


Wo
The University of Technology Sydney

Zeitraum
2015 - 2016

Was
Undergraduate Bachelor

Studienprogramm
Auslandssemester

Förderung
IRH Studienbeihilfe

30.06.2016

Mein Semester an der University of Technology Sydney

Bevor ich von Ranke Heinemann gehört habe, schien es eine große Herausforderung zu sein, den ganzen Austausch selbst zu organisieren. Das Land ist weit weg und unbekannt. Was sind die großen Fragen, die ich mir gestellt habe?

  • An wie vielen und an welcher Universität soll ich mich bewerben?
  • Und wie einfach ist es, angenommen zu werden?
  • Wie komme ich dort am besten hin?
  • Welche Art von Visum brauche ich und woher bekomme ich das?
  • Brauche ich einen Sprachtest? Welches Level ist notwendig? Wie viel kostet der?
  • Was erwartet mich an der Universität?
  • Wie ist das Land und die Leute?

Vorbereitung

Mit der Hilfe von Ranke Heinemann war die Vorbereitung relativ einfach und schnell zu organisieren. Mittels vieler Broschüren und Weblinks von den Universitäten in Sydney und den Erfahrungsberichten online konnte ich mir ein gutes Bild von den Unis machen, um mich dann für drei der Unis zu entscheiden. Die Bewerbungen waren für alle Unis sehr ähnlich. Angefordert wird ein Transcript of Records auf Englisch, den man von der Heimatuniversität bekommt, einen Sprachtest, eine Auswahl an Kursen, die man an der australischen Universität belegen möchte und einige Details zu deiner Person. Einige Unis in Sydney erwarten ein hohes Level an Englischkenntnissen und verlangen deshalb einen TOEFL oder IELTS Test als Nachweis. Bei der UTS hingegen reichte ein Sprachtest des DAAD, der für Studenten an vielen Universitäten umsonst ist.

Das Visum kann man beantragen, sobald man die Zusage der Universität bekommen hat und die Studiengebühren bezahlt sind. Die Beantragung passiert online und wird deshalb sehr schnell bearbeitet.

Die Flüge nach Australien sind sehr teuer, wie fast alles andere in Australien auch. Ich habe meinen Flug mit STA Travel gebucht, da sie einen Studienrabat anbieten und viel Erfahrung mit Australienreisen haben.

Studieren an der UTS

Zu beginn des Semesters gab es für alle International und Exchange Students eine Orientation week, in der es viele gute Vorträge und Einführungen zu Land, Kultur und Studium gab. Auf diese Weise war es einfach mit den anderen Studenten in Kontakt zu kommen und es hat mir die Nervosität genommen. Kurz nach Semesterstart findet an dem Hauptcampus eine Veranstaltung statt, an der sich alle Studentenprojekte vorstellen und für sich werben können. Auf diese Weise kann man sich in Sportkurse und andere Gemeinschaften einschreiben und schnell nette Leute kennenlernen.
Die Kursauswahl ist ein bisschen freier als ich es von Deutschland gewohnt bin, da es mehr Schlüsselqualifikationskurse/ Electives gibt, die man belegen kann. Ansonsten ist die University of Technology Sydney (UTS) sehr gut ausgestattet. Es gibt viele Gruppenräume und andere Einrichtungen, die alle Studenten nutzen können, unter anderem Computer und Drucker in der Bücherei und überall auf dem Campus. Die Uni hat sogar eine App, die einem hilft, die richtigen Räume zu finden. Wenn man sonst Hilfe braucht, für allgemeinere Fragen, gibt es auf dem Campus mehrere Studentenbüros, in denen Studenten weiterhelfen.
Anders als in Deutschland sind die Prüfungen nicht nur am Ende, sondern über das ganze Semester verteilt, d.h. es werden kleine Hausarbeiten, Tests und Gruppenarbeiten wie Präsentationen aufgegeben und tragen alle zu der Endnote bei.

Leben in Sydney

Der Alltag in Sydney ist relativ ähnlich zu dem Leben in Deutschland. Sydney ist eine sehr große Stadt und sehr multikulturell, mit vielen Bars und Cafés. Man bekommt Essen aus vielen verschiedenen Ländern, allerdings ist die Nähe zu Asien spürbar, da viele der Restaurants und Shops asienorientiert sind. Die Stadt an sich ist nicht sehr gleichmäßig aufgebaut. In der Stadtmitte, dem CBD (central business district), sind die meisten Touristenattraktionen, ebenso wie große Firmen stationiert. Die Hauptattraktionen sind fußläufig zu erreichen, darunter die Harbour Bridge, das Opernhaus, der Botanische Garten, The Rocks, und einige schöne Museen, wie das Museum of Contemporary Art.
Die meisten Studenten dagegen halten sich jedoch mehr in den südlicheren Stadtteilen in der Nähe der Unis auf. Newtown ist ein sehr beliebter Stadtteil, in dem es viele Bars, Cafés und Second Hand Shops gibt. Newtown hat mir persönlich am besten gefallen, da die Menge jung und sehr freundlich ist.
Am Wochenende, wenn man etwas mehr Zeit hat, lohnt es sich auch mal die weiter entfernteren Teile Sydneys anzugucken, da sich Sydney, wie alles in Australien, über viele Kilometer erstreckt. Im Süden und im Norden verstecken sich viele schöne Strände, an denen Surf- und Tauchschulen Kurse anbieten.
Der öffentliche Verkehr ist in Sydney ziemlich teuer und nicht sehr ausgeprägt (zumindest im Vergleich zu Berlin, wo ich herkomme). Dennoch kann man überall ohne Probleme hinkommen. Gut zu wissen ist, dass man eine Opal-Karte braucht, um mit den Bussen und Bahnen fahren zu dürfen. Diese ist ganz einfach zu bedienen; man lädt Geld drauf und los geht’s. Beim Betreten vom Bus wird die Karte an einen Automaten gehalten, der die Karte liest.

Leben in einem Shared house

Anders als vermutlich viele andere Austauschstudenten habe ich nicht auf dem Campus gelebt, sondern mir eine WG gesucht. Durch die Website flatmateflinders.com.au oder gumtree.com.au kann man viele gute und billige Zimmer finden. Ich habe diese Option gewählt, weil ich auf die Weise weniger Geld für Miete ausgegeben habe und als Extra ein paar richtig nette Australier kennengelernt habe. Da ich das Haus mit anderen Studenten geteilt habe, habe ich schnell Freunde gefunden und bin außerdem sehr eigenständig geworden.

Reisen nach der Uni

Nach dem Semester bin ich für einige Wochen mit einem Auto durch Australien gereist. Unter anderem in den Norden nach Byron Bay, Cairns, und den Regenwald, und in den Süden von Melbourne über die Great Ocean Road nach Adelaide und in das Outback. Da Australien ein Backpacker Land ist, sind rund ums Jahr viele junge Leute in ihren Autos unterwegs, was das reisen besonders schön macht. Mein Tipp ist definitiv: leiht euch ein Auto oder kauft euch eins für wenig Geld und ab auf die Straße! Eine gute und billige Website für car hire ist wicked campers.

Man ist ja nur ein mal auf der anderen Seite der Welt!

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