Einmalige Erfahrung beim Auslandssemester in Sydney - intensiv und großartig!

Mathias Giegling | Masterstudent in Wirtschaftswissenschaften


Wo
The University of Technology Sydney

Zeitraum
2015 - 2016

Was
Postgraduate: Auslandssemester, Marketing und akademisches Englisch

Studienprogramm
Auslandssemester

Förderung
IRH - Studienbeihilfe

10.05.2016

Man muss es einfach selbst erleben

Sydney

Sydney besitzt eine sehr hohe Lebensqualität. Als Küstenmetropole lässt die Stadt keinerlei Wünsche hinsichtlich der Freizeitgestaltung offen. Klima, Strände, Parks, Kultur, Events, Shopping-Meilen, Nachtleben, verschiedene Subkulturen und Szenen, ... alles findet man in Sydney. Auch die außerhalb der Stadt liegenden Naturparks, wie z. B. die Blue Mountains, und Strände sind auf jeden Fall einen Besuch wert.

Mir haben besonders die Strände gefallen, wer dabei jedoch an den Bondi oder Coogee Beach geht, hat selbst Schuld. Am schönsten fand ich die kleinen, nicht so überfüllten Strände, die es entlang der Hafenbucht gibt, wie z. B. Shark Bay. Diese sind idyllisch und perfekt zum Relaxen. Neben den Stränden und Parks kann man andere sehenswerte Orte kostenfrei erleben, wie z. B. viele Museen, Galerien, aber auch Clubs.

Das Nachtleben Sydneys ist ebenfalls sehr bunt. Egal ob Darling Harbour, CBD, Potts Point, Kings Cross oder Darlinghurst – für jeden Geschmack wird etwas geboten. Das tolle ist, dass die Clubs und Bars alle keinen Eintritt verlangen, außer vielleicht mal zu Special Events. Nicht so gut hingegen ist, dass aufgrund eines Lockout-Laws, ab 1:30 in bestimmten Stadtdistrikten niemand mehr in eine Bar oder Club gelassen wird. Damit muss man sich arrangieren und seine Location am Abend frühzeitig wählen.

Grundsätzlich ist das Leben in Sydney sehr teuer. Neben der Miete sind auch andere Kosten zur Lebenshaltung, wie z. B. Lebensmittel und öffentlicher Nahverkehrs teurer als in Deutschland. Insgesamt sollte man monatlich mit AU$ 1.800 bis 2.000 einplanen, um ein „anständiges“ Leben führen zu können. Damit kann man zwar nicht leben wie ein König, ist aber auch nicht gezwungen, jeden Cent zweimal umzudrehen.

Mit dem Studentenvisum kann man bis zu 20 Stunden pro Woche neben dem Studium arbeiten. Wie das allerdings neben einem Vollzeitstudium klappen soll, ist mir bis heute fraglich. Nur wenige meiner ausländischen Kommilitonen arbeiten nebenbei und soweit ich mitbekommen habe, hatte das einen negativen Effekt auf ihre Studienleistungen. Wer viel von Australien sehen und umherreisen, gleichzeitig aber auch anständige Studienleistungen während seines Auslandssemesters erreichen möchte, sollte sich daher also im Vorfeld ein paar Ersparnisse anhäufen.

Campusleben

An sich istein Studium an der UTS sehr zu empfehlen. Sie liegt sehr zentral in Sydney, keine zehn Minuten zu Fuß von der Central Station entfernt. Darüber weiteren verfügt die Universtität über moderne Einrichtungen, Labore und eine Menge Computer- und normaler Arbeitsplätze am Hauptcampus. Auch ein Medical Centre ist dort zu finden. Die Betreuung durch das International Office der UTS, aber auch die fachliche Betreuung durch die Lehrbeauftragten, war sehr gut. Ein Career Office unterstützt auch ausländische Studierende bei der Jobsuche. Im Spring Semester meines Auslandsaufenthaltes wurde die neue UTS Business School sowie zwei weitere brandneue Gebäude anderer Fakultäten eingeweiht.

Da ich in Deutschland den Master in Wirtschaftswissenschaften studiere, habe ich während meines Auslandssemesters an der UTS zwei Marketingkurse und einen akademischen Englischkurs absolviert. Mir persönlich konnten meine Kurse in Marketing angerechnet werden, da ich diese im Vorfeld mit meinem Prüfungsamt in einer Studienvereinbarung abgeklärt habe. Der Sprachkurs diente für mich mehr zur Eingewöhnung in den akademischen Umgang mit Englisch. Außerdem lernte man in den Diskussionsrunden zu Beginn jeder Vorlesung interessante Fakten über Australien und die Strukturen des Landes (sozialer und politischer Natur).

Die Kurse waren ähnlich wie in Deutschland aufgebaut und in Vorlesungsveranstaltungen und Tutorien unterteilt. Innerhalb jedes Kurses mussten über das Semester verteilt drei Teilleistungen, wie z. B. Gruppenarbeiten, Hausarbeiten, Präsentationen und Klausuren, absolviert werden, die unterschiedlich gewichtet die Endnote des Kurses ergaben.
Im Gegensatz zu Deutschland erschien mir das Studium an der UTS ein bisschen zeitintensiver. Vermutlich ist das zum einen Teil darin begründet, dass die Veranstaltungen auf Englisch waren. Zum anderen mussten jede Woche für die Tutorien Aufgaben vorbereitet werden, die im Kurs dann diskutiert wurden. Besonders Gruppenarbeiten waren relativ nervenaufreibend, da besonders im Master eine Vielzahl der australischen Studierenden Vollzeit arbeitet und nur Teilzeit studiert. Demnach sind Prioritäten dieser Studenten auch anders, was die Abstimmung und Zusammenarbeit oftmals erschwerte.
Neben den Vorlesungen bietet die UTS natürlich auch Möglichkeiten, verschiedenen studentischen Sport- und Interessens-Vereinen beizutreten und sich bei diesen zu engagieren. Diese eignen sich gut, um neue Leute kennenzulernen, aber auch einfach um bei den Social Events gratis Getränke oder Essen abzufassen. Die Verpflegung dort war meist außerordentlich gut. Ich selbst war in der German Society, in der zu großen Teilen australische Studenten waren, die gern mal nach Deutschland zum Reisen oder Studieren wollten. Als Student der UTS Business School hatte man auch die Möglichkeit an diversen „Meet & Mingle“ Veranstaltungen teilzunehmen, die immer einen sehr lustigen Abend versprachen.

Wohnen in Sydney

Die Wohnungssuche in Sydney gestaltete sich als sehr anstrengend. Da besonders zu Semesterbeginn viele Studenten ein Zimmer suchen, ist es schwierig eine schöne, saubere und vor allem bezahlbare Unterkunft zu finden. Mieten sind sehr teuer und wer Privatsphäre möchte, muss dafür bezahlen. Jedoch gestaltet sich der Wohnungswechsel als relativ flexibel, was, wie ich finde, eine gute Sache ist.

Ich selbst bin während meines Aufenthalts zweimal umgezogen. Dabei startete ich in einem Einzelzimmer in einem „shared house“ in Chippendale. Als sich dieses als zu teuer und das Haus als „weniger schön“ als in der Online-Anzeige beschrieben herausstellte, suchte ich mir ein Bett in einem „shared apartment“ in Pyrmont, wo ich mir das Zimmer mit einer weiteren Person teilte. Das war eine interessante Erfahrung und es erwies sich als weniger befremdlich als ich im Vorfeld angenommen hatte. Mit sechs Personen in einem Apartment war dieses jedoch relativ schmutzig. Daher bin ich nach wenigen Wochen auch dort ausgezogen. So landete ich letzten Endes in einem anderen „shared apartment“, in einem Wolkenkratzer mitten im CBD Sydneys mit Fitness- und Spa-Bereich im Gebäude. Dort teilte ich mir ebenfalls mein Zimmer mit einer anderen Person. Diese Wohnung war dann jedoch perfekt in puncto Lage, Mitbewohner (vier auf drei Zimmer), Preis (AU$ 220/Woche) und vor allem Sauberkeit.
Eine gute Wohnlage hängt meiner Meinung nach von den individuellen Interessen ab. Wer gern in der Stadt wohnt und direkt im hektischen Getümmel wohnen will, sollte in den CBD gehen. Wem hingegen Ruhe und die Nähe zum Strand wichtiger sind, sollte in Richtung Osten von Sydney, wie z. B. Bondi Junction ziehen. Mir persönlich waren die Nähe zur UTS und kurze Wege zur Innenstadt wichtig. So konnte ich ultimativ am Stadtleben teilhaben.

Fazit

Insgesamt war das Auslandssemester in Sydney eine einmalige Erfahrung, die ich mir persönlich niemals so intensiv und großartig erträumt hätte. Speziell den interkulturellen Mix und Austausch fand ich sehr spannend. Für meine persönliche und berufliche Zukunft hat es mir vor allem Selbstvertrauen im Umgang mit der englischen Sprache gegeben, aber auch wertvolle Erfahrungen in der Zusammenarbeit und dem Umgang mit anderen Nationalitäten und Kulturen gebracht. Besonders interessant ist es auch, zu sehen, wie das Leben mit den „laid back“ Australiern die eigene „deutsche“, manchmal etwas zu ernste deutsche Sicht auf Dinge verändert. Für mich lassen sich die Erfahrungen, die man vor Ort gemacht hat, nur schwer in einem Erfahrungsbericht verfassen. Man muss sie einfach selbst erleben. Daher kann ich jedem nur ein Auslandssemester in Sydney empfehlen.

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