G'day mate!

Jan Hiller | BWL Student


Wo
The University of Technology Sydney

Zeitraum
2015 - 2016

Was
Undergraduate: BWL

Studienprogramm
Auslandssemester

Förderung
IRH - Förderung

15.02.2016

Die beste Zeit meines Lebens!

Wenn du diesen Bericht liest, bist du wahrscheinlich schon dabei, deine Reise ins "Abenteuer" zu planen, vielleicht spielst du auch nur mit dem Gedanken und hast noch Unsicherheiten ob es wirklich das Richtige ist, ein halbes oder ganzes Jahr ins Ausland zu gehen. Ich kann dir nur den Rat geben: Go for it! Es war bis jetzt die beste Zeit meines Lebens. Obwohl ich am Anfang von Fragen und Angst überhäuft war, habe ich mich durchgerungen, den Schritt zu wagen und sechs Monate ins Unbekannte aufzubrechen - ganz allein. Und ich bereue keine Minute. Neue Freunde, eine neue, offene und entspannte Kultur, ein dynamisches neues Lebensumfeld und vieles mehr prägten meinen Aufenthalt im Positiven und machten mir das Leben in Down Under zu einer Freude.

Planungsphase

Ich habe mit der gesamten Planung für mein Auslandssemester circa 6-7 Monate vorher begonnen. Die Zeit solltest du dir auf jeden Fall auch nehmen! Es gibt eine Menge zu organisieren und dies benötigt manchmal auch etwas Zeit, da man nicht immer mit einer sofortigen Antwort der involvierten Parteien rechnen kann. Das hat selbstverständlich auch planerische und organisatorische Hintergründe innerhalb der jeweiligen Organisation. Also: Versuch alles möglichst sofort anzugehen und nicht aufzuschieben. Somit entgehst du unschönen Überraschungen, falls mal etwas nicht auf Anhieb funktionieren sollte.

Das Institut Ranke-Heinemann hat mir bei jeder noch so banalen Frage jederzeit zeitnah professionell geholfen und war durchgehend beratend an meiner Seite. Der Bewerbungsprozess an der Universität in Australien lief sehr entspannt, dank der vielen übermittelten Informationen und der ebenfalls übernommenen Übersendung der benötigten Unterlagen an die australische Uni durch das Institut.

Finanzierung

Bei deiner Vorbereitung wirst du sicherlich auch über die Finanzierung des Ganzen nachdenken. Ich habe Auslands-BAföG beantragt und mich über meine Uni für ein Stipendium des DAAD Promos beworben. Speziell beim BAföG ist zu beachten, dass du es circa 6 Monate vor Beginn deines Auslandsaufenthaltes beantragst, damit du die erste Auszahlung auch pünktlich erhältst. Das Beste ist, dass du auch eine Förderung bekommen kannst, selbst wenn du, wie ich beispielsweise, kein normales BAföG erhältst. Das Amt in Marburg ist für Australien zuständig.
Zu all dem wird eine finanzielle Unterstützung nach Abschluss des Semesters durch das Institut Ranke-Heinemann geleistet. Diese beläuft sich auf ganze 10% der entrichteten Studiengebühren!

Visum

Des Weiteren, Visum beantragen nicht vergessen. (Anmerkung der Redaktion Institut Ranke-Heinemann: Dies geht sobald ihr eure Confirmation of Enrolment von der Universität erhalten habt und frühestens 124 Tage vor Studienbeginn.) Denn in Australien herrscht Visumspflicht. Ich bin mit einem Studentenvisum im Land, welches dir neben dem Studieren auch das Arbeiten erlaubt. Also perfekt um vor Ort noch den ein oder anderen Dollar dazu zu verdienen. Ebenfalls braucht man eine Auslandskrankenversicherung, die OSHC (Overseas Student Health Cover). Ich habe diese mit der Medibank abgeschlossen, welche mit der UTS kooperiert. Für 6 Monate belaufen sich die Kosten auf circa $340. Der Service der Krankenkasse ist gut. Ich musste meine Versicherung schon in Anspruch nehmen und hatte absolut keine Komplikationen, dank sehr freundlicher und kompetenter Mitarbeiter.

Unterkunft

Die Auswahl der passenden Unterkunft muss jeder für sich selbst treffen - was einem besser gefällt und natürlich was der Geldbeutel so zulässt. Es gibt eine große Auswahl an Möglichkeiten - stadtnah oder eher außerhalb, WG oder alleine, eigenes Zimmer oder geteiltes mit 2-3 anderen Personen, bereits möbliert oder Eigengestaltung. Ich für meinen Teil habe mich für das Studentenwohnheim, “Yura Mudang”, der UTS im Stadtzentrum Sydneys entschieden. Dort habe ich in einer 6er WG mit meinem eigenen, kleinen aber gemütlichen Zimmer und geteilter Küche und Bad gelebt. Mit $270 pro Woche war es etwas teurer, aber die Lage und das Angebot des Wohnheims an Aktivitäten war nicht zu toppen. Jede Woche werden verschiedene Dinge angeboten, wie z.B. Futsal, Badminton, Schachturniere, Quizrunden, Ausflüge in die Blue Mountains, gemeinsames Dinner in einem Restaurant oder ein einfacheres BBQ auf dem Rooftop des Wohnheimes. Mit 21 Stockwerken brauche ich glaube nicht erwähnen, was man für einen atemberaubenden Ausblick über den CBD hat. Außerdem eignet sich dieser Ort auch perfekt, um vor dem nächtlichen Gefeiere das ein oder andere Bierchen mit neuen Freunden zu trinken. Die Plätze für das Wohnheim sind rar, also sollte man sich schnellstmöglich bewerben.

Bank und Handy

Um ein australisches Konto muss man sich keine Sorgen machen. Am ersten Einführungstag des UTS Housings war ein Stand der Commonwealth Bank, an dem man einfach ein Konto eröffnen konnte. Wenn man jedoch schon vorab ein Konto eröffnen will, kann man dies bei Westpac machen, da diese Bank es anbietet, ein Konto online zu eröffnen. Diese beiden Banken sind zu empfehlen, beide sind mit zahlreichen Geldautomaten und Filialen in Australien, Neuseeland und auch Bali vertreten. Um Geld zu transferieren, kann ich Transferwise empfehlen. Dieses noch junge Unternehmen berechnet für eine Überweisung in Höhe von 500€, ca. 2,50€ und ich hatte nie Probleme. Wer kein Australisches Konto eröffnen will, kann auch mit einer deutschen Kreditkarte der Unternehmen Mastercard und Visa eigentlich überall bezahlen, da in Australien und speziell in Sydney fast alles mit Karte bezahlt wird.

(Anmerkung der Redaktion Institut Ranke-Heinemann: Unser Förderer, die ANZ Banking Group ermöglicht unseren Studierenden die Eröffnung eines kostenlosen Bankkontos schon vor Studienbeginn im Heimatland. Dazu gehören Sonderkonditionen beim Umtausch und bei den Gebühren der Auslandsüberweisung, beispielsweise für die Studiengebühren.)

Natürlich will man auch mit seinen Liebsten in Kontakt bleiben, deshalb ist es eine gute Idee, sich eine australische SIM-Karte zuzulegen. Optus ist einer der größten Anbieter und die Netzabdeckung ist in Sydney sehr gut. Dies trifft leider nicht auf rurale Gegenden zu. Es gibt verschiedenste Pakete und man bekommt beispielsweise eine Telefonat/ SMS-Flat und 1,5GB Internet für $30 im Monat. SIM-Karten gibt es fast an jedem Kiosk oder Filialen von Optus.

University of Technology Sydney

Die University of Technology ist im Herzen von Sydney gelegen und ist der Studienort von ca. 40.000 Studenten, wovon ca. 10.000 Internationale sind. So ist das Studentenleben sehr vielseitig und man hat jeden Tag die Möglichkeit, viele neue Menschen kennenzulernen. Es gibt mehrere Gebäude, welche alle nah aneinander gelegen sind. Auch die Studentenwohnheime sind sehr nah und es dauert teilweise länger, den Aufzug im Wohnheim zu nehmen, als zur Uni zu gehen…

Die Studiengebühren liegen bei ca. 9.000 AU$ für 4 Module mit je 6 Credit Points im Businessbereich (7,5 ECTS). Da man an dieser Universität pro Credit Point bezahlen muss, hängt es davon ab wie viele Module man belegt und welche Anzahl an Credit Points diese haben.

Man braucht keinesfalls Angst haben, dass es zu schwierig sei in einer anderen Sprache zu studieren, da das in deutschen Schulen gelernte Englisch im weltweiten Vergleich auf einen hohem Niveau ist und da man den größten Teil des Tages nur Englisch spricht, gewöhnt man sich schnell auch an die Vorlesungen. Sollte man Probleme haben, die in irgendeiner Form mit der Uni zu tun haben, kann man immer Hilfe finden. Es gibt drei verschiedene Büros, die nur dafür da sind, Hilfe zu leisten - ob man einen Kurs wechseln will oder Probleme mit dem Schreiben auf Englisch hat, es wird einem geholfen.

Es ist üblich, dass man in jedem Fach eine Vorlesung und ein Tutorium hat und es ist auch nicht unüblich, dass eine Vorlesung bis 21 Uhr geht. Von dem Gedanken am Ende nur eine Klausur zu schreiben und über das Semester die Füße hoch zu legen, sollte man sich von vorne herein verabschieden, da man während des Semesters immer wieder Essays schreiben muss oder kleine Tests hat. So zählt die Klausur meist nur zwischen 30 und 40% der Endnote. In Australien ist es üblich die Professoren zu duzen. Dadurch entsteht ein entspanntes Lernambiente und alles wird ein Stück persönlicher im Gegensatz zu Deutschland, wo alles etwas distanzierter und steifer ist.

Für die sportbegeisterten gibt es auch ein uni-eigenes Fitnessstudio. Leider etwas teuer, aber dafür sehr schnell erreichbar und gut ausgestattet.

Direkt am Anfang des Semesters gibt es eine Orientierungswoche mit vielen Aktivitäten, wie Campusbesichtigungen, Infoveranstaltungen mit all den Informationen, die man benötigt, um das Semester zu meistern oder Speedfriending. Peer Networker, ehrenamtliche ,studentische Helfer, sind überall und jederzeit an deiner Seite, um dir bei Orientierungsproblemen oder sogar beim Knüpfen neuer Kontakte zu helfen. Man bekommt den perfekten Start in das Semester förmlich verzehrbereit serviert.

Leben in Sydney

Leben im Herzen von Sydney bedeutet deutlich mehr als nur Harbour Bridge und Opera House. Sydney ist eine sehr pulsierende Stadt und es gibt immer etwas zu unternehmen, besonders da das Wetter eigentlich immer gut ist - kein Vergleich zu Deutschland. Ab Mitte September kann man schon an warmen Tagen am Strand sitzen und der erste Sonnenbrand ist spätestens im Oktober sicher, deswegen Regel Nr. 1: Immer Sonnencreme dabei haben, auch wenn es nicht so sonnig aussieht, da das Wetter sehr schnell wechselt. Es gibt viele verschiede Strände in und um Sydney, welches die Sommermonate sehr angenehm macht. Meist ist man schon binnen 30 Minuten am Strand.

In Sydney gibt es viele kleine, individuelle Restaurants, Cafes, Bars und Clubs, die alle ihren ganz besonderen Charme haben. Zudem beheimatet Sydney 2 Bars, welche auf der Top 10 Liste der Welt stehen. Man trifft zahlreiche interessante und überaus freundliche Leute auf den Straßen von Sydney, was man absolut nicht mit Deutschland vergleichen kann, da die australische Kultur wesentlich offener und kreativer ist als die deutsche. Es wird wirklich nie langweilig! Ich würde wirklich sagen, dass ich mich in diese Stadt verliebt habe und hoffe eines Tages nach Sydney zurückkehren zu können.

Neben all dem, ist noch zu erwähnen, dass diese tolle Stadt leider auch eine der teuersten auf der Welt ist. Die Lebenshaltungskosten sind extrem hoch, welches sich bereits in den Mietpreisen widerspiegelt. Aber wenn man weiß wie, kann man mit einem kleineren Budget sehr gut zurechtkommen. Beispielsweise gibt es den sogenannten “Paddy’s Market”. Dieser liegt direkt um die Ecke vom Wohnheim. Hier werden Früchte, Obst, Gemüse, und und und zu sehr günstigen Preisen angeboten. Zum Vergleich, 1kg Äpfel im Supermarkt kosten ca. $5; 1kg Äpfel auf dem Markt nur ca. $1!!! Dieser erhebliche Preisunterschied bezieht sich auf alle Lebensmittel die dort erhältlich sind. Kleiner Tipp am Rande: Sonntags zwischen 17-18 Uhr ist Schnäppchenzeit. Da der Markt um 18 Uhr schließt und bis Mittwoch auch geschlossen bleibt, versuchen die Händler ihre Ware loszuwerden und das so günstig wie möglich. Allgemein ist die Qualität der Lebensmittel wirklich gut. Also es lohnt sich dort vorbeizuschauen, auch wenn es nur einmal ist, um mitzuerleben wie man von allen Seiten mit dem Spruch “One Dollaaa, One Dollaaa, One Dollaaaaaa” an einem Sonntagabend angeschrien wird.

Reisen

Am Ende meines Auslandssemesters kam dann der Teil auf den ich mich am meisten gefreut habe, das Reisen. Australien ist riesengroß und so vielseitig wie kaum ein anderes Land. So kann man Wüste, Regenwald und meilenlange weiße Strände kinderleicht innerhalb kurzer Zeit bereisen. Wobei ich unter der Prämisse, dass ich mir Zeit nehme, gereist bin. So bekommt ein viel besseres Gefühl für die Kultur und Leute.

Ich hätte insgesamt 3,5 Monate nach meinen Klausuren Zeit gehabt um Australien zu entdecken. Die Klausuremphase ist im November und ich war Mitte des Monats schon durch mit all meinen Klausuren. Das Visum ist gültig bis einen Monat nach Ablauf der Immatrikulationsbescheinigung, also für mich bis zum 01.02.16. Leider musste ich Anfang Januar schon wieder zurück nach Deutschland. Deshalb entschied ich mich schon während des Semesters mal ab und zu kürzere Trips zu machen. Achtung: Anwesenheitspflicht von 80% wird in allen Kursen an der Universität gefordert. D.h. wenn man keine Probleme in der Uni hat und immer fleißig anwesend war, ist eine kurze Auszeit zwischendurch möglich. Ich habe mir ab und zu ein langes Wochenende gegönnt oder sogar einmal eine ganze Woche von der Uni freigenommen, um nach Port Lincoln zu fliegen und mit dem Weißen Hai tauchen zu gehen. Es war eine unglaubliche Erfahrung!!

In der Mitte des Semesters gibt es zwei Wochen unifreie Zeit. Eine dieser Wochen wird genutzt um Midterm Exams zu schreiben und die andere ist komplett frei. Ich habe die Zeit genutzt, um mit ein paar Freunden nach Melbourne und Tasmanien zu fliegen. Die Region ist sehr gut zu bereisen in dem gegebenen Zeitraum. Andere Freunde von mir sind aber auch in wärmere Regionen, wie die Ostküste nördlich von Sydney, gefahren, weil es im Süden noch recht kalt ist um diese Zeit. Das sollte man auch nicht vergessen, dass in Australien Winter in den Sommermonaten, so wie wir sie kennen, ist. In Australien ist halt alles irgendwie “down under”.

Am Ende des Semesters bin ich dann die gesamte Ostküste von Cairns nach Sydney runter gereist - alleine. Nicht dass ich keine Freunde gehabt hätte, die gerne mitgekommen wären, aber ich wollte mal eine gewisse Zeit für mich alleine haben. Einfach mal das tun und lassen worauf man Lust hat. Das Schöne daran ist, dass man immer irgendwen findet mit dem man eine lustige Zeit verbringen kann, auch wenn es manchmal nur ein Tag war, und dann in das nächste Abenteuer weiterzieht. An der Ostküste sind sehr, sehr viele Backpacker unterwegs, daher ist man, wie gesagt, immer in guter Gesellschaft. Dafür gibt es natürlich auch einen Grund, dieser Teil Australiens ist einfach nur überwältigend.

Ich habe mal ein paar Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten von der Ostküste aufgelistet, die auf jeden Fall zu empfehlen sind:

  1. Cape Tribulation und Daintree Rainforest ältester Regenwald auf der Welt!) nördlich von
  2. 3-tägige Great Barrier Reef Tour (perfekt für Tauchfanatiker, wie ich es hier geworden bin, aber auch für Anfänger)
  3. Magnetic Island
  4. Segeltrip in den Whitsundays (keine Worte können den unglaublich weißen Sand beschreiben; Zähne putzen mit Sand nicht vergessen!)
  5. Self-Drive-Tour auf Fraser Island (größte Sandinsel der Welt)
  6. Party und Entspannen in Surfers Paradise und Byron Bay

Insgesamt war ich 4 Wochen auf diesem Trip unterwegs. Wobei man es auch in 2-3 Wochen schaffen kann. Ist halt nur sehr hektisch, weil man zwischen den ganzen Sehenswürdigkeiten auch noch ca. 2500km zurücklegen muss.

Meine Erfahrungen, die ich in meiner Zeit in Australien gemacht habe, werden mich mein Leben lang begleiten und haben mich in jeder Hinsicht bereichert. Als Student oder Backpacker, in Australien ist man immer willkommen und man erlebt jeden Tag etwas Neues.

By the way, “everything tries to kill you in Australia” ist ein wenig übertrieben. Ich hatte meine Erfahrungen mit ein paar Spinnen, Haien, Krokodilen etc. in freier Wildbahn, aber bin wohlauf, weil ich dem Rat der lokalen Guides oder Warnhinweisen gefolgt bin. In Sydney bin ich nicht einem gefährlichen Tier begegnet und ich habe dort 6 Monate gelebt.

Dem Abenteuer Australien steht demnach nichts im Wege!

Cheers buddy!

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