Studieren und dabei Menschen, Städte, Gerichte und Kulturen entdecken!
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Ai Ngan Le | Studentin Universität Köln


Wo
The University of Technology Sydney

Zeitraum
2015 - 2016

Was
Undergraduate: Auslandssemester

Studienprogramm
Auslandssemester

Förderung
IRH - Studienbeihilfe

30.01.2016

Meine Tipps für euer Auslandssemester

Strand in Australien

Ein Auslandssemester stellt einen vor unglaublich vielen Herausforderungen und es gilt dann Entscheidungen für sich selbst zu treffen.

Ich traf die Entscheidung, ein Auslandssemester zu machen, ca. 1 ½ Jahre vor der tatsächlichen Abreise. Meiner Meinung nach gibt es keine bessere Zeit als die Studienzeit, die man auch so sorgenfrei nutzen kann um ins Ausland zu reisen, ganz unkompliziert neue Leute kennen zu lernen und neue Städte, fremde Gerichte, sowie andere Kulturen zu entdecken.

Es gibt eine Handvoll Ratschläge und Tipps, die ich euch mit auf den Weg geben kann für ein Auslandssemester. Trotz dessen bin ich bin der Meinung, dass jeder seine Erfahrung für sich selbst machen sollte und jeder seinen Auslandsaufenthalt so gestalten sollte, wie es einem beliebt...

1. Tipp: Lasst euch vom Ranke-Heinemann-Team beraten und unterstützen!

Weshalb Ranke-Heinemann? Es war keine zufällige Entscheidung meine Bewerbungsunterlagen für das Auslandssemester an das Ranke-Heinemann-Institut zu verschicken. Im Herbst 2014 habe ich auf der Seite des Instituts einen unverbindlichen Online-Qualifikationscheck durchgeführt, woraufhin ich einige Wochen später vom Institut angerufen wurde. Der Anruf kam sehr unerwartet, denn inmitten der Klausuren-Phase hatte ich die Planung für das Auslandssemester etwas nach hinten gestellt. In dem Telefonat wurde mir berichtet, dass ich gute Chancen hätte an meiner Wunsch-Uni aufgenommen zu werden und dass es auch bald einen Informationsstand des Instituts an meiner Universität gäbe.

Anfang November des Vorjahres habe ich dann eine sehr warmherzige Frau namens Raffaela (Vertreterin des Study Abroad and Exchange Office an der University of Technology Sydney) kennengelernt, die damals den Ranke-Heinemann-Stand an der Universität zu Köln betreute. Das Gespräch mit ihr bestätigte mich darin, dass Studium an der UTS zu absolvieren. Acht Monate später traf ich Raffaela auf einer Studenten-Party der Uni wieder und wir hatten eine sehr herzliche Unterhaltung.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich noch ganz herzlich beim Ranke-Heinemann-Institut für die tatkräftige Unterstützung danken, insbesondere meiner Betreuerin. Sie war stets eine kompetente und zuverlässige Ansprechpartnerin für mich, sodass die Vorbereitungen auf das Auslandssemester sehr zügig liefen und das Auslandssemester sehr gut durchplant war. Raffaela hatte Recht, als sie lobte: „They are great!“.

2. Tipp: Nutzt die Angebote der Uni!

UTS-Library“

Die Bibliothek der UTS diente mir während der Studienzeit als zweite Unterkunft. Nicht allein deswegen, weil ich semesterbegleitende „Essays“ abgeben musste und somit viel Zeit mit Recherchen und Lesen in der Bibliothek verbracht habe, sondern weil die UTS-Library unglaublich gut ausgestattet ist. Eine Bibliothekarin sagte mir, dass die Bibliothek nicht nur als Lernort gedacht sei, sondern auch als Ort, an dem sich die Studenten willkommen fühlen sollten.

Auf sechs Etagen findet man an jeder Ecke für Studenten zur Verfügung gestellte PC's (u.a. auch MAC-Rechner), Drucker, eine chinesische Bibliothek, Stillarbeitskabinen-, und Etagen, Schlafecken für müde Kommilitonen und das studentische Highlight: Ein "Games Room" mit Zugang zu verschiedensten Spielen für die Xbox One, PlayStation 4 und Wii U. In diesem Raum werden regelmäßig gemeinschaftliche FIFA-Tuniere von der studentischen Gemeinschaft abgehalten. Allein schon der Games-Room ist ein Gang zur Bibliothek wert ;-)

Network-Café , BBQ's & Breakfast

Neben zahlreichen traditionell australischen BBQ's, die während des Semesters auf dem Campus von Studenten veranstaltet werden und dem kostenlosen Frühstück an jedem Donnerstag im Gebäude Nr. 1, empfehle ich die Veranstaltung "Network-Café" der UTS zu besuchen. Es ist eine tolle Veranstaltung, die dazu dienen soll internationale Studenten der UTS zusammenzuführen, damit diese sich untereinander kennenlernen und austauschen können, während man gleichzeitig sein Lieblingsgetränk auf Kosten des Hauses bestellen kann.

Societies

An australischen Universitäten kann man einer Vielzahl von "Societies", also Gemeinschaften beitreten. Es gibt für fast jedes Hobby und jede Leidenschaft eine Society, sodass einen auch die Qual der Wahl trifft und man sehr leicht Gleichgesinnte dort antreffen kann. Die meisten Societies erheben dabei Mitgliedergebühren in Höhe von AUD $5,00 pro Jahr. Ich war aktives Mitglied der "Vietnamese Student Association" und der "Food Appreciation Society".

3. Tipp: Achtsam auf Wohnungssuche gehen!

Mietpreise in der Stadt

Die Wohnungsmieten in Sydney sind im Verhältnis zu deutschen Mieten unglaublich teuer. Für ein simples, möbliertes Ein-Zimmer-Apartment oder ein Einzelzimmer mit Bad zahlt man in der Innenstadt Sydney ca. AUD$ 300 – AUD $ 400.

Oftmals werden bei Inseraten keine Angaben zu der Zimmergröße gemacht. Die Preise sind dabei wöchentliche oder auch „fortnightly“ (zweiwöchige) Preise und enthielten nach meiner Erfahrung auch schon alle Nebenkosten (Gas, Wasser, Strom). Ich entschied mich schon vor dem Auslandsaufenthalt für ein privat angemietetes Apartment und mit Hilfe einer australischen Agentur habe ich 1 Monat vor Abreise auch ein möbliertes Apartment im Stadtteil „Annandale“ mit ca. 20 qm für AUD $330 wöchentlich gefunden. Die tägliche Busfahrt zur UTS dauerte knapp 10 Minuten.

Mieterhöhungen

In Sydney kann man zur Sommer-Saison mit Mieterhöhungen rechnen. Meine Miete erhöhte sich nach drei Monaten (wie vorher abgesprochen) um ca. AUD $ 100 wöchentlich, sodass ich mich dann nach den drei Monaten dazu entschloss, in eine günstigere Wohnung zu ziehen.

Unerwartete Gäste

Das neue Apartment lag im Stadtteil Leichhardt, einem sehr angenehm ruhigen, charmanten Viertel, auch bekannt als „little Italy“. Zu meinem Pech beherbergte das Apartment nicht nur mich als Mieterin, sondern auch hartnäckige Kakerlaken: im Badezimmer, in der Küche und letztendlich auch im Bett krabbelten sie freudig entlang. Kakerlaken sind in Sydney, so wie auch vielen anderen Metropolen im Sommer keine Seltenheit. In dieser Wohnung herrschte jedoch eine Kakerlakenpest, sodass vom Vermieter gelegte Rauchbomben und Köder die Ungeziefer nur stundenweise fern hielten und ich letztendlich ein zweites Mal ausziehen musste. Ich würde jedem beim Einzug raten, bei ersten Anzeichen einer Kakerlakenpest so schnell wie möglich den Vermieter zu kontaktieren und zu informieren. Falls beim Auszug rechtliche (vertragliche) Probleme auftreten, ist es sinnvoll die kostenlose studentische Rechtsberatung der UTS in Anspruch zu nehmen. Nach dem Auszug bezog ich ein Einzelzimmer in einem „Suburb“, namens „Canley Heights“, welches ca. eine Stunde vom Hauptbahnhof entfernt war. Der lange Weg von Canley Heights zur Universität hatte sich für mich gelohnt, da sich die Vorlesungen dem Ende zuneigten und ich mich von zu Hause aus auf die Prüfungen vorbereiten konnte. Die Mietpreise in den Suburbs, so wie auch Canley Heights, sind deutlich erschwinglicher für Studenten. Ich habe für mein 25qm-Zimmer innerhalb eines Einfamilienhauses AUD $180 gezahlt.

4. Tipp: Verreist viel!

Reise zur Ost-Küste

Auch wenn ein Auslandssemester zeitlich recht knapp ist, empfehle ich jedem an die Ost-Küste zu fahren und die Schönheiten und Kostbarkeiten der australischen Natur zu entdecken. Meine persönlichen Highlights waren definitiv die atemberaubend schönen „Whitsundays“-Inseln, gefolgt von einem kurzen Trip auf „Whitehaven Beach“, einer der weißesten Strände Australiens und auch der Welt. Natürlich sollte man sich das Schnorcheln und Tauchen am weltbekannten „Great Barrier Reef“ nicht entgehen lassen, zu dem man am Besten von der Party-Stadt „Cairns“ aus gelangt. Ich bin den „Spring-Break“ -Wochen verreist (Ende September bis Ende Oktober). Die meisten Auslandsstudenten haben diese freien Tage natürlich dazu genutzt Australien zu erkunden. Einige internationale Studenten haben im Süden die „Great-Ocean Road“ bereist, während ich mich jedoch für die wärmere Ost-Küste entschied.

5. Tipp: Zum Schluss noch ein paar Lifehacks!

In Australien angekommen, werdet ihr ganz schnell merken, dass so einiges ganz anders abläuft als in Deutschland. Vieles kann man sich von den Australiern abschauen, um sich anzupassen.

Begrüßungen und Formeln

"How are you, sweetheart?". Die "Wie geht's dir?"-Frage ist eine Standardformel für australische Begrüßungen und sollte auch in der Regel positiv beantwortet werden. Den Dreh werdet ihr schnell raus haben: Auf ein "Hey, how are you" folgt ganz locker ein "Thanks, how are you?", "Good, good. How are you?" oder auch ein simples "How are you?" als Gegenfrage, wobei ich mich an letzteres irgendwie nicht gewöhnen konnte. Während das männliche Geschlecht oftmals mit "mate" (dt.: Kumpel) angesprochen wird, werden Frauen ganz gängig mit "sweetheart, darling oder love" angesprochen und sollten nicht als "Anmach-Floskeln" missverstanden werden :-)

Ganz gängig ist es auch den Busfahrer zu grüßen und sich anschließend beim Ausstieg beim Fahrer zu bedanken.

Öffentlicher Transport

Die UTS bietet leider kein Semesterticket für öffentliche Transportmittel oder Vergünstigungen für internationale Studenten an. Die Opal-Karte lohnt sich dabei für diejenigen Studenten, die relativ zentral wohnen und keine langen Strecken zur Universität fahren müssen. Als ich noch recht nah am Stadtkern gelebt habe, zahlte ich wöchentlich ca. AUD $16,80 für den Transport. Später im Suburb angesiedelt, habe ich wöchentlich ca. AUD$ 56,00 wöchentlich gezahlt. Bei solch teuren Fahrtkosten lohnt es sich gegebenenfalls eine "MyMulti"-Fahrkarte mit einem wöchentlichen oder monatlichen Festpreis zu kaufen. Um die Fahrtkosten für die Opal-Karte für mich so gering wie möglich zu halten, bin ich oftmals in der Mittagspause kurze Busstrecken für AUD $2,10 gefahren, um nach 8 Fahrten (sog. "Trips"), für den Rest der Woche kostenlos zu fahren und somit konnte ich deutlich unter meiner wöchentlichen Ausgabe von AUD $56,00 pendeln.

Falls ihr mit solchen Schein-Fahrten Geld sparen möchtet, solltet ihr jedoch beachten, dass jeweils eine Stunde zwischen den einzelnen Fahrten liegen muss und die Tages-Begrenzung von Fahrten / Trips liegt derzeit bei AUD $ 15,00, sodass ich persönlich am Montag maximal 7 Trips erreichen konnte.

Working-Holiday Visa

Ich habe mich gegen ein Studenten-Visum entschieden, da ich nach dem frühen Semesterende (27.11.2015) noch eine Weile in Australien reisen wollte. Mit dem Studenten-Visum wäre es mir nur erlaubt gewesen, einen Monat nach Semesterende zu verbleiben. Mithilfe des Working-Holiday Visa war es mir möglich, insgesamt für ein Jahr in Australien zu arbeiten und unter bestimmten Voraussetzungen auch zu studieren. Ihr solltet dabei jedoch beachten, dass die obligatorische Krankenversicherung (OSHC) bei Annahme eines Working-Holiday Visa nicht mehr von der UTS angeboten wird und nicht mehr über die UTS abgewickelt werden kann. Ich habe mich während meines Auslandssemesters für eine kostengünstigere Privatversicherung der australischen "Allianz" entschieden.

Internationalität

Der asiatische Anteil unter der Bevölkerung in Sydney ist unglaublich hoch. Vor allem in der Bibliothek der UTS fand man einen Großteil an chinesischen Auslandsstudenten vor. Sydney ist sehr stark geprägt von asiatischen Kulturen, sodass man mit vielen (Ost)asiatischen Sprachen wie Chinesisch, Koreanisch, Japanisch und Vietnamesisch auch sehr gut kommunizieren kann. Wer eine Vorliebe für asiatisches Essen hat und auch preiswert essen möchte, dem würde ich definitiv den Suburb „Cabramatta“ empfehlen, gefolgt vom „Chinatown“ in UTS-Nähe.

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