Mit Melbourne eine supergute Wahl getroffen

Niklas Köhler | Uni Wuppertal


Wo
Victoria University

Zeitraum
2016

Was
Wirtschaftswissenschaften

Studienprogramm
Auslandssemester

Förderung
IRH Förderprogramm

30.04.2016

Auslandssemester an der Victoria University Melbourne

Kommilitonen

Mit diesem Erfahrungsbericht über mein Auslandssemester in Melbourne versuche ich Euch neben einem kleinen Überblick über Melbourne und die Universität auch ein paar wertvolle Tipps zu geben, die Euch den Anfang Eures Aufenthaltes erleichtern können.

Mein study abroad Semester an der Victoria University Melbourne begann am 13. Juli 2016, als es in Frankfurt hieß Abschied zu nehmen. Da es nicht der erste Auslandsaufenthalt für mich war, fiel mir der Abschied nur noch halb so schwer. Über Abu Dhabi ging es in Richtung Melbourne. Dort angekommen, ging es alsbald los mit der Wohnungssuche, die sich als sehr schwierig erwies. Da das Semester nur bis Mitte November terminiert war und ich die restliche Zeit zum Reisen nutzen wollte, suchte ich dementsprechend nur für einen Zeitraum von 4 Monaten eine Bleibe.

Das Problem vieler Vermieter von Wohnungen und real estate Gesellschaften in Melbourne ist, dass Sie einen Mindestaufenthalt von sechs Monaten voraussetzen. Aus diesem Grund wurde meine Suche dann über die Online-Portale Gumtree und Flatmate fortgesetzt. Auch die sogenannten „Uni Lodges“ habe ich mir angeschaut. Diese sind vorwiegend in Melbourne CBD zu finden. Der Name lässt eigentlich erahnen, dass diese Lodges nur speziell für Studenten angeboten und von den jeweiligen Unis verwaltet werden. Diese Annahme stellte sich jedoch als Fehlinformation heraus. Die in CBD gelegenen Lodges (die ich angeschaut habe) sind in einem desolaten Zustand und dazu noch unfassbar teuer. Die einzig angemessene Uni Lodge ist die Victoria Uni Lodge in Footscray. Empfehlen würde ich aber auch diese nicht, da der Weg in die Innenstadt einfach zu weit ist (15 Minuten Laufweg bis zur Station und 15 Minuten Bahnfahrt). Nach einer Woche Wohnungssuche habe ich dann endlich meine vier Wände für die nächsten vier Monate gefunden: ein Zimmer in einem Häuschen in South Yarra. Der Vermieter hat mich sehr nett aufgenommen und ich hatte dort eine tolle Zeit. 

Zusammenfassend kann man über die Wohnungssuche festhalten:

  • Plant genug Zeit ein, damit Ihr Euch VOR Uni-Beginn um eine Wohnung kümmern könnt. Aus meinen Erfahrungen betrachtet ist es besser sich vor Ort um eine Bleibe zu kümmern, als in Deutschland bereits ein Zimmer zu buchen. Im Endeffekt ist es Eure „Base“ für mindestens 4 Monate, also solltet Ihr Euch dort auch wohl fühlen.

  • Rechnet mit MINDESTENS 150 Dollar für shared room accommodation bzw. 200 Dollar für einen eigenen Raum (natürlich pro Woche!!).

  • Die location in Melbourne ist essentiell. Ihr solltet Euch im Voraus Gedanken machen, was Ihr von Melbourne erwartet und was Euch während Eures Aufenthaltes am Wichtigsten ist. Ich werde im weiteren Verlauf dieses Berichts auch ein wenig auf diverse Locations eingehen.

     

Locations

Melbourne ist eine multikulturelle Großstadt, die mit ihrer Vielfältigkeit besticht. Jeder Teil der Stadt hat seinen eigenen Charme. Um einen kleinen Einblick zu gewähren, möchte ich die für mich wichtigsten und coolsten Viertel vorstellen.


Melbourne Central Business District (CBD):

Melbourne CBD ist die Kernstadt Melbournes und der zentrale Punkt für Business. Die Hochhäuser, die sich neben dem durch die Stadt fließenden Yarra River türmen, geben einen perfekten Großstadt-Eindruck. Neben Shopping und Sightseeing gibt es hier auch einige nette Cafés, welche direkt am Yarra River liegen und zum Entspannen einladen.

St. Kilda:

St. Kilda ist der berühmteste Strand in Melbourne. Bei gutem Wetter kann man dort perfekt am Strand liegen oder bei einem Café oder Bier an der Promenade sitzen. Die Straßen sind voll von jungen Leuten. Auch zum Wohnen ist St. Kilda ein toller Ort.

Fitzroy:

Fitzroy ist ein sehr junges und hippes Viertel. Da es sehr zentral ist, bietet es einen sehr guten Spot zum Wohnen. In Fitzroy tummeln sich die junge und die alternative Szene. Kneipen, Bars und Clubs gibt es dort im Überfluss.

South Yarra/Chapel Street:

Mein absoluter Lieblingsort in Melbourne ist die Chapel Street. Diese befindet sich in South Yarra, einem Vorort von Melbourne. Die Chapel Street ist der perfekte Ort zum Chillen, Essen, Shoppen und Feiern. Die Kneipenszene dort ist sehr alternativ und vielfältig. Daher ist auch für jeden Geschmack etwas dabei. Am meisten vermissen werde ich das überragende Frühstück und den tollen Kaffee, der den Tag schon morgens perfekt gemacht hat (probiert auf jeden Fall mal die „Eggs Benedict“!!). Da diese Straße eine der besten Adressen in Melbourne ist, kann ich auch nur empfehlen sich dort nach einer Bleibe umzuschauen. 

 

Victoria University:

Die Victoria University ist mit knapp 30.000 Studenten eine relativ große Universität. Der Homepage habe ich entnommen, dass es 10 verschiedene Campus gibt. Ich hatte jedoch nur auf zwei verschiedenen Campus Kurse, nämlich dem Footscray- und dem City Flinders.

Der Footscray Campus befindet sich im Nord-westlichen Teil Melbournes. Er ist aber mit der Bahn sehr gut erreichbar. Aus der Innenstadt brauch man ca. 15 Minuten bis zur Footscray Station. Von dort aus läuft man nochmals 15 Minuten bis zum Campus oder nimmt einen Bus. Der Footscray Campus ist meines Wissens einer der größten Campus. Er ist modern gestaltet und das Herzstück ist die wirklich moderne Bibliothek. An die allgemeine Lautstärke der Bibliothek musste ich mich jedoch noch gewöhnen. Auch Essen und Trinken darf in die Bibliothek mitgenommen werden. Das Campusleben würde ich als mittelmäßig bezeichnen. Viele Studenten (so meine Wahrnehmung) gehen nach ihren Kursen direkt nach Hause.

Der City Flinders Campus befindet sich in Melbourne CBD direkt neben der Bahnstation Flinders Station. Der Campus besteht jedoch nur aus einem ca. 18 stöckigen Hochhaus, welches ein wirkliches Campusleben nicht zulässt. Trotzdem ist es ein cooles Gefühl im 15. Stock in der Bibliothek zu sitzen und einen gigantischen Ausblick auf das CBD zu haben. Da lernt es sich gleich halb so schwer. 

Ich habe 4 Kurse belegt, was einem Vollzeit-Studium entspricht. Den Zeitaufwand würde ich als hoch, aber machbar einstufen. Neben der Zeit, die ich in universitäre Belange investiert habe, war immer noch genug Zeit für Freizeit vorhanden. Der essentielle Unterschied zum deutschen System sind die fast wöchentlichen assignments. Da es natürlich nicht einfach ist, einen akademisch hochwertigen Aufsatz im Englischen zu verfassen, kostet dies logischerweise eine Menge Zeit und Geduld. Wenn es mal nicht so lief wie es sollte, waren meine Professoren stets hilfsbereit und standen mir bei Schwierigkeiten immer mit Rat und Tat zur Seite. Scheut euch also nicht mit Euren Professoren Kontakt aufzunehmen! Das Verhältnis zwischen Lecturer und Student ist sehr viel entspannter als man es aus Deutschland gewohnt ist. Auch bekommt Ihr, bevor Ihr nach Melbourne kommt, jeweils einen sogenannten „Aussie-mate“ zugeteilt, der Euch während Eures Aufenthaltes zur Seite steht. Durch die Aussie-mates kommt man oft an wertvolle local infos bzgl. Melbournes hot-spots.

Zusammenfassend habt Ihr mit Melbourne eine supergute Wahl getroffen. Nicht umsonst trägt diese den Titel der „lebenswertesten“ Stadt der Welt. Jedoch solltet ihr immer im Hinterkopf behalten, dass Melbourne durchaus eine sehr teure Stadt ist. Durch das Förderprogramm der Ranke-Heinemann Stiftung konnte ich von Anfang an 10 Prozent der Studiengebühren sparen, was meine Budgetplanung glücklicherweise direkt etwas entlastet hat. Auch die Victoria University ist eine gute Wahl, da sie (meist) zentral gelegen ist und die Professoren wirklich hilfsbereit sind. Einzig das Campusleben ist verbesserungswürdig. Doch mit etwas Offenheit gegenüber anderen Studis hat man diese Lücke schnell überbrückt. Alles in Allem war es eine der aufregendsten und besten Zeiten in meinem Leben.

 

Zuletzt möchte ich dem Team Ranke-Heinemann danken, das mir sowohl bei meiner Vorbereitung als auch bei organisatorischen Fragen immer unterstützend zur Seite stand.  

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