Ich durfte meinen Traum leben
Studentin Studium Australien

Karoline Leonhardt | Studentin an der Uni Magdeburg


Was
Cultural Engineering

Studienprogramm
Auslandssemester

Förderung
IRH Förderprogramm

31.07.2017

Australien ist ein faszinierendes und facettenreiches Land

Hafen in Australien

Als ich bereits vor 3 Jahren in Australien Urlaub gemacht habe, stand für mich fest, dass ich irgendwann für längere Zeit zurückkehren möchte. Dass es ein Auslandssemester in Melbourne wird und ich das schönste halbe Jahr meines bisherigen Daseins erleben werde, wusste ich damals noch nicht.

Mein Name ist Karoline Leonhardt, ich bin 23 Jahre und studiere nun im 6. Semester in Magdeburg den Studiengang Cultural Engineering. Ein interdisziplinärer Studiengang, der ein Semester im Ausland vorschreibt. Da mich die Partneruniversitäten meiner Universität nicht angesprochen haben, stand für mich schnell fest, dass ich mich als sogenannter ‚Freemover‘ selbst auf die Suche nach passenden Universitäten mache. Nach einigen Recherchen bin ich auf das Ranke-Heinemann Institut gestoßen, das sich speziell auf Universitäten in Australien und Neuseeland spezialisiert und mit seiner 10% Studienbeitragsförderung besonderen Anreiz hatte. Mit nur wenigen, aber sehr hilfreichen Telefonaten und schnell beantworteten Mails, war der Bewerbungsprozess für die RMIT University in Melbourne problemlos, einfach und schnell. Ein großes Lob an alle Mitarbeiter des Instituts!

Vor Abreise:

Nachdem die Bestätigung der RMIT University kam, hatte ich gute 3 Monate Zeit, um mich auf mein großes Abenteuer vorzubereiten. Zu aller erst habe ich meine Flüge bei STA Travel gebucht, was ich sehr empfehlen kann, da die Beratung super war und die Preise im Vergleich zum Internet oft billiger waren. Nachdem ich meine genauen Flugdaten hatte, konnte ich mich der zeitaufwendigen und nicht immer einsichtigen Visumsbeantragung widmen. Hierfür solltet ihr 3 bis 4 Stunden einplanen, die Bestätigung erhaltet ihr dann aber schon wenige Tage später.

Ein weiterer wichtiger Punkt war die Kurssuche. In Australien ist ein volles Semester, mit 30 Credit Points, mit 4 Kursen deklariert. Ein Semester mit 3 Kursen ist natürlich auch möglich, bei manchen Universitäten gibt es hierbei auch einen preislichen Unterschied. Ich habe mich für 3 Kurse entschieden, da ich bereits einige Credit Points in den vorherigen Semestern sammeln konnte und ich meine Zeit in Melbourne nicht nur mit studieren verbringen wollte. Klärt vorher auch mit eurer eigenen Universität ab, ob ihr die ausgewählten Kurse belegen könnt, nicht dass hier im Nachhinein Probleme auftreten. 

2-3 Wochen vor Abflug habe ich mich auf die Suche nach einer Unterkunft gemacht, was allerdings erstmals sehr hoffnungslos aussah. Die Preise sind erschreckend hoch und die meisten Zimmer, die ich gefunden hatte, waren shared Rooms. Nachdem ich meine Ansprüche nach ein paar Tagen allerdings ein wenig minimiert hatte, konnte ich einige Anfragen und Bewerbungen abschicken. Da meistens keine Antwort zurückkam oder die Vermieter einen persönlich kennenlernen wollen, empfehle ich, die Zimmersuche vor Ort durchzuführen. Ein paar Seiten auf denen ihr schon mal suchen könnt, wären: Flatmates, Gumtree oder die Facebook Gruppe Fairy Floss Real Estate. Letzteres ist eine Zimmerbörse für WGs ausschließlich in Melbourne, bei der ich schließlich fündig geworden bin.

Ankunft und erste Tage in Melbourne: 

Nach einem für mich sehr anstrengenden Flug Ende Januar 2017, habe ich mich für die erste Woche in einem Airbnb Zimmer eingebucht, aber es gibt natürlich auch genug Hostels in der Innenstadt, die die perfekte Möglichkeit bieten, neue Leute zu treffen.

Die ersten Tage habe ich damit verbracht die Stadt kennenzulernen und ich war ab der ersten Sekunde begeistert. Die Freundlichkeit der ‚Aussies‘, die Straßenmusiker an jeder Ecke, die Kunst in der Stadt, das Leben am Fluss, die Nähe zum Meer und das Zusammentreffen verschiedener Kulturen -alles harmonisierte so gut, dass ich mich sofort wohl gefühlt habe und wusste, dass die nächsten Monate großartig werden. 

Wie bereits erwähnt habe ich mich zunächst mit der Zimmersuche beschäftigt, was anfangs sehr aussichtlos aussah. Ich hatte einige Besichtigungstermine, aber in keinem Zimmer habe ich mich wohlgefühlt, bzw. war keines ansatzweise bezahlbar. Nach einer einwöchigen Suche, wurde ich glücklicherweise auf der Fairy Floss Facebook Seite fündig und ich hätte es wahrscheinlich nicht besser treffen können. Es war eine zweistöckige Wohnung im Bereich Southbank, die ich mir mit vier anderen internationalen Studenten geteilt habe. Es war zwar ein ‚Shared Room‘, aber wir hatten ein großes Wohnzimmer, Pool, Gym und einen Tennisplatz, sodass das überhaupt kein Problem für mich war. Gezahlt habe ich $180 in der Woche, was für die Lage in Melbourne noch recht günstig war. Viele meiner Freunde haben direkt im CBD gewohnt, die Bezirke Carlton und Fitzroy im Norden, Richmond oder St Kilda im Süden (direkt am Strand) sind für Studenten allerdings auch sehr gut.

Unileben:

Mitte Februar waren für alle internationalen Studenten der RMIT Orientierungstage. Insgesamt knapp 800 Studenten aus allen möglichen Ländern haben sich hier zusammengefunden. In einer Art Aula wurde uns dann viel über die Universität, unsere Kurse und das Leben in Melbourne erzählt - free BBQ und Semesteranfangsparty durften da natürlich nicht fehlen. Am dritten Tag der Orientierungstage konnte man sich für einen Ausflug anmelden, bei dem man auch noch mal die Möglichkeit hatte neue internationale Studenten kennenzulernen.

Eine Woche nach den Orientierungstagen haben dann die richtigen Vorlesungen und Tutorien angefangen. Ich war sehr nervös, da es meine ersten Vorlesungen auf Englisch waren und ich auch keinen kannte, mit dem ich mich zusammen tun konnte. Aber die ganze Aufregung war umsonst. Die Professoren waren super locker, die Atmosphäre in den Kursen war sehr entspannt, ich hatte keine Schwierigkeiten Dozenten und Kommilitonen zu verstehen, weshalb ich keine Probleme hatte mich in den Unterricht mit einzubringen. Eine kleine Umstellung war allerdings, dass an der RMIT gut alle 2 bis 3 Wochen ein Test anstand, sowohl im Unterricht als auch online, oder auch kleinere Berichte innerhalb des Semesters abgegeben werden mussten. Dies hatte zur Folge, dass man auch schon einiges während des Semesters machen musste, somit aber auch für die Abschlussprüfungen im Juni entlastest war. Von den Anforderungen und dem Niveau her kann ich für mich sagen, dass es etwas niedriger ist als in Deutschland, wobei das wahrscheinlich nicht für alle Kurse gilt. Der Campus der RMIT University liegt mitten im CBD und ist von allen Stadtteilen sehr gut zu erreichen. Eine Mischung aus alten und neuen Gebäuden, verschiedenen Plätze zum Lernen oder Entspannen und einer neuen Bibliothek machen die Universität zu einer ganz besonderen. Kostenloses Frühstück am Mittwoch, kostenloses BBQ am Donnerstag und zahlreiche weitere Angebote waren mein persönliches Highlight.

Leben in Melbourne

Zum sechsten Mal in Folge wurde Melbourne zur „most liveable city in  the world“ gekürt und bereits nach wenigen Tagen in der Stadt konnte ich verstehen warum.  Auch wenn die Stadt nicht die Sehenswürdigkeiten hat, die Sydney bietet, gibt es doch eine Menge zu entdecken. Meine Lieblingsorte waren der Botanische Garten mit dem Shrine of Remembrance, der Federation Square, Brighton Beach mit den bunten Strandhäusern, Yarra River und der Strand in St Kilda, bei dem man bei Dämmerung sogar Pinguine sehen kann. Perfekt für einen Tagesausflug sind aber auch die Great Ocean Road, die Grampians, Wilsons Promontory National Park oder Phillip Island. Für mich als Kulturwissenschaftlerin waren vor allem die kultürlichen Einflüsse der Menschen auf die Stadt etwas ganz besonderes. Straßenkünstler an fast jeder Ecke, die zum Verweilen einladen und Graffitikünste, die der Stadt ihren besonderen Charme verleihen ist hier nur ein Teil des großen Ganzen. Berühmt ist Melbourne auch für seine Kaffee- und Brunchkultur - die Auswahl an guten Cafés ist gigantisch. Meine Lieblingsplätze, die ich in der kurzen Zeit testen konnte, waren Humble Rays, Naughty Boy und Higher Ground. Aber auch am Abend lohnt sich ein Barbesuch mit Blick über die Dächer, wie z.B. bei Curtin Bar oder Naked for Satan in Fitzroy. Eine Sache, die ihr unter keinen Umständen verpassen dürft, ist ein AFL Spiel, aber das werdet ihr noch früh genug mitbekommen.

Auch wenn 4 Monate viel zu schnell vorbei gingen, kann ich sagen, dass ich meinen Traum leben durfte und eine einmalige Zeit hatte, die ich unter keinen Umständen missen möchte. Australien ist ein faszinierendes und so facettenreiches Land, es gibt von Wüste bis Regenwald alles zu entdecken und ich kann jedem nur empfehlen dort hinzureisen, um sich von Kultur und Natur begeistern zu lassen. Cheers! 

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