Man hat kaum die Möglichkeit Heimweh zu bekommen
Erfahrungsbericht Polovnuka

Anastasija Polovnuka | Studentin an der Rheinischen Fachhochschule Köln


Wo
Griffith University

Zeitraum
2017

Was
Digital and Social Media Marketing, Consumer Psychology und Business Processes

Studienprogramm
Auslandssemester

Förderung
IRH Förderprogramm

31.07.2017

Australien ist einen Studienaufenthalt und Reise wert

Erfahrungsbericht Polovnuka Whitehaven

PLANUNG UND VORBEREITUNG

Als mir bewusst wurde, dass ich unbedingt Australien sehen möchte, diese Zeit aber auch positiv in meinem Lebenslauf hervorheben möchte, entschied ich mich für ein Auslandssemester. Unter mehreren Agenturen/Instituten, die ihre Unterstützung anbieten, entschied ich mich letztendlich für das Ranke-Heinemann Institut. Während des ersten Telefonats wurde mir individuell nach meinen persönlichen Wünschen, sowie meines Studiengangs unteranderen die Griffith University vorgeschlagen. Diese hat drei Standorte. Ich entschied mich bewusst für die Gold Coast. Strand, Sonne, Meer, was will man mehr? Nach Einreichen meiner Unterlagen ging alles ganz schnell. Ich wurde angenommen, habe mir die Fächer mit meiner Dozentin zusammen rausgesucht, die ich belegen wollte um mir diese nach meinem Auslandsaufenthalt anrechnen lassen zu können. Nach der letzten Hürde, der Zusage des Visums, gab es kein Zurück mehr. Es mussten nur noch Flüge gebucht werden und das war es schon. Es ging alles dann doch im Endeffekt schneller als ich dachte. Zurück zu den Flügen: Ich entschied mich bewusst für die Fluglinie Emirates, da diese 30 Kg Freigepäck anbietet, sowie eine kostenlose Datums- und Ortsänderung. Den Flug habe ich bei einer „Travel-Agentur“ gebucht. Besonders gut fand ich, dass es einen Flughafenservice von der Universität gibt, der mich kostenlos zum Hostel fuhr und den man vor Flugbeginn buchen konnte.

Da die Studiengebühren knapp 5000 Euro betragen, hab ich mich genauer mit der Finanzierung auseinandergesetzt und geguckt wie ich mir das leisten kann bzw. welche Möglichkeiten es gibt, finanzielle Unterstützung zu bekommen. Ich bekam glücklicherweise Auslandsbafög. Das übernahm den Großteil der Unigebühren, Flüge und Lebensunterhaltskosten und war mir eine sehr große Hilfe. Zudem habe ich mich für das PROMOS Stipendium beworben. Dieses vergibt jede Hochschule separat und ist eine weitere große Hilfe um sich ein Auslandssemester finanzieren zu können. Dafür musste ich ein Motivationsschreiben verfassen. Ich lege jeden ans Herz sich für ein Stipendium zu bewerben, zwar zählen bei PROMOS auch die Noten, jedoch besteht meiner Meinung nach eine große Chance durch ein gutes Motivationsschreiben das Stipendium zu erhalten. Informiert euch rechtzeitig über den Abgabetermin, denn dieser variiert von Hochschule zu Hochschule. Zudem bietet die Ranke-Heinemann Stiftung auch ein Förderungszuschuss in Höhe von 5%-10% der Studiengebühren an.

Neben den Flügen und der Finanzierung war es mir wichtig, dass ich schnell Kontakte knüpfen kann, da ich noch nie zuvor alleine so weit weg von Zuhause war. Daher entschied ich mich für den Byron Bay Trip, der von der Uni angeboten wird. An diesem mehrtägigen Trip können nur Austauschstudenten mitmachen, sodass ganz einfach neue Kontakte geknüpft werden und Australiens Vielseitigkeit bereits in den ersten Tagen erkundet werden kann.

UND LOS GEHT’S

So jetzt gibt’s wirklich kein Zurück mehr. Am Flughafen musste ich mich von meiner Familie und meinem Freund verabschieden, was mir ziemlich schwer viel. Ich hab mir nur noch gedacht „Oh mein Gott, was mache ich hier nur. Ganz alleine nach Australien, soll ich das wirklich durchziehen“. Doch das Fernweh war größer als das Heimweh. Nach einem knapp 24 Stunden Flug bin ich endlich in Australien angekommen und wurde problemlos zum Hostel von dem kostenlosen Fahrservice der Uni, gefahren. Mein Problem war jedoch, dass ich noch nicht einchecken konnte. Ich war gegen 9 Uhr da und Check-in war gegen 2. Das war nach einem 24 Stunden Flug einfach nur fürchterlich. Nach 2 Stunden warten fragte ich nochmal nach ob es möglich wäre schon einzuchecken. Als das Personal erfuhr, dass ich grad aus Deutschland gekommen bin, ging alles doch ganz schnell und ich konnte direkt einchecken. Daher empfehle ich jedem zu betonen, dass man grad einen 24 Stunden Flug hinter sich hat und mit Glück wird man dadurch vorgezogen und kann schneller einchecken. Dadurch das ich mir ein 4 Bettzimmer ausgesucht habe, hab ich auch ziemlich schnell Anschluss gefunden und neue Leute kennenglernt. Glaubt mir, das ist alles halb so schlimm und geht schneller als man denkt. Durch unterschiedliche Facebook-Gruppen habe ich auch Kontakt zu anderen Studenten bekommen, die ein Auslandssemester machen.

WOHNUNGSSUCHE & DAS LEBEN IN AUSTRALIEN

Kaum angekommen musste natürlich auch direkt eine Bleibe gesucht werden, in der ich die nächsten paar Monate wohnen konnte. So einfach wie ich es mir gedacht habe war es allerdings nicht. Da in dieser Zeit viele Studenten auf der Suche waren, sowie der Anspruch bestand nur für ein paar Monate dort zu wohnen, war das ganze ziemlich schwierig. Zudem waren alle am suchen wodurch ich ziemlich unter Druck stand etwas zu finden. Glücklicherweise habe ich durch Facebook eine Amerikanerin gefunden, mit welcher ich dann zusammen auf Wohnungssuche gegangen bin. Wir sind mehrere Tage von Gebäude zu Gebäude gegangen. Letztendlich haben wir dann das perfekte Apartment gefunden. Direkt am Meer, direkt an der Straßenbahn, die zur Uni fährt und nur 140 AUD pro Person pro Woche. Wir waren zu fünft und ich habe mir ein Zimmer mit einer Isländerin geteilt, was meiner Meinung nach für die kurze Zeit und für das Geld völlig ok ist. Das Gebäude heißt HI Surf Apartments und da kann gerne jeder nachfragen der auch dorthin gehen möchte. Wir hatten zudem einen Indoor Pool, einen Outdoor Pool und Zwei Whirlpools, ein kleines Fitnessstudio und einen Tennisplatz. Ich hatte zudem das Glück, dass im Endeffekt über Fünf Appartements dort waren, in denen nur Leute die ein Auslandssemester an der Griffith University waren, gewohnt haben.

Australien ist für uns Deutsche auf dem ersten Blick ziemlich teuer. Ich rate jeden Raucher damit aufzuhören bevor ihr nach Australien geht, wenn ihr nicht über 20 Euro für eine Zigarettenpackung ausgeben wollt. Zudem ist das gesunde Essen wie Gemüse, Obst und Fleisch auch ziemlich teuer. Da zahlt man zum Beispiel für 500g Hähnchen 9-11 AUD. Jedoch muss man auch bedenken, dass es AUD sind und nicht Euro. Der Wechselkurs steht zurzeit ziemlich gut und der Preis sieht meistens auf den ersten Blick nur so hoch aus.

Surfers Paradise ist meiner Meinung nach mit die beste Stadt für ein Studium in Australien. Ein Grund dafür ist, dass die Temperaturen dort das ganze Jahr recht angenehm sind (nein, es ist nicht immer warm in Australien), es gibt dort mit die schönsten Strände und die besten Orte wie Coolangatta, Burleigh Heads, Byron Bay und die Sunshine Coast. Zudem lebt man nicht nur am Strand, sondern auch in einer „Großstadt“, wo man perfekt shoppen und feiern kann. Um Surfers Paradise gibt es auch super tolle Surfspots. Für Australien habe ich mir auch ein gebrauchtes Surfboard über Gumtree (australisches Ebay) gekauft, welches ich sogar kostenlos wieder zurück nach Deutschland nehmen konnte, da ich noch Freigepäck übrig hatte. Surfen gehört mit zum Lifestyle Australiens und ist meiner Meinung nach ein Muss für jeden der dort lebt. Zumindest sollte man es ausprobieren. Die meisten Orte, die ich aufgezählt habe, sind mit der Straßenbahn und mit dem Bus gut zu erreichen und auf jeden Fall einen Besuch wert.

DIE STUDIENZEIT

Bevor die Uni beginnt, findet die „Orientation Week“ statt. Während dieser Woche kann man den Campus besser kennenlernen, sich für verschieden Aktivitäten eintragen und Karten für Clubs, Essensgutscheine und Vergünstigungen sammeln. Während dieser Woche findet auch der Byron Bay Trip statt, jedoch reichen die übrigen Tage vollkommen aus um alles was für das nächste Trimester wichtig ist, mitzubekommen. Darauf die Woche fängt auch schon die Uni an. Diese ist auch nur ungefähr 20 Minuten mit der Straßenbahn von Surfers Paradise entfernt. Ich habe Drei Kurse belegt: Digital and Social Media Marketing, Consumer Psychology und Business Processes. Bis auf Business Processes haben mir die Fächer gut gefallen, da diese ziemlich interessant waren und die Hausarbeiten auch relativ cool waren. Ich musste beispielsweise eine Marketingcampagne für ein Fitnessstudio erstellen. Diese Aufgabe hat sich durch das ganze Trimester gezogen, sodass alles aufeinander aufgebaut hat. In Consumer Psychology musste ich mir eine Marke aussuchen, dieses analysieren und verschiedene Theorien auf diese anwenden. Business Processes bestand hauptsächlich aus Tests und Fragen die in einem längeren Antwortsatz beantwortet werden mussten, was aber auch gut machbar war. In jedem Fach hatte ich eine Vorlesung und eine „Lernstunde“, wo das während der Vorlesung präsentierte auch angewendet wurde oder auch für die Hausarbeiten geübt wurde. In den meisten Fächern gibt es Tests, Gruppenarbeiten, Hausarbeiten oder auch Präsentationen. Das hört sich schlimmer an als es ist. Ich hatte beispielsweise das Glück, dass ich keine „Endklausuren“ hatte, sondern nur über das Trimester verteilt verschiedene Tests, Hausarbeiten und Gruppenarbeiten sowie eine Präsentation hatte, aus denen sich meine Note dann letztendlich zusammensetzte. Das hat viele Vorteile. Als Vorteil sehe ich, dass man die ganze Zeit dran bleibt und nicht alles auf den letzten Drücker macht, zudem hat man die Chance wenn etwas nicht ganz so gut lief, seine Note durch die nächste Aufgabe zu verbessern. Jedoch fand ich die Gruppenarbeiten eher schwierig, da es meiner Meinung nach etwas schwerer als Austauschstudent ist, der nicht perfekt Englisch spricht, seine Meinung durchzusetzen. Das variiert aber auch von Gruppe zu Gruppe und ich hatte in diesem Punkt leider nicht so großes Glück.

Obwohl mein Englisch anfangs wirklich nicht gut war bin ich sehr gut klargekommen und habe alles verstanden. Die Uni hat mir sehr gut gefallen, es gab öfters Veranstaltungen wie Kino Abende oder andere Aktivitäten. Zudem waren die Dozenten sehr hilfsbereit. Zudem gibt es in der Mitte des Trimester die sogenannte „Spring Break“. In dieser Woche finde keine Uni statt und man kann in dieser Zeit Ausflüge machen. Die Inlandsflüge sind relativ günstig und wir haben und entschieden die Great Ocean road zu erkunden. Während der Uni hatte ich das Glück nur Drei Tage Vorlesungen zu haben. Dadurch konnte ich öfter mal Trips machen und Australien erkunden.

FAZIT:

Zuerst einmal möchte ich mich bei dem Ranke-Heinemann Institut für die großartige Hilfe und Unterstützung bedanken. Vor allem ein großes Dankeschön an meine Studienberaterin, die mich perfekt beraten hat und mir bei allem weitergeholfen hat. Es war immer jemand zu erreichen und auch nach Studienbeginn wurde einem immer geholfen und alles lief reibungslos ab.

Wie die meisten sagen, war das Auslandssemester auch für mich die beste Entscheidung. Jeder der überlegt eines zu machen und sich unsicher ist, rate ich nicht drüber nachzudenken und direkt mit der Planung beginnen. Die Zeit, die ich dort verbracht hatte ist unvergesslich und ich würde es jederzeit wieder machen. Meine größte Angst war es keinen Anschluss zu finden, Heimweh zu haben, durch mein schlechtes Englisch immer hinterher zuhängen und mich unwohl zu fühlen. Alle meine Befürchtungen sind glücklicherweise nicht wahrgeworden. Die meisten sind auch alleine unterwegs und es ist super einfach Anschluss zu finden. Mein Englisch hat sich auch super schnell verbessert, weil ich schon drauf geachtet habe, nicht nur mit Deutschen etwas zu unternehmen. Ich habe jetzt mehr Fernweh nach Australien als ich in Australien Heimweh hatte. Die Zeit fliegt und jeden Tag passiert etwas Aufregendes. Man hat kaum die Möglichkeit Heimweh zu bekommen. Kurz und knapp: Es war die beste Entscheidung und Australien ist einen Studienaufenthalt und Reise wert.


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