Ich genieße meine Zeit hier in vollen Zügen

Saija Müller | Masterstudentin


Wo
Macquarie University

Zeitraum
2018 - 2019

Was
Master of Laws (LL.M.) – Corporate and Commercial Law

Studienprogramm
Masterstudium

Förderung
IRH Förderprogramm

31.07.2019

Australien, Sydney und die Macquarie University waren die richtige Entscheidung

Schon während meines Jurastudiums war mir klar, dass ich zusätzlich ein LL.M-Studium im englischsprachigen Ausland absolvieren möchte. Zeitlich passte es erst nach Abschluss meines zweiten Staatsexamens und da ich kein ausgesprochener Amerikafan bin, die Fristen für kanadische Universitäten zu diesem Zeitpunkt bereits verstrichen waren, ich schon einige Zeit in England gelebt hatte und nun etwas Neues entdecken wollte, fiel meine Wahl auf Australien.
Eine Bekannte hatte mir von ihren LL.M-Erfahrungen in Australien und von der Unterstützung seitens des Instituts Ranke-Heinemann berichtet. Melbourne und Sydney interessierten mich am meisten und ich entschied mich dafür mithilfe des Instituts Ranke-Heinemann die Bewerbungen in Angriff zu nehmen. Nicht nur die seitens des Instituts in Aussicht gestellte Studienbeihilfe von bis zu 10% der Studiengebühren überzeugte mich, auch das Förderprogramm im Rahmen dessen das Institut Ranke-Heinemann mir bei den Bewerbungen eine riesige Hilfe war, jede meiner vielen Fragen beantwortete, für einen reibungslosen Bewerbungsprozess sorgte und auch Hilfestellungen über die reine Unibewerbung hinaus leistete war sehr hilfreich. An dieser Stelle nochmals vielen Dank für die hervorragende Unterstützung und das stets offene Ohr!
Nachdem ich den TOEFL-Test abgeleistet hatte, waren meine Bewerbungsunterlagen vollständig und bereits 5 Werktage später erhielt ich die Studienplatzzusage der Macquarie University in Sydney. Die endgültige Entscheidung für die Macquarie University fiel mir nicht sonderlich schwer. Das lebenswerte Sydney war ohnehin mein Favorit, die Kommunikation mit der Macquarie University war von Tag 1 an ausgezeichnet, mir gefiel die Möglichkeit der Spezialisierung auf Corporate und Commercial Law sowie das dazugehörige Vorlesungsangebot und schließlich war diese Universität im Vergleich zu den weiteren in Sydney bedeutend günstiger und wurde doch nicht allzu sehr viel niedriger gerankt.

Finanzierung

Da ein LL-M-Studium jedoch mit Studiengebühren im fünfstelligen Bereich nicht gerade günstig ist und zudem die Lebenshaltungskosten in Sydney relativ hoch sind, musste ich mich über die Studienbeihilfe des Instituts Ranke-Heinemann und meiner privaten Rücklagen hinaus um die Finanzierung meines Studienvorhabens kümmern. Auslands-BAfÖG oder ein Kredit bei der KfW kamen für mein Auslandsmasterstudium nicht in Frage, eine Förderung hierüber ist nur für einen anteiligen Auslandsaufenthalt im Masterstudium, aber nicht für ein gesamtes Studium möglich. Ich bewarb mich daher für die Förderung im Rahmen des Bildungsfonds der Brain Capital GmbH. Diesen Fonds kann ich nur wärmstens empfehlen: erneut waren Kommunikation und Beratung ausgezeichnet und mir wurden faire Konditionen angeboten. Aufgrund glücklicher Zufälle musste ich das Förderangebot des Fonds letztendlich nicht annehmen und konnte mein LL.M-Studium anderweitig finanzieren. Nichtsdestotrotz kann ich jedem nur empfehlen diese Form der Finanzierung in Erwägung zu ziehen und somit ein zunächst finanziell unmöglich erscheinendes Auslandsstudium doch zu ermöglichen.

Vor der Anreise

Die Reisevorbereitungen beginnen mit den Bemühungen um ein Student Visa für Australien. Den Antrag zustellen ist recht leicht, man sollte ihn jedoch so früh wie möglich stellen, da es eventuell nötig ist, eine Health Examination durchführen zu lassen. Da ich mich in den vergangenen Jahren in einigen Regionen der Welt für je mindestens oder länger als 3 Monate aufgehalten habe, in denen z.B. die Gefahr der Ansteckung mit Tuberkulose bestand, musste ich mich einer solchen medizinischen Untersuchung unterziehen. Nur bei negativem Befund würde mein Visumsantrag weiter bearbeitet werden. Die Examination ist verhältnismäßig teuer und darf in Deutschland nur von 2 anerkannten Arztpraxen (je eine in Berlin und eine in Frankfurt a.M. durchgeführt werden. Wohnt man nicht in Nähe einer dieser Städte, bedeutet das also eine kleine Odysee durch Deutschland auf sich zu nehmen, um am Ende hoffentlich das Visum zu erhalten. Beide Praxen vergeben nach meiner Erfahrung außerdem keine kurzfristigen Termine, man muss hierfür also einige Vorlaufzeit einplanen. Ich habe mich für die Frankfurter Praxis entschieden in der die Health Examination selbst recht zügig verlief und die die Ergebnisse unverzüglich an das Australian Government Department of Home Affairs übermittelte. Bereits auf dem Rückweg von der Untersuchung wurde mir dann das erteilte Visum per E-Mail zugeschickt.

Sydney    

Da ich bereits über eine Visa-Karte der Comdirect Bank verfügte mit der ich im Ausland kostenlos Bargeld abheben kann, habe ich nicht von Deutschland aus ein australisches Konto eröffnet, sondern habe vor Ort in Sydney Filialen der größten Banken aufgesucht, mich beraten lassen und anschließend für ein Konto bei der ANZ entschieden. Die Eröffnung ging vor Ort kinderleicht und 2 Werktage später konnte ich meine Karte bereits in der Filiale abholen. Hierbei war allen Banken wichtig, dass ein Visumsnachweis vorgelegt wird.
Eine Prepaid Sim-Karte des Anbieters Optus habe ich bei einem Newsagent erworben. Jeden Monat kann man je nach Bedürfnis ein unterschiedliches Guthabenpaket mittels einer App aufladen und behält dabei die gleiche Nummer bei. 30 Dollar pro Monat für uneingeschränktes Telefonieren ins Australische Netz – ob Festnetz oder Handy - und 10 GB Datenvolumen waren für mich eine gute Lösung.
Ebenfalls kann man die sogenannte Opal Card bei jedem Newsagent erwerben. Sie benötigt man, um den öffentlichen Nahverkehrt nutzen zu können. Um vor Ort Verbindungen zu finden, bieten sich die Apps TripView oder Opal Travel an. Und wenn die öffentlichen Verkehrsmittel mal nicht (mehr) fahren, habe ich sehr gute Erfahrungen mit Uber gemacht was immer noch bedeutend günstiger ist als eine Taxifahrt.
Wohnen
Die Macquarie University befindet sich im Norden Sydneys. Viele Studenten wohnen entweder im Macquarie University Village oder in WGs in Nähe der Uni. Ich persönlich wollte aber in der Innenstadt wohnen, um so auch andere Ecken der Stadt kennenzulernen, wenn ich nicht gerade an der Uni sein muss.
Aus Deutschland war ich es gewohnt einige Zeit im Voraus nach einer Unterkunft zu suchen. So denken Australier aber ganz und gar nicht. In Sydney ist es üblich nur mit einigen Tagen, maximal aber mit 3 Wochen im Voraus nach einer Bleibe zu suchen. Am Besten ist es daher die Wohnungssuche erst vor Ort zu beginnen. Ich habe mir für die erste Zeit nach der Ankunft ein Zimmer über Airbnb im Stadtteil Newtown im Bereich Inner West gemietet. Von Freunden wusste ich, dass Newtown ein Szeneviertel mit vielen Bars, Restaurants, Pubs und Geschäften ist, sodass dieser Stadtteil genau meinen Vorstellungen entsprach. Hierzu sei gesagt, dass Newtown und generell die weiteren Stadtteile im Bereich Inner West aber auch nicht zwangsläufig zu den günstigeren gehören. Zur Wohnungssuche benutzte ich einschlägige Facebook-Gruppen sowie die Webseite flatmates.com.au. Nach nur wenigen Besichtigungen hatte ich ein Zimmer gefunden, das mit rund 290 Dollar pro Woche im unteren Bereich für Newtown und nur unmerklich über den Preisen in Uninähe liegt. Mir hat die Gegend persönlich sehr gut gefallen, nur aus persönlichen Gründen bin ich nach einer Weile nach Redfern gezogen, bin dadurch Inner West weiterhin treu geblieben und mag diesen urbaneren Stadtteil noch mehr.
Dass ich pro Strecke dadurch je nach Verbindung zwischen 40 und 60 Minuten bis zur Macquarie University brauche ist es mir absolut wert. Ich habe nicht jeden Tag universitäre Veranstaltungen und kann daher all die anderen Tage dazu nutzen die Stadt vom Zentrum aus mehr zu erkunden und wohne inmitten des Geschehens.

Leben

Dass Sydney eine äußerst lebenswerte Stadt ist, ist allseits bekannt. Genauso ist bekannt, dass man etwas mehr Geld in die Hand nehmen muss, um die Vorzüge der Stadt genießen zu können. Da ich mir ein aktives Leben leisten können wollte, habe ich neben dem Studium für meine deutsche Kanzlei von Sydney aus gearbeitet. Somit kam zwar immer Geld rein, allerdings ist ein Nebenjob neben dem LL.M-Studium an der Macquarie University nicht zu unterschätzen. Der Workload im Semester ist erstaunlich hoch. Wenngleich auch ich die geforderten Hausarbeiten, Tests und Quizze inhaltlich nicht allzu schwer fand, hat doch die große Anzahl an zu absolvierenden Prüfungen viel Zeit eingenommen sodass mit einem Nebenjob streckenweise nicht viel Zeit für Freizeit blieb.

Freizeit und Reisen

Umso mehr Freizeit hat man jedoch in den sehr langen Semesterferien. Sydney ist eine extrem spannende Stadt, die multikulturell ist und sehr viel zu bieten hat. Meine Sydney-Highlights sind bislang die ausgedehnten Spaziergänge entlang der stadteigenen Strände, durch Chinatown, Besuche in den Skybars, von denen aus man einen tollen Blick auf die Stadt hat, die riesige kulinarische Auswahl aus allen Ecken der Welt und das zelten in den umliegenden Nationalparks. Außerdem kann man zum Wandern in die Blue Mountains fahren, tauchen, segeln, surfen, schwimmen etc. Aber auch andere Ziele in Australien selbst oder auf den umliegenden Inseln erreicht man von Sydney aus sehr gut. Mir persönlich haben besonders Tasmanien und die Gegend um Melbourne gut gefallen. Im Sommer ist in Australien zudem Festivalzeit und wer in diesem Zeitraum vor Ort ist dem kann ich nur raten einen dieser sogenannten „Bush doofs“ zu besuchen.

Fazit

Ich genieße meine Zeit hier in vollen Zügen und habe mit der Entscheidung für Australien, Sydney und die Macquarie University die für mich richtige Entscheidung getroffen. 

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