Eine super schöne, sichere, multikulturelle und vielseitige Stadt

Tim Bühler | LLM Student


Wo
The University of Sydney

Zeitraum
2018 - 2019

Was
Master of Laws

Studienprogramm
Masterstudium

Förderung
IRH Förderprogramm

31.01.2019

Besonders für kurzfristige LLM Vorhaben zu empfehlen

Den Entschluss einen LLM zu machen fasste ich erst nach meinem ersten Staatsexamen. Während des Studiums habe ich mir hingegen noch keine großen Gedanken darüber gemacht. Da ich trotzdem ohne lange Pause beginnen wollte, musste die Vorbereitung und Organisation dementsprechend zügig vonstatten gehen.


Bewerbung

Dabei kam mir besonders entgegen, dass in Australien das erste Semester im März beginnt und die Bewerbungsfristen der Australischen Unis erst kurz vor Beginn des Semesters ablaufen.
Der Bewerbungsprozess als solcher war insgesamt weniger zeitaufwändig als ich erwartet hatte. Das lag vor allem daran, dass man die erforderlichen Unterlagen lediglich an das Institut Ranke-Heinemann schickt, das im Anschluss direkt mit der Universität in Kontakt tritt. Außerdem begleiten die Mitarbeiter des Instituts den gesamten Prozess und geben wertvolle Tipps für den reibungslosen Start in Australien. Besondere Erwähnung verdient, dass das Institut Ranke-Heinemann auch erhebliche finanzielle Unterstützung leistet, indem 10% der Studiengebühren für das erste Semester übernommen werden. Bereits eine Woche nachdem die Unterlagen an die Universitäten weitergeleitet wurden, erhielt ich die Zusage der University of Sydney. Das Angebot wird angenommen, indem man die Studiengebühren für das erste Semester überweist.

Ausgehend von meinen Erfahrungen kann ich die University of Sydney deshalb besonders für kurzfristige LLM Vorhaben empfehlen. Gleichzeitig sollte man jedoch bedenken, dass viele Stipendien auf den Studienbeginn im September ausgerichtet sind und sich teileweise auf LLM Vorhaben in England und den USA beschränken. Zudem erfordert die Bewerbung um ein Stipendium in der Regel eine erhebliche längere Vorlaufzeit. Ich musste deshalb auf kleinere Kanzleistipendien ausweichen. Diese decken zwar nur einen Bruchteil der Kosten ab, werden dafür aber meist kurzfristig vergeben und erlauben eine Bewerbung selbst wenn man sich bereits im Ausland befindet. Außerdem kann man sich als Internationaler Student um das Ross Waite Parsons Postgraduate Coursework Law Scholarship der Sydney Law School bewerben. Hierfür genügt es, das entsprechende Online-Formular auf der Website der Universität auszufüllen.

Visum

Die Beantragung des Visums gestaltete sich ebenfalls einfacher als erwartet. Wichtig ist, dass man bereits die Zusage einer Universität hat, da man am Ende des Online-Formulars die Confirmation of Enrolment hochladen muss. Als Internationaler Student ist man außerdem verpflichtet eine Krankenversicherung (OSHC) abzuschließen. Jede Uni hat in der Regel einen bevorzugten Anbieter. Für die University of Sydney ist das Allianz Global Health Care. Sofern man sich für diesen Anbieter entscheidet, läuft der Abschluss direkt über die Universität und man selbst hat keinen weiteren Stress. Wenige Minuten nach Beantragung des Visums erhielt ich die Bestätigung über die Erteilung.

Wohnung

Ich habe mich dazu entschlossen, bereits von Deutschland aus eine Unterkunft zu suchen und habe mich letztlich für ein Zimmer in einem privaten Studentenwohnheim entschieden (Iglu).
Zwar war ich zunächst unsicher, da die privaten Studentenwohnheime doch relativ teuer sind und man den Vertrag für 6 bzw. 12 Monate abschließt. Der Vorteil der Studentenwohnheime ist allerdings, dass man vor Ort keinen Stress mehr hat, die Lage wirklich super ist und die Zimmer außerdem schön und sauber sind. Zusätzlich haben eigentlich alle Wohnheime ein Fitnessstudio, Gemeinschaftsräume und unbegrenztes Internet. Außerdem bieten die Wohnheime viele Aktivitäten und kostenlose Events an, bei denen man Stadt und Leute besser kennen lernen kann.

Bankkonto, Handy

Ich habe zudem bereits vor meiner Ankunft ein Bankkonto bei der ANZ Bank eröffnet. Alle großen Banken bieten kostenlose Konten für Studenten an, die bereits aus Deutschland eröffnet werden können und auf die man bereits vor der Ankunft Geld überweisen kann. Die Karte kann im Normalfall gleich nach der Ankunft in einer Filiale abgeholt werden.
Darüber hinaus ist es sinnvoll sich eine australische SIM zu kaufen. Ich habe mich für einen Prepaid-Vertrag für $10 im Monat vom Amaysim entschieden. Verträge die Auslandsanrufe ermöglichen waren für mich überflüssig, da man ohne Probleme über Whatsapp, Facebook oder Skype nach Deutschland telefonieren kann. youcompare.com.au ist eine super Website um sich einen Überblick über die verschiedenen Handytarife zu verschaffen.

USYD

Die University of Sydney ist eine super schöne Universität, die alles hat, was man zum Studieren und Wohlfühlen benötigt. Darüber hinaus stehen den Studenten viele zusätzliche Angebote zur Verfügung, die man jederzeit kostenlos in Anspruch nehmen kann. Neben dem Learning Center ist besonders der Career Service zu empfehlen, der wichtige Tipps und Informationen hinsichtlich der Jobsuche in Australien gibt.
Mein persönlicher Tipp ist, zu Beginn des Semesters die Möglichkeit wahrzunehmen, einen persönlichen Termin mit einem Bibliotheksmitarbeiter zu vereinbaren. Gerade für die Assignments ist es hilfreich zu wissen, wie man die verschiedenen Datenbanken der Universität nutzt, wo man was findet und was hinsichtlich der Formalien erwartet wird (Zitierweise, Quellen usw.). Natürlich kann man das auch alles selbst herausfinden, allerdings wird man gerade am Anfang mit Informationen überschüttet und die Mitarbeiter sind wirklich super nett und helfen gerne.

Besonders beeindruckt hat mich die Einführungswoche, in der Universität, Fachbereiche und die verschiedenen sozialen und sportlichen Clubs vorgestellt werden. Viele der Clubs sind kostenlos, andere kosten einen Semesterbeitrag von wenigen Dollar. In jeden Fall sollte man sich im Voraus die so genannte Access Card zulegen, ohne die man den Clubs nicht beitreten kann. Einen Überblick über die Clubs kann man sich schon von Deutschland aus auf der Website der Universität machen.

Kurse

An der University of Sydney hat man die Wahl zwischen einem allgemeinen und verschiedenen speziellen LLM. Ich habe mich für den allgemeinen LLM entschieden, da man so die Kurse aus dem kompletten Angebot der Universität auswählen kann.

Grundsätzlich wird zwischen wöchentlichen Kursen und so genannten Intensivkursen unterschieden. Wöchentliche Kurse gehen über 13 Wochen und finden in der Regel von 18-20 Uhr unter der Woche statt. Die Intensivkurse dauern gewöhnlich 4 Tage und sind normalerweise an Freitagen und Samstagen von 9-17 Uhr. Schon daran sieht man, dass der LLM der University of Sydney besonders auf bereits berufstätige Studenten zugeschnitten ist. Dementsprechend nehmen die Kurse an sich nur geringe Zeit in Anspruch, was den Vorteil hat, dass man sehr flexibel ist und sich seine Zeit zu einem großen Teil selbst einteilen kann/muss. Anders als ich es aus Deutschland gewohnt war, ist der Kontakt zum Professor dennoch sehr eng.

Ich habe mich letztlich für 3 Intensivkurse und 1 wöchentlichen Kurs entschieden, sodass sich die Assignments über das komplette Semester verteilt haben. Zwar muss man sich für die Kurse bereits aus Deutschland einschreiben, allerdings sollte man sich darüber nicht allzu viele Gedanken machen. Man hat nämlich die Möglichkeit (gewöhnlich bis 1 oder 2 Wochen nach Semesterbeginn), die Kurse ohne weiteres zu wechseln. Meiner Erfahrung nach ist das auch ganz normal, da man erst dann weiß, wann die Sportclubs trainieren oder ob man die Wochenenden doch lieber frei hätte um Ausflüge zu machen. Außerdem kann sich so auch ein bisschen mit Freunden abstimmen.

Normalerweise wird erwartet, dass man innerhalb der Kurse zwei verschiedene Arten von Assignments ablegt. Welche genau das sind ist meist schon in der Kursbeschreibung angegeben. Essays sind in der Regel Aufsätze zu einem bestimmten Thema oder Problem über einen längeren Zeitraum, während Exams eher den klassischen Klausuren entsprechen, in denen man meist mehrere Problemfragen oder Fälle bearbeitet.

Leben

Für öffentliche Verkehrsmittel benötigt man in Sydney eine Opal Card. Diese kann man gleich am Flughafen kaufen und aufladen. Als Internationaler Student hat man leider keine Berechtigung für eine vergünstigte Concession Opal Card.
Allerdings können an Sonntagen für $2.60/Tag alle öffentlichen Verkehrsmittel in Sydney genutzt werden. Das ist eine kleine Entschädigung für die ansonsten doch sehr hohen Lebensunterhaltungskosten hier. Andererseits ist der Stundenlohn an die hohen Kosten in Sydney angepasst, sodass es durchaus Sinn macht zu arbeiten. Mit dem Studentenvisum ist man berechtigt, 20h/Woche zu arbeiten und als Student hat man in der Regel überhaupt keine Probleme etwas zu finden.

Sydney an sich ist eine super schöne, sichere, multikulturelle und vielseitige Stadt. Neben den unterschiedlichen Stadtvierteln ist die Stadt natürlich besonders für ihre Strände bekannt. Allerdings sollte man sich nicht nur auf Sydney beschränken; gerade um Sydney herum gibt es viele Orte, an die sich ein 1- oder 2-Tages Ausflug lohnt!

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