Ich war zu 100% zufrieden

Miriam Kaufmann | Studentin


Wo
The University of Newcastle

Zeitraum
2017

Was
Social Change and Development

Studienprogramm
Graduate Certificate

Förderung
IRH Förderprogramm

20.07.2017

Eine unglaublich tolle Erfahrung

Im Februar 2017 begann ich mein Graduate Certificate Course an der University of Newcastle. Hierbei handelt es sich um einen Postgraduate Course, der aus drei Fächern besteht und nur ein Semester dauert. Nach dem Semester hat man jedoch die Möglichkeit, sich in einen fachgleichen Master einzuschreiben und sich das komplette Semester anrechnen zu lassen. In meinem Erfahrungsbericht werde ich vor allem auf die Universität und das Leben in Newcastle eingehen. Wer aber Fragen speziell zu dem Kurs „Social Change and Development“ an der University of Newcastle hat, kann mich sehr gerne unter der untenstehenden E-Mail Adresse kontaktieren.

Während meines Bachelorstudiums hatte das Institut Ranke-Heinemann mir bereits ein Auslandssemester in Australien (an der University of the Sunshine Coast) ermöglicht. Da ich damals sehr zufrieden war mit der Unterstützung des Instituts, war für mich klar, dass ich mich auch diesmal wieder an das Förderzentrum wenden würde. Der Service umfasst nicht nur eine umfangreiche Beratung, sondern erleichtert den Bewerbungsprozess ungemein. Sobald ich meine Bewerbungsunterlagen beisammen hatte, hat das Institut sie an die Uni in Newcastle weitergeleitet und innerhalb von drei Werktagen hatte ich bereits ein Zusage. Während des gesamten Bewerbungsprozesses und auch bezüglich Visa Fragen konnte ich mich jederzeit an die freundlichen und vor allem kompetenten Mitarbeiter des Instituts wenden und habe viele wertvolle Tipps erhalten. Der Erlass von 10% der Studiengebühren ist natürlich auch eine große finanzielle Erleichterung.

Die University of Newcastle

Die University of Newcastle hat mehrere Standorte. Ich habe am Callaghan Campus (dem Hauptstandort) studiert. Der Campus liegt ungefähr 10km außerhalb von dem City Center und ist mit Bussen (und ab voraussichtlich 2019 auch mit Bahnen) zu erreichen. Der Callaghan Campus ist relativ groß und man braucht ungefähr eine halbe Stunde, um von einer Seite des Campus zur anderen zu laufen. Da die Gebäude aber relativ klein sind (meistens nur 2 Stockwerke) und die ganze Uni von Bäumen und Seen umgeben ist, fühlt man sich von der Größe des Campus nicht „erschlagen“. Es herrscht vielmehr eine gemütliche, entspannte Atmosphäre und in den vielen kleine Campus-Cafés kann man sich die Zeit zwischen den Vorlesungen sehr angenehm vertreiben. Die Hörsäle und Seminarräume sind sehr modern ausgestattet und die Bibliothek hat einen Bereich, der 24 Stunden geöffnet ist und mit zahlreichen Computern ausgestattet ist. Vor Semesterbeginn wird eine Orientierungswoche angeboten, in der viele Campustouren stattfinden, sodass man sich trotz der Größe des Campus sehr schnell zurecht findet.

Akademisches Angebot

Mein Postgraduate Course bestand aus drei Fächern, die alle in Form eines Seminars (á 3 Stunden pro Woche) unterrichtet wurden. Die Kontaktzeit betrug somit nur 9 Stunden pro Woche, wobei der Arbeitsaufwand für die einzelnen Fächer nicht unterschätzt werden darf. Anders als ich es von deutschen Universitäten gewöhnt war, wurde an der Uni in Newcastle großen Wert auf mündliche Mitarbeit in den Seminaren gelegt und die Note für die wöchentliche Mitarbeit machte ungefähr ein Drittel der Endnote aus, sodass es wirklich wichtig ist, sich gewissenhaft auf jede Seminar Sitzung vorzubereiten. Ich kam damit jedoch sehr gut zurecht und habe es wirklich genossen, mich aktiv an Diskussionen zu beteiligen. In Postgraduate Kursen sind meist nur wenige Studenten (wir waren zu zehnt), sodass die Atmosphäre im Unterricht sehr gemütlich und familiär ist und selbst anfangs schüchterne Studenten sich nach einer Weile sehr gut in die Diskussionen miteinbringen konnten. Darüber hinaus wurde viel Wert auf ein gutes Verhältnis zwischen den Studenten und den Professoren gelegt. Dass man zum Beispiel seine Professoren mit dem Vornamen anredet, hat sehr stark zu einer lockeren und freundlichen Lernatmosphäre beigetragen. Außerdem wurde sehr stark das Gefühl vermittelt, jederzeit Hilfe und Unterstützung von den Professoren zu bekommen und man wird während des Semesters richtig „an die Hand genommen“.
Die Endnote für die einzelnen Kurse setzt sich in der Regel aus der mündlichen Mitarbeit und vielen kleineren Assignments zusammen. Ich musste beispielsweise pro Kurs drei Essays (á 10 Seiten) einreichen, aus denen dann am Ende eine Durchschnittsnote gebildet wurde. Für jedes Assignment erhält man unglaublich detailliertes Feedback von seinen Professoren, sodass man sich im Laufe des Semesters wirklich sehr schnell verbessern kann. Insgesamt hat mir die Lehre an der University of Newcastle sehr gut gefallen.
Was ich noch sehr interessant fand, war, dass der Anteil an internationalen Studenten an der Uni recht hoch ist. In meinem Kurs war ich die einzige Europäerin und abgesehen von zwei australischen Kommilitonen kam der Großteil meiner Mitstudenten aus Afrika, Indien und Südamerika. Der große Mix an Nationalitäten hat die Diskussionen in den Seminaren wirklich sehr interessant gemacht und die australische Kultur war somit nicht die einzige, die ich in dem halben Jahr kennengelernt habe.

Wohnen in Newcastle

Die University of Newcastle hat ein Studentenwohnheim direkt neben dem Campus, das vor allem viele internationale Studenten schätzen, weil es ein toller Weg ist, mit anderen Studenten in Kontakt zu kommen. Ich persönlich wollte aber lieber in Strandnähe wohnen. Für die erste Woche nach meiner Ankunft hatte ich eine Airbnb Unterkunft gebucht, um dann direkt vor Ort nach Wohnungen zu suchen. Die Wohnungssuche gestaltete sich auch als sehr einfach. Auf den üblichenWohnungssuchseiten (Gumtree.com.au, flatmates.com.au und easyroommate.com.au) hatte ich mir vier Share Houses rausgesucht und besichtigt und konnte direkt drei Tage später in einem schönen Haus in Merewether einziehen, was ich mir mit vier anderen Studenten teilte. Merewether ist ein eher ruhiger Stadtteil von Newcastle direkt am Strand mit einem angenehmen „Beach-Surf-Café“ Lifestyle und vielen gemütlichen Bars und Restaurants. Der Mietpreis belief sich auf 160$ pro Woche, was ungefähr dem Durchschnitt in Newcastle entspricht (die Mietpreise in Universitätsnähe sind jedoch deutlich niedriger). Der Nachteil war jedoch, dass das Public Transport System in Newcastle nicht ganz so gut ausgebaut ist und ich somit für die 10km zur Uni mit dem Bus ungefähr 45min gebraucht habe und dreimal umsteigen musste. Hinzukommt, dass es für internationale Studenten in New South Wales (anders als zum Beispiel in Queensland) keine Ermäßigung für Public Transport gibt, sodass ich pro Tag 7$ für die Fahrt zur Uni bezahlt habe. Mit dem Auto zur Uni zu fahren, ist nicht empfehlenswert. Ich hatte es mehrere Male versucht, aber nach 7:30Uhr morgens hat man keine Chance auf einen Parkplatz. Ich persönlich habe den umständlichen Weg zur Uni jedoch gerne in Kauf genommen und ich würde jederzeit wieder in Strandnähe anstatt in Uni-Nähe wohnen wollen. Jeden Morgen nach dem Aufwachen schnell in die Wellen zu springen und von meinem Balkon aus das Meer zu sehen, war für mich unbezahlbar.

Freizeit und Leben in Newcastle

Wer gerne surft, kommt in Newcastle voll auf seine Kosten. Wer nicht selber surft, aber gerne beim Surfen zuschaut, kommt ebenfalls auf seine Kosten. Vor allem zwischen März und Mai finden zahlreiche Surf Competitions in Newcastle statt. Ich würde selbst denen, die nicht an diesem Sport interessiert sind, raten, dahin zu gehen. Die Stimmung bei solchen Events ist absolut mitreißend, es gibt viel Live Musik, tolles Essen und es herrscht einfach eine lockere, ausgelassene Atmosphäre.
Der Stadtstrand in Newcastle ist meiner Meinung nach nicht ganz so hübsch und eher zugebaut mit großen mehrstöckigen Bürogebäuden und nicht wirklich auf „Freizeit am Strand“ ausgelegt. Meine Professorin meinte einmal: „When the developers designed Newcastle City, they didn’t know how to beach“, und das trifft es wohl ganz gut. Die umliegenden Strände (Merewether, Bar Beach und Nobbys Head) sind hingegen einfach traumhaft schön und selbst im Hochsommer nicht überlaufen. Darüber hinaus gibt es an der Strandpromenade viele kleine Cafés und Restaurants und es herrscht eine richtige Beach Flair Atmosphäre. Wer nicht so gerne im Meer schwimmt, der hat die Möglichkeit, sich im kostenlosen „Ocean Bath“ in Merewether auszutoben. Hierbei handelt es sich um ein großes Schwimmbecken direkt am Meer. Da die die Wellen in Newcastle oft sehr groß sind, habe ich auch öfters das Ocean Bath vorgezogen.

Mein absoluter Favorit für Tagesausflüge ist Port Stephens. Der Ort liegt ungefähr 30km nördlich von Newcastle und ist umgeben von wunderschönen Stränden. Man kann dort auf verschiedene kleinere Berge klettern und hat von dort aus eine wunderbare Sicht auf die vielen kleinen Buchten. In der Orientierungswoche der Uni werden verschiedene Touren zu Port Stephens angeboten und ich würde jedem empfehlen, an diesen Touren teilzunehmen.

Insgesamt kann ich einen Aufenthalt an der University of Newcastle jedem empfehlen. Nicht nur, was das akademische Angebot der Uni anging, war ich 100% zufrieden, sondern auch das Alltagsleben in Newcastle war eine unglaublich tolle Erfahrung und ich habe das halbe Jahr wirklich sehr genossen.

Bei weiteren Fragen kann man mich gerne jederzeit unter miriamsara.kaufmann@uon.edu.au kontaktieren.

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