Ein sehr lockerer Lebensstil
Bachelorstudium Australien

Cornelia Wellecke | Bachelor of Arts Studentin


Wo
Monash University

Zeitraum
2017 - 2019

Was
Psychologie

Studienprogramm
Bachelor

Förderung
IRH Förderprogramm

01.02.2018

Ich konnte an den Herausforderungen wachsen

Bachelorstudium Australien

Bevor ich in Australien angefangen habe zu studieren, war ich 2 Jahre lang über ein Working-Holiday Visum in Australien. Da es mir hier sehr gut gefallen hat und ich unter anderem meinen Freund in Australien kennengelernt habe, hat sich bei mir langsam der Gedanke an ein Studium in Australien eingeschlichen. Ich hatte mehrere Organisationen in Deutschland kontaktiert und das Institut Ranke Heinemann war mit Abstand am hilfsbereitesten gewesen. Darüber hinaus bietet das Institut Ranke Heinemann diverse finanzielle Unterstützungen an, die von Reisezuschüssen, wie Flugkosten bis zu einem Vollstipendium reichen. Unter der Voraussetzung der Verfassung eines Erfahrungsberichtes kann außerdem jeder Bewerber eine Studienbeihilfe in Höhe von 5-10% von der ersten Semestergebühr erhalten. Da ich mich von Australien aus beworben habe, konnte ich leider keinen persönlichen Termin ausmachen. Das Institut Ranke Heinemann hat mir jedoch einen Skypetermin vorgeschlagen und mir tatkräftig bei meiner Auswahl der Uni geholfen. Bei Rückfragen über Email wurde immer sehr schnell geantwortet und so verlief der ganze Bewerbungsprozess sehr reibungslos und einfach. Nach ca. einer Woche hatte ich bereits die Zusage der Monash University erhalten und somit stand nur noch die Visumsbeantragung im Weg. Ich persönlich habe mir Hilfe für mein Visum bei einer Agentur in Australien geholt, ich würde aber sagen, dass man das Visum relativ leicht und ohne Hilfe selbst beantragen kann. 

Vorbereitung

Da ich bereits 2 Jahre lang in Australien gelebt hatte, musste ich nicht viele Dinge vorbereiten. Man findet allerdings viele Tips auf den Internetseiten der verschiedenen Unis, sowie der Website der australischen Regierung (immi.gov.au). Mir wurde außerdem ein kleines Buch von der Uni zugeschickt mit vielen Informationen bezüglich Vorbereitungen etc Versicherung

Wer mit einem Studentenvisum nach Australien kommt muss die „Overseas Student Health Cover“ (OSHC) abschließen. Es gibt mehrere große Anbieter, die sich allerdings von den Leistungen und Preisen her nicht groß unterscheiden. Ich habe mich für die Allianz entschieden, da die Monash University mit der Allianz zusammenarbeitet. Das hat unter anderem den Vorteil, dass immer ein Vertreter der Allianz als Ansprechpartner auf dem Campus zur Verfügung steht. Man muss beachten, dass die Versicherungen wirklich nur grundlegende Leistungen abdecken. Es macht auf jeden Fall Sinn, sich über Extraversicherungen wie eine Zahnversicherung etc Gedanken zu machen.

Flug

Flüge nach Australien können je nach Jahreszeit und Zielort ganz schön viel kosten. Meine Flüge lagen bisher immer so im Bereich zwischen 800-1200€ für Hin- und Rückflug. Es kann allerdings auch um einiges mehr kosten. Bisher bin ich meistens mit Emirates geflogen und war immer sehr zufrieden mit der Fluggesellschaft gewesen. Wenn man einen Zwischenstopp in Asien einplant, kann man einiges an Geld sparen.

Handy

Die beiden größten Anbieter in Australien sind Optus und Telstra. Ich persönlich habe allerdings recht schnell zu Aldi mobile gewechselt, was relativ vergleichbar mit Aldi Talk in Deutschland ist. Der Vorteil an Aldi mobile ist, dass man seinen Vertrag flexibel ändern kann und unter anderem die Option „pay as you go“ hat, die ich so noch nicht bei den anderen Anbietern gefunden habe.

Wohnungssuche

Als Student hat man prinzipiell 2 Möglichkeiten. Man kann entweder on-campus oder off-campus leben. Wer on-campus leben will sollte sich auf jeden Fall relativ früh darüber informieren, da diese Wohnungsangebote schnell ausgebucht sind. Es ist auf der einen Seite nützlich direkt auf dem Campus zu leben und es fällt einem sicherlich leichter Anschluss zu finden, jedoch ist das Preis-Leistungsverhältnis um einiges schlechter. Weil ich außerdem mit meinem Freund zusammen leben wollte und dies nicht in den Studentenheimen möglich ist, habe ich mich für eine WG entschieden. Die Wohnungspreise sind definitiv um einiges höher als in Deutschland. Vorsichtshalber sollte man mit über 200$ die Woche rechnen, wobei man etwas günstigeres finden kann wenn man Zeit und Geduld hat. Wir hatten relativ viel Glück und haben eine WG mit einem anderen Mitbewohner gefunden. Die Wohnung ist in Stadtnähe und wir haben unser eigenes Bad und zahlen 175$ mit den Rechnungen wie Elektrizität etc inklusive.

Falls man sich für off-campus entscheidet, sollte man sich außerdem Gedanken darüber machen wo man leben will. Ich wohne in North Melbourne und brauche ungefähr 15 Minuten mit dem Zug in die Stadt. Da ich an dem Campusstandort in Clayton studiere ist mein Weg zur Uni mit über einer Stunde relativ lang. Ich persönlich genieße es aber so nah an dem Stadtzentrum zu leben.

Die Wohnungssuche in Australien ist um einiges flexibler als in Deutschland. Meistens sind Möbel und Küchenutensilien ect. alles mit inbegriffen und man kann oft innerhalb von ein paar Tagen einziehen. Ich bin 1 Woche vor der Orientierungswoche angekommen und habe mir als erstes eine Airbnb Unterkunft für die ersten zwei Wochen gemietet. Es gibt viele Internetseiten über die man WGs finden kann. Eine der bekanntesten ist wohl „Flatmates“, wobei ich persönlich immer nur relativ langsam Antworten erhalten haben. Ich habe bisher die meisten meiner Unterkünfte über „Gumtree“ gefunden, wobei man definitiv vorsichtig sein muss, da sich dort auch viele Fake-Anzeigen herumtreiben. Die Monash Uni hat außerdem einen Berater, der einem bei der Wohnungssuche und allen anderen Nebenfragen unterstützen kann.

Kurs

Ich studiere den Bachelor of Arts mit Psychologie als mein Hauptfach. Insgesamt muss man als internationaler Student 4 Units pro Semester belegen. Die Monash Uni ist für ihre Double-Degrees bekannt. Damit kann man zwei Bachelor-Abschlüsse innerhalb von 4 Jahren absolvieren und viele meiner Freunde an der Uni nutzen diese Möglichkeit. Pro Unit hat man ungefähr 3 Stunden Kontaktzeit, die meisten sind in eine Vorlesung und ein Tutorial in einer kleineren Gruppe unterteilt. Insgesamt sind sowohl die Vorlesung als auch die Tutorials relativ interaktiv. Man sollte definitiv nicht den Fehler machen den Zeitaufwand zu unterschätzen. Die Vorlesungen benötigen viel Vorbereitung und ich habe in fast allen meinen Units wöchentliche Tests schreiben müssen. Hinzu kommt, dass die Klausuren (wenn man sie überhaupt hat) nur einen kleinen Teil der Note ausmachen und man viele Assignments über das Semester verteilt schreiben muss. Man hat somit wirklich immer viel um die Ohren, dafür ist der Druck vor den Klausuren aber auch nicht so groß.

Ausstattung und Professoren

Die Unis in Australien kosten viel, auf der anderen Seite bekommt man aber auch viel für das Geld zurück. Die Professoren sind sehr leicht erreichbar und antworten sehr schnell auf Fragen ect. Die meisten Professoren und Tutoren haben Bürozeiten, in denen man sie besuchen kann und sich Hilfe bezüglich des Kurses oder der Assignments holen kann. Die Uni bietet viele verschiedene Services an, wie zum Beispiel eine Berufsberatung. Die Bücherei bietet viele Workshops an, und sogenannte Learning Skills Advisor können dir bei dem Aufbau deiner Assignments helfen. Speziell für internationale Studenten gibt es einen Service („English Connect“), der darauf ausgerichtet ist dein schriftliches und gesprochenes Englisch zu verbessern.

Es werden außerdem viele Clubs angeboten, die von „spaßlichen“ Clubs wie einem Schokoladen Club bis zu Sportclubs (z.B. Tennis, Karate, etc), bis hin zu akademischen Clubs, die auf bestimme Kurse oder Auslandserfahrungen ausgerichtet sind, reichen. Da ich unter anderem auch Japanisch studiere, bin ich zum Beispiel dem Japanisch Club beigetreten, wo man sich wöchentlich trifft und sein Japanisch üben kann oder zusammen Sushi isst. Die Monash University ist übrigens eine der ersten Unis in Australien die ein kleines japanisches Zentrum auf dem Campus hat, wo man unter anderem eine Manga Bücherei finden kann.

Campus

Die Monash University hat mehrere Campusstandorte in Melbourne. Clayton ist der Hauptstandort und somit auch der größte Campus. Die meisten Kurse werden hier angeboten, wobei vor allem Business-Kurse in Caulfield angeboten werden. Caulfield ist sehr viel näher am Stadtzentrum, mit dem Zug braucht man ungefähr 20-30 Minuten. Clayton ist ein paar Zugstationen weiter und da der Campus nicht in der Nähe von der Zugstation liegt, muss man zusätzlich einen Bus für ca. 5 Minuten nehmen. Glücklicherweise fährt der Bus wirklich häufig mit ca. 5-Minuten Abständen und so muss man fast nie auf einen Bus warten.

Melbourne- Lifestyle

Melbourne ist eine sehr artistische Stadt, mit viel Straßenmusikern/Straßenkünstlern und kleinen Gassen mit Graffiti. Es gibt eigentlich jedes Wochenende ein Event, wobei die meisten in der Nähe des Federation Square statt finden. Da zur Zeit Winter ist, gibt es dort zum Beispiel eine kleine Eislaufbahn. Im Februar ist die White Night, ein großes Festival in Melbourne, wo überall in der Stadt Installationen wie zum Beispiel Lichtinstallationen, Musik etc ausgestellt werden. Ansonsten gibt es viele internationale Events, wie zum Beispiel ein Japanisches Festival, wo man traditionelles Essen genießen kann. Australien ist ein sehr internationales Land und man kann daher Restaurants und auch internationale Geschäfte aus aller Welt genießen. Melbourne ist vor allem für die ganzen kleinen Cafes und seinen guten Kaffee bekannt. Wer also nach Melbourne kommt sollte definitiv ein paar Cafe-Besuche einplanen. Wer in den Semesterferien Zeit hat, sollte sich ein Auto mieten und die Great Ocean Road anschauen. Außerdem lohnt es sich nach Phillip Island zu fahren. Dort kann man sich die kleinsten Pinguine in der Welt anschauen.

Es ist ja allgemein bekannt, dass die Australier einen sehr lockeren Lifestyle haben und sehr hilfsbereit und freundlich sind. Man wird dem Satz „no worries, mate“ oder „no worries, darling“ sicherlich nicht entkommen. Das ist auch einer der Unterschiede, der mir immer wieder am meisten im Vergleich zu Deutschland ins Auge fällt. Das heißt allerdings nicht, dass man nie einen unfreundlichen Menschen hier trifft, was vor allem in einer Großstadt wie Melbourne sehr viel wahrscheinlicher ist als auf dem Land in Tasmanien. Dennoch kann man sich definitiv auf einen sehr viel lockeren Lebensstyle gefasst machen.

Zusammenfassung

Ich habe meine Zeit bisher in Australien sehr genoßen. Die Unizeit ist jedoch sehr stressig und man sollte den Arbeitsaufwand nicht unterschätzen. Dennoch konnte ich an den Herausforderungen wachsen und habe gemerkt, dass ich am Ende sehr viel eigenständiger und und selbstbewusster geworden bin. Es lohnt sich definitiv das Geld in eine gute Uni zu investieren!



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