Sehr viele tolle Momente erlebt und Freundschaften geschlossen
Erfahrungsbericht Student Australien

Fabian Otto | Student an der Universität der Bundeswehr München


Was
Wirtschaftswissenschaften

Studienprogramm
Auslandssemester

Förderung
IRH Förderprogramm

31.07.2017

Kann es wirklich nur weiterempfehlen!

Gruppenbild Down Under

Das Leben in Sydney und Australien im Allgemeinen spielt sich nach meiner Erfahrung zu einem weit größeren Teil draußen ab, als man das aus Deutschland in der Regel gewohnt ist. Das liegt wohl in erster Linie an den vielen Möglichkeiten, sich an Stränden oder in Parks bei gutem Wetter die Zeit zu vertreiben; wobei vermutlich auch die Sportverrücktheit der „Aussies“ und andere kulturelle Aspekte wie die Vorliebe für BBQs am Strand eine Rolle spielen dürften.

Das Studieren vor Ort war unter vielen Aspekten verschieden von dem, was ich aus Deutschland gewohnt war – insbesondere in Hinsicht auf die Anzahl der Bewertungsbestandteile einer Leistung und die Vielfältigkeit der abzulegenden Prüfungen. Aus Deutschland kenne ich es so, dass ich in über 90% der Fälle eine einzige Klausur am Semesterende schreiben muss, die dann zu 100% die Note bestimmt. In Australien ist es hingegen üblich, häufig wöchentlich Hausaufgaben einzureichen und für einen Kurs Essays zu schreiben, Präsentationen zu halten und schließlich dann auch noch eine Prüfung am Semesterende abzulegen. Dieses System hat mir im Vergleich zu dem meiner Heimatuniversität sehr gut gefallen, da die Arbeit so besser auf das Semester aufgeteilt wurde und das Lernen für die Prüfungen am Semesterende keinen großen Aufwand mehr darstellte.

Die UNSW bietet zudem verschiedene Möglichkeiten, sich akademisch weiterzuentwickeln (z.B. die EDU Unit, die beim akademischen Schreiben helfen kann), die ich in dieser Form von meiner Heimatuniversität vorher nicht kannte und die mir grade für die teils knifflige Umstellung vom deutschen zum australischen akademischen System sehr geholfen haben.

Kulturelle Besonderheiten

Während meiner Zeit in Australien ist mir vor allem der Sport als besonderes Merkmal der australischen Kultur aufgefallen – als erstes Thema für Small-Talk wird in vielen Fällen der Sport (im Gespräch mit einem Deutschen häufig die Bundesliga) gewählt.

Insgesamt war mein Austausch allerdings weit weniger von dem Kontakt zu den „Locals“, als vielmehr von den Freundschaften zu anderen internationalen Studierenden geprägt, die ich während meines Aufenthalts in Australien schließen konnte. So finden sich an der UNSW z.B. sehr viele Studierende aus asiatischen Ländern, über deren Kultur und Gewohnheiten ich u.a. bei Korean bzw. Japanese BBQ und Karaoke, wöchentlichen Hot Pot Runden, und diversen interessanten Gesprächen sehr viel erfahren durfte.

Außerdem ist erwähnenswert, dass der Anteil der deutschen Austauschstudenten an der UNSW deutlich geringer ist als man das aus der australischen Backpacker-Szene erwarten könnte. Insofern war die UNSW für mich eine interessante Möglichkeit, einen wahrhaft internationalen Freundeskreis aufzubauen und z.B. auch Reisen mit Kommilitonen aus Amerika, Asien und Europa zu bestreiten.

Die Universität

Die UNSW liegt in Kensington, einem der Eastern Suburbs der Großstadt Sydney. Die Gegend selbst ist relativ ruhig und Restaurants und Cafés im nahegelegenen Ort Randwick schließen in der Regel relativ früh. Zum Ausgehen am Abend empfiehlt es sich daher, die etwa 30-minütige Busfahrt in die Innenstadt auf sich zu nehmen. Hier bieten sich dann eine Vielzahl von Möglichkeiten, mit Kultur (an erster Stelle natürlich das berühmte Opernhaus) oder in Bars/Clubs den Abend bzw. die Nacht zu verbringen.

Der allgemeine Eindruck hinsichtlich der Qualität der Lehre an der UNSW war nach meiner Auffassung sehr gut; ich selbst war mit der Art des Unterrichtens in meinen Kursen überwiegend sehr zufrieden. Ein erheblicher Teil der Austauschstudenten war allerdings überrascht, wie viel Arbeit die von ihnen belegten Kurse erfordern und wie schwierig diese teilweise waren. Bei Bachelorstudenten waren es insbesondere die Third-Year Kurse, die den einen oder anderen hier vor größere Schwierigkeiten gestellt haben.

Die über das Institut Ranke-Heinemann mögliche Option, anstelle der normalen vier nur drei Kurse zu belegen, kann daher je nach persönlicher Priorisierung eine gute Möglichkeit sein, um neben der akademischen Auslandserfahrung auch genügend Zeit für das Kennenlernen des Landes und der Mitstudierenden zu haben. Meiner Ansicht nach ist diese Option einer der Hauptgründe dafür, das Institut Ranke-Heinemann in den Bewerbungsprozess einzuschalten. Da die Studiengebühren pro Kurs bezahlt werden, kann hier also auch noch reichlich Geld gespart werden.

Außerdem hat mich das Institut Ranke-Heinemann durch die Abnahme eines Großteils des Aufwands im Bewerbungsprozess, bei Rückfragen und durch die Übernahme eines Teils der Studiengebühren im Rahmen der Studienbeihilfe sehr gut unterstützt. Auch wenn die Entscheidung für die UNSW bei mir bereits im Vorfeld gefallen war, können die Ranke-Heinemann Website und natürlich die persönlichen Berater/innen auch bei der Wahl einer Hochschule sicherlich sehr hilfreich sein.

Campusleben

Der Campus der UNSW ist entsprechend der hohen Studentenzahl an dieser Uni relativ groß. Er ist mit zwei Bibliotheken (Rechts- und allgemeiner) ausgestattet, in denen eigentlich immer ein Platz zum Lernen gefunden werden kann.

Kulinarisch gibt es auf dem Campus drei verschiedene Food Courts mit unterschiedlichen Optionen für Frühstück, Mittag- und teilweise Abendessen. Aufgrund des hohen Preisniveaus (i.d.R. 7-10 AUD für ein Essen) gehen aber viele Studenten dazu über, sich selbst Essen mitzubringen. Dieses kann dann z.B. auf dem bei schönem Wetter sehr beliebten Library Lawn verzehrt werden.

Zur Wohnungssuche: Es werden Wohnungen auf dem Campus angeboten, die natürlich von der Lage her kaum zu überbieten sind. Allerdings sind diese Wohnungen nach meiner Erfahrung im Zweifel teurer als das, was man z.B. in den sehr schönen Orten Coogee oder Maroubra findet. In Coogee befindet sich auch der zur UNSW nahegelegenste Strand – mit dem Bus ist dieser in ca. 15 Minuten zu erreichen.

Must Sees/Does vor Ort

An Sonntagen kosten die öffentliche Verkehrsmittel in Sydney max. 2,50 AUD für den ganzen Tag. Hier empfiehlt es sich, einmal mit dem Bus zum Circular Quay im CBD zu fahren, um von da aus dann mit der Fähre durch den Hafen - vorbei an Opernhaus und Harbour Bridge - zum Manly Beach zu fahren. Dieser ist sehr gut für eine Wanderung oder auch einen Strandtag geeignet. Während meiner Zeit in Sydney wurden hier außerdem Surf- und Beachvolleyballwettkämpfe ausgetragen.

Für Tagestrips bieten sich außerdem vor allem der Royal National Park mit den Figure Eight Pools und dem Wedding Cake Rock und die Blue Mountains für Wanderungen mit tollen Panoramablicken an.

Aktivitäten vor Ort

Allgemein gesprochen gibt es für nahezu jede erdenkliche Aktivität oder Sportart eine Society an der UNSW – so bietet beispielsweise die Food Lovers Society verschiedene Themenabende zu unterschiedlichen Speisen an; die Business Society verschiedene Events zur Vernetzung untereinander und mit interessanten Unternehmen. Die O-Woche zu Beginn des Semesters bietet hierbei die beste Möglichkeit, sich mit den verschiedenen Musik-, Sport- und sonstigen Angeboten vertraut zu machen, da sich hier die unterschiedlichen Societies mit Ständen auf dem Campus vorstellen und für sich werben.

Besonders hervorzuheben ist aus meiner Sicht noch die Exchange Society, die viele Optionen bietet, andere Austauschstudenten kennenzulernen. Vor allem der BBQ in der ersten Woche und die Cruise-Party durch den Sydney Harbour sind sehr empfehlenswert. Es werden auch Trips zu den Blue Mountains und zum Royal National Park angeboten, die einem die teils etwas aufwendige Organisation der Anreise abnehmen können.

Neben der Exchange Society sind allgemein sicherlich auch die (Wind-)Surf & Sailing Society (veranstaltet mehrere Surf-Wochenenden im Laufe des Semesters) und bei Interesse der Outdoors-Club (Mieten von Camping- und sonstigem Outdoor-Equipment & organisierte Trips) empfehlenswert.

Kursanerkennung und Notenumrechnung zur Heimathochschule

Die Kursanerkennung sollte im Vorfeld des Semesters mit der Hochschule und den verantwortlichen Professoren abgestimmt werden. Ich selbst habe meine Kurse vor Beginn des Semesters gewählt und mit meinen Professoren die Anerkennung in Form von Learning Agreements festgehalten; es gibt aber auch viele Austauschstudenten, die im Laufe der ersten Woche noch Kurse ergänzen bzw. tauschen.

Die Anrechnung der australischen Units of Credits in ECTS ist letztlich Sache der Hochschule, die UOCs sollten aber im Zweifel gleich bzw. etwas mehr „wert sein“ als die ECTS.

Für Studierende, die mit ihrem derzeitigen Notendurchschnitt zufrieden sind, ist zudem das pass-fail-System der Kursanrechnung sicherlich eine sehr attraktive Option. Dieses Verfahren der Anrechnung ist allerdings an deutschen Hochschulen nach meiner Erfahrung eher unüblich.

Insgesamt hat mir das Semester in Sydney großen Spaß gemacht und ich habe sowohl in der Uni selbst, als auch bei Freizeitprogramm und Reisen sehr viele tolle Momente erlebt und Freundschaften geschlossen. Falls ihr die Möglichkeit habt, kann ich es wirklich nur weiterempfehlen! :)



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