Australien bietet extrem viel, was man entdecken und erleben kann

Alexander Perlin | Student Rechtswissenschaften


Wo
The University of Sydney

Zeitraum
2016 - 2017

Was
Rechtswissenschaften

Studienprogramm
Master of Laws (LL.M.)

Förderung
IRH Förderprogramm

31.12.2016

LLM an der University of Sydney

Bronte Beach

Der Entschluss

Schon während des Jurastudiums in Deutschland wusste ich, dass ich gerne noch einmal in Ausland wollte. Ich hatte zwar schon ein Auslandsjahr in Spanien hinter mir, das war mir jedoch nicht genug, zumal ich bis dahin noch nie im englischsprachigen Ausland gewesen war. Daher war für mich relativ bald klar, dass ich ein LL.M- Studium an das erste Staatsexamen hängen möchte. Dabei war es schon immer ein Traum von mir, nach Australien zu kommen, sodass das Zielland ebenfalls schnell feststand. Neben dieser persönlichen Faszination hatte Australien aber auch einen sehr praktischen Vorteil: die Bewerbung muss nicht allzu früh im Voraus fertig sein. So war Bewerbungsschluss zum Studienstart im Juli an der University of Sydney im April desselben Jahres. Da ich mein Staatsexamen im Januar abgeschlossen hatte, musste ich mich so nicht allzu weit im Voraus um die Organisation kümmern und hatte auch keine allzu lange Pause. Dass es dabei die University of Sydney sein sollte, hatte ich irgendwie im Gefühl. Und bisher kann ich sagen: ich lag goldrichtig!

Die Organisation

Bei meinen Recherchen bin ich auch schnell auf das Institut Ranke-Heinemann gestoßen. Der Rest verlief damit überraschend einfach: nachdem ich alle Unterlagen beim Institut Ranke-Heinemann eingereicht hatte, hatte ich, wenn ich mich richtig erinnere, keine zwei Wochen später die Zusage der University of Sydney. Das Abenteuer konnte also beginnen! An dieser Stelle noch einmal ein großer Dank an das Institut für die super Betreuung! 

Mit der Einschreibung in die Kurse (auch das ist dank guter Erklärungen der Uni kein Problem) war dann auch das (online-) Visum schnell zu bekommen: nach Ausfüllen aller Formulare hatte ich keine 5 Minuten später die Bestätigung.

Auch beim Buchen des Fluges und der Kontoeröffnung in Australien war das Institut Ranke-Heinemann eine große Hilfe: einerseits kooperieren sie mit STA Travel, die mir ein gutes Angebot für den Flug machen konnten. Andererseits auch mit der ANZ Bank, sodass ich schon von Deutschland aus ein Konto in Australien eröffnen konnte. Vor Ort musste ich nur noch mit dem Reisepass in eine Filiale und meine Bank-Karte abholen.

Das Institut Ranke-Heinemann hilft allerdings nicht nur bei der Vorbereitung: mit Beendigung des ersten Semesters hat jeder, der seine Bewerbung über das Institut organisiert hat, einen Anspruch auf einen Studiengebührennachlass von bis zu 10% der Gebühren für das erste Semester. Man muss am Anfang zwar komplett bezahlen, erhält dann aber nach dem ersten Semester die 10% zurück. Auch das ist eine enorme Hilfe und auch hierfür nochmal danke an das Institut!

Die Ankunft

Ich hatte aus Deutschland für die erste Woche in Sydney ein AIRBNB Zimmer gebucht, um vor Ort auf Wohnungssuche gehen zu können. Ich hatte leider nicht das Glück, über Kontakte zu verfügen, die mir etwas vermitteln konnten, was aber letztlich auch kein Problem war. Bevor die Suche losgehen kann, rate ich aber jedem, erst mal das australische Konto fertig zu eröffnen und, wichtiger, eine australische Nummer zu besorgen. Ich bin bei Vodafone gelandet und zahle 35 Dollar im Monat für Telefon- und SMS-Flat und 1,5 GB an Datenvolumen. Wer weniger ausgeben will, kann sich bei kleineren Anbietern umschauen, ich hatte gesehen, dass z.B. auch hier ALDI-Talk existiert. Über deren Qualität kann ich aber leider nichts sagen, mit Vodafone war ich zumindest durchaus zufrieden. Bis Ende Januar 2017 bieten diese nämlich kostenloses Roaming in Neuseeland an, was ich auch gerne genutzt habe auf meiner Reise. Ob das weiterhin so sein wird, müsstet ihr mal nachschauen. 

Was Zimmer angeht…ich rate zunächst allen von allen Studentenwohnheimen ab. Diejenigen, die dort gelandet sind, wollten allesamt möglichst schnell wieder raus. Einhellige Meinung: viel zu überteuert. Suchen könnt ihr stattdessen auf www.gumtree.com.au (eine Seite für alles, nicht nur Wohnungen) oder www.flatmates.com.au (nur für Wohnungssuche). Ich wurde auf letzterer Seite ziemlich schnell fündig. Beliebte Viertel sind (immer noch) Glebe, Surry Hills, Darlinghurst. Ich persönlich bin in Redfern gelandet, was lange Zeit einen schlechten Ruf hatte, jetzt aber mehr im Kommen ist. Ich kann zwar verstehen, woher der schlechte Ruf kommt (viele Obdachlose und Alkoholiker), aber die Lage ist so gut, dass ich trotzdem immer wieder herziehen würde. Ich habe hier für ein zugegebenermaßen sehr kleines Zimmer 260 AUD pro Woche bezahlt. Für alle, die gerne halbwegs zentral leben wollen, ist das wohl normal. Wenn man sich nicht gerade ein Zimmer teilen will (shared rooms sind hier gar nicht so unüblich), braucht man mit unter 250-300 AUD pro Woche nicht zu rechnen. Dadurch, dass ich zur Uni laufen konnte (20 Minuten Fußweg in Sydney ist schon ziemlich wenig) habe ich mir zusätzlich noch Transportkosten gespart, die nämlich auch ziemlich teuer sein können.

 

Die Uni in Sydney

Auch an der Uni fühlte ich mich jederzeit gut betreut. Der Campus ist stellenweise extrem schön und überall stehen einem verschiedene Offices zur Verfügung, die einem mit allem möglichen helfen können (wobei ich das bisher zum Glück noch nicht in Anspruch nehmen musste), darunter auch Visumsprobleme, Jobsuche oder einfach wissenschaftliches Schreiben auf Englisch. 

Im Hinblick auf das LL.M. Studium an sich hat man die Wahl die zwischen semesterlangen Kursen, die 13 Wochen lang meist einen Abend pro Woche (18-20 Uhr) gelesen werden. Oder man wählt s.g. intensive units. Diese finden an 4 Tagen im Monat, meist Freitag und Samstag von 9-17 Uhr statt, dann hat man zumindest die Vorlesungen abgeschlossen. Als persönliche Empfehlung hat es sich bewährt, einen semesterlangen Kurs zu wählen und 3 Intensivkurse, jeden Monat einen. So hat man nicht das Problem, dass man in einem Monat 4 Aufsätze schreiben muss und den Rest der Zeit gar nichts zu tun hat. Zum Reisen hat man dann auch noch genug Zeit, bleibt man beispielsweise von Juli bis Juli so wie ich, hat man von Dezember bis Februar 3 Monate komplett frei. 

Man merkt an dem System der Vorlesungen, dass sich der Master durchaus stark an Berufstätige richtet. So war es auch nicht überraschend, dass in vielen meiner Kurse Leue saßen, die sonst einem normalen Job nachgingen. Somit habe ich zumindest über meine Kurse keine allzu großen Kontakte zu den domestic students geschlossen.

Das ist aber auch kein Problem. Denn zum einen bietet die Uni wirklich sehr viele Veranstaltungen für internationale Studenten an, die es leicht machen, Leute aus aller Welt kennen zu lernen. Zum anderen gibt es an der Universität locker an die 100 s.g. Clubs and Societies. Diese gibt es zu allen möglichen Themen wie Musik, Pokemon Fans, Schokoladen Fans, Debbatierclubs, viele Sportclubs und viele mehr. Ich bin der s.g. Spanish and Latin American Society beigetreten, um ein wenig spanisch sprechen zu können und hab allein hierüber viele Freunde getroffen, darunter auch viele australische Studenten aus allen möglichen Studienrichtungen. Wer sich das alles genauer anschauen möchte, kann das unter diesem Link tun: www.usu.edu.au/Clubs-Societies.aspx. Ansonsten wird man aber auch mehr als einmal auf alle Möglichkeiten hingewiesen (wie gesagt, die Betreuung ist wirklich gut).

Noch eine Sache speziell für zukünftige LL.M. Studenten: schaut euch das Ross Waite Parsons Stipendium der University of Sydney an. Das ist 10.000 AUD wert und von 4 deutschen LL.M. Studenten, die ich kenne (einschließlich mir), haben zwei das bekommen. Die Bewerbung ist reichlich unkompliziert und wird sicherlich nicht schaden. Googelt einfach das Stipendium, dann werdet ihr sicher zur (aktuell) richtigen Seite weitergeleitet werden.

 

Das Leben in Sydney

Sydney als Stadt hat natürlich auch so einiges bieten. Direkt neben der Uni liegt das Viertel Newtown, was ein beliebtes Bar- und Ausgehviertel ist. Ansonsten finden sich in Glebe (praktischerweise auch quasi direkt am Campus) viele Bar und Essensgelegenheiten, im CBD liegen die meisten Clubs (die schnell teuer werden können, wenn man nicht auf Angebote achtet). Dabei wird allerdings ein Problem der Stadt deutlich, weshalb viele, auch Lokals, sagen, dass Melbourne zurzeit besser sei: s.g. lockout laws. Diese besagen, dass man ab einer bestimmten Zeit (gegen 1 Uhr morgens) in keinen Club bzw. keine Bar mehr reinkommt (drinbleiben, wenn man einmal da ist, ist aber kein Problem). Das und die sehr strengen Ausweiskontrollen solltet ihr immer beachten, andernfalls werden geplante Ausgeh-Abende zu einem eher kurzen Vergnügen. Wiederum praktisch: in Newtown gelten die lockouts nicht. 

Von den Stränden brauche ich wahrscheinlich nicht zu schwärmen, das hat wahrscheinlich jeder selbst im Blick. Einzige Sache: nicht nur nach Bondi fahren, dort sind die meisten Touristen. Ich mag zum Beispiel Bronte und Maroubra sehr gerne, aber das muss jeder für sich sehen, genug Auswahl gibt es.

Ein anderer Tipp: ich habe oben schon mal erwähnt, dass Bus- und Bahnfahren schnell teuer werden kann. Das gilt nicht an Sonntagen. Sonntags zahlt ihr maximal 2,50 AUD, egal wohin ihr fahrt. Damit kann man Tagesausflüge, zum Beispiel in die Blue Mountains, sehr günstig gestalten!


Fazit

Ich kann jedem den LL.M. in Sydney, speziell auch an der University of Sydney nur empfehlen. Speziell nach dem Staatsexamen tut es gut, mal was anderes als nur deutsches Recht zu sehen und Australien bietet extrem viel, was man entdecken und erleben kann. Auch Sydney als Stadt habe ich nie bereut. Dazu muss man auch sagen, dass die Australier unglaublich freundlich sind und, zumindest meinem Eindruck nach, helfen wo sie können. 

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