Alle verlieben sich in das Land, die Leute, die Lebensqualität

Lisa Mrosek | Masterstudentin

Wo
The University of Melbourne

Zeitraum
2016 - 2017

Was
Master of Management

Studienprogramm
Master

Förderung
IRH-Förderprogramm

31.07.2016

Master an der University of Melbourne

The Bay

Alle, die den Schritt wagen, Deutschland zu verlassen, um in Australien zu studieren, haben eins gemeinsam: Alle verlieben sich in das Land, die Leute, die Lebensqualität; und wer einmal hier gelebt hat, dem wird es schwer fallen, je wieder woanders hinzugehen. Mein erstes Semester hat nach ohnehin großer Vorfreude und langem Herbeisehnen meine Erwartungen sogar noch übertroffen.

Vorbereitung in Deutschland

Ich glaube, es ist ganz natürlich, dass die Nerven teilweise blank liegen, wenn es um so eine große Lebensumstellung wie das Umziehen auf die andere Seite der Welt geht. In diesem Punkt habe ich sehr von der Unterstützung des Ranke-Heinemann-Instituts profitiert. Die Sicherheit, dass jemand die Bewerbung checkt, für Fragen erreichbar ist und eine direkte Verbindung zur australischen Seite hat, hat erheblich zu meiner Gemütsruhe beigetragen. Dies gilt insbesondere für den Service, dass das Institut auch die fristgerechte Übermittlung der Bewerbungsunterlagen nach Australien übernimmt. Sobald der lang ersehnte "Offer Letter" da, das Visum beantragt (und die Vorfreude am Höhepunkt) war, stand der Reise nach Melbourne nichts mehr im Weg. Wichtig zu wissen: Man sollte von sich aus so früh wie möglich alle Formalitäten der Bewerbung erledigen, da es keine Fixtermine für Studienplatzzusagen an 'Internationals' zu geben scheint und es - je nach Arbeitsanfall bei der Universität – etwas länger dauern kann, bis die Zusage da ist. Dann aber sollte man schon den Zahlungsweg für die ersten Studiengebühren geklärt haben (ich habe mit meiner deutschen Kreditkarte gezahlt) und einen Flug gebucht haben, um das elektronische Visum beantragen zu können. Dies ist unproblematisch per Internet möglich, mein Visum wurde noch am gleichen Tag erteilt.

Studiengebühren und Stipendien

Studieren in Australien ist teuer. Zum einen sind die Gebühren der Uni horrend zum anderen sind die Lebenshaltungskosten in einer Stadt wie Melbourne oder Sydney höher als man das aus Deutschland kennt. Was die Studiengebühren angeht kann ich nur jedem empfehlen sich rechtzeitig (am besten schon weit vor der eigentlichen Unibewerbung in Australien) um die nötigen Formulare für eventuelle Hilfe vom DAAD oder anderen Organisationen zu kümmern. Man sollte sich aber gleichzeitig auf Enttäuschung und Absagen gefasst machen. Immerhin kommt einem aber Ranke-Heinemann zur Hilfe. Das Institut verspricht bei erfolgreicher Studienbewerbung mit Hilfe von Ranke-Heinemann und nach Einreichen eines Erfahrungsberichts nach dem ersten Semester, eine Studienbeihilfe von 10% der Studiengebühren für ein Semester. Für die hohen Lebenshaltungskosten vor Ort wäre mein Rat mit Erspartem anzufangen und sich dann möglichst schnell einen Nebenjob in Australien zu suchen – denn während alles ein bisschen teurer ist, werden Jobs auch besser bezahlt. Tipp für Deutsche: An der University of Melbourne oder der Internetplattform 'Gumtree' gibt es immer wieder Australier, die Deutsch lernen wollten und Nachhilfe wird richtig gut bezahlt!

Leben in Australien & Melbourne

Ich habe das Glück, einen Heimvorteil zu haben, wenn es um Australien geht. Während meiner Schulzeit habe ich schon einmal ein halbes Jahr in Melbourne verbracht, kenne das Land, die Stadt und die Leute von mehreren Besuchen und hatte vor Ankunft dieses Jahr schon einen Freundeskreis und eine liebenswürdige Gastfamilie vor Ort. Nichtsdestotrotz behaupte ich, dass niemand, egal ob es das erste Mal Australien ist oder nicht, mehr als zwei Monate in Melbourne verbringen kann, ohne sich willkommen und heimisch zu fühlen. Vielleicht liegt es daran, dass die Leute hier im fünfmonatigen Sommer ständig mit genügend Vitamin D versorgt sind oder es liegt daran, dass dieses Land so weit weg ist vom Rest der Welt. Auf jeden Fall kann man sagen, dass die Australier es raus haben, das Leben zu genießen. Eine unglaubliche Gelassenheit, eine Offenheit und Hilfsbereitschaft Fremden gegenüber, eine gesunde Einstellung zur Work-Life-Balance und eine etwas exzessive Kaffeekultur unterscheidet die Menschen hier vom Rest der Welt.

In vielerlei Hinsicht ist Melbourne eine sehr europäische Stadt und wirkt auf den ersten Blick nicht fremd. Unterschiede sind unterschwellig und lassen sich meist auf die bereits erwähnte Mentalität der Australier zurückführen. Melbourne ist eine moderne, vielseitige Stadt, die für jeden etwas zu bieten hat: Es gibt Restaurants aus aller Welt, Straßencafés, wo die Leute am liebsten draußen sitzen und am Tisch von Bekannten stehenbleiben, um zu quatschen, Studenten, die um die Universität verstreut auf Wiesen liegen oder in budgetfreundlichen Kneipen ein Pint genießen, Märkte, die frisches Obst, Gemüse und Fisch verkaufen, wohltätige 'Fund-Runs' an den Wochenenden und jede menge Gelegenheit für Freiluftaktivitäten, nicht zuletzt am Fluss, See oder Strand. Ich bin jetzt seit einem halben Jahr hier und gestern Abend war ich in den 'laneways' unterwegs und habe mich gefreut hier zu sein, man hätte meinen können es mein erster Tag in Melbourne gewesen.

Die Stadt ist pulsierend, lebendig, sportlich, jung und wächst schneller als jede andere im Land, wobei sie es schafft, ihre Vielfältigkeit zu nutzen, anstatt sich von ihr einzugrenzen zu lassen. Akzente zu hören und mit großem Interesse auf sein Heimatland angesprochen zu werden, gehört hier zur Tagesordnung. Man muss man die Stadt selbst erleben – und sich bis dahin darauf verlassen, was alle sagen: Jeder, der einmal hier war, kommt auch wieder zurück.

Die University of Melbourne

Der Campus der University of Melbourne befindet sich im Herzen Melbournes und ist wie eine eigene kleine Stadt angelegt. Neben riesigen Grünflächen, Sportplätzen, alten bis hochmodernen Vorlesungshallen und Bibliotheken, gibt es hier auch Cafés, Supermärkte und Kneipen. Mehrere Faktoren tragen außerdem dazu bei, dass man schnell viele Leute kennenlernt. Zunächst gibt es am Anfang des Semesters mehrere Einführungsveranstaltungen für Neuankömmlinge. Außerdem gibt es Partys, die von der Fachschaft organsiert werden und sich in etwa zweiwöchigen Abständen durch das ganze Semester ziehen. Hinzu kommt, dass mein Master of Management (Marketing) sehr offen angelegt ist und ich meinen Studiums- wie Stundenplan größtenteils selbst gestalten kann. Das führt dazu, dass man in jedem Kurs sowohl neue Leute, als auch altbekannte, befreundete Kommilitonen trifft. Ein Studium in Australien unterscheidet sich außerdem in der Art, wie Noten zu Stande kommen, stark von einem deutschen Studium. Hier ist es üblich, dass sich die Endnote für ein Fach aus vielen kleinen Teilen zusammensetzt, die man im Laufe des Semesters im Zuge von "assignments" zusammenträgt. Dies sind oft Gruppenarbeiten, die nicht nur eine gute Abwechslung zum einsamen Pauken darstellen, sondern auch eine gute Gelegenheit sind, neue Leute kennen zu lernen. Ich habe zudem die Chance ergriffen, einem Studentenclub beizutreten. Studentenclubs gibt es im Überfluss und für jegliche Geschmäcker – es ist zum Beispiel nichts Ungewöhnliches, den Harry Potter Club beim Quidditch Practice auf dem University Square zu beobachten. Die bemerkenswerte Work-Life-Balance der Australier erstreckt sich selbstverständlich auch auf das Studentenleben. Obwohl ich mit vier Fächern pro Semester "vollzeit" studiere, ist es vollkommen machbar nebenbei noch einen Job und ein social life zu haben.

Mein Master ist inhaltlich genau das, was ich mir vorgestellt habe und ich glaube, dass ich insbesondere von der Praxisnähe der Studienfächer und von der Tatsache, dass die Professoren ohne Ausnahme interessiert, zugänglich und kompetent sind, sehr profitieren werde. In meinem Offer Letter stand Folgendes: „As a University of Melbourne student, you´ll enjoy a world-standard education at Australia´s number one university. Our internationally recognized curriculum is aligned with the world´s best universities, and our highly qualified and dedicated academic staff will help you develop the skills and attributes needed to pursue your dream career.” Ich kann ohne jede Einschränkung sage, dass die Einlösung dieses Versprechens hier sehr ernst genommen wird. Dies und der Umstand, dass die Universität es kinderleicht macht, viele neue Kontakte zu knüpfen, führt zu einem Studium, das anspruchsvoll und gleichzeitig ausgeglichen ist und deshalb viel Spaß macht.

Fazit

Natürlich ist es nicht leicht, sein ganzes deutsches Leben hinter sich zu lassen und nach Australien zu ziehen. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass es kein Auf und Ab gibt. Aber dafür belohnt Melbourne diesen Schritt mit der herausragenden Qualität seiner Universitäten und mit seiner unnachahmlichen Lebensqualität. Wer das Glück hat, ein Studium in down-under aufnehmen zu können, sollte die Chance unbedingt nutzen: Es ist ein einzigartiges, bereicherndes, aufregendes und auch ungemein spaßiges Abenteuer. Mit der professionalen Beratung durch das Ranke-Heinemann-Institut sind die bürokratischen Hürden leicht zu nehmen. Vielen Dank dafür noch einmal an das Team der Stiftung.

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