Ein Kindheitstraum geht in Erfüllung

Ulrich Rau | Masterstudent


Wo
The University of Melbourne

Zeitraum
29.02.2016 - 30.06.2017

Was
Master of International Business

Studienprogramm
Master

Förderung
IRH-Förderprogramm

31.07.2016

Master of International Business an der University of Melbourne

Vor dem Studium

Australien war für mich schon immer ein Kindheitstraum. Als kleiner Junge war ich fasziniert von der Tierwelt in „Down Under“ und v.a. der Unterwasserwelt. Vor vier Jahren – bevor ich meinen Bachelor begonnen habe – konnte ich mir diesen Traum (teilweise) erfüllen. Ich reiste für zwei Monate nach Australien und konnte einen ersten Eindruck von diesem unglaublichen Kontinent gewinnen. Das einzig Enttäuschende war, dass ich in der kurzen Zeit nicht all das sehen und erleben konnte, was ich wollte.

Ungefähr nach der Hälfte meines Bachelorstudiums habe ich dann angefangen über meine Zukunft nach Studienende nachzudenken. Für mich war schnell klar, dass ich noch einmal ins Ausland wollte. Wann würde ich sonst wieder solch eine einmalige Gelegenheit bekommen, vollkommen frei entscheiden zu können, wo ich die nächsten zwei Jahre leben wollte – ohne Einflüsse von Familie und Arbeitgebern?

Ich bereitete also meine Bewerbungen für den Master of International Business an der University of Melbourne, Monash University und University of Sydney vor. Neben Motivationsschreiben und Lebenslauf wollte auch ein Englischtest gemacht werden, ob TOEFL oder IELTS war dabei zweitrangig. Was das Einreichen der Dokumente betrifft, konnte ich leider nicht voll vom Institut Ranke-Heinemann (IRH) profitieren, weil ich erst darauf gestoßen bin. Also habe ich mich selbstständig um Beglaubigungen gekümmert. Die Bewerbung selbst habe ich dann via IRH durchgeführt und sie lief absolut reibungslos.

Kurz vor Weihnachten und kurz nach dem Jahreswechsel kamen dann auch die Zusagen, was von mir nun eine Entscheidung verlangte: Melbourne oder Sydney? Monash oder Uni Melbourne? Beide Städte und alle drei Universitäten haben natürlich ihre ganz individuellen Vor- und Nachteile, aber für mich persönlich stand die Entscheidung fest: Von meiner ersten Australienreise gefiel mir Melbourne deutlich besser als Sydney und die University of Melbourne fühlte sich einfach richtig an. Als nächstes galt es noch die ersten Studiengebühren zu überweisen und das Visum zu beantragen. Das Visum ist absolut unproblematisch und wenn man die Confirmation of Enrolement (CoE) zur Hand hat, wird der Antrag präferiert gehändelt und so hatte ich mein Visum nach nicht mal zwei Tagen.

Ankunft in Australien

Mitte Februar saß ich im Flieger via Dubai nach Melbourne. Diese Reiseroute ist relativ angenehm, weil man „nur“ ca. 20-22 Stunden unterwegs ist. Ein weiterer Pluspunkt war die Tatsache, dass ich A380 geflogen bin. Ein wirklich beeindruckendes Flugzeug!

Ankunft früh morgens in Melbourne. Die University of Melbourne bietet einen kostenlosen Pick Up Shuttle Service für internationale Studenten an. Super einfach und schnell eingerichtet, wenige Klicks und die Zieladresse sind einige Tage vor Abflug nötig, und man muss sich nach dem langen Flug nicht auch noch in einer fremden Stadt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln herumschlagen. Während wir auf einige weitere Studenten warteten, habe ich direkt den ersten Kommilitonen kennengelernt. Im Laufe des Semesters haben wir uns immer wieder getroffen und Erfahrungen ausgetauscht. Es ist sehr angenehm, schnell mit fachfremden (nicht Business & Economics) Studenten in Kontakt zu kommen, da dies den Horizont erweitert und man sich mit Leuten unterhält, die eine andere Perspektive und Denkweise haben.

Eine der ersten Stationen war dann die Bank. Die Kontoeröffnung hatte ich bereits aus Deutschland in die Wege geleitet und das einzige was jetzt noch fehlte, war eine Unterschrift. Easy. Als nächstes kümmerte ich mich um ein Handy, da ich bereits von vielen anderen Studenten gehört hatte, dass Telefonate die Wohnungssuche doch erheblich erleichtern. Zum Handy und den Tarifen lässt sich sagen, dass sich ein kleiner Vergleich durchaus lohnt; ich habe mich am Ende für Optus entschieden und u.a. 150 Freiminuten nach Europa bekommen. Die Wohnungssuche folgte dann in den nächsten Tagen. Ich hatte ungefähr zwei Wochen bis zum offiziellen Semesterstart und wollte in der Zeit möglichst eine Wohnung gefunden haben. Letzten Endes bin ich in ein möbliertes Zimmer in Campus-Nähe gezogen. Die Mieten sind vergleichsweise hoch, dafür habe ich es morgens nicht weit in die Vorlesung und ich muss mich nicht um Möbel kümmern. Außerdem lebe ich mit vielen anderen Studenten unter einem Dach, was natürlich hilft, mit vielen anderen Studenten in Kontakt zu kommen.

Studieren an der University of Melbourne

Nach der O-Week mit vielen On-Campus-Aktivitäten und Einführungsveranstaltungen begann das erste Semester. Im Vergleich zu Deutschland ist das Studieren intensiver, weil man permanent am Ball bleiben muss – sicherlich ist die erhöhte Intensität auch auf Master statt Bachelor zurückzuführen. Wir hatten in jedem Fach laufend Präsentationen oder Assignments abzugeben. Das hat den Vorteil, dass die Gesamtnote nicht so stark von der Klausur abhängt (wie in Deutschland), aber den Nachteil, dass man während des Semester eben doch mehr arbeitet – was eigentlich wieder ein Vorteil ist. In zwei Fächern hatte ich sogar gar kein Examen, sondern ausschließlich laufende Assignements.

Ein weiterer Pluspunkt des intensiven Semesters ist, dass wir während der Semesterferien wirklich Ferien haben. Also keine weiteren Assignments, die vorbereitet oder Readings, die gemacht werden müssen. Nein, vier bis fünf Wochen komplett frei. Allerdings nicht für mich, weil ich in dieser Zeit am „Melbourne Business Practicum“ teilgenommen habe. In dessen Rahmen arbeiten Studenten in 4er-Gruppen an der Lösung eines strategischen Problems für ein Unternehmen in Melbourne. Dadurch können wir real world industry-Erfahrung sammeln und außerdem ist das Practicum als Kurs bzw. Subject von der Uni anerkannt, d.h. im zweiten Semester muss ich nur drei statt vier Kursen belegen.

Leben in Melbourne

Es ist immer etwas zu tun in Melbourne. Irgendein Festival steht immer vor der Tür, ob Comedy oder Film Festival oder White Night oder auch „nur“ Footy oder der F1 Grand Prix und die Australian Open oder die Fußball-Vorbereitungsspiele von europäischen Spitzenmannschaften. Und wenn tatsächlich mal „nichts“ zu tun ist, dann lässt sich die Stadt auch einfach genießen; bspw. mit einem entspannten Tag im Royal Botanic Garden oder einer Joggingtour entlang des Yarra River. Außerdem schwingt in der gesamten Stadt dieses internationale und offene Gefühl mit. Natürlich wird das auf dem Campus und in den Vorlesungen noch verstärkt, weil es viele internationale Studenten in diese faszinierende Stadt zieht; aber dieses Gefühl lässt auch nicht wirklich nach.

Fazit

Das Land Australien konnte ich bisher noch nicht so sehr entdecken, dafür macht das Studium in dieser unglaublichen und lebendigen Stadt umso mehr Spaß. Der Traum des kleinen Jungen lebt weiter und ich werde ihn mir Stück für Stück über die nächsten Monate erfüllen.

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