Das Leben in Sydney organisieren und studieren!

Maike Schmitz | BWL Studentin


Wo
The University of Sydney

Zeitraum
2016

Was
Postgraduate: Master of Marketing

Studienprogramm
Master

Förderung
IRH Studienbeihilfe

15.04.2016

Master of Marketing an der University of Sydney

Als ich mich dazu entschied, den Master of Marketing an der University of Sydney zu machen, kannte ich Sydney bereits von vorherigen Urlauben. Daher wusste ich in etwa, was auf mich im folgenden Jahr zukommen würde. Natürlich ist es aber trotzdem etwas anderes, nur als Tourist für ein paar Tage hierher zu kommen oder sein komplettes Leben hier neu zu organisieren. Von folgende Erfahrungen und Tipps kann ich berichten.

Als ich mich dazu entschied, den Master of Marketing an der University of Sydney zu machen, kannte ich Sydney bereits von vorherigen Urlauben. Daher wusste ich in etwa, was auf mich im folgenden Jahr zukommen würde. Natürlich ist es aber trotzdem etwas anderes, nur als Tourist für ein paar Tage hierher zu kommen oder sein komplettes Leben hier neu zu organisieren. Von folgende Erfahrungen und Tipps kann ich berichten:

Universität

Grundsätzlich läuft es hier wie auch an den Unis in Deutschland ab: mit Einschreiben, Kurse wählen etc. Allerdings sind die Studiengebühren, vor allem für einen ganzen Studiengang, extrem hoch. Bei mir betrugen sie 50.000 AUD. Man sollte sich daher im Vorhinein einen vernünftigen Finanzplan zurechtlegen. Ich konnte zum Glück alles aus eignen Mitteln finanzieren, da ich in den Jahren zuvor einiges gespart hatte.

In Deutschland habe ich mit BWL ein absolutes Massenstudium besucht und hier bin ich in einem vergleichsweise kleinen Studiengang mit ca. 50 Studenten. Dadurch gestaltet sich der Kontakt zu Professoren und Lektoren wesentlich persönlicher. Falls ich aus irgendeinem Grund zur Klausur oder einem Test nicht kommen konnte, bestand immer die Möglichkeit, dies im Vorhinein persönlich zu besprechen, sodass man den Test einfach an einem anderen Tag schreiben konnte. In der deutschen Bürokratie ziemlich unvorstellbar.

Falls man sich dazu entscheidet, ein komplettes Studium in Australien zu absolvieren, kann ich empfehlen, sich die Uni und das Studienfach vorher anzuschauen. Ich war ein Jahr zuvor nach Australien gekommen und hatte mir unterschiedliche Unis und Kurse vor Ort angeschaut. Auf diese Weise bekommt man einen viel besseren Eindruck über Kursstruktur und vor allem auch von den Kommilitonen. Einige Studiengänge sind von den Nationalitäten her nicht sehr gemischt, in anderen Kursen sind die Studenten noch sehr jung. Da man ja einen nicht unbeträchtlichen Betrag an Studiengebühren investiert, lohnt sich also ein Besuch auf jeden Fall, um die richtige Entscheidung zu treffen. Ich bin mir auf jeden Fall sicher, mit der University of Sydney die richtige Uni gewählt zu haben - schon allein, weil der Campus hier am schönsten ist.

Verkehr

Generell lohnt es sich nicht, in Sydney über ein eigenes Auto nachzudenken. Die Straßen sind immer überfüllt und der öffentliche Nahverkehr ist ausreichend gut ausgebaut, sodass man überall gut hinkommt. Außerdem findet man sowieso nirgendwo einen Parkplatz und der Linksverkehr ist am Anfang ebenfalls sehr gewöhnungsbedürftig.

Da ich nicht allzu weit von der Uni entfernt gewohnt habe, habe ich mir direkt ein Fahrrad besorgt. Allerdings kann ich unerfahrenen Radlern nicht empfehlen, dies mir nachzumachen. Es gibt kaum Radwege und die Autofahrer sind sehr rücksichtslos bzw. Rad- und Autofahrer führen hier Krieg auf der Strasse. So relaxt die Aussis auch im normalen Leben sind, im Verkehr sind sie absolute Rüpel.

Es gibt leider keinen wirklichen Gebraucht-Markt für Räder. Am besten schaut man unter gumtree.com.au nach. Hier inserieren die Australier oft gebrauchte Sachen. Außerdem unbedingt einen Helm besorgen, da hier Helmpflicht besteht, und ein Licht für vorne und hinten zur eigenen Sicherheit.

Für den Nahverkehr besorgt man sich am besten direkt die Opal-Card, vergleichbar mit der Oyster-Card in London, da es viel günstiger ist als jedes Mal einzelne Tickets zu kaufen. Man lädt die Karte einfach online oder am Automaten auf und bei jedem Fahrtantritt hält man die Karte einfach an die elektronischen Entwerter im Bus, auf der Fähre und in der Bahn. Mit der Opal-Card kann man sogar bis nach Newcastle fahren, am Sonntag für nur 2,50 AUD.

Wohnungsmarkt

Der Wohnungsmarkt ist super flexibel und schnelllebig im Vergleich zu Deutschland. In der Regel vergehen von Inserat bis Zusage bis Einzug nur 1-2 Wochen. Für den Anfang hatte ich mich für 2 Wochen über AirBnB bei einer WG eingebucht. Ich halte dies für die bessere Alternative als ein Hostel- erstens ist es eigentlich nicht viel teurer und zweitens lernt man dort Leute kennen, die schon länger in Sydney wohnen und einem viele Tipps für den Start geben können.

Wohnungsinserate findet man am besten auf flatmate.com.au, flatmatefinder.com.au. oder man tritt in einer der Facebook-Gruppen ein, wo Leute ihre Wohnungen und Zimmer inserieren. Ich habe meine WG damals über Facebook gefunden. Was und wie schnell man etwas findet, hängt natürlich von einem selber ab. Wenn man ein vernünftiges, eigenes WG-Zimmer haben möchte, muss man ca. 230-300$ pro Woche bezahlen- im Vergleich zu Deutschland sind hier die Preise immer für eine Woche angegeben, nicht pro Monat! Der Standard ist auf jeden Fall geringer als in Deutschland. Die Qualität variiert aber stark und hängt nicht unbedingt mit dem Preis zusammen. Für 230 AUD kann man schon mit etwas Glück was Schönes finden, und eine Straße weiter kostet ein viel schlechteres Zimmer vielleicht 300$. Ich konnte hier kein Muster erkennen, wobei man sagen muss, dass die Wohnungen in Newtown eher schlechter sind und die Nachfrage sehr hoch, weil es ein Hipster-Viertel ist. Lieber in den Vierteln drum herum gucken wir Stanmore oder Petersham. Die Wohnungen in Bondi sind auch sehr überteuert, obwohl es eigentlich kein schönes Viertel ist - da ist es wirklich mehr Schein als Sein. Wenn man eine Wohnung gefunden hat, kann man in der Regel ein paar Tage später schon einziehen. Meistens sind die Wohnungen und Zimmer möbliert. Falls man aber noch etwas für die Ausstattung braucht, lohnt sich ein Besuch bei Ikea.

Jobsuche

Da Sydney ein teures Pflaster ist und nicht jeder über genügend finanzielle Resourcen verfügt, lohnt es sich auf jeden Fall nach einem Nebenjob Ausschau zu halten. Mit dem Studentenvisum kann man in der Woche 20 Stunden arbeiten und in den Semesterferien unbegrenzt. Die typischen Studentenjobs wie Kellnern sind eher schlecht bezahlt und man wird ziemlich ausgebeutet. Daher habe ich versucht, mir einen Bürojob zu besorgen. Allerdings bleibt man ziemlich erfolglos, wenn man sich ganz normal auf Anzeigen in Jobportalen bewirbt. In der Regel bekommt man gar keine Rückmeldung. Ich kann nur empfehlen, als Deutscher möglichst viele deutsche Firmen in Sydney anzurufen oder –schreiben, auch wenn keine Stelle ausgeschrieben ist. Ich hatte mit dieser Strategie am Ende zwei Angebote von deutschen Firmen, die gar keine Stelle ausgeschrieben hatten. Eine Liste deutscher Firmen in Australien kann man bei Amazon kaufen oder über die deutsch-australische Handelskammer beziehen.

Außerdem sollten man sich unbedingt ein vernünftiges LinkedIn-Profil zulegen (internationales Pendant zu Xing) und so viele Kontakte wie möglich sammeln. In Australien bekommt man Jobs noch mehr nur über sein Netzwerk als in Deutschland- daher immer schön netzwerken!

Bewerbungsgespräche laufen genauso wie in Deutschland ab. Auch wenn die Australier generell viel lockerer und offener sind, sind die Bewerbungsgespräche trotzdem professionell. Im Zweifel also lieber in Hemd und Anzug als in Jeans und T-Shirt zum Gespräch kommen. Falls ihr einen Job findet, müsst ihr eine Tax File, also eine Steuernummer beantragen. Die kann man ganz leicht im Internet beantragen und wird einem dann 2 Wochen später zugeschickt.

Freizeit

Der Freizeitwert von Sydney ist gigantisch und man kann eigentlich jeden Tag etwas neues erleben. Die Coastal-Walks sind sehr empfehlenswert, z.B. von Cogee nach Bondi, oder von Spit Bridge nach Manly. Von der Stränden her kann ich Balmoral sehr empfehlen, da der Strand nicht direkt zum Meer liegt, sondern geschützt in der Hafenbucht. Daher ist das Wasser wärmer und es ist weniger windig.

In jedem Fall sollte man aber auch mal an die Central Coast fahren, an einen der Strände außerhalb von Sydney. Ich war einige Male mit Locals am Umina Beach und von dort haben wir eine Fähre nach Palm Beach genommen. Wir haben sogar einige Delphine von der Fähre sehen können.

Im Gegensatz zu Deutschland darf man hier keinen Alkohol offen auf der Straße konsumieren. Daher am besten vorher informieren, wo man etwas trinken darf. An manchen Stellen, wie z.B. Balmoral, ist es erlaubt. Samstagsabends sollte man unbedingt mal nach Darling Harbour, da hier jede Woche ein Feuerwerk gemacht wird. Wenn man abends ausgehen will, muss man auf jeden Fall früher losgehen als in Deutschland. Spätestens um 1:30 am ist nämlich Lock-out und man wird in keinen Club mehr reingelassen. Der beste Club, in welchem ich war, ist das Argyle in The Rocks. Wer es gerne sehr schick mag, sollte ins Ivy- hier gibt’s auch den einizigen Rooftop-Pool in Sydney, wenn man mehr auf Alternative steht, muss man unbedingt in eine der Bars in Newtown.

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