Ich bin in Australien „angekommen“

Elisa Choudery
 | Masterstudentin


Wo
The University of Newcastle

Zeitraum
2018 - 2020

Was
Master of Speech Pathology

Studienprogramm
Masterstudium

Förderung
IRH Förderprogramm

10.06.2020

Studieren in der Natur

In Australien zu studieren bedeutet zunächst auch, sich über potentielle Universitäten zu informieren. Gar nicht so einfach! Da ich mich für einen „Master by research“ (Master im Rahmen einer Forschungsarbeit) entschieden habe, begann meine Suche also zunächst mit einem passenden Betreuer („Supervisor“) für mein gewähltes Forschungsfeld. Das Ranke Heinemann Institut hat mich dahingehend umfassend beraten, mir Universitäten vorgeschlagen und mich über den gesamten Studienablauf informiert. Das hat mir zu Beginn sehr geholfen und ich begann schließlich mit verschiedenen Betreuern in Kontakt zu treten. Einige Betreuer betreuen nur eine bestimmte Anzahl an Studenten und zudem auch nur für bestimmte Forschungsinteressen. Dies schränkte mich bei der Suche zunächst etwas ein. Schließlich priorisierte ich aber recht schnell die „University of Newcastle“, bei der alle Punkte welche für mich persönlich wichtig waren stimmten. Ich kam in Kontakt mit meiner Betreuerin, wir tauschten uns über gemeinsame Forschungsinteressen per Mail aus und verabredeten uns sogar für ein Gespräch über Skype. Und dann....  ging doch alles ganz schnell. Ich wurde an der Uni angenommen, reichte noch einige Dokumente nach und erhielt anschliessend meinen „Letter of Confirmation“. Das Ranke Heinemann Institut hat mir nochmal bei den finalen Vorbereitungen und allen Formalitäten geholfen und so stand dem Studium nichts mehr im Weg.

Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt...

Eine Reise – oder in meinem Fall ein mehrjähriger Auslandsaufenthalt – beginnt natürlich immer mit der Planung. Ich nutzte das Angebot des Ranke-Heinemann Instituts und eröffnete noch in Deutschland ein australisches Bankkonto bei der ANZ Bank, ich buchte den Flug und erkundigte mich im Vorfeld über Wohnmöglichkeiten. Für die erste Woche hatte ich eine kleine Ferienwohnung gebucht, um mich dann vor Ort auf Wohnungssuche zu begeben. Die Uni unterstützt ein dahingehend – auf dem Campus gibt es zahlreiche Wohnmöglichkeiten (Zimmer oder größere Apartments) sowie auch die Möglichkeit in einem „Homestay“ (bei einer australischen Familie) unterzukommen. Dennoch entschied ich mich auf eigene Faust auf die Suche zu gehen und in Campusnähe nach etwas geeignetem Ausschau zu halten. Im Gegensatz zu Deutschland, stehen viele Wohnungen bereits meist bei der Besichtigung schon leer und einziehen kann man quasi sofort. Ich wurde bereits nach zwei Tagen fündig und war von meiner neuen Unterkunft nicht weit weg vom Campus. Zudem besorgte ich mir noch am ersten Tag meiner Ankunft eine australische Handynummer – dies erleichtert so einiges und man bekommt eine Prepaid Karte in fast jedem Supermarkt. Da ich auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen war, erkundigte ich mich über mögliche Fahrkarten oder Abos  für die Busse. Hier in New South Wales gibt es die sogenannte „Opal Card“ die man mit Geldbeträgen aufladen kann (online oder in bar) und somit bargeldlos in Bussen und Zügen  seine Fahrt bezahlt. Ziemlich praktisch!

Studieren in der Natur....

Der Hauptcampus (Callaghan Campus) der University of Newcastle befindet sich auf typisch australischem Buschland und ist riesig. Deshalb gibt es auch einen Shuttle Bus den man nutzen kann um von einem Ende zum anderen Teil des Campus zu bewegen.  Oder man läuft auf den kleinen Pfaden und  Wegen durch die Natur und geniesst die Ruhe. Tatsächlich kann man sogar am Campus viele Tiere wie Kakadus oder sogar Schlangen (Keine Sorge, diese sind in der Regel nicht am Menschen interessiert) entdecken. Auf dem Campusgelände befinden sich mehrere Cafés, Restaurants und Bars in denen man seine Pausen verbringen kann. Zudem gibt es kleine Geschäfte (z. B. ein Schreibwarenladen oder ein Kiosk), eine Apotheke und ein riesiges Fitness-Studio mit großem Pool. Mein Lieblingsplatz auf dem Campus sind die zahlreichen Outdoor Areas die mit Tischen und Steckdosen für Laptops ausgestatten sind. Hier kann man sich mit anderen Studenten treffen oder den eigenen Lernbereich nach draußen verlegen.
In den Bars auf dem Unigelände finden regelmäßig Partys oder verschiedene Mottoabende statt – es wird also nie langweillig. Der beste Weg um neue Leute kennenzulernen sind die Studentenclubs. Es gibt viel Auswahl - zum Beispiel Mannschaftssport oder Filmclubs – und es ist mit Sicherheit für jeden Geschmack etwas dabei.
Als Student bekommt man einen online Zugang zur Uniseite, diese kann man sich ganz bequem als App auf sein Handy laden. Dies finde ich sehr hilfreich da ich jederzeit auf meine eigenen Daten Zugriff habe und Informationen zu meinen Kursen oder Noten einsehen kann. Viele Seminare kann ich bequem über die App auswählen und zum Teil auch online besuchen.
Insgesamt gibt es zwei Büchereien auf dem Callaghan Campus Gelände. Um sich allein in diesem System zurecht zu finden gibt es spezielle Bücherei Seminare die man jederzeit besuchen kann. Zudem gibt es Angestellte und auch ein Chat für Fragen. Als „Research“ Studentin kann ich persönliche Treffen mit einer/einem Mitarbeiter(in) vereinbaren und erhalte Unterstützung bei der Literaturrecherche. Das ist eine riesen Hilfe für das gesamte Studium. 

G’day, mate...

Der sogenannte „Aussie Slang“ kann vor allem am Anfang sehr schwer zu verstehen sein. Australien ist ein multikulturelles Land, dementsprechend hat sich hier ein ganz eigener Dialekt entwickelt. Für mich war es hilfreich, sich etwas mit dem australischen Vokabular im Vorfeld auseinanderzusetzen. Dennoch sind die Australier ein sehr freundliches und warmherziges Volk und bieten gerne ihre Hilfe an. Hier ist es auch typisch –und „very Australian“, in der Mittagspause oder am späten Nachmittag an den Strand zu fahren und zu relaxen. In Newcastle und in der näheren Umgebung gibt es zahlreiche Strände und man möchte am liebsten nichts anderes tun als dort zu entspannen. Im Zentrum von Newcastle gibt es unzählig viele Restaurants, Cafés und Einkaufszentren – oder man fährt mit dem Zug nach Sydney und genießt die Atmosphäre im, um und um das Opera House herum. Als Student hat man außerdem auch die Möglichkeit, sich neben der Uni etwas dazu zu verdienen. Es gibt einige Jobs auf dem Campusgelaende aber auch ausserhalb ergeben sich viele Möglichkeiten. Manchmal benötigt man für die Jobs einen Zusatzkurs (z. B. Erste-Hilfe Kurs) –diese kann man aber über die  Uni absolvieren.

Mittlerweile kann ich sagen, ich bin in Australien „angekommen“. Ich habe viele Leute aus unterschiedlichen Ländern kennengelernt und genieße es hier zu studieren. Das IRH Förderprogramm und die Studienbeihilfe haben maßgeblich dazu beigetragen dass ich dieses Abenteuer erleben darf. Herzlichen Dank!

Und…Wenn das Unileben doch mal stressig sein sollte - ein Besuch an einem der traumhaft schönen Strände lädt meine Akkus wieder vollständig auf!

Mehr Eindrücke?

Lesen Sie auch unsere anderen Erfahrungsberichte.