Der Uni-Campus war ein absoluter Traum
Student Down Under

Michael Bäßler | International Marketing and Sales Student


Wo
The University of Sydney

Zeitraum
2017

Was
Internship 1 Comparative International Management The Psychology of Business Decisions

Studienprogramm
Auslandssemester

Förderung
IRH Förderprogramm

31.12.2017

Studium und Praktikum im Auslandssemester vereint

Sydney Opera House

Im Rahmen meines Masterstudiums habe ich von Juli bis Dezember 2017 ein Auslandssemester an der University of Sydney absolviert. Im Folgenden ein kleiner und hoffentlich hilfreicher Überblick über meine Erfahrungen und die Zeit dort, sowie das Organisatorische im Vorhinein.

Bewerbung, Vorbereitung und Organisatorisches

Die Vorbereitung auf das Auslandssemester wurde sehr gut von Ranke-Heinemann unterstützt. Die persönliche Beratung und die detaillierten, online verfügbaren Anleitungen haben den Weg durch die Vielzahl an Formularen und Dokumenten, die für die Bewerbung und später für die Immatrikulation und die Kursauswahl notwendig waren, deutlich einfacher gemacht. Durch das Förderprogramm und die Übernahme von 5% der Studiengebühren wurde das ganze Unterfangen nochmals erleichtert.

Die Entscheidung für eine Uni war bei mir relativ einfach, da ich aufgrund der Prüfungen in Deutschland nur unter wenigen Universitäten mit einem Semesterstart Ende Juli wählen konnte. Die Entscheidung für die University of Sydney fiel dann aufgrund der großen Auswahl an Kursen in meinem Studienbereich Marketing/ International Business und der Möglichkeit parallel zum Studium noch ein Praktikum zu absolvieren.

Während des Bewerbungsprozesses gab es keine größeren Hürden. Einer der wenigen Nachteile an der University of Sydney gegenüber anderen Universitätn war allerdings, dass Übersetzungen deutschsprachiger Zeugnisse nur akzeptiert werden, wenn sie von einem vereidigten Übersetzer durchgeführt wurden. Hierfür lassen sich zwar online leicht Anbieter finden, diese sind jedoch meist nicht ganz günstig.

Aussi Accent“ und Australien an sich

Endlich in Australien angekommen, wurde ich zu meiner Überraschung nicht mit einem G’day, sondern einem saloppen „Hello“ an der Passkontrolle begrüßt. Generell fiel es mir in den ersten Wochen, als ich mich hauptsächlich in Sydney aufgehalten habe, schwer im Alltag den vielbeschriebenen „Aussi-Slang“ auszumachen. Zumindest für Sydney braucht sich also niemand Sorgen zu machen mit einem Englisch konfrontiert zu werden, das er nicht versteht. Auf dem Land trifft man dann eher auf diesen einzigartigen Akzent, dem man die britische Herkunft irgendwie anhört, aber trotzdem einen ganz eigenen Klang hat. Wichtig für den Einstieg: Auf „Thank you“ antwortet der Australier meist mit „No Worries“, generell ist meistens alles „All good“ und ein normaler Kaffee ist ein „Long Black“.

Australier sind generell sehr offene, gelassene und freundliche Leute, die einem aber auch genügend Freiraum lassen, sollte man ihn benötigen. Im Vergleich zu Amerika fand ich es einfacher sich an die Kultur zu gewöhnen, da alles etwas europäischer und aus deutscher Sicht „vernünftiger“ ist, wie in den USA. Generell braucht man sich auch über Dinge wie Versicherungen, sind sie einmal abgeschlossen, oder die Sicherheit auf den Straßen keine Sorgen machen, da dies doch alles Deutschland sehr ähnlich ist. Im Gegenteil, der öffentliche Raum ist meistens sauberer und in besserem Zustand als in Deutschland. Außerdem habe ich mich in Sydney und allen anderen Städten, die ich besucht habe immer sehr sicher gefühlt.

Die University of Sydney

Die University of Sydney hat einen riesigen Campus, den man theoretisch nie verlassen müsste, da neben den üblichen Uni-Einrichtungen alles vorhanden ist, was man zum täglichen Leben so braucht. Der Campus bietet neben zahllosen Societies und Veranstaltungen aller Art, eine riesige Auswahl an Imbissen oder Kiosks, Bars, Study Spaces, mehrere Bibliotheken, Fitnessstudios, aber auch Wiesen um zwischen den Vorlesungen einfach nur in der Sonne zu sitzen. Und das alles mitten in der Stadt, so zentral wie eigentlich nur möglich. Im Vergleich zu meiner deutschen Uni war das ein absoluter Traum.

Die Einführungswoche für die Study Abroad Studenten bietet eine Reihe von Veranstaltungen, bei denen neben organisatorischen Dingen auch die Universität vorgestellt wird, z.B. gibt es Campus Touren oder auch eine Semester-Kickoff Party von der Student Union, also genügend Möglichkeiten um erste Kontakte zu knüpfen.

Im weiteren Verlauf des Semesters hatte ich hauptsächlich mit der Business School zu tun. Die besuchten Kurse und auch die Dozenten kann ich nur empfehlen.

Das einzige was man vielleicht wissen sollte, ist, dass zumindest in meinen Kursen, also Masterkurse im BWL/ Management Bereich, der Anteil chinesischer Studenten sehr hoch ist. In den von mir besuchten Kursen waren das teilweise 75%. Man sollte sich also darauf einstellen in diesen Kursen eher weniger mit Australiern oder anderen internationalen Studenten zu tun zu haben.

Praktikum

Wie bereits erwähnt hat man als Study Abroad Student an der University of Sydney die Möglichkeit anstatt eines dritten oder vierten Kurses ein unbezahltes Praktikum (in Deutschland würde man Werkstudent dazu sagen) zu absolvieren. Dessen Organisation läuft relativ knapp vor bzw. nach dem Semesterstart ab. Nach den Bewerbungen auf eine Auswahl an Stellen, die von der Universität zur Verfügung gestellt werden, folgt üblicherweise ein Telefoninterview, wenn sich ein Unternehmen für einen interessiert. Da ich mich zu dem Zeitpunkt schon in Sydney befand, wurde ich zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch eingeladen. Das Praktikum begann schließlich wenige Wochen nach Semesterstart und dauerte bis einige Wochen vor Semesterende. Neben dem Praktikum sind an der Universität einige Workshops zu besuchen und einige Hausarbeiten zu schreiben um den Kurs zu bestehen.

Generell kann ich das Praktikumsprogramm jedem wärmstens empfehlen, der sein Auslandssemester mit etwas internationaler Arbeitserfahrung kombinieren will. Einziger Nachteil ist, dass das Ganze eben unbezahlt ist und man eigentlich, da ja ein Kurs wegfällt im Endeffekt über die Studiengebühren dafür bezahlt. In Kombination mit einem zweiten Nebenjob zum Geld verdienen kann das dann ganz schön stressig werden. Allerdings war es zumindest für meinen Studienbereich fast die einzige Möglichkeit einen Praktikumsplatz in Australien zu bekommen, da offen ausgeschriebene Praktikumsstellen eher selten sind.

Meine Wohnung und die Wohnsituation in Sydney

Wohnen in Sydney ist sehr teuer. Je nachdem, ob man sich für ein Studentenwohnheim (gibt es über die Uni oder private Anbieter) entscheidet oder selbst nach einer Wohnung oder WG sucht gibt es aber deutliche Preisunterschiede. Allerdings sollte man sich bei Letzteren immer persönlich vor Ort die Zimmer anschauen um am Ende auch das zu bekommen, was einem versprochen wurde. Da ich relativ kurz vor Vorlesungsbeginn nach Sydney kam und somit dort wenig Zeit für die Wohnungssuche war, habe ich mich für ein Studentenwohnheim entschieden. In den universitätseigenen Wohnheimen auf dem Campus und bei „Urbanest“, einem großen privaten Anbieter sind teilweise auf Study Abroad Studenten angepasste Angebote mit reduzierten Preisen und angepassten Mietlaufzeiten verfügbar.

Will man von zu Hause eine Unterkunft buchen, ist es notwendig so früh wie nur möglich sich damit zu befassen. Ich habe ab Mai nach Wohnheimplätzen geschaut und es war bereits fast alles ausgebucht. Bei „Iglu“, dem zweiten großen privaten Anbieter nach „Urbanest“ habe ich letztendlich noch ein Zimmer bekommen. Abgesehen vom Preis kann ich diesen Anbieter auch nur empfehlen.

Ich habe mich entschieden in Uni Nähe, ca. 20 Minuten zu Fuß von der Hochschule entfernt zu wohnen, weil man sich eben viel Zeit auf dem Weg zu den Vorlesungen spart und gleichzeitig die volle Portion Großstadtleben mitnehmen kann.

Sydney

Sydney ist eine der schönsten Städte, die ich kennenlernen durfte und ich wünschte hier noch länger leben zu können. Man hat nicht nur mehrere Strände wenige Minuten mit dem Bus entfernt direkt vor seiner Haustür, sondern lebt auch inmitten moderner, genauso wie historischer architektonisch ansprechender Gebäude und ist selbst im Stadtzentrum in der Nähe von wunderschönen und großen Parkanlagen. Alles zu beschreiben, was diese Stadt ausmacht, würde den Rahmen sprengen, deshalb nur eine kleine Auswahl: Es gibt eine riesen Auswahl an Restaurants und Imbissen aus aller Welt (2 Geheimtyps von vielen: „Butter“ in Surry Hills, eine Mischung aus Hähnchenbraterei, Champagnerbar und Schuhladen oder die „Spice Alley“ in Chippendale, eine kleine Nebengasse mit scharfen asiatischen Imbissen). Man kann mit den Fähren durch die Bucht fahren und neben atemberaubenden Blicken auf die Stadt gleich noch sehr schnell von A nach B kommen. Man kann im Taronga Zoo neben Koalas und Kängurus einen herrlichen Blick über die Stadt genießen und, und und….

Das einzige was man zur öffentlichen Verkehrssituation wissen sollte, ist das Sydney im Gegensatz zu vielen anderen australischen Metropolen keine Fahrradstadt ist. Zwar gibt es Fahrradwege und auch einige Fahrradfahrer, doch machen vielbefahrene Hauptverkehrsachsen quer durch die Stadt und sehr aggressive Busfahrer das Ganze wenig angenehm.

Die Zeit neben der Uni

Für die Midsemester Break habe ich mich entschieden an einer Springbreakfahrt nach Neuseeland teilzunehmen. Im besten amerikanischen Springbreakstil ging es im Bus eine Woche lang durch die Südinsel. Neben allabendlichen Partys gab es tagsüber allerlei „Extreme Adventures“. Dabei habe ich unter anderem meinen ersten (und sicher auch letzten) Bungee Sprung gewagt, bin Fallschirm gesprungen und habe in einem viel zu wilden Fluß geraftet. Alles in allem also eine ganze Reihe an Dingen, die ich von meiner Bucketlist streichen konnte. Daneben habe ich viele neue Leute aus aller Welt kennen gelernt, vor allem auch aus anderen Studiengängen und konnte gleichzeitig die sehr schöne und im Vergleich zu Australien so ganz andere Landschaft genießen. Wie es einer meiner amerikanischen Mitreisenden so treffend beschrieben hat: „It’s like stupid beautiful!“

Tipps

Telefonieren und mobiles Internet gibt es in Australien von mehreren Anbietern. Die teilweise großen Preisunterschiede liegen an der Qualität des Netzes. Während man in den Städten eigentlich mit allen Anbietern sehr gut versorgt ist, wird es auf dem Land sehr schnell sehr dünn. Der einzige und gleichzeitig auch teuerste Anbieter, der auch große Teile von „Rural Australia“ abgedeckt hat ist „Telstra“, quasi die australische Telekom. Ich habe mich für Aldi mobile entschieden. Dieser Anbieter nutzt das Telstra Netz ist aber deutlich günstiger als Telstra. Gleichzeitig hat man je nach gebuchtem Prepaidpacket Inklusivminuten nach Deutschland und auch wenn die abgelaufen sind ist es immer noch sehr günstig nach Deutschland zu telefonieren. Die SIM-Karten gibt es in den meisten Aldi Läden.

Lebensmittel in Australien sind im Vergleich zu Deutschland sehr teuer. Aldi ist die einzige günstigere Alternative zu den zwei großen Supermarktketten Coles und Woolworth.

Und ein letzter Typ: Passanten gehen in Australien analog zum Straßenverkehr auf dem Gehweg meist links aneinander vorbei. Wenn ihr das beachtet, erspart ihr euch die unzähligen gegenseitigen Ausweichversuche, die mir in den ersten Wochen regelmäßig passiert sind.

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