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Alexa Münz | Studentin der Hochschule Reutlingen


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Energiesysteme

Studienprogramm
Auslandssemester

Förderung
IRH Förderprogramm

31.12.2018

Vier spannende und abwechslungsreiche Monate

Seit Beginn meines Studiums dachte ich über ein Auslandssemester nach. Im Juli 2018 war es dann endlich soweit, der Traum vom Auslandssemester in Australien wurde wahr. Vier spannende und abwechslungsreiche Monate liegen nun hinter mir. Auch wenn studieren in Australien etwas teurer ist, kann ich es jedem nur empfehlen! Die Vielseitigkeit und Schönheit des Landes, die Freundlichkeit der australischen Bevölkerung und die zahlreichen Bekanntschaften haben die Zeit für mich zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht.        

Die Bewerbung

Da meine Universität nur eine Partneruniversität mit begrenzten Plätzen in Australien hat, schaute ich mich frühzeitig nach Alternativen um. Durch eine Infoveranstaltung wurde ich auf das IRH aufmerksam. Nach der ersten Kontaktaufnahme ging alles sehr schnell und unkompliziert. Studieninhalte, Standort der australischen Universität und Faktoren wie Kosten wurden bei der Suche nach einer geeigneten Universität berücksichtigt. Die Bewerbung erforderte lediglich etwas Recherche über das Kursangebot und die Voraussetzungen für das jeweilige Modul. Alles Weitere war schnell erledigt und so hatte ich innerhalb weniger Wochen meinen Studienplatz.

Die Finanzierung

Obwohl ein Studium in Australien sehr teuer ist, sollte man sich davon nicht abschrecken lassen da es zahlreiche Finanzierungsmöglichkeiten gibt. Hierum sollte man sich möglichst frühzeitig kümmern, da viele Stipendien mit einer Bewerbungsfrist verbunden sind. Fördermöglichkeiten sind u.a. das IRH Förderprogramm „Studienbeihilfe“ (welches ich in Anspruch genommen habe), DAAD Förderungen (Promos) oder sich bei der Heimathochschule über entsprechende Stipendienmöglichkeiten zu informieren. Die Studienbeihilfe des IRH bietet zwischen 5-10% Erlass der Studiengebühren, die Verlosung eines Reisekosten-Stipendium und ein Voll-Stipendium der Studiengebühren.

Vorbereitungen

Die Buchung meiner Flüge war mein nächster Schritt nachdem ich meinen Studienplatz angenommen hatte. Je früher man die Flüge bucht desto günstiger ist es in der Regel. Es empfiehlt sich auch Hin- und Rückflug gleichzeitig zu buchen, da One-Way Flüge oftmals teurer sind. Wer sich noch nicht sicher bezüglich seiner Rückkehr ist kann eine „Flex-Option“ für den Rückflug buchen und diesen somit kurzfristig ändern. Die Mehrkosten für diese Option hängen von der Airline ab, jedoch ist man in den meisten Fällen immer noch günstiger dran als die Flüge einzeln zu buchen.

Vier Monate bevor mein Studium losging beantragte ich mein Visum. Bevor man den Online-Antrag ausfüllt sollte man sich über die verschiedenen Optionen, die Voraussetzungen und die benötigten Unterlagen informieren. Hilfreich ist dafür die Website der australischen Regierung www.homeaffairs.gov.au..
Vor der Abreise sollte man sich auch noch über das Wohnungsangebot vor Ort informieren, in Brisbane war dieses glücklicherweise sehr vielseitig. Ich begrenzte meine Suche auf Wohngemeinschaften es gibt jedoch auch viele Einzelapartments oder Gastfamilien die Studenten aufnehmen. Da ich unbedingt vor meiner Anreise einen festen Wohnort haben wollte, informierte ich mich im Internet über verschiedene Optionen, auch die Website der QUT war dabei sehr hilfreich. In Brisbane gibt es sehr viele Studentenwohnheime z.b. Scape, Student One oder Unilodge. Diese sind größtenteils alle ziemlich modern und zentral gelegen, oftmals muss man jedoch sämtliche Küchenutensilien, Handtücher, Bettwäsche etc. selber kaufen. Auch für die Nutzung der Waschmaschinen können zusätzliche Kosten anfallen.

Also entschied ich mich dazu über flatmates.com eine WG zu suchen. Die meisten Angebote werden sehr kurzfristig (ca. 2-3 Wochen vor dem gewünschten Einzugstermin) veröffentlicht. Von den angegebenen Preisen sollte man sich auf den ersten Blick nicht täuschen lassen, denn diese sind $/Woche. Da es um einiges günstiger ist sich ein Zimmer zu teilen, entschied ich mich für diese Option und hatte tatsächlich Glück und bekam 3 Tage vor meiner Abreise aus Deutschland die Zusage für ein Zimmer. Bei der Wohnungssuche ist zu berücksichtigen, dass viele Mietverträge eine Mindestdauer beinhalten, für die Studentenwohnheime sind dies oftmals 6 Monate, das Semester geht jedoch nur 4 Monate! Wer spontan ist kann die Wohnungssuche auch vor Ort machen. Das Serviceangebot der QUT ist hierbei sehr hilfreich.

Ich persönlich würde empfehlen, sofern man am Gardens Point Campus studiert, die Wohnungssuche auf die inneren Stadtbezirke (South Bank, South Brisbane, West End, CBD, Kangaroos Point, Spring Hill und Fortitude Valley) zu beschränken. Innerhalb dieser Gebiete kann man nahezu alles zu Fuß erreichen, es gibt ausreichend Einkaufsmöglichkeiten und das Freizeitangebot (Stadtfeste, Sport-veranstaltungen, Events) ist sehr groß. Meine Favoriten sind definitiv South Bank und South Brisbane aufgrund der tollen Parklandschaft, dem City Beach mit Blick auf die Skyline von Brisbane und den zahlreichen Cafés und Restaurants.

Die QUT

Der Gardens Point Campus der QUT hat mich sehr positiv überrascht. Der Campus liegt im Herzen der Stadt und grenzt direkt an den botanischen Garten. Es gibt dort jede Menge Grünflächen, zahlreiche Cafes, ein Food Court und eine Bücherei. Trotz der vielen Gebäude und Angebote ist alles gut beschildert sodass man sich schon nach wenigen Tagen zurechtfindet.
Der Semesteralltag ist ähnlich wie in Deutschland. Die Vorlesungen sind nicht verpflichtend und werden größtenteils auch digital übertragen und aufgezeichnet, sodass man sie zu einem späteren Zeitpunkt nochmals anschauen kann. Zu jeder Vorlesung gibt es noch Tutorien und Workshops, in welchen der Vorlesungsstoff anhand von Aufgaben nachgearbeitet wird. Diese waren meiner Meinung nach sehr hilfreich insbesondere für die Assignments und Prüfungs-vorbereitung.
Wer zusätzliche Hilfe braucht kann sich an den Studierendenservice (HIQ) wenden. Die Prüfungsleistung verteilt sich in den meisten Fächern auf mehrere Aufgaben (Assignments, Essays, Berichte, Präsentationen) welche über das Semester verteilt zu erledigen sind. Dadurch hat man zwar während des gesamten Semesters ständig etwas zu tun, allerdings zählen die Abschlussprüfungen (sofern man welche hat) nur noch 30-50%, welches den Druck zum Ende des Semesters lindert.
Neben dem Studium verfügt die QUT über ein vielseitiges Freizeitangebot in Form von unterschiedlichen Sport-, Wissenschafts- oder Kulturvereinen. Die Mitgliedschaft kostest i.d.R. $10 pro Semester oder ist pro Einheit zu zahlen. Alle Angebote werden zu Beginn des Semesters ausführlich präsentiert, können jedoch auch online (QUT Homepage oder Facebook) zu einem späteren Zeitpunkt angeschaut werden.

Leben in Brisbane

Brisbane ist eine vielseitige und studentenfreundliche Stadt. Trotz mehr als 2 Mio. Einwohner ist die Stadt sehr übersichtlich sodass man sich schnell zurechtfindet. In den inneren Bezirken kann man alles sehr gut zu Fuß erreichen, größere Distanzen können einfach mit Bus und Zug zurückgelegt werden. Als Vollzeitstudent erhält man eine Vergünstigung auf den Nahverkehr, welches das Reisen mit Diesem kostengünstig gestaltet (www.translink.com.au).

Meine Empfehlungen für Brisbane sind der Sonnenuntergang an den Kangroo Point Klippen, der Wochenmarkt in West End, ein Ausflug zur Eat Street und der South Bank City Beach. Wobei letzterer insbesondere in den Sommermonaten (Mitte Oktober-Februar) ziemlich überfüllt ist.
Obwohl das Preisniveau in Australien generell etwas höher ist als in Deutschland gibt es einige Möglichkeiten Geld zu sparen. Aldi, Woohlworth und Coles zählen zu den größten und günstigeren Supermärkten, IGA und 7eleven sind hingegen etwas teurer. Wer es frisch mag sollte Obst und Gemüse auf Wochenmärkten kaufen (Samstag: West End oder New Farm, Mittwoch: CBD), dort gibt es eine größere Auswahl und die Produkte sind günstiger als im Supermarkt. Wer nicht auf deutsche Brezeln, Brot/Brötchen oder Wurst verzichten mag, kann diese ebenfalls auf dem wöchentlichen „Jan Power Framers Markets Brisbane City“ kaufen.

Die Australier selber verfügen nur über wenige traditionelle Gerichte, sodass die Küche dort sehr international ist. Neben zahlreiche Fast Food Läden gibt es viele asiatische und italienische Restaurants. Typisch Australisch sind die vielen kleinen Cafes und Kaffeeshops, welche zu vielseitigem und gesunden Frühstück einladen.

Generell ist das Leben in australischen Großstädten, dem in Deutschland sehr ähnlich. Größere kulturelle Unterschiede gibt es kaum. Auffällig ist jedoch die Freundlichkeit der Australier/innen. In jedem Geschäft, Laden und sogar im Bus wird man gegrüßt und Smalltalk gehalten, bei Fragen wird einem jederzeit freundlich geholfen. Es ist auch nicht unüblich, dass man auf der Straße angesprochen wird. Dies ist jedoch alles sehr freundlich und keineswegs aufdringlich. Generell gab es keine Situation in der ich mich unwohl/unsicher gefühlt habe. Das Land eignet sich also definitiv auch für Alleinreisende. 

Reisen und Ausflüge ab Brisbane

Dies bringt mich auch schon zu meinem nächsten Punkt, dem Reisen in und um Australien. Wer nur die Minimalanzahl von 3 Kursen wählt, verfügt üblicherweise auch während dem Semester über ausreichend Freizeit für kurze Ausflüge. Von Brisbane aus gibt es Direktflüge in alle großen Städte in Australien, nach Neuseeland, Tasmanien, Bali oder die Fidschi Inseln. Eine günstigere, jedoch deutlich zeitintensivere Alternative sind Fernbusse und Züge. Wer in einer Gruppe unterwegs ist kann auch recht kostengünstig ein Auto oder Camper mieten. Da die Entfernung doch sehr groß sind sollte man sich im Voraus überlegen wohin man fahren will und ausreichend Zeit einplanen.

Allerdings gibt es auch viele Möglichkeiten für diverse Tages- und Wochenendausflüge. Wer gerne wandert sollte in die Glass House Mountains gehen. Diese sind mit dem Zug innerhalb 60-90 Minuten von Brisbane zu erreichen. Eine Vielzahl von Angeboten (Shoppen, Essen, Wassersport, Feiern und Strand) bieten hingegen die Sunshine- und Gold Coast, welche ebenfalls einfach mit dem Zug zu erreichen sind. Mein absolutes Highlight unter den Wochenendausflügen war North Stradbroke Island. Die Insel vor der Küste von Brisbane ist innerhalb von 2 Sunden erreichbar und bietet allerlei Möglichkeiten, es lohnt sich also mindestens eine Nacht in einem Hostel, Campingplatz oder einer Ferienwohnung zu buchen.

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