ES LOHNT SICH!!!
Jonathan Briese

Jonathan T. Briese | Bioengineering-Student


Wo
Murdoch University

Zeitraum
2017

Was
Environmental Biology, Genetics and Evolution, Forensics and Anthropology

Studienprogramm
Auslandssemester

Förderung
IRH-Förderprogramm

31.07.2017

Warum jeder diese Chance wahrnehmen sollte

Wave Rock

Mein Name ist Jonathan Briese, ich bin 21 Jahre alt und studiere seit September 2014 Bioengineering an der University of Applied Science in Kleve. Durch das Studium habe ich eine Menge Einblicke in die Biotechnologie, Genetik und ins Management bekommen. Aber schon während des Studiums war mir klar, dass ich mein Wissen in einigen Bereichen, wie z.B. der Genetik und der Medizin, noch weiter vertiefen möchte.

Vorbereitungen

Vielleicht eine Frage vorweg:

Wie komme ich auf die Idee, ein halbes Jahr nach Australien zu fliegen, weg von der Familie, Freunden und der gewohnten Umgebung?
Nun, von meiner Heimatuniversität ist es vorgesehen, ein Semester im Ausland zu studieren oder ein halbjähriges Praktikum zu absolvieren. Natürlich hätte es auch Vorteile gehabt, zusätzliche Arbeitserfahrung zu sammeln, aber für mich stand das Vertiefen meines Studiums, das Reisen und natürlich die neuen Erlebnisse und Erfahrungen im Vordergrund. Nun, warum Australien und besonders Perth und nicht Sydney, Brisbane oder Melbourne, die top Favoriten bei Familie und Freunden?

Alles begann im Frühjahr 2016, wo ich mich mit der Frage beschäftigen musste, wo es für das Auslandssemester hingehen soll. Nach dem Abitur hatte ich die Chance, für drei Monate nach Los Angeles zu fliegen. Ich war von den USA zwar ziemlich begeistert, aber nochmal USA? Ein neues Land musste her. Da kam mir Australien in den Sinn. Durch Berichte von Familie und Freunden wusste ich: super Wetter, beeindruckende Landschaften und freundliche Menschen. So schön, so gut, aber auch Schlangen, Spinnen, Quallen und Haie … mhmm … will ich es wirklich wagen?
Und tatsächlich: Ich habe es in Angriff genommen! Nachdem das Institut Ranke-Heinemann an unserer Heimat-Universität auch noch die australischen Universitäten beworben hatte, waren alle Pläne beschlossen. Die letzte offene Frage war: In welche Stadt soll es gehen?

Mir kam Perth in den Sinn! Viele Freunde waren zwar von den üblichen Zielen wie Sydney oder Melbourne überzeugt, aber ich möchte etwas anderes sehen - etwas besonderes Erleben. Also hieß die Wahl Perth, die sonnigste Großstadt Australiens und einzige Millionenstadt an der West-Küste. Viele meiner Freunde hatten nicht einmal von der Stadt gehört und meinten nur, Perth, wo ist denn das? Aber wie großartig letztendlich diese Entscheidung war, werde ich im Verlauf noch erläutern.
Zusammen mit einer Studienfreundin, Alena, welche auch den Plan hatte, nach Australien zu gehen, fuhren wir im Frühjahr 2016 ins Institut Ranke-Heinemann nach Essen und wurden dort sehr kompetent und ausführlich beraten. Im Anschluss wurde die Bewerbung für die Murdoch Universität, Perth, rausgeschickt. Dank der ausführlichen Beratung durch das Institut ging der ganze Vorgang auch schnell und flüssig von der Bühne. Wichtig, besonders bei australischen Universitäten, ist ein Sprachnachweis für die englische Sprache. Häufig wird ein TOEFL oder Cambridge Zertifikat verlangt. In meinem Fall war es nicht nötig, einen zusätzlichen Test zu machen, da mein Studium komplett in Englisch abgehalten wird und ich daher nur einen Scan über den Nachweis einreichen musste.

Nun, warum die Murdoch-Universität? Nach einiger Recherche über die Homepage des Ranke-Heinemann-Instituts und später auch direkt über die Website der Universität war klar, dies ist die richtige Entscheidung. Das Kursangebot ist sehr vielfältig. Neben einem breiten Bereich in Finance & Business sowie der Tiermedizin, Education und Medizin, kam für mich hauptsächlich der Bereich Life Science in Frage. Auch dort gab es ein großes Angebot an Kursen und speziell im study-abroad Programm hat man die Chance, aus allen möglichen Kursen zu wählen. Es hat einige Zeit gedauert, bis ich mich für die Richtigen entschieden hatte.
Zusätzlich zu diesem großen Kursangebot war auch die Lage der Universität ziemlich gut. Sie liegt circa 15 Minuten mit der Bahn vom Stadtzentrum (CBD) von Perth entfernt, in dem ruhigen Stadtteil Murdoch. Eine Bahnstation ist ziemlich gut zu erreichen (Murdoch-Station). Außerdem befindet sich ein kleines Einkaufszentrum (Kardinya) in fussläufiger Entfernung.
Nun hiess es Warten und Bangen. Mein Notenschnitt in der Universität lag damals leider nur im unteren 2er Bereich. Trotzdem - nach etwa 2 Wochen Warten bekam ich die Zusage der Murdoch-Universität und es stand fest: Im Frühjahr 2017 geht es für das Auslandssemester nach Perth, Australien!

Nun ging alles ziemlich flott. Im September 2016 wurde dann das Studentenvisum beantragt (Subclass 501), die Flüge gebucht und natürlich die Studiengebühren bezahlt. Eines steht fest: Studieren in Australien ist kein günstiges Vergnügen! Um 3 Units belegen zu können (Full-time), werden circa 4000 EUR fällig und zusätzlich die obligatorische OSHC-Krankenversicherung (circa 250 EUR), die mit den Studiengebühren zusammen bezahlt werden muss. Ein schönes Konzept der Ranke-Heinemann Stiftung ist, dass sie eine Studien-Beihilfe von 10% der bezahlten Studiengebühren leisten. Und das Beste, jeder kommt für diese Beihilfe in Frage, der seine Bewerbung über die Ranke-Heinemann Stiftung laufen lässt. Zusätzlich kommt man in verschiedene Los-Töpfe für zusätzliche Stipendien und Zuschläge für den Flug. Also ich kann jedem nur empfehlen sich an die Stiftung zu wenden.

Für diejenigen, die BAföG berechtigt sind, lohnt es sich, einen Antrag beim zuständigen Auslands-BAföG-Amt zu stellen (für Australien zuständig: Studentenwerk Marburg). Alle Informationen findet man auf Homepage des Studentenwerks Marburg.

Zuletzt blieb noch die Frage offen, wo ich in Australien meine Unterkunft finde. Nun, es gab mehrere Möglichkeiten zur Auswahl:

  • Studentenwohnheim (circa 100-220 EUR pro Woche)
  • Eigene Wohnung/ eigenes Zimmer mieten (circa ab 200 EUR pro Woche aufwärts)
  • Gastfamilie (circa 150-200 EUR pro Woche)

Zuerst war das Studentenwohnheim die erste Wahl, aber nachdem ich einige negative Erfahrungsberichte im Internet gelesen habe, die es als etwas trostlos beschrieben hatten, habe ich mich für Vorschlag c) - Gastfamilie - entschieden.

Die Kosten beliefen sich auf circa 750 EUR pro Monat. Auf den ersten Blick sieht das nach einer ziemlich hohen Summe aus, aber im Hinblick auf die hohen Lebenshaltungskosten in Australien war es im Nachhinein betrachtet die richtige Lösung.

Zur Vermittlung in eine Gastfamilie habe ich mich an die AHN (Australian Homestay Network) gewandt, die mich auch Ende 2016 erfolgreich an eine Familie vermittelt hat. Dieser Weg über die AHN empfiehlt sich sehr, da sie sich auch im Laufe des Studiums bei eventuellen Schwierigkeiten sehr bemühen, diese zu lösen. Die Vermittlungsgebühr ist gut angelegt. Ein Wechsel der Gastfamilie nach zwei Monaten war problemlos möglich.

Nun zu den Vorteilen einer Gastfamilie: Mir war es wichtig, möglichst viel vom australischen Leben mitzubekommen, insbesondere auch das Familienleben. In den Kosten sind auch Frühstück und Abendessen während der Woche und volle drei Mahlzeiten am Wochenende enthalten. Ich denke, wenn man alles durchrechnet, ist es sogar etwas günstiger als das Leben im Studentenwohnheim, da man sich dort um Essen und alles andere (z.B. Internet) selber kümmern muss.

Insgesamt ging der Ablauf erstaunlich schnell. Nach einer Woche war das Visum genehmigt und auch die AHN hat alles Nötige in die Wege geleitet. Jetzt hieß es nur noch warten, bis es endlich losgehen kann.

Ankunft in Perth und Orientierungswoche

Nach einer schwierigen Packaktion („Was braucht man für 5 Monate???“) startete ich am 12.2.2017 mein Abenteuer. Der Flug ab Düsseldorf hat einwandfrei geklappt, nach Umsteigen in Dubai mitten in der Nacht, erreichte ich zum späten Nachmittag nach fast 24 Stunden Reisezeit pünktlich Perth.
Dort angekommen, ging es durch 2 Sicherheitschecks - unter anderem mit Hunden, die das Gepäck auf Nahrungsmittel und Drogen überprüft haben - endlich nach draussen zu unserer Gastfamilie. Die Familie war ziemlich freundlich und wir wurden herzlich Willkommen geheißen.

Der erste Tag in der Universität ging in der folgenden Woche los. Natürlich war ich ziemlich aufgeregt, aber die Neugier auf die anderen „study abroads“ war größer. Die Einführungswoche für die ausländischen Studenten wird generell von den einheimischen Studenten getrennt durchgeführt. Während des Studiums werden hauptsächlich alle Veranstaltungen mit den anderen Austauschstudenten verbracht. Während der ersten Tage wurden wir ausführlich in das Unileben eingeführt. Uns wurden z.B. alle wichtigen IT-Systeme erklärt und eventuell aufgetretene Probleme mit der Kurswahl wurden sofort gelöst. Hey, warum geht das in Deutschland nicht so einfach?
An der Murdoch-Universität ist es Brauch, dass alle Austauschstudenten einen Blick in das Leben in Perth bekommen und die Umgebung kennenlernen. Also ging es gemeinsam mit anderen Studierenden in den Caversham Wildlifepark, einem großen Wildpark mit vielen einheimischen Tieren wie Kängurus, Koalas und natürlich auch Quokkas (suuuuuuper niedlich). Außerdem ging es zu ein paar schönen Stränden und dem Kings Park, von wo man einen atemberaubenden Blick auf Perth hat. Ganz nebenbei lernt man auch die anderen Studierenden kennen und bildet erste Gruppen. Hey: Toll war, dass diese Gruppen sich bis zum Ende gehalten haben!

Studium

Nun mal zum Wichtigsten, warum ich hier bin: Das Studium. Ich habe als Fächer Environmental Biology, Genetics and Evolution und Forensics and Anthropology gewählt. Das System in Australien unterscheidet sich ziemlich von dem in Deutschland. Der gesamte theoretische Stoff wurde online bereitgestellt und konnte dann in wöchentlichen Workshops und Laboren angewendet werden. Ich persönlich fand diese Struktur ziemlich gut, da man sich seine Zeit so besser einteilen und durch die Workshops das Gelernte viel besser verarbeiten konnte. Natürlich gibt es auch normale Vorlesungen in einigen Kursen, aber auch diese werden aufgezeichnet und sind online abrufbar. Somit kann jeder häufig selbst entscheiden, ob man sich den Stoff in den Vorlesungen aneignet oder lieber zu Hause lernt.

Natürlich geht es auch in Australien auch um Noten und Leistungsnachweise! Es wäre schön, wenn nicht, aber es gehört nun einmal dazu. Es ist üblich, dass es etwa in der Mitte des Semesters Zwischenexamen gibt, die meistens 20-30% der Endnote ausmachen. Zudem gehen die Labornoten, eventuelle Präsentationen und andere Berichte und Essays zusätzlich in die Gesamtnote ein, wodurch das  obligatorische Endexamen am Ende der Studienzeit nur noch einen 30-50% Anteil der Note ausmacht. Auch dieses hat mich sehr überzeugt. Man lernt kontinuierlich und der Druck vor den Endexamen ist deutlich kleiner.

Die Studenten und das Lehrpersonal sind sehr hilfsbereit, auch bei Angelegenheiten, die mit der Universität nicht direkt zu tun haben (z.B. Visumprobleme oder ähnliches). Zudem kann ich empfehlen, der Guild beizutreten (ein Murdoch interner Club), wodurch man häufig günstigere Angebote und Rabatte in Museen bekommt.

Ausflüge und Aktivitäten

In Perth und Umgebung gibt es viel zu entdecken. Wo soll ich anfangen? Folgende Orte sind relativ leicht erreichbar:

  • Rottnest Island (30 Minuten mit der Fähre von Fremantle): Niemand sollte nach Perth reisen, ohne diese wundervolle Insel gesehen zu haben. Schnorcheln, Quokkas und eine wundervolle Landschaft werden dich erwarten.
  • Perth und Umgebung: Perth und Umgebung haben viel zu bieten. Alles kann ich an dieser Stelle nicht anführen, deshalb nur eine kleine Auswahl:
    • Elisabeth Quay (im Sommer viele Partys und besonders nachts ein schöner Blick auf Perth)
    • Perth Zoo
    • Aqwa (großes Aquarium über die Meereswelt in WA)
    • Fremantle (Hafenstadt mit vielen kleinen Geschäften und Restaurants, besonders die Brauerei Little Creatures ist einen Besuch wert)
    • Fremantle Prison
  • Yanchep Nationalpark: Mit dem Auto ist dieser Park circa 30 Minuten entfernt. Man findet dort vielen heimischen Pflanzen, Tiere und eine kleine Tropfsteinhöhle. Es gibt dort dort ebenfalls eine kleine Koala Population
  • Pinnacles Nationalpark: Dies ist eins der Highlights von Western Australia. Nach einer circa 2 stündigen Autofahrt erreicht man den Nationalpark und bekommt die großen Steinsäulen eines ehemaligen Korallenriffs zu sehen
  • Wave Rock: Nach einer langen Autofahrt (3-4 Stunden) mit viel Outback und nahezu keiner Menschenseele erreicht man den Wave Rock. Der Anblick dort belohnt in jedem Fall die lange Anreise. Außerdem sollte man das benachbarte Hippo’s Jaw ebenfalls besuchen
  • Region Margarethe River: Wenn man mit dem Auto 2-4 Stunden nach Süden fährt, kommt man in die Weinregion Margarethe River. Einige Highlights dort sind: Meelup Beach; Busselton; Cave Rd; Augusta

Weitere Empfehlungen

Die Murdoch-Universität bietet für ihre Auslandsstudenten eine Besonderheit an: Eine Rundreise nach Nord-West Australien.  Diese habe ich genutzt und war absolut begeistert.

North-West Trip - 10 Tage von Perth über Shark Bay, Coral Bay nach Karijini

Mit drei kleinen Bussen ging es auf Tour. Der erste Stop war die Dynamite Bay, wo man beeindruckend feststellen konnte, wie der Wind die aus einem alten Korallenriff bestehenden Klippen langsam erodiert. Nach einer nahezu endlosen Fahrt durch das Outback erreichten wir am späten Nachmittag unser erstes Ziel, eine alte Farm (Northbrook).
Dort konnten wir auf dem Heuwagen mitfahren und viele verschiedene Farmtiere sehen und füttern.
Am zweiten Tag stand wieder eine lange Fahrt bevor in Richtung Shark Bay. Zwischendurch haben wir an der Castle Cove (beeindruckende Klippen) und dem Kalbarri National Park Halt gemacht. Übernachtet haben wir in der Nanga Bay, wo es einen wunderschönen Sonnenuntergang zu sehen gab.
Am nächsten Tag ging es nach Monkey Mia. Yeah, Delfine! Wir hatten die Chance, sie aus nächster Nähe zu beobachten und sie auch zu füttern. Nach der Delfin Begegnung konnten wir mit einem Katamaran aus Meer hinaus fahren. Danach ging über unbefestigte Wege - typisch für Australien - zum Shell Beach. Ein Strand, der wie man dem Namen entnehmen kann, komplett aus Muscheln besteht. Er ist so groß, dass du weder den Anfang noch das Ende sehen kann. Allein, um zum Wasser zu kommen, sind es 10 Minuten Fußweg. Einfach beeindruckend - auch die Schlange, der wir unterwegs begegnet sind. Ob sie giftig war oder nicht weiß ich nicht! Gebissen hat sie nicht.
Am nächsten Tag ging es weiter nach Coral Bay. Es ist einfach faszinierend: Man fährt stundenlang über den Highway und man sieht nichts als Busch, Sand und blauen Himmel. Diese Weite ist unglaublich schön. Eindrucksvoll waren auch die bis teilweise bis über 3 Meter hohen Termitenbauten, die wir auf der Fahrt sehen konnten.
In Coral Bay ging es direkt zum Strand und unser Reiseleiter zeigte uns schon einmal ein paar schöne Spots zum Schnorcheln. Coral Bay liegt direkt am bekannten Ningaloo Reef.
Am nächsten Tag waren wir 6 Stunden Schnorcheln, wo wir neben allerlei tropischen Fischarten auch Schildkröten und Haie und Rochen zu sehen bekommen haben.
Die folgenden Tage verbrachten wir im Karijini Nationalpark. Bekannt ist dieser Park für seine eindrucksvollen Canyons und besonders für den nächtlichen Sternenhimmel.
Allerdings haben wir von diesem nicht viel mitbekommen, da genau zu dieser Zeit ein kleiner Zyklon im Nordwesten auf das Land getroffen ist und wir dessen Ausläufer voll mitbekommen haben. Aus diesem Grund mussten wir den Trip auch um einen Tag verkürzen, da durch die heftigen Regenfälle viele Straßen unpassierbar waren. Dennoch war dieses eine besondere Erfahrung, da wir trotz Regens die Canyons erkundigt haben und in die Wasserfälle geklettert sind. Eins der schönsten Erlebnisse dieses Trips.
Auf der langen Heimreise haben wir noch einen Stop auf einer alten Schaf-Farm gemacht und hatten dort glücklicherweise doch noch die Chance, den Nachthimmel zu beobachten.
Zusätzlich zum Nord-West Trip wird auch ein Süd-West Trip angeboten. Dank des guten Zeitplans ist es möglich, beide Trips zu machen, da man so wirklich einiges von West-Australien zu sehen bekommt. Der Süd-West Trip konzentriert sich auf die Region Margarethe River sowie Albany im Süden. Neben wunderschönen Stränden, atemberaubenden Sonnenuntergängen und Höhlen, haben wir das Valley of the Giants besucht. Es gab dort riesige, bis zu 80 m hohe Bäume, auf die man sogar drauf klettern konnte. Dank meiner Höhenangst war dies ein sehr großes Abenteuer für mich, welches sich aber definitiv gelohnt hat.

Nützliche Tipps und Empfehlungen

Aus meiner Sicht einige nützliche Tipps und Empfehlungen:

  • Mobilfunk: Ich kann auf jeden Fall Telstra empfehlen. Es gibt für 30, 40 und 50 AUD verschiedene Prepaid Tarife, in denen Internet, Telefon, SMS und sogar ein bisschen Volumen für ausländische Gespräche enthalten sind. Zudem ist Telstra der einzige Anbieter, der meistens auch im Outback funktioniert.
  • Fortbewegung 1: In und um Perth kann man alles recht gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen. Der Betreiber heißt Transperth und die Busfahrkarte (Smartrider card) bekommt man normalerweise in der Universität. Man kann sie mit Geld aufladen und im Bus dann ein- und auschecken. Man zahlt immer nur die Strecke, die man tatsächlich fährt. Häufig gibt es durch die Universität auch noch andere Rabatte. So kostet dann eine Strecke von Fremantle nach Perth etwa 1.20 AUD.
  • Fortbewegung 2: Besonders, wenn man das Nightlife in Perth erleben will, sollte man sich die UBER App zulegen. Dort kann man sich jederzeit ein Taxi an seine aktuelle Position bestellen und da man sein Ziel in der App schon angibt direkt sehen, was man letztendlich bezahlen muss. Je nach Strecke sind das 5-15 AUD.
  • Fortbewegung 3: Möchte man auf eigene Faust einen Roadtrip unternehmen und sich ein Auto mieten wollen, so kann ich Bayswater Car Rental empfehlen. Die Kosten belaufen sich pro Woche auf etwa 400 AUD incl. unbegrenzeten Freikilometer (wichtig!) und Versicherung. Ich habe mich mit 3 Freunden zusammengetan, dann wird es natürlich günstiger! Wichtig: Internationalen Führerschein von Deutschland mitbringen.

Fazit

Zusammenfassend kann ich sagen: Dieser Auslandsaufenthalt war ein großer Schritt für mich und hat sich definitiv gelohnt. Ich habe viele verschiedene Facetten von Australien gesehen, habe gelernt zu schnorcheln und zu surfen, habe auch durch die Universität vieles vom Land und viele coole und nette Leute aus der ganzen Welt kennengelernt. Ich bin mir sicher, dass nicht alle Bekanntschaften verloren gehen. Natürlich hat auch der australische Lifestyle etwas für sich. Die Menschen leben ganz nach dem Motto „no worries“, und das merkt man. Absolut jeder lächelt einen an und ich habe das Gefühl, dass schlechte Laune und Trauer hier nicht zu finden sind. Ich kann nur jedem ans Herz legen, das Land selbst zu besuchen und sich zu überzeugen: „ES LOHNT SICH!!!“

An dieser Stelle möchte ich mich auch noch einmal bei der Ranke-Heinemann Stiftung bedanken, insbesondere für die freundliche und kompetente Vermittlung und Organisation der Bewerbung und Korrespondenz mit der Universität. Ohne diese Unterstützung wäre dies so nicht zu Verwirklichen gewesen und wahrscheinlich viel komplizierter geworden. Vielen Dank dafür nach Essen.
Zum Abschluss habe ich noch ein besonderes Foto. Auf unserem Trip in den Nordwesten Australiens hatten wir an vielen Orten die Chance, den beeindruckenden Nachthimmel Australiens zu sehen. Da die Bevölkerungsdichte so gering ist, gibt es kaum Lichtverschmutzung und man kann die Milchstrasse in ganzer Pracht betrachten.
Ich bedanke mich sehr herzlich fürs Lesen und ich bin mir sicher, jeder, der es mir nachtut und ein Auslandssemester in Australien macht, wird mindestens genauso schöne Dinge  zu berichten zu haben.

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