Filme aus Australien

Viele wissen vielleicht gar nicht, dass bekannte Filme auf dem fünften Kontinent (mit-)produziert wurden, darunter Moulin Rouge, Der große Gatsby (2013) und die beliebten Kinderfilme Ein Schweinchen namens Babe und Happy Feet. Wir möchten Euch einige der beliebtesten Filme aus Australien vorstellen, bei denen Ihr auch so manches über Land und Leute lernt.

Rooftop Cinema Australien

Ein außergewöhnliches Filmerlebnis bietet das Rooftop Cinema in Melbourne

Der erfolgreichste australische Film aller Zeiten ist Crocodile Dundee – Ein Krododil zum Küssen. Nicht nur die Produzenten selbst profitierten von dem Kassenschlager aus dem Jahr 1986, denn der Film wirkte außerdem wie ein Magnet für Down-Under-Touristen. Klischeebehaftet, aber unterhaltsam: Die Komödie erzählt die Geschichte der US-amerikanischen Reporterin Sue Charlton (Linda Kozlowski), die ins australische Outback reist, um über den „Krokodilbezwinger“: Michael J. Dundee (Paul Hogan) zu berichten.

Dundee erfüllt so ziemlich jedes Klischee des rüpelhaften und doch auf seine Art charmanten Outback-Australiers. Als Sue ihn nach New York einlädt, treffen zwei Welten auf einander, denn Dundee war noch nie in einer Stadt geschweige denn einer Metropole wie New York.

Schauspieler Paul Hogan hat übrigens auch die Story zum Film beigetragen. Die Idee kam ihm auf einer Reise nach New York. Er stellte sich vor, was wohl passieren würde, wenn ein Outback-Australier in die Metropole käme. Und so hat Crocodile Dundee, der unter anderem im Kakadu- Nationalpark gedreht wurde, wie kein weiterer Film das Bild des „Krokodil wrestlenden“ Australiers geprägt.

Auf Platz zwei der erfolgreichsten australischen Filme aller Zeiten ist Australia aus dem Jahr 2008 und auch von diesem Streifen profitierte die Tourismusbranche. Der Film mit Nicole Kidman und Hugh Jackman spielt in der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Im Jahr 1939 reist die Engländerin Lady Sarah Ashley (Kidman) ihrem Ehemann nach Australien hinterher. Der Viehtreiber Drover (Jackman) bringt sie zur Rinderfarm der Familie, wo sie ihren ermordeten Ehemann vorfindet. Sarah entscheidet sich, trotzdem in Australien zu bleiben. Auf der Farm lebt ein kleiner Junge namens Nullah (Brandon Walters), den sie schon bald in ihr Herz schließt. Nullahs Mutter ist eine Aborigine, sein Vater ein Weißer. Der Film thematisiert u.a. die Unterdrückung der Aborigines und die Stolen Generation. Damals wurden viele Kinder von Aborigines und Torres Strait Islandern ihren Eltern weggenommen und in staatliche oder kirchliche Institutionen gesteckt. Dieses Schicksal droht auch Nullah....

Wer mehr über das Thema der Stolen Generation lernen möchte, dem sei der Film Long Walk Home (Originaltitel: Rabbit-Proof Fence) sehr zu empfehlen. Der Film beruht auf einer wahren Begebenheit, die in dem Buch von Doris Pilkington Garimara dokumentiert ist. Die Autorin erzählt darin die Geschichte ihrer Mutter Molly Craig. Molly (Everlyn Sampi), ihre Schwester Daisy (Tianna Sansbury) und ihre Cousine Gracie Fields (Laura Monaghan) leben mit ihren Müttern in dem abgelegenen Ort Jigalong in Western Australia. Die Kinder haben weiße Väter und der Bundesstaat nimmt sie ihren Müttern weg und verfolgt damit das Ziel, die Kinder von ihren Wurzeln zu entfernen. Die Mädchen werden in ein Heim in der Nähe von Perth gebracht, welches 1500 km von ihrem Heimatort entfernt ist. Doch die drei finden sich nicht einfach mit ihrem Schicksal ab, sondern nehmen Reißaus. Zu Fuß machen sie sich auf den langen Weg zurück nach Hause, immer entlang des Rabbit-Proof Fence, der errichtet wurde , um die Kaninchenplage in Australien einzudämmen...

Der Film Ten Canoes bringt dem Zuschauer die Kultur der Aborigines näher. Es ist der erste Film, der komplett in einer Aborigine-Sprache, in Yolngu Matha, gedreht wurde. Er spielt in Arnhemland zu einer Zeit, bevor die ersten Europäer nach Australien kamen. Mal humorvoll, mal ernst erzählt Ten Canoes die Geschichte einer Gruppe von Männern, die Gänseeier sammeln. Der Älteste der Gruppe, Minygululu (Peter Minygululu), erzählt dem jüngeren Dayindi (Jamie Gulpilil) die Geschichte eines anderen jungen Mannes, der in die Frau seines Älteren Bruders verliebt war...

Wussten Sie eigentlich, dass der allererste Spielfilm in voller Länge in Australien gedreht wurde? Die Geschichte der Kelly-Bande (englisch: The Story of the Ned Kelly Gang) aus dem Jahr 1906 war mit über einer Stunde Laufzeit der damals längste Film der Welt. In dem Western geht es, wie der Name schon sagt, um den berühmt-berüchtigten Ned Kelly und seine Bande, die im 19. Jahrhundert in Victoria als Bush Ranger lebten, um sich vor der Polizei zu verstecken. Der Film, der mit einem Budget von etwa $2250 gedreht wurde, war äußerst erfolgreich, löste aber zugleich Kontroversen aus, weil in ihm eine „Glorifizierung von Kriminellen“ gesehen wurde. Deshalb wurde der Film im Bundesstaat Victoria verboten. Heute existieren nur noch wenige Minuten des damaligen Films. Dafür gibt es unzählige weitere Verfilmungen der Geschichte von Ned Kelly. Die neueste Filmproduktion heißt Gesetzlos – Die Geschichte des Ned Kelly (Originaltitel: Ned Kelly). Den Bush Ranger selbst verkörperte in diesem Film Heath Ledger, und auch andere bekannte SchauspielerInnen wirkten mit, darunter Orlando Bloom, Geoffrey Rush und Naomi Watts.

In der Komödie The Castle lernen sie zwar nichts über die Geschichte Australiens, dafür aber eine ganze Menge über den typisch australischen Humor. Es ist der australische Kultfilm schlechthin, und wer ihn nicht kennt, erntet hierzulande ungläubige Blicke. Der Film erzählt die Geschichte der Kerrigan-Familie aus Melbourne, deren Haus einer Erweiterung des benachbarten Flughafens weichen soll. Doch die Behörden haben nicht mit der Hartnäckigkeit von Familienoberhaupt Darryl (Michael Caton) gerechnet, der sich nicht so einfach aus seinem Zuhause vertreiben lässt. Gemeinsam mit dem inkompetenten Anwalt Dennis Denuto (Tiriel Mora) nimmt er den Kampf mit den Behörden auf.

Der Film ist u.a. deshalb bei Australiern so beliebt, weil er das Leben einer ganz normalen Arbeiterfamilie erzählt, die sich nicht von Schwierigkeiten unterkriegen lässt: eine Eigenschaft, die in Australien sehr geschätzt wird. In einer Nebenrolle zu sehen ist übrigens der junge Eric Bana.

Wer typischen australischen Humor mag, dem wird auch Kenny gefallen. Die Komödie aus dem Jahr 2006 ist im Stil einer fiktiven Dokumentation gedreht und zeigt das Leben des Klempners Kenny Smith (Shane Jacobson). Kenny ist ein gutmütiger und grosszügiger Mann aus Melbourne, der sich mit allerlei Problemen herumschlagen muss; sei es mit seinem ständig nörgelnden Vater, dem es so gar nicht gefällt, dass sein Sohn bei einem Toilettenverleih arbeitet, oder mit Rowdys, die bei einem Autorennen die Toiletten in Brand stecken. Doch Kenny lässt sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen....