Eine wundervolle Zeit

Brigitte Friedrich | Jura-Studentin


Wo
The University of Auckland

Zeitraum
2016

Was
Introduction to Common Law; Financial Economics; International Finance; Modern Invest Theory and Mgmt

Studienprogramm
Auslandssemester

Förderung
IRH-Förderprogramm

31.07.2016

Auslandssemester in Neuseeland

Strand Studium Neuseeland

„Wieso genau Neuseeland?“ Das ist die Frage, mit der man als erstes konfrontiert wird, wenn man darüber nachdenkt dorthin zu gehen oder schon dort ist.

Genau mit dieser Frage werde ich hier auch anfangen.

Mal abgesehen von der atemberaubenden Natur, habe ich mich für Neuseeland entschieden, weil es eine Möglichkeit war zu erleben, wie es ist auf sich alleine gestellt zu sein. Ich wollte erleben, wie es ist von 0 anzufangen und sich ein anderes Leben aufzubauen.

Genau das durfte ich am eigenen Leib erfahren.

Ich habe dieses Experiment gemeinsam mit meinem Freund gemacht. Wir haben zusammen gewohnt und auch zusammen studiert.

Das Erlebnis war wie das Tongariro Alpine Crossing, welches wir während unseres Aufenthalts in Neuseeland gemacht haben.

Es fing mit der Bewerbung an.

1. Die Bewerbung

Die Bewerbung war zu vergleichen mit dem kleinen Weg, der einem zu dem Berg führt den man erklimmen möchte. Der Weg hatte keine Steigung und war auch nicht anstrengend. Mithilfe des Ranke-Heinemann-Instituts war es wirklich einfach und war auch schon mit dem Einreichen der Bewerbungsunterlagen fast abgeschlossen. Große Hindernisse gab es hier nicht zu überwinden.

2. Die Wohnungssuche

Das erste Hindernis des Tongariro Walks waren die Devil Stairs und ja es war genau so anstrengend wie es sich anhört. Es war der anstrengendste Teil des ganzen Walks, da es lediglich steil bergauf ging und man kaum die Möglichkeit hatte zu verschnaufen.

Die Wohnungssuche war auch das anstrengendste Hindernis. Wir waren auch nicht darauf vorbereitet, dass es so anstrengend werden würde. Da wir uns leider zu spät für einen Platz im Studentenwohnheim beworben haben, blieb uns die Wohnungssuche nicht erspart.

Uns wurde empfohlen die Wohnung via Trademe zu suchen und das war auch das einzige was uns wirklich empfohlen wurde. Es war nicht möglich von Deutschland aus eine Wohnung zu suchen, da man sich mit einer deutschen IP-Adresse nicht anmelden konnte. Also haben wir uns erst einmal ein Zimmer auf Airbnb gebucht und wollten dann von dort aus schauen.

Da der Lebensstandard in Neuseeland nicht mit dem deutschen Lebensstandard zu vergleichen ist, war es schwierig auf anhieb eine gute/akzeptable Wohnung zu finden. Aber die Tage vergingen und nach etlicher Recherche haben wir endlich eine tolle Wohnung gefunden. Wir haben ein Raum bei einer älteren Dame gemietet, die direkt im CBD gewohnt hatte.

Falls man aber nicht direkt in der Stadtmitte wohnen möchte, ist Mount Eden ein wirklich schöner Ort. Er ist sehr ruhig und sieht in etwa so aus, wie man einen Vorort aus amerikanischen Filmen kennt.

Der wichtigste Tipp ist hier: immer hartnäckig bleiben!

Die Devil Stairs wird man irgendwann erklimmen und niemand kann einem wirklich dabei helfen. Jedoch sollte man immer weiter machen (vor allem, weil es kein Zurück mehr gibt!)

2. Das Leben in Auckland

Nachdem wir die Devil Stairs bewältigt haben, gab es wieder einen sehr entspannten Walk, genau so wie das Leben in Auckland auch war, nachdem wir endlich eine Wohnung gefunden haben. Man konnte sich die Umgebung sehr genau anschauen, viele Eindrücke gewinnen und man hatte Zeit viele Fotos zu machen. Es war eine Mischung aus Wüste und Vegetation.

Das Leben in Auckland war jedoch eine Mischung aus neuseeländischer und asiatischer Kultur, da es dort viele Menschen gab, die aus dem asiatischen Raum stammen. Doch diese beiden Kulturen haben sich so schön miteinander vermischt, dass da fast eine eigene Kultur daraus wurde. Mein Freund und ich waren glücklich, dass wir so viele Eindrücke auf einmal sammeln konnten. Außerdem fällt auf, dass es sehr viele Touristen gibt.

Doch die Atmosphäre auf den Straßen war entspannt. Es hatte nichts von einer normalen Großstadt mit den gestressten Menschen. Die Menschen gehen es dort entspannt an und sitzen morgens meist in Cafés. Sie trinken noch Kaffee bevor sie morgens in den Tag starten und legen sehr viel wert auf ihre Tea Time.

Die Menschen in Neuseeland legen nicht nur sehr viel Wert auf Kaffee, sondern auch auf Essen. Ich würde jedem empfehlen, sich vorher 3-4 gute Restaurants auszusuchen, die man ausprobieren möchte und das auch zu tun, denn wenn man dort angekommen ist, wird man von dem Angebot erschlagen und weiß nicht, wo man anfangen soll.

Das beste Restaurant, welches Burger anbietet, war Fokker Bros.

3. Die Universität

Die Universität war ein nächstes großes Hindernis was gemeistert werden musst. Es war der Weg zum Red Crater. Auch wenn die Devil Stairs von den Höhenmetern schwieriger erschien, hatten wir das Wetter nicht mit einkalkuliert. Wir hatten leider das Pech, dass die Windstärke knapp 50km/h betrug. Desto höher man kam, desto stärker wurde der Wind und desto eher musste man aufpassen, nicht weggeweht zu werden.

Der Inhalt der Vorlesungen hat uns auch mit einer Windstärke von 50 km/h erwischt. Wir haben den Inhalt und die Masse des Inhalts, welcher während der Vorlesungen besprochen wird unterschätzt. Es war schwieriger als ich es mir hätte jemals vorstellen können.

Ich habe leider die Vorlesungen danach ausgesucht, was mir am meisten Spaß machen könnte und habe nicht darauf geachtet, was ich inhaltlich wirklich meistern könnte. Deshalb habe ich viel Zeit in der Bibliothek verbracht und habe dort verzweifelt versucht alles nachzuarbeiten, was mir an Inhalt für die Vorlesung fehlt. Dies raubte mir viel Zeit für andere, schönere und im Nachhinein auch wichtigeren Dinge.

Da ich momentan eine Fachhochschule besuche und meinen Stundenplan vorgegeben bekomme, war es eine komplett neue Erfahrung für mich, herauszusuchen, welche Vorlesungen ich besuchen möchte und welche nicht.

Auch, wenn ich nur 4 Vorlesungen in diesem Semester hatte, musste ich für die einzelnen Vorlesungen viel mehr machen (Assignments, Mid-Term Tests, etc.). Dies war eine komplett neue Erfahrung für mich, da ich an meiner Fachhochschule nur die Klausuren schreiben musste und meine Endnote auch nur von dieser Klausur abhängig ist.

Die Universität unterschied sich auch optisch von meiner Fachhochschule in Deutschland. Der City Campus war so groß, sodass ich mich regelmäßig verlaufen habe und es in der ersten Woche auch mal eine halbe Stunde gedauert hat, bis ich den Raum gefunden habe, in dem ich meine Vorlesung haben werde. Der Vorteil an dem orientierungslos herumirren ist, dass man wirklich viel von der Universität sieht und auch einige Leute kennenlernt, da man immer jemanden fragen sollte, wo man den nächsten Raum finden könnte. Das ist ein netter Einstieg für Konversationen gewesen.

Auch, wenn ich fast ausschließlich Business-Kurse gewählt habe, durfte ich die Räume in der Biologie-Fakultät, der medizinischen Fakultät und auch der Fakultät der Ingenieure besuchen, da man die Business-Kurse nicht ausschließlich in der Business-Fakultät hatte.

Es hat wirklich lang gedauert bis wir die Spitze des Red Craters erreicht habe, aber es war es wert, denn das Gefühl oben angekommen zu sein und es geschafft zu haben, war unbeschreiblich.

4. Reisen

Das Reisen war vergleichbar mit dem Weg vom Red Crater runter zum Carpark. Es war entspannt und man konnte endlich was von der Umgebung mitbekommen. Man musste sich nicht mehr darauf konzentrieren hochzukommen und man musste gegen nichts mehr ankämpfen.

Um wirklich sorglos zu reisen, sollte man sich aber entweder vor oder nach dem Semester Zeit nehmen, da wir in unserem Fall nur zwei Wochen Ferien während des Semesters hatten.

Wenn man außerhalb von Auckland unterwegs ist, fällt einem endlich auf, was Neuseeland ausmacht und wieso jeder, der dort gewesen ist, so davon spricht. Wir konnten aus zeitlichen Gründen lediglich die Nordinsel besuchen, doch das war wunderschön genug.

Es war eine Mischung aus Caves, Wasserfällen und langen Spaziergängen durch Nationalparks. Viele Bilder, die man gesehen hat, haben sich wiederholt, denn ein Wasserfall ist nur ein Wasserfall. Jedoch war jeder Wasserfall etwas besonderes und jeder Wasserfall war es wert, ihn einmal gesehen zu haben.

Weitere Empfehlungen von mir: Cape Reinga (während des Sonnenuntergangs), Hobbinton und Tongariro Alpine Crossing. Eher weniger empfehlenswert waren die Waitomo Glowworm Caves, da sie wirklich sehr auf Touristen ausgelegt sind und das Preis-Leistungsverhältnis deshalb nicht ganz stimmt.

Wir haben uns nach dem Semester noch Zeit genommen und sind nach Australien gefahren. Ich kann jedem wirklich nur empfehlen auch noch einmal die „Nachbarn“ zu besuchen, wenn man die Möglichkeit dazu hat.

5. Unterstützung durch das Ranke-Heinemann-Institut

Das Ranke-Heinemann-Institut war die Ausrüstung, die man für den Tongariro Walk hatte. Sie waren die Wanderschuhe, das Wasser, die Wanderstöcke und auch der Müsliriegel, den man zwischendurch zu sich genommen hat.

Sie gaben Kraft, haben das Laufen erleichtert und waren immer da. Man darf jedoch nicht erwarten, dass das Ranke-Heinemann-Institut einem die komplette Arbeit abnimmt, da sie lediglich als Unterstützung dienen. Jedoch waren die Damen, die uns unterstützt haben immer da, wenn man sie brauchte und auch als wir schon in Neuseeland waren, waren sie immer leicht zu erreichen. Auch hatten sie immer Verständnis für die Probleme und haben jede noch so kleine, dumme Frage beantwortet, ohne einem das Gefühl zu geben, dass man diese Frage nicht hätte stellen sollen.

Ich kann jedem nur wirklich empfehlen die Unterstützung durch das Ranke-Heinemann-Institut in Anspruch zu nehmen und in vielen Fällen sollte man sie auch der Unterstützung der eigenen Universität vorziehen, da die, die dort arbeiten sehr erfahren wirken und wahrscheinlich Fragen besser beantworten kann, als die eigene Hochschule.

6. Fazit

Alles in Allem war es eine wundervolle Zeit, die ich mit meinem Freund gemeinsam erleben durfte. Wir hatten viele Hindernisse, die wir zu meistern hatten. Jedoch haben wir jedes Hindernis überwunden. Es gab viele schöne Momente, die man erleben konnte. Wir haben viele nette Leute kennengelernt und sind wirklich froh, dass wir das Auslandssemester gemacht haben.

Die Anstrengung hat sich definitiv gelohnt, da das Gefühl, das Auslandssemester durchgezogen zu haben und es geschafft zu haben, unbeschreiblich ist und jeder dieses Gefühl einmal im Leben spüren sollte.

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