Auslandssemester in Neuseeland

Nadja Wilmanns | Maschinenbau-Studentin aus Aachen


Wo
University of Canterbury

Zeitraum
2016

Was
Engineering

Studienprogramm
Study Abroad

Förderung
IRH Förderprogramm

31.07.2016

Jederzeit wieder!

Tongariro Nationalpark

 

Das erste Semester in 2016 habe ich als Auslandsemester in Christchurch, Neuseeland, an der University of Canterbury verbracht. Es war schon immer mein Traum einmal Neuseeland zu bereisen, weil ich bis jetzt immer nur Gutes über dieses Land mit wunderschöner Landschaft und super freundlichen Menschen gehört hatte. Meine Erwartungen wurden definitiv nicht enttäuscht. Ein Auslandsemester ist für mich die perfekte Art ein Land kennenzulernen. Durch das Studium lernt man gleichalte und auch einheimische Menschen kennen. Außerdem war es mir sehr wichtig, dass ich für das halbe Jahr einen Platz habe, an den ich immer wieder zurückkommen kann.

 

Ich habe mich im Internet informiert und bin nach ein wenig Suche auf die Stiftung Institut Ranke-Heinemann gekommen. Hauptsächlich hat mich die Erstattung von 10% der Studiengebühren dazu bewegt, mich für diese Organisation zu entscheiden.

Letztendlich war ich aber sehr zufrieden und habe mich gut beraten gefühlt. Obwohl ich mir eigentlich schon ziemlich sicher war, in dem was ich wollte. Wegen des Standorts im Zentrum der Südinsel, die landschaftlich beeindruckender ist als die Nordinsel, wollte ich unbedingt in Christchurch studieren. Die UC stellte sich als perfekte Uni für aller Arten an Ingenieurstudiengängen dar.

Dennoch ist das Lehr-System in NZ sehr unterschiedlich zu dem deutschen. Normalerweise studiere ich in Aachen Maschinenbau. Hier ist es normal mit über 1000 Studenten im Hörsaal zu sitzen. Einen Professor hatte ich vor diesem Semester noch nie selbst gesprochen. Das hat sich nun geändert. Die UC ist zwar für neuseeländische Verhältnisse in Maschinenbau mit ca. 300 Leuten im Jahrgang ziemlich groß, kam mir aber unglaublich klein vor. Ich hatte mich entschieden nur drei Fächer zu belegen, da ich auch viel reisen und meine Zeit genießen wollte. Letztendlich habe ich sogar nur zwei von den Fächern zu Ende geführt. Das hatte vor allem den Grund, dass die Uni in Neuseeland viel verschulter ist als bei uns und vor allem die Ingenieurfächer sehr viele Projekte, Hausaufgaben und Abgaben während des Semesters haben, sodass ich andererseits das Gefühl gehabt hätte, nicht genug Zeit dafür zu haben, das Land auch wirklich kennenzulernen. Allerdings hatten meine Freunde, die hauptsächlich Geisteswissenschaften studiert haben, nahezu nichts zu tun.

Durch dieses sehr andere System habe ich sehr viel gelernt. Mein Studiengang zu Hause ist sehr theoretisch, in NZ wird viel praktischer gelehrt. Dadurch haben sich meine CAD Fähigkeiten deutlich verbessert und ich habe viel Zeit im Computer-Lab verbracht. Mein theoretisches Wissen nach dem vierten Semester in Deutschland entsprach ziemlich genau dem Stand eines Studenten im vierten und letzten Jahr. Das heißt, dass ich leider nur 400er Kurse belegt habe. Auch wenn die Einheimischen sehr nett und vor allem hilfsbereit zu mir waren, wenn ich mal wieder Probleme mit einem Programm hatte, hatten sie schon ihre festen Freundeskreise, was sehr schade war.

Meine Freunde, die ich in Christchurch gefunden habe, waren tatsächlich hauptsächlich Amerikaner. Ich hatte mich entschieden in Appartements der Uni zu wohnen, obwohl diese deutlich teurer waren. International Students werden vorwiegend in Ilam Appartements untergebracht, sodass man sich schnell kennenlernt. Der Gemeinschaftsraum ist wunderschön eingerichtet und die Wohnungen selbst sind auch noch sehr modern. Allerdings ist die Küche sehr sparsam und enttäuschend eingerichtet. Es gibt keinen Ofen und die Pfannen und Töpfe waren nach zwei Wochen nicht mehr zu benutzen. Es gab auch eine andere Art der Ilam Appartements, in der ein Freund von mir untergebracht war. Diese hatten eine normale Küche und sogar eine eigene Waschmaschine für die wir zahlen mussten. Im Nachhinein würde ich empfehlen sich unabhängig von der Uni ein Zimmer zu suchen, da man auch so sehr schnell Leute kennenlernt und diese viel günstiger sind.

Sehr zu empfehlen, vor allem, um wirkliche Kiwis kennenzulernen, ist sich in einem Club zu engagieren. Der Hiking Club ist sehr beliebt, besteht aber auch Großteils aus Internationalen. Ich habe mich bei den Cheerleadern angemeldet, die mich sehr herzlich willkommen geheißen haben, obwohl ich nur so kurz dabei war. So habe ich einige Kiwis und gute Freunde kennengelernt, mit denen ich sicher Kontakt halten werde.

Zusammenfassend möchte ich sagen, dass ich mein letztes Jahr so wie ich es gemacht habe, zu jeder Zeit wieder machen würde. Ich bin viel gereist, habe viel gesehen und gelernt. Die Menschen sind viel entspannter und freundlicher als wir es von zu Hause gewohnt sind. Das färbt ab und man lernt seine Zeit besser für sich zu nutzen und zu genießen.

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