Alles in allem war das Auslandssemester ein genialer Erfolg

Sebastian Föhst | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Was
Energietechnik

Studienprogramm
Auslandssemester

Förderung
IRH Förderprogramm

31.07.2016

Auslandssemester an der UNITEC

Ausblick Neuseeland

Als mich waehrend der Klausurenphase meines 2. Mastersemesters (September 2015) die Idee ueberkam, noch ein Auslandssemester zu absolvieren, war ich relativ planlos wann und wo ich anfangen sollte. Ich wusste nur von vielen Kommilitonen dass man sich so frueh wie moeglich und am besten ein Jahr im Voraus kuemmern sollte. Dass es wohl fuer das Wintersemester 2015/16 nicht mehr klappen wuerde war klar. Mein erster Weg fuehrte mich ins International Office meiner Heimatuni, wo ich mich zunaechst grundsaetzlich ueber die Moeglichkeiten informierte. Dort teilte man mir mit, dass es wohl noch einzelne Austauschplaetze fuer das Sommersemester 2016 gaebe, bei denen keine Studiengebuehren anfallen wuerden. Allerdings bestuende auch die Moeglichkeit mit Ranke Heinemann und reduzierten Studiengebuehren nach Australien oder nach Neuseeland zu gehen. Dabei wurde ich gleich hellhoerig, dachte ich doch dass es relative schwierig werden wuerde, kurzfristig an ein so populaeres Ziel zu kommen. Zusaetzlich erfuhr ich auch noch dass das Auslandsbafoeg mir die Moeglichkeit bieten wuerde, einen weiteren grossen Teil der Studiengebuehren zu finanzieren, was das Vorhaben gleich viel realistischer werden lies.

Mein naechster Schritt war die Kontaktaufnahme zu dem Institut Ranke-Heinemann, wo ich mich ueber Bewerbungsfristen- und chancen informierte. Auch dieses Gespraech verlief recht positiv und ich erfuhr dass ich noch ca. einen Monat Zeit hatte, die Bewerbungsunterlagen zusammenzutragen. Dazu gehoerte auch das Beantragen eines Reisepasses, den ich vorher noch nicht besessen hatte. Bei der Erstellung der Bewerbungen musste ich direkt eine Auswahl an gewuenschten Kursen angeben, was zunaechst garnicht so einfach war, da es etwas unuebersichtlich war, herauszufinden, welche Kurse im betreffenden Semester angeboten wurden und fuer mich in Frage kamen bzw. ob ich die Voraussetzungen erfuellte. Dabei half mir der online chat der UNITEC in Auckland relativ viel weiter. Nachdem ich dann die Bewerbungsunterlagen abgeschickt und mich fuer Auckland – Neuseeland entschieden hatte, ging eigentlich alles recht schnell voran. Ich bekam ein Studienplatzangebot der UNITEC per email und die Zahlungsaufforderung der Studiengebuehren zugesendet. Ausserdem wurde auf die Noetigkeit einer Krankenversicherung und der Beantragung des Visums hingewiesen.

Bei der Krankenversicherung erwies sich die von der UNITEC vorgeschlagene Versicherung als optimal, da diese relativ guenstig und unkompliziert abzuschliessen war und ausserdem noch eine Versicherung fuer Mietwagen ohne Selbstbeteiligung bot, durch die ich vor Ort viel Geld sparen konnte.

Die Studiengebuehren bezahlte ich dann telefonisch per Kreditkarte (empfehlenswert im Vergleich zu internationaler Ueberweisung, weil tendenziell weniger Gebuehren anfallen) und aktzeptierte so mein Studienplatzangebot. Gleichzeitig kuemmerte ich mich auch um die Buchung eines Fluges. Im Nachhinein wuerde ich allerdings keinen Return Flug mehr buchen, sondern lieber einen One Way Flug, da sich auch bei vielen Bekannten die Reiseplaene doch oft noch aendern und man z.B. ueber Asien heimfliegen moechte um dort noch ein paar Wochen zu stoppen. Leider bot meine Fluggesellschaft keine Moeglichkeit, eine derartige Aenderung vorzunehmen, so dass ich den direkten Heimflug nahm.

Das Visum beantragte ich als letztes, da ich zunaechst dachte die Krankenversicherung muestte vorher abgeschlossen sein, was sich aber als falsch erwies. Ich musste lediglich versichern, mich rechtzeitig um eine Krankenversicherung zu kuemmern. Da ich nur noch ca. einen Monat Zeit hatte bevor der Flug nach Neuseeland ging, hatte ich ein etwas mulmiges Gefuehl und hoffte, dass das Visum rechtzeitig erteilt wuerde. Allerdings lief die Erteilung erstaunlich schnell innerhalb weniger Tage ab, was wohl an dem neuen elektronischen Verfahren lag, das kein Einsenden des Reisepasses erforderte.

Blieb noch die Aufgabe uebrig, sich um eine Unterkunft zu kuemmern. Ich hatte bereits mit vielen Freunden ueber deren Auslandssemester geredet und einige Erfahrungsberichte wie diesen im Internet gelesen und mich dafuer entschieden, erst vor Ort nach einer Unterkunft zu suchen. Die von der UNITEC angebotetenen Unterkunftsmoeglichkeiten waren zwar vielfaeltig und waeren vermutlich die einfacherere Moeglichkeit gewesen, ich wollte aber doch lieber etwas guenstiger und moeglichst mit Locals in einer WG zusammenwohnen. Also buchte ich fuer die ersten paar Tage nach dem Flug ein Hostel in Auckland und wollte von dort aus nach einer WG suchen. Im Endeffekt lebte ich dann ca 5 Wochen in dem Hostel bis ich eine schoene guenstige Wohnung fand, allerdings moechte ich diese Zeit nicht missen, da ich hier sehr viele neue Erfahrungen gemacht und Freunde gefunden habe. Zudem war es eine relativ guenstige Moeglichkeit unterzukommen, vor allem weil ich fast jedes Wochenende auschecken und herumreisen konnte, ohne fuer die Unterkunft in Auckland zu bezahlen. Natuerlich ist es relativ schwierig in einer Hostel Umgebung zu lernen und mit meinem vielen Gepaeck war es auch relativ anstrengend immer wieder aus und einzuziehen. Die Situation besserte sich allerdings schon stark, als ich ein guenstiges Auto (absolut empfehlenswert!) fand, wo ich zumindest einen Grossteil meiner Sachen lassen konnte. Nach 5 Wochen fand ich dann in einer Facebook Gruppe zur Wohnungssuche in Auckland die perfekte Wohung 5min Fussweg von der Unitec, mit drei neuseelaendischen Studenten zu einem relativ bezahlbaren Preis von 160 NZD die Woche. Dort hatte ich mein eigenes Zimmer, ein riesiges gemuetliches Wohnzimmer, einen Garten mit Grill und eine top ausgestattete grosse Kueche. Die Wohnung lag zwar etwas vom Zentrum Aucklands entfernt, dafuer sehr nah an der UNITEC, was sich als sehr praktisch erwies.

2. Leben und Studieren in Australien

Auckland ist der Ballungsraum in Neuseeland mit ca. 1,3 Millionen Einwohnern. Die groesse merkt man der Stadt aber nur an, wenn man versucht komplett rauszufahren oder sich in der Innenstadt mit den Hochhaeusern befindet. Die meisten anderen Stadtteile bestehen meist aus vorstadtartigen max einstoeckigen Wohnaeusern mit eigenem Garten. Auch die breiten Strassen zeigen, dass die Stadtplanung hier viel weniger mit platzproblemen zu kaempfen hatte als in Deutschland. Es gibt viele schoene Parks und Huegel/Berge, von denen besonders der Mount Eden sehenswert ist, von dem man einen super Blick ueber die ganze Stadt hat. 

Oeffentlicher Verkehr beschraenkt sich hauptsaechlich auf Busse und eine Bahnlinie, die ganz gut funktioniert wenn man zufaellig in deren Einzugsgebiet wohnt. Es geht zwar ohne eigenes Auto, ich wurde aber definitiv empfehlen sich eines zu besorgen, dadurch fallen Reisen durch ganz Neuseeland gleich um ein vielfaches leichter. Das Prozedere in Neuseeland zum Kauf und der Registrierung eines Autos sind um ein vielfaches einfacher als in Deutschland und koennen locker innerhalb von einer Stunde auf dem Postamt erledigt werden. Die Autoversicherung ist auch deutlich guenstiger als in Deutschland und kann einfach online abgeschlossen werden.

Das Studium war recht durchorganisiert, es wurde sich von Anfang an viel um die internationals gekuemmert (Orientation Weeks) um den Einstieg und das Zurechtfinden moeglichst einfach zu machen. Dazu gehoerten auch viele Veranstaltungen am Campus bei deinen um Mietglieder in verschiedenen Uni Clubs geworben wurde. Dabei gab es auch relativ haeufig umsonst ein Mittagessen fuer die Studenten. Am Anfang bestand auch die Moeglichkeit, zwei Wochen lang die Kurse zu testen und Aenderungen am Enrolment vorzunehmen. Dabei fand ich es besonders gut, dass ich nun persoehnlich mit den Leitern der Departements oder Programme reden konnte um fuer mich geeignete Kurse zu finden. Somit warf ich im Endeffekt mein komplettes Programm, welches in von zuhause aus gewaehlt hatte fuer noch interessantere Kurse ueber den Haufen und bekam eine Mischung die mir sehr gut gefiel. Unter anderem bekam ich die Chance, ein praktisches technisches Projekt durchzufuehren, bei dem es darum ging mit einer eigenen Idee aufzukommen, diese in einer Praesentation vorzustellen und das Ganze durchzufuehren und zu protokollieren. Dabei bekam ich vielerlei Hilfestellung von meinem Projektbetreuer und dem Automotive Departement der UNITEC. Mein Projekt diente der Veranschaulichung der Funktionsweise der Kommunikation von Steuergeraeten in Kraftfahrzeugen und sollte nach Fertigstellung in der Lehre eingesetzt werden. Dazu hatte ich 4 Microcontroller eingesetzt, welche unterschiedliche Aufgaben erfuellten (Ansteuerung von Ruecklichtern, Rueckfahrsensor, Scheinwerfer, Fensterheber, Scheibenwischer, Lichtsensor etc.) und deren Aktionen ueber das Kommunikationsnetwerk via CANBUS koordiniert wurden. Dieses Projekt bereitete mir sehr viel Spass, da ich in diesem Feld von Haus aus schon interessiert war. Ausserdem haette ich an meiner Heimatuni wohl nie die Moeglichkeit bekommen, etwas derartiges durchzufuehren. Alles in allem war das studieren an der UNITEC eine wirklich gute Gelegenheit fuer mich, meine Interessengebiete weiter zu verfolgen. Die Atmosphaere dort war typisch neuseelaendisch entspannt und extrem hilfsbereit, was das Studium sehr angenehm machte.

3. Reisen und Freizeit

Wie bereits erwaehnt, wollte ich moeglichst viel von Neuseeland sehen, wenn ich schon einmal am anderen Ende der Welt war und so versuchte ich jede freie Minute mit Reisen zu verbringen. Die UNITEC bot die Moeglichkeit, einige coole Reisen direkt am Anfang zu buchen, die auch recht empfehlenswert waren. Ich wollte dagegen lieber mein eigenes Ding machen und mein Auto voll ausnutzen, so dass ich wir fast jedes Wochenende mit ein paar Gleichgesinnten die Umgebung erkundeten. In der Umgebung von Auckland sind besonders die Westkueste mit dem umwerfend schoenen Surferstrand in Piha, die Waitakere Ranges zum hiking, die Coromandel Halbinsel und der etwa 2h entfernt liegende beruehmte Surferort Raglan zu empfehlen. In Raglan verbrachte ich schon wenige Tage nach meiner Ankunft 4 Naechte und machte einen Surfkurs. Das Oertchen ist voll mit entspannten Surfern und bietet so eine laessige Atmosphaere die man nicht oft findet. Allerdings war es relativ schwierig, dort kurzfristig ein Hostel zu finden, weshalb ich auf einen Campingplatz ausweichen musste.

Meine zweite Reise brachte mich nach Napier, ganz im Suedosten der Nordinsel, wo eine Bekannte auf einer der vielen Plantagen arbeiten wollte. Da ich fuer dieses Wochenende noch nichts vor hatte, erklaerte ich mich kurzerhand mit dem spontanen Roadtrip einverstanden und fuhr mit nach Napier. Dort gab es zwar bis auf viele Wasserfaelle im Umland und einige nette hikes nicht viel zu machen, wir verbrachten aber eine super Zeit in einem Hostel voller Work&Traveller die am Wochenende sehr gerne etwas feierten.

Als naechstes organisierten wir unter den Austauschstudenten einen Trip auf die Coromandel Halbinsel die von Auckland in ca 2h mit dem Auto erreichbar ist. Wir waren fast 20 Teilnehmer und reisten mit 4 Autos an, fanden aber trotzdem relativ kurzfristig alle in einem Hostel Platz. Dort war auf jeden Fall der Hot Water Beach eine Hauptattraktion. Hier befinden sich heisse Quellen direkt am Strand und man kann sich bei Ebbe seinen eigenen Hot Water Pool graben. Der Andrang war zwar relativ gross, aber mit etwas Geduld bekam man doch relativ schnell einen guten Platz ab. Ausserdem ist noch die "Cathedral Cove" besonders sehenswert, ein traumhafter Strand der ueber einen hoehlenartigen Durchgang erreichbar ist. Ausserdem gab es noch geniale Hikes und einen Wasserfall im Inland, die auf jeden Fall einen Besuch wert waren.

Da mir im Hostel in Auckland alle Backpacker stets begeistert von der Suedinsel erzaehlten, aenderte ich meinen uerspruenglichen Plan, die Suedinsel erst nach dem Ende des Semesters zu besuchen und plante bereits waehrend der relativ kurzen Osterferien einen Trip dort hin. Zusammen mit drei Kiwis, die in einer WG in Auckland wohnten und die ich ueber andere Hostelgaeste kennengelernt hatte, flogen wir fuer einen 8-Tages Trip auf die Suedinsel zunaechst nach Nelson. Direkt in der Naehe befindet sich der Abel Tasman Nationalpark mit traumhaften goldenen Straenden, den man definitiv einmal gesehen haben sollte. Der Nationalpark ist hauptsaechlich per Wassertaxi oder zu Fuss erreichbar und fast komplett von der Zivilisation abgeschnitten. Wir machten dort eine drei Tages Wanderung und hatten den kompletten Proviant sowie Zelt, Schlafsack und Isomatte dabei. Das war im Prinzip meine erste derartige Wanderung und ich war hellauf begeistert von dem Gefuehl. Das einzige Problem waren meine erst kurz zuvor erworbenen Wanderschuhe, die ich vorher lieber mal einlaufen haette sollen um die Tour weniger schmerzhaft zu gestalten. Dafuer wurde man mit atemberaubenden Aussichten, Zeltplaetzen direkt am Strand mit Lagerfeuer und einem absolut beeindruckendem Sternenhimmel belohnt.

Die Tour ging danach weiter mit dem Trans Alpine Train von Greymouth bis Christchurch und von dort mit dem Mietwagen ueber Wanaka, Queenstown nach Dunedin von wo aus wir wieder zurueckflogen. Christchurch war nicht ganz so empfehlenswert, da immernoch ein Grossteil der Stadt eine riesige Baustelle wegen des grossen Erdbebens vor 5 Jahren war. 

In Wanaka sollte man auf jeden Fall den Roys Peak hike machen, der mich so beeindruckte, dass ich in zweimal machte. Die geniale Aussicht auf die umliegenden Berge und den Lake Wanaka ist einfach unschlagbar und der anstrengende ca. 2-3h dauernden Aufstieg ist es definitiv wert. Ein befreundeter Fotograf schlug dort oben sogar sein Zelt auf um den Sonnenauf- und Untergang sehen zu koennen, was ihm spektakulaere Bilder einbrachte. Queenstown bietet fuer alle Party- und Actionfreunde genau das richtige. Hier kann man super feiern gehen und alle erdenklichen Action- und Adventure Touren unternehmen. Dazu gehoert natuerliche Bungee Jumping, Skydiving aber auch Mountainbiking, Jetboattouren und vieles mehr. Definitiv einen Besuch wert, auch wenn man meistens mehr Geld dort laesst als man urspruenglich geplant hatte.

Dunedin wiederum ist eine schoene Studentenstadt mit vielen netten Bars und coolen Leuten. Hier machten wir eine Brauereitour, eine Tour der Schokoladenfabrik und sahen Pinguine sowie Seeloewen am Strand.

Noch waehrend meiner ersten Suedinseltour fragten mich einige andere Austauschstudenten, ob ich nicht nochmal im zweiwoechigen "mid semester break" auf die Suedinsel wollte. Da ich mich schon gut mit der Truppe angefreundet hatte, war ich wieder dabei und die naechste Suedinseltour gegen Ende Apri, Anfang Mai wurde geplant.

Dieses Mal flogen wir nach Christchurch, um von dort mit dem Mietwagen ueber Dunedin, Te Anau, Queenstown, Wanaka, Mount Cook, Kaikoura, Picton nach Nelson zu fahren. Da ich ja schon einige dieser Ort gesehen hatte, versuchte ich die Aktivitaeten immer in eine Richtung zu lenken, wo ich noch etwas neues erleben konnte, was auch keinerlei Probleme bereitete. In Christchurch sahen wir uns die interessanten Gedenkstaetten und Kunstprojekte bezueglich des Erdbebens an und besuchten einen Aussichtspunkt, von dem man die ganze Stadt sehen konnte. In Dunedin wohnten wir in einem Appartement direkt an der Baldwin Street, der steilsten Strasse der Welt. Von Te Anau machten wir einige Wanderungen und eine Tagestour zum Milford Sound, der wirklich atemberaubend schoen ist. Von dort ging es nochmal nach Queenstown, wo wir drei Tage verbrachten. Einige von uns wollten dort auch einen Skydive machen, wurden aber nach Wanaka (ca. 1h 20min Fahrt) verwiesen weil dort wohl weniger Andrang waere und man auch ohne Buchung einen Platz bekomme. Da Wanaka mit den umliegenden Seen eine genauso Schoene Landschaft bietet wie Queenstown, war das dann auch kein Problem. Hier bestiegen wir auch fuer mich zum zweiten mal den Roys Peak, was ich kein Stueck bereue.

Der naechste Stop war Mount Cook, wo wir den Mueller Hut Hike machten. Dieser fuehrt aus dem Oertchen Mount Cook vom Tal bis auf ein Hochplateu wo die Mueller Hut steht in der man auch uebernachten kann. Wir machten die Strecke an einem Tag, weil unser Zeitplan ohnehin schon relativ knapp war, was fuer uns nicht besonders sportliche Personen kein Problem darstellte. Der hike war zwar relativ lang, steil und anstrengend (teilweise auch schwierige Passagen mit Geroell und grossen Felsbrocken) aber absolut empfehlenswert. Von dort hat man einen genialen Blick ueber das ganze Tal sowie die Gletscher die auf der anderen Seite der Schlucht herunterkommen. Das war bis dahin mein Highlight in Neuseeland gewesen.

Weiterhin besuchten wir Kaikoura, das beruehmt fuer seine "dusky dolphins" ist. Dort kann man auch Touren machen, bei denen man mit den wildlebenden Delphinen im Wasser schwimmt, was zwar teuer aber absolut genial ist! In Picton machten wir eine Kayak Tagestour durch die Marlborough Sounds und sahen dabei auch wieder Delphine ganz aus der Naehe. Auch in Nelson am Abel Tasman National Park machten wir wieder eine kurze Kayaktour und flogen von dort wieder nach Auckland zurueck.

Nach dem "mid semester break" wurde meine Uni etwas zeitintensiver und ich hatte desoefteren Assignments etc. zu erledigen. Somit beschraenkten sich die weiteren Reisen auf kurze Tagesausfluege innerhalb der Umgebung Aucklands (Waiwera Thermen, Maori Beach, Waiheke Island) und einen Trip ueber ein verlaengertes Wochenende in den Norden zur Bay of Islands bzw. Cape Reinga. Die Bay of Islands ist eine wunderschoene Gegend mit mediterran anmutendem Flair, die aus vielen kleinen Inseln besteht. Dort kann man wunderbar Bootstouren unternehmen, kayaken auf manchen Inseln auch wandern oder zelten oder einfach die Straende geniessen. Wir verbrachten ein paar Tage in Paihia, dem groessten Ort in der Bay of Islands. Von hier aus kann man eigentlich alle interessanten Orte in den Northlands leicht erreichen. Dazu gehoert natuerliach der noerdlichste Punkt Neuseelands, das Cape Reinga. Ist zwar ein sehr grosser Touristenmagnet, aber hat einfach ein besonderes Flair und der 90 Mile Beach (mit Auto befahrbar) und dessen ploetzlich auftauchende riesige Duenen, die man auch mit dem Sandboard befahren kann, sind die Fahrt allemal wert. Ausserdem gibt es von Paihia aus noch einige interessante Hoehlen sowie die riesiegen Kauri Trees zu bewundern. Auch die Wairere Boulders, ein kleiner Flusslauf mit sehr interessant geformten Felsen und einem Bushhike waren wirklich sehenswert. Gegen Ende des Semesters wurde es auch in Auckland verhaeltnismaessig kalt, so dass ich mich immer mehr nach einem warmen Ort sehnte. Somit plante ich, nach dem Semester direkt nach Australien zu fliegen, um dort ca. 6 Wochen zu verbringen. Hier tourte ich mit dem Greyhound Bus die Ostkueste von Melbourne bis Cairns und flog dann zurueck nach Auckland. Besonders gefielen mir dabei Melbourne, die 12 Apostels, die Blue Mountains bei Sydney, die Allradcampertour auf Fraser Island und das Tauchen am Great Barrier Reef von Cairns aus. Der meiner Meinung nach coolste Ort war Byron Bay, ein kleines Surfer/Hippie Staedtchen etwas suedlich von Brisbane. Hier war es trotz des australischen Winters fast immer 23 grad warm und sonnig.

Nachdem ich Anfang August nach Auckland zurueck fliege, verbringe ich dort noch ca. drei Wochen und habe vor noch das Tongariro Crossing im Winter, den Mount Taranaki, sowie die heissen Quellen um Rotorua zu sehen. Danach am 31. August wird mein Flug zurueck nach Deutschland gehen.

Alles in Allem war das Auslandssemester ein genialer Erfolg und ich bedanke mich vielmals bei meinen Eltern, dem Institut Ranke Heinemann und der UNITEC dafuer dass sie das alles moeglich gemacht haben.

 


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