Springende Krokodile in Nordaustralien

Unsere Alumna Maria Röckmann war während ihres Auslandssemesters in Darwin und hat eine der berühmten Jumping Crocodiles Touren miterlebt. Für uns berichtet Maria von Ihren Erlebnissen und beschreibt für Sie Ihren Ausflug. Ausserdem haben wir noch einen Blick auf andere Aktivitäten geworfen, die man in Darwin nicht verpassen sollte.

Magazin Studium Australien Krokodil

Krokodil in Nordaustralien bei Tour

Ich bin mit der „Jumping Crocodiles Tour“ auf dem Adelaide River bei Darwin unterwegs gewesen und kann mich nicht entscheiden, welches Gefühl bei mir überwog: Meine Angst vor den Krokodilen oder meine Faszination. Angst oder doch zumindest Respekt sollte man vor den Reptilien, die noch aus der Zeit der Dinosaurier stammen, aber auch haben: Sie sind berühmt-berüchtigt für ihre Fähigkeit lautlos an ein Beutetier am Ufer heran zu schwimmen, um dann plötzlich in die Luft zu springen und sich das Tier zu schnappen.

Wie hoch so ein Krokodil tatsächlich springen kann, konnte ich mit Jumping Crocodiles Tour erleben – und zwar aus sicherer Entfernung vom oberen Deck aus. „Krokodile sind intelligente Tiere“, hatte uns der Reiseleiter vor Beginn der Tour gewarnt. „Halten Sie sich vom unteren Deck fern. In der Vergangenheit haben Krokodile dort gezielt nach Passagieren Ausschau gehalten.“ Nachdem „unser“ Krokodil das Boot erreicht hat, starrt es gierig auf den Fleischbrocken, der da vor seiner Nase baumelt. Blitzschnell taucht sein Kopf aus dem Wasser auf und schnappt nach dem Leckerbissen, doch der Fleischbrocken wird sofort wieder nach oben gezogen. So leicht wird es dem Krokodil nicht gemacht: Wenn es fressen will, muss es springen. 

Das scheint das Krokodil auch verstanden zu haben, denn plötzlich schießt sein schuppiger Körper aus dem Wasser hervor, öffnet sein gewaltiges Maul und präsentiert uns zwei Reihen messerscharfer Zähne. Trotz der tropischen australischen Hitze läuft mir jetzt ein kalter Schauer über den Rücken. Das Krokodil taucht mit seiner Beute ins trübe Flusswasser ab und entzieht sich unseren Blicken so schnell, wie es gekommen ist. Dieses Schauspiel wiederholt sich im Verlauf der Tour mehrmals. Mehr als einen kleinen „Snack“ bekommen sie jedoch nicht zu fressen: Schließlich sind die Tiere in freier Wildbahn und sie sollen sich nicht daran gewöhnen jeden Tag gefüttert zu werden.

Ich bin begeistert von den springenden Krokodilen, wobei ich doch hoffe, dass ich so einem Tier niemals außerhalb einer geführten Bootstour begegne. Wem die Jumping Crocodiles Tour  alleine noch nicht genug Nervenkitzel bereitet, der kann vor dem Ausflug mit dem Boot auch mit der hauseigenen Python Bekanntschaft machen. Die Jumping Crocodiles Tour ist nur etwas mehr als 60km von Darwin, der Hauptstadt des Northern Territory, entfernt. Die Tropenstadt ist Australiens Tor zu Asien und ist weniger weit von Indonesiens Hauptstadt Jakarta entfernt, als von den meisten größeren Städten Australiens. 
Wer sich für Geschichte interessiert, kann das Aviation Heritage Centre besuchen, in dem historische Flugzeuge ausgestellt werden. Eine beliebte Touristenattraktion ist außerdem das Netzwerk unterirdischer Tunnel, die während des Zweiten Weltkriegs zur Lagerung von Öl gebaut wurden. Im örtlichen Museum kann man sich auch über Cyclone Tracy  informieren, der im Jahr 1974 Darwin verwüstete. Zyklone sind in der Tropenstadt keine Seltenheit, allerdings war Tracy der schlimmste Sturm, der bis dato in Australien aufgezeichnet wurde. Damals wurden etwa 70% der Gebäude zerstört und später mit sturmsicheren Materialien wieder aufgebaut.

Während Zyklone und extreme Regenfälle vor allem in der Regenzeit von Oktober bis April vorkommen, ist die Trockenzeit von Mai bis September die beste Jahreszeit für die Tropenstadt. Nicht zuletzt, weil zu dieser Zeit regelmäßig die Mindel Beach Sunset Markets stattfinden. Halb Darwin scheint sich hier donnerstags und sonntags bei Sonnenuntergang zu versammeln und es herrscht eine Atmosphäre wie auf einem Volksfest. Händler bieten Tücher und Taschen, Kunstwerke und Kleidungsstücke sowie Lichterketten und Laternen zum Verkauf an, während andere sich um das leibliche Wohl der Besucher kümmern.