Mit Apps dem Gedächtnis auf die Sprünge helfen

Neue Forschungserkenntnisse der Monash University zeigen, dass Smartphone Apps für Menschen, die aufgrund von Hirnverletzungen an Gedächtnisstörungen leiden, sehr hilfreich sein können. Dies widerlegt bisherige Bedenken, dass Technologie unsere Gedächtnisleistung eher beeinträchtigt.

Apps als Gedächtnishilfe

Mithilfe von zwei Studien versuchte Dr Dana Wong am Monash Institute of Cognitive and Clinical Neurosciences (MICCN) das Potential von Smartphones als Gedächtnisunterstützung zu erforschen. Hierbei untersuchte sie, wie Menschen mit traumatischen Hirnverletzungen oder nach einem Schlaganfall die Smartphones im Vergleich zu Menschen ohne entsprechende Vorgeschichte verwendeten. 

Gedächtnisschwierigkeiten treten häufig nach erlittenen Hirnverletzungen, beispielsweise durch einen Schlaganfall, auf. Übliche Probleme können sowohl das Vergessen von Terminen, Namen und Details sein als auch die Erschwerung, Konversationen zu folgen und das Verlegen persönlicher Gegenstände. 

„Es zeigte sich, dass Erinnerungsapps wie Kalender hilfreich für Menschen mit Hirnverletzungen sein können. Durch solche Apps können sie sich auf anderes konzentrieren, ohne ihre mentalen Kapazitäten darauf zu verwenden, sich um zu erinnernde Dinge zu sorgen" , so Dr Wong. Sie sagte, dass die Erkenntnisse weiteren Analysen unterzogen werden müssten, sie jedoch nicht zu bisherigen Annahmen passten, dass Erinnerungshilfen unser Gehirn träge machen.

Die erste Studie untersuchte 29 Personen mit traumatischen Hirnschäden und 33 nicht betroffene Personen. Für die zweite Studie wurden 29 Teilnehmer, die einen Schlaganfall erlitten hatten, sowie 29 Personen ohne neurologische Erkrankungen rekrutiert. 

Die Studien zeigten auch, dass die Apps generell sinnvoll angewendet werden können, nicht nur für Menschen mit Hirnverletzungen, sondern auch für die generelle Bevölkerung. Laut Dr Wong verwendete ein Großteil der Teilnehmer in beiden Studien die Smartphones aus drei Gründen: Zur Kommunikation, als Erinnerungshilfe und als Internetzugang. 

„Wenn man die Benutzer mit Hirnverletzungen nach dem größten Vorteil eines Smartphones fragte, nannten diese am häufigsten die Nützlichkeit als Erinnerungshilfe. Im Gegensatz dazu erwähnte die Gruppe ohne Hirnverletzungen andere Faktoren wie Mobilität, Komfort und einfachen Zugang zum Internet als die wichtigsten Vorzüge", sagt Dr Wong. Die von Studienteilnehmern mit Hirnverletzungen am häufigsten verwendeten Apps waren Kalender, Alarme, Kontaktlisten, Erinnerungsnachrichten, Notizen, Kameras und To-Do Listen. Diese Apps sind nützlich, um sich an Termine, Aufgaben, Details und Orte zu erinnern, ohne dafür interne mentale Kapazitäten zu verbrauchen. 

Die Forscher fanden auch heraus, dass die Verwendung der Apps keinen Einfluss auf die generelle Erinnerungsfähigkeit hatte - ein wichtiger Aspekt, um einigen Teilnehmern die Angst zu nehmen, dass die Verwendung der Erinnerungshilfen ihr Gedächtnis schwächen würde, ähnlich einer Schwächung der Beinmuskeln beim Benutzen eines Rollstuhls. 

„Um die Vorteile der Smartphone Apps noch effektiver nutzen zu können, ist es nun notwendig, herauszufinden, wie Benutzern mit Hirnverletzungen geholfen werden kann, denen das Erlernen der Apps schwerfällt", sagt Dr Wong. 

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