Auslandsabenteuer in Australien
Erfahrungsbericht Hösli UNSW

Andreas Hösli | Absolvierte sein LL.M.-Programm Down Under


Wo
The University of New South Wales

Zeitraum
2017 - 2018

Was
Masterprogramm: LL.M.

Studienprogramm
LL.M.

Förderung
IRH Förderprogramm

01.01.2018

Als Meer- und Wassersportfan nach Sydney

Erfahrungsbericht Hösli UNSW

Warum Sydney?

Nach zwei Jahren Tätigkeit als Anwalt in einer Kanzlei spürte ich, dass die Zeit für einen Auslandaufenthalt in Form eines LL.M. Studiengangs für mich gekommen war. Zu Beginn hatte ich eine lange Liste von möglichen Destinationen (einschliesslich die üblichen Verdächtigen wie New York und London, aber auch «exotischere» Ziele wie beispielsweise Cape Town und Vancouver). Nach etlichen Gesprächen mit Freunden und Arbeitskollegen, die ihr Auslandabenteuer bereits hinter sich hatten (und mir ohne Ausnahme wärmstens empfohlen hatten) und Nachforschungen im Internet kristallisierte sich langsam aber sicher Australien als ideales Ziel für mein Zusatzstudium heraus. Die entscheidenden Gründe waren für mich letztlich die grosse Distanz zu Europa und somit die Gelegenheit, einen fremden Kulturkreis kennenzulernen, hervorragendes Feedback von ehemaligen Australien-Expats über Land und Leute sowie das bekanntermassen fantastische Wetter und die tolle Natur hier in «down under».

Ein Freund machte mich schliesslich auf das Förderprogramm des Instituts Ranke-Heinemann aufmerksam, welches mich im nicht leicht zu überblickenden Bewerbungsprozess bei den Universitäten in Australien äusserst kompetent und freundlich beriet und unterstützte. Dies ersparte mir einen beträchtlichen Umfang an Aufwand und vermittelte mir ein gutes Gefühl im gesamten Bewerbungsprozess. Die Erfahrung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts ist sehr hilfreich, beispielsweise wenn es darum geht, innerhalb welcher Fristen mit einer Antwort einer Universität gerechnet werden kann. Ebenso attraktiv ist die Studienbehihilfe des Insituts. Unter bestimmten Voraussetzungen, vor allem der Einreichung eines selbst verfassten Erfahrungsberichts mit Fotos, gewährt das Institut Ranke-Heinemann eine äusserst grosszügige Studienbeihilfe von bis zu 10 Prozent der (hohen) Studiengebühren (die detaillierten Bedingungen finden sich auf der Website des Insitituts).

Meine Erwartungen betreffend Australien wurden vollumfänglich erfüllt. Von der ersten Taxifahrt nach meiner Ankunft vom Flughafen zu meiner ersten Unterkunft an fühlte ich mich sehr wohl und willkommen. Die Bewohner Sydneys sind im Allgemeinen ausgesprochen freundlich und offen. Es ist überhaupt kein Problem, ins Gespräch zu kommen und neue Leute kennen zu lernen. Besonders in Erinnerung bleiben wird mir, dass der Busfahrer in der Regel von den Passagieren gegrüsst wird, dies mit einem Gruss erwidert und sich die Passagiere beim Aussteigen beim Busfahrer bedanken - und dies in einer Grossstadt! Wenn eine betagte Person oder eine Mutter mit Kinderwagen den Bus erklimmt, hilft der Busfahrer und wartet mit Losfahren, bis sich alle eingerichtet haben – ohne Unmutsbekundungen der anderen Passagiere. Da Sydney einen grossen Anteil an Expats und Zuwanderern hat, findet man zudem grosse Populationen von Nicht-Aussies (v.a. Europäer, Südamerikaner, Asiaten und Inder) vor. Sydney ist dementsprechend ein Schmelztiegel von Kulturen, die sich – nach meiner Einschätzung – sehr gut zusammengelebt haben.

Sydney ist eine fantastische Stadt. Sicherlich die beste, die ich je besucht habe. Das Wetter ist in der Regel sonnig und warm, das Meer und Strand sind immer nahe (vor allem wenn man wie ich und die meisten Studenten in den im östlichen Teil der Stadt gelegenen «Eastern Suburbs» wohnt) und die Stadt hat ein unendliches Angebot an Restaurants, Bars sowie Kinos. Es ist völlig unmöglich, in einem Jahr ganz Sydney gesehen zu haben. Jeden Tag gibt es Neues zu entdecken. In meinen ersten Tagen war ich zudem über die grosse Anzahl von bunten Vögeln (vor allem die papageienartigen Lorikeets und Cockatoos) in der Stadt überrascht, an deren wunderliche Laute man sich bald gewöhnt.Anfängliche Bedenken wegen giftigen Spinnen und Schlangen erwiesen sich - zumindest auf Stadtgebiet – als völlig unbegründet. Ich möchte auch erwähnen, dass Sydney eine sehr sichere Stadt ist. Ich bin bisher in keine einzige Situation geraten, die mir auch nur ansatzweise Unbehagen bereitet hätte. In öffentlichen Verkehrsmitteln und auf den Strassen fühlt man sich absolut sicher.

Warum UNSW?

Ich hatte ich mich in Australien für die UNSW, die University of Sydney und die University of Melbourne beworben. Alle drei Unis bieten vergleichbare LL.M. Programme an. Die Wahl für Sydney war letztlich durch das deutlich wärmere Klima in Sydney im Vergleich zu Melbourne begründet. Für mich als grosser Wassersportfan (Schwimmen, Surfen, Schnorcheln) war Sydney die naheliegendere Wahl. Im Gegensatz zu Melbourne finden sich Strände und Salzwasserpools unweit des Stadtzentrums. Die Wahl zwischen den beiden Unis in Sydney fiel mir schon etwas schwerer. Letztlich entschied die Lage: die UNSW liegt in Randwick in den «Eastern Suburbs» und ist somit besser gelegen, wenn man nahe bei den meisten Stränden, zum Beispiel dem berühmten Bondi Beach, wohnen und studieren will. Ich kenne aber auch Leute, die im Osten der Stadt wohnen und an die University of Sydney pendeln, was ohne weiteres möglich ist.

Die ersten Schritte in Sydney

Zwei der ersten zwingenden Käufe sind eine lokale SIM-Karte (ich benutze das Studentenangebot von Vodafone und bin damit sehr zufrieden) sowie eine OPAL-Card (bei jedem Newsagent erhältlich). Letztere benötigt man für den öffentlichen Verkehr. Die manchmal zu vernehmende Kritik am öffentlichen Verkehrssystem in Sydney kann ich nicht teilen. Für eine Grossstadt funktioniert das Verkehrssystem (im Vergleich zu anderen Grossstädten) im Grossen und Ganzen gut. Die Busse können vor allem zu Hauptverkehrszeiten und an Knotenpunkten etwas langsam sein, aber die U-Bahn ist sehr schnell und zuverlässig. In den ersten Tagen ist es schwierig sich zu orientieren, vor allem ohne Internet auf dem Handy (sollte man sich daher so schnell wie möglich zulegen). Ein must-have ist zudem eine der Apps, welche die Routen der Busse und U-Bahnen anzeigen (ich benutze TripView). Ausserdem sollte man sich in den ersten Tagen ein Bankkonto bei einer lokalen Bank zulegen. Alle grösseren Banken sind nach meiner Erfahrung zuverlässig und vergleichbar.

Reisefieber

So viel zu bieten Sydney auch hat, ein Aufenthalt in dieser Stadt ist undenkbar ohne einige (kürzere und längere) Reisen auf dem Kontinent und der weiteren Umgebung. Wer im Semester 2 startet, geniesst eine rund viermonatige Sommerpause, die sich ideal zum Reisen eignet. Ich bereiste insbesondere Western Australia, was wärmstens zu empfehlen ist. Als weitere Reiseziele bieten sich zudem (nebst zahlreichen anderen Möglichkeiten) Melbourne (und die Great Ocean Road), Tasmanien sowie Neuseeland an. Viele Kommilitonen reisten zudem ins Zentrum des Landes zum Uluru, der sehr beeindruckend sein muss. Weiter westlich liegen zudem Inseln wie Fiji, Tonga oder die Cooks Islands in machbarer Flugdistanz.

Wo in Sydney wohnen?

Mir als grossem Meeres- und Wassersportfan fiel die Wahl leicht. Ich wollte in den «Eastern Suburbs» im östlichen Teil von Sydney in unmittelbarer Nähe zu den dort gelegenen Stränden wohnen. Es empfiehlt sich, die ersten 1-2 Wochen in einer vorübergehenden Unterkunft zu weilen (z.B. airbnb) und von dort aus mögliche Wohnungen bzw. Zimmer zu besichtigen. Letzteres geht sehr informell und einfach. Die üblichste Plattform hierfür heisst Flatmates, über welche ich drei meiner bisherigen Unterkünfte gefunden habe. Für ein ordentliches Zimmer (alleine oder zu zweit) muss man mit 250-500 AUD pro Woche rechnen, je nach Lage und Komfort. Wer auf dem Campus leben will, wohnt nicht günstiger. Wer besonders aufs Budget achten muss, kann auch in mehrfach belegten Zimmern («shared rooms») wohnen.

Mehr Eindrücke?

Lesen Sie auch unsere anderen Erfahrungsberichte.