Alles in allem war es die beste Entscheidung die ich treffen konnte
Studentin mit Papageien

Marina Schüssler | Hochschule der Medien Stuttgart


Was
Medienwirtschaft

Studienprogramm
Auslandssemester

Förderung
IRH Föderprogramm

31.12.2015

Auslandssemester and der Swinburne University

Kangaroos

Vorbereitungsphase

Bewerbung

Anfang meines fünften Semester habe ich angefangen mir darüber Gedanken zu machen ob und wo ich während meines Studiums ein Auslandssemester machen will. Für mich war es klar in ein englischsprachiges Land zu gehen, außerdem wollte ich möglichst weit weg von Deutschland sein und neue Eindrücke sammeln. Da ich 2014 eine Summer School an einer Uni in den USA besucht habe, habe ich dann schließlich beschlossen etwas Neues auszuprobieren und nach Australien zu gehen. Nach viel Recherche habe ich herausgefunden, dass viele Melbourne für die schönste Stadt Australiens halten und habe deshalb angefangen dort nach Unis zu suchen. Meine Wahl ist schließlich auf die Swinburne gefallen; unter anderem wegen der niedrigen Studiengebühren und dem späten Semesterbeginn. Beworben habe ich mich dann über die Institution Ranke-Heinemann. Das Team ist wirklich sehr hilfsbereit, steht einem mit Rat und Tat zu Seite und außerdem bekommt man 10 % Nachlass auf die Studiengebühren.

Krankenversicherung

Wenn man in Australien studiert muss man automatisch die Overseas Student Heath Cover (OSHC) abschließen. Allerdings ist damit nicht alles abgedeckt (z.B. kein Krankenrücktransport). Deshalb habe ich zusätzlich noch eine weitere Auslandskrankenversicherung abgeschlossen.

Konto

Ein australisches Konto braucht man nicht unbedingt. Ich hatte zwei Kreditkarten dabei. Einmal die Mastercard Xtension von der Sparkasse und die DKB Visa Card. Mit beiden kann man weltweit kostenlos Geld abheben, mit der Mastercard sogar auch kostenlos zahlen. Zwei Kreditkarten empfehlen sich auf jeden Fall! Beispielsweise wurde mir meine Tasche geklaut, aber ich hatte ja noch eine Ersatzkreditkarte zu Hause. Ein australisches Konto braucht man nur zwingend wenn man dort arbeiten möchte.

 

Die erste Zeit in Melbourne

Hostel

Es empfiehlt sich auf jeden Fall möglichst früh in Melbourne anzukommen um sich einzugewöhnen. Da ich im vorigen Semester keine Prüfungen geschrieben hatte, konnte ich eine Woche vor Beginn der Orientation Week in Melbourne sein. Von der Swinburne gibt es einen kostenlosen Abholservice vom Flughafen zur gebuchten Unterkunft. Das war wirklich sehr praktisch. Für die erste Woche habe ich mir direkt von Deutschland aus ein Hostel gebucht; das YHA Melbourne Central ist wirklich sehr zu empfehlen. Es liegt zentral direkt an der Flinders Street und ist sehr sauber. Auf jeden Fall sollte man für den Anfang ein Hostel im CBD haben. Ist man in den Vororten bekommt man viele Dinge nicht mit oder es ist schwierig zu Besichtigungen zu fahren.

Wohnungssuche

Ich habe schon eine Woche vor meiner Ankunft angefangen nach Wohnungen zu suchen. Allerdings macht es erst richtig Sinn wenn man vor Ort ist. Die meisten Vermieter möchten innerhalb von einem Tag telefonieren und machen dann auch gleich einen Besichtigungstermin fest. Das positive an der Sache ist, dass man so sehr schnell eine Wohnung finden kann. Die beste Seite um Wohnungen zu suchen ist Flatmates, mit Gumtree hatte ich persönlich keine guten Erfahrungen. Auf Flatmates lohnt es sich auch den Early Bird Access zu kaufen um alle Angebote kontaktieren zu können. Die Mietpreise in Melbourne sind unwahrscheinlich hoch und was angeboten wird ist teilweise wirklich ein sehr niedriges Niveau. Innerhalb von einer Woche hatte ich dann allerdings endlich Glück und wohnte dann in Collingwood zusammen mit 4 Mitbewohnern für $840 warm. Das WG Konzept wie wir es von Deutschland kennen ist hier leider nicht sehr verbreitet.

Handy

Als ich von der Swinburne vom Flughafen abgeholt wurde habe ich auch gleich ein Willkommenspaket mit einer SIM Karte enthalten. Das war sehr praktisch für den Anfang, allerdings war sie von Vodafone und das ist relativ teuer und hat nicht die beste Netzabdeckung. Ich habe dann zu Optus gewechselt. Für $50 pro Monat bekommt man dort unbegrenzte SMS und Minuten in Australien, 8GB Internet und 340min nach Deutschland. Der Empfang ist völlig ausreichen, wenn man sich überwiegend in den Städten aufhält. Ein weiterer Anbieter ist Telstra. Telstra ist sehr teuer, dafür hat man aber auch in den entlegensten Ecken in Australien Empfang.

Public Transport

Das Public Transport System in Melbourne besteht aus Trains, Trams und Bussen. Verkehrsmittel kommen fast immer pünktlich und das System ist sehr zuverlässig. Außerdem gibt es in der Innenstadt eine Free Tram Zone. Das heißt dort kosten die Trams nichts. Für andere Bereiche kauft man sich eine Myki Card für $6. Diese kann man dann entweder mit Geld aufladen oder monatliche Pläne kaufen. Wenn man mindestens 4 mal pro Woche unterwegs ist lohnt sich so ein Plan schon. Für Exchange Students gibt es auch einen Discount, für Study Abroad leider nicht. Dann kostet ein Monat fahren $130. Geht man am Wochenende aus, gibt es in viele Stadtteile auch Nachtbusse. Nützliche Apps für den Public Transport sind: PTV, Tram Tracker und Train Trapper. Sehr verbreitet ist auch die Taxi App Uber. Einfach zu bedienen und viel günstiger als normale Taxis.

 

Studium

Orientation Week

Von der Orientation Week war ich eher etwas enttäuscht. Es gab einen Einführungstag und dann nochmal eine „Schnitzeljagd“ durch Melbourne. Es war allerdings nicht besonders gut organisiert und man hätte mehr anbieten können. In Amerika hatte ich damit viel bessere Erfahrungen gemacht. Nichts destotrotz hat meinen einen Überblick über den Campus bekommen und neue Leute kennengelernt. Der Campus ist verhältnismäßig klein. Es gibt keine Cafeteria, dafür aber viele kleine Läden und die Glenferrie Road direkt neben dem Campus. Dort findet man allerlei Optionen für die Lunchbreak. Mein Favorit war die Spudbar. Unter den Internationals befanden sich zum Großteil Deutsche, was am Anfang etwas enttäuschend war. Man gewöhnt sich aber daran und ich habe in der Zeit wirklich gute Freunde gefunden.

Vorlesungen

Zu Beginn des Semesters kann man Vorlesungen noch wechseln, deshalb habe ich 5 besucht und mich dann für 3 entschieden. Man kann 3 oder 4 Vorlesungen belegen (für 4 Vorlesungen zahlt man mehr). Ich war allerdings mit 3 Vorlesungen bereits sehr gut ausgelastet. Zu Beginn des Semesters bekommt man dann einen Stundenplan, dort muss man die Vorlesung und ein Tutorium auswählen. Bei den Tutorien sollte man schnell sein um die begehrten Zeiten zu bekommen.

Ich hatte die Vorlesungen „Branding, Innovation & Design“, „Marketing Strategy & Planning“ und „Integrated Marketing Communications“ belegt.

In der Vorlesung sitzt man dann zusammen mit allen Studenten die das Fach belegt habe. Die Tutorien sind kleiner und bestehen aus 20-30 Studenten. Dort wird praktisch gearbeitet und der Stoff vertieft. Generell ist das Niveau in Australien gleich oder sogar etwas niedriger als in Deutschland. Der Workload ist allerdings um einiges höher, daran muss man sich erst einmal gewöhnen. Man hat teilweise wöchentliche Abgaben und bis zu 4 Assignments plus eine Prüfung pro Fach. Die Lehrweise hat mir allerdings besser gefallen, da man den Stoff besser behält und mehr mitnimmt. Besonders gut hat mir gefallen, dass wir in allen drei Vorlesungen mit einem echten Kunden gearbeitet haben und ihm die Ergebnisse auch präsentieren durften.

Notensystem

Das Notensystem in Australien ist natürlich etwas anders als in Deutschland. Man kann pro Fach immer 100 % erreichen. Das entspricht dann der höchsten Note - HD. Mit verschiedenen Prozentabstufungen bekommt man dann verschiedene Noten. Die verschiedenen Assignments pro Fach summieren sich dann zu 100 % auf. Zum Beispiel könnte man ein Essay haben das 20 % zählt, ein Referat mit 20 % und eine Prüfung mit 60 %. Dann kann man im Assignment je 20 bzw. 60 Punkte erreichen.

 

Leben in Melbourne

Wenn man im Juli in Melbourne ankommt ist man vom Wetter erstmal ein bisschen überrascht. Man erwartet ja schließlich dass es überall in Australien das ganze Jahr heiß ist. Den Winter in Melbourne sollte man allerdings nicht unterschätzen, eine Winterjacke sollte man schon dabei haben.

Generell ist Melbourne nicht umsonst "most livable city". Auch wenn man bei der Ankuft auf den ersten Blick nicht von jeder Menge Sehenswürdigkeiten beeindruckt wird, entdeckt man den Charme der Stadt wenn man länger dort lebt. Die Restaurantszene ist unheimlich gut, es ist für jeden Geschmack etwas dabei und vor allem das Frühstück ist besser als irgendwo sonst.

Auch im Nachtleben hat Melbourne einiges zu bieten. Besonders Fitzroy hatte es mir angetan mit den vielen verschiedenen Bars.

Melbourne ist die Sport Hauptstadt Australiens. Während meiner Zeit dort konnte ich die AFL Grand Finals sehen und den Melbourne Cup. Es ist sehr empfehlenswert diese Events mitzunehmen um den Lifestyle der Stadt mitzubekommen.

 

Reisen

Während meines Studiums haben wir zwei Road Trips über Wochenenden gemacht und in der Semesterbreak hat es uns in das Outback verschlagen. Die beiden kleinen Trips gingen zum Wilsons Promontery National Park, Phillip Island und Mornington Peninsula. Alle Orte sind nicht weit von Melbourne und man kann sich einfach ein Auto mieten und dort hinfahren. An den Linksverkehr gewöhnt man sich relativ schnell. Selbst fahren ist auf jeden Fall besser als eine Tour zu buchen. Es gibt jede Menge tolle Aussichtspunkte und immer wieder Tiere zu sehen und dann kann man anhalten wann man möchte. Im Wilsons Prom ist Whisky Bay besonders schön. Auf Phillip Island fand ich Cape Woolamai einen der schönsten Orte.

Das Outback war für mich auch ein absolutes "must do" um das richtige Australien zu erfahren. Wir waren eine Gruppe von 12 Leuten, haben uns 4 Campervans gemietet und sind von Melbourne bis Alice Springs gefahren. Unterwegs lohnt es sich folgende Dinge anzuschauen: Grampians, Flinders Ranges, Uluru, Kata Tjutss, Kings Canyon und West Macdonnell Ranges. Während der Semesterbreak war das Wetter im Outback noch okay um dort zu reisen. Man sollte dort nicht im Sommer hingehen, da die Temperaturen dann lebensgefährlich sein können.

Nach meinem Semester habe ich noch die australische Ostküste bereist. Diese hat wirklich einiges zu bieten, von Regenwäldern über Städte und traumhafte Strände hin zu sehenswerten Großstädten. Besondere Highlights waren dabei für mich die Whitsunday Islands und Fraser Island. Zu den Geheimtipps zählen zum Beispiel Agnes Water. Hier kann man für nur $17 einen Surfkurs machen und es lohnt sich wirklich. Auf Magentic Island empfiehlt es sich das Bungalow Bay Koala Village zu besuchen. Dort darf man alle australischen Tiere, auch Koalas, halten. Eine super Erfahrung!

 

Fazit

Alles in allem war es die beste Entscheidung die ich treffen konnte, mein Auslandssemester hier zu verbringen. Durch die Kurse habe ich wirklich viel gelernt und an der Uni wurden Freundschaften für's Leben geschlossen. Was ich jetzt schon von Australien gesehen habe war sehr beeindruckend und auf dem weiteren Plan steht natürlich die Ostküste. Mehr von meiner Zeit in Australien können Sie hier sehen: 182daysofoz.tumblr.com

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